Ein Student arbeitet zu Hause an einem Laptop (Bild: dpa/Armin Weigel)
Bild: dpa/Armin Weigel

Technische Probleme verhinderten früheren Start - Studierende sollen Corona-Zuschuss vom Bund bekommen

Studierende können jetzt Überbrückungshilfen für drei Monate bekommen. Zwar sei die Auszahlung noch immer nicht möglich, befinde sich aber "auf der Zielgeraden", so das Bundesbildungsministerium. Für Montag sind trotzdem zahlreiche Proteste angekündigt.

Studierende demonstrieren am Montag in mehreren deutschen Städten - darunter auch in Potsdam - ab 11 Uhr vor den Landesparlamenten und Wissenschaftsministerien für mehr Finanzhilfen in der Corona-Zeit.

Inzwischen hat das Bundesministerium für Bildung Hilfen auf den Weg gebracht. Gelder könnten noch im Juni fließen, hieß es. Denn nach längeren Anlaufschwierigkeiten sollen Studierende in Notlage noch in diesem Monat Corona-Zuschüsse des Bundes in Höhe von bis zu 500 Euro monatlich beantragen können. Das teilte das Bundesbildungsministerium mit und betonte, dass diese Hilfen nicht zurückgezahlt werden müssten.

Noch kein fester Auszahlungstermin

Das Deutsche Studierendenwerk habe am Freitag rückwirkend zum 15. Mai die Bewilligung zur Auszahlung erhalten, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbildungsministerium, Michael Meister. "Damit sind die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Überbrückungshilfe noch im Juni starten kann." Die Hilfen könnten für die Monate Juni, Juli und August über die Studierendenwerke beantragt werden, sagte Meister. Einen genauen Termin für den Start der Auszahlungen nannte Meister  noch nicht. Das Ministerium sei aber "auf der Zielgeraden".

Tücken beim Aufbau des Auszahlungssystems

Oppositionspolitiker und Studierendenvertreter hatten zuvor scharfe Kritik an dem späten Beginn der Zahlungen geübt und dem Ministerium vorgeworfen, die Studierenden im Stich zu lassen. Staatssekretär Meister räumte zur Begründung der erst jetzt ergangenen Hilfezusage Probleme ein: Das nun neue Antragssystem und der Aufbau seiner technischen Voraussetzungen habe "Tücken" enthalten, die einen früheren Start der Zuschüsse verhindert habe. Nun aber solle "schnellstmöglich beantragt und ausgezahlt werden können", sagte er.

Zusätzliche Hilfen: KfW-Kredite vorerst zinslos gestellt

Von den Zuschüssen sollen Studierende profitieren, die wegen der Corona-Krise ihre Jobs verloren haben und keinen Anspruch auf andere ausreichende Unterstützung haben. Die Hilfen sollen die Zeit überbrücken, bis die Empfänger eine neue Einkommensquelle haben. Am Dienstag will das Ministerium eine Telefon-Hotline und eine Email-Adresse freischalten, an die sich Betroffene wenden können.

Meister betonte, dass Studierenden bereits dadurch geholfen werde, dass die Bildungskredite der KfW bis Ende März 2021 zinslos gestellt worden seien. Alleine die Anträge für den Monat Mai umfassten hier ein Finanzvolumen von über 167 Millionen Euro.

Sendung: Inforadio, 08.06.2020, 7.22 Uhr

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5 Kommentare

  1. 5.

    Die Familien leiden unter Kurzarbeit und haben selber finanzielle Probleme dank Corona. Nicht jeder kommt aus einer Bonzenfamilie. Vielleicht einfach mal nicht sich selber als Maß aller Dinge nehmen. Selten unqualifizierter und undurchdachter Kommentar.

  2. 4.

    schön für dich wenn Mama und Papa dir helfen können. Manche Eltern können es nicht egal wie sehr sie es wollen. Und manche wollen auch einfach nicht.

  3. 3.

    Schon mal etwas von Solidargemeinschaft "Familie " gehört - ist m.E. zu einfach immer nur den Staat anzuzetteln!.

  4. 2.

    Ich denke, die Grokonic ist doch so toll?
    Laut Söder/Scholz und Deutschlandtrend.
    Warum gibt es jede Woche Proteste zu allen möglichen Sachen?
    Wohl doch nicht alles so toll.
    Aber schon mal eine Erkenntnis eingetroffen bei den Studenten, dass wohl RRG doch nicht so toll.
    Mit Haltung kann man eben keine Miete bezahlen.

  5. 1.

    Was ist mit Leuten, deren Konto bereits gepfändet wurde. Frage für einen Freund.

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