0:5 zum Hinrunden-Abschluss - Schwache Hertha unterliegt Wolfsburg zu Hause klar

Di 24.01.23 | 22:27 Uhr
  48
Marvin Plattenhardt fällt im Zweikampf mit Ridle Baku (Bild: Imago Images/Eibner)
Imago Images/Eibner
Audio: Jakob Rüger | Bild: Imago Images/Eibner

Bittere Niederlage für Hertha BSC. Der Fußball-Bundesligist unterlag am Dienstagabend dem VfL Wolfsburg nach einer kraftlosen Leistung klar mit 0:5. Der Druck im Abstiegskampf wächst somit.

Die Fußballer von Hertha BSC haben auch ihr zweites Pflichtspiel im Jahr 2023 verloren. Der Bundesligist verlor am Dienstagabend sein Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg klar mit 0:5 (0:3). Drei Tage nach der Niederlage gegen Bochum waren die Berliner gegen starke Wolfsburger lange chancenlos. Nach dem 17. Spieltag und dem Ende der Hinrunde rangiert die Hertha somit weiter auf dem Abstiegsplatz 17.

Wolfsburger Blitzstart

Im Vergleich zum Bochum-Spiel veränderte Hertha-Trainer Sandro Schwarz seine Mannschaft zwar nicht massiv, aber zumindest punktuell. So rückten der zuletzt gelbgesperrte Dodi Lukebakio und Suat Serdar für Derry Scherhant sowie Jean-Paul Boetius in die erste Elf.

Die beiden Neuen in Herthas Startformation konnten allerdings nicht verhindern, dass die Gäste aus Wolfsburg den klar besseren Start erwischten. Die Mannschaft von Trainer Niko Kovac agierte druckvoller, wirkte wacher und auch selbstbewusster. Bereits ab der vierten Minute spiegelte sich das auch im Ergebnis wider: Bei einem Wolfsburger Freistoß aus dem rechten Halbfeld stand Mattias Svanberg im Hertha-Strafraum in perfekter Schussposition komplett frei. Nach guter Flanke von Patrick Wimmer versenkte er den Ball sicher im Tor des chancenlosen Oliver Christensen.

In der Folge war nicht nur Herthas Torwart, sondern die gesamte Berliner Mannschaft im wahrsten Sinne des Wortes ohne Chancen. Sie hatte offensiv wie defensiv keinerlei Zugriff auf das Spiel und kam kaum einmal in die Hälfte der Wolfsburger. Die Gäste kontrollierten das Geschehen, standen defensiv sicher und waren gefährlich in Umschaltmomenten. Hertha hingegen konnte froh sein, dass es nicht schon nach 23. Minuten 0:2 stand. Nach einer weiteren Wolfsburger Standardsituation verlängerte abermals Svanberg den Ball zwar so, dass er im Netz einschlug, stand dabei jedoch im Abseits. Kurz darauf kam Dodi Lukebakio im Wolfsburger Strafraum zumindest einmal an den Ball, bekam jedoch keinen Abschluss zustande.

0:3-Rückstand zur Halbzeit

Stattdessen legte Wolfsburg nach: In der 27. Minute lief der starke Wimmer mit einem einzigen Haken drei Herthanern davon, ehe er 20 Meter vor Herthas Tor vom heraneilenden Agustine Rogel gestoppt wurde. Rogel bekam seine fünfte Gelbe Karte der Saison, Wolfsburg den Freistoß. Bei diesem sprang dann Lukebakio in der Berliner Mauer mit erhobenem Arm genau so hoch, dass er den Ball an ebendiesen bekam. Den fälligen Elfmeter verwandelte Maximilian Arnold souverän zum 0:2 aus Hertha-Sicht (31. Minute).

Nachdem Lukebakio in der 32. Minute endlich den ersten, wenn auch ungefährlichen Berliner Torschuss besorgt hatte, wurde es noch bitterer für die Alte Dame. Das 0:3, erzielt durch Jonas Wind, hatte Symbolcharakter: Hertha verpasste es zunächst selbst einen Schnellangriff zu fahren, verlor dann im Mittelfeld den Ball und wurde im Gegenzug zum wiederholten Male gnadenlos auskontert.

Der zuvor schon etwas resigniert wirkende Hertha-Trainer Schwarz reagierte und wechselte in der Halbzeitpause dreifach. Jessic Ngankam, Marvin Plattenhardt und Filip Uremovic ersetzten Ivan Sunjic, Maximilian Mittelstädt und Agustin Rogel. Insbesondere Ngankam, der verletzungsbedingt erst sein zweites Saisonspiel machte, half anschließend dabei, Herthas Spiel zu beleben.

Wolfsburg erhöht weiter

Die Berliner spielten nun zumindest eine Weile lang auf Augenhöhe mit den Wolfsburgern und mit mehr Druck und Engagement. Zunächst war es Lukebakio, der für Gefahr im Wolfsburger Strafraum sorgte (51.), ehe Filip Uremovic die wohl beste Berliner Chance hatte (65.). Sein Kopfball ging allerdings etwas zu unpräzise aufs Tor.

Auf der anderen Seite machten es die Wölfe abermals besser, erzielten mit der ersten guten Chance der zweiten Halbzeit das 0:4 und holten sich die Spielkontrolle zurück. Svanbergs Flanke von der linken Seite fand auf dem zweiten Pfosten Ridle Baku, der den Ball aus spitzem Winkel ins lange Eck setzte (74.).

Den Schlusspunkt eines aus Hertha-Sicht bitteren Abends im Olympiastadion markierte schließlich Omar Marmoush. In der 86. Minute erzielte der Wolfsburger das 0:5 und veredelte so den Sieg der Gäste gegen überforderte Berliner. Für Hertha BSC war es die fünfte Niederlage aus den vergangenen sechs Liga-Spielen.

Die Kurzanalyse

Während Hertha in der Hinrunde selbst in den Spielen, die nicht gewonnen wurden, oft dennoch gut spielte und eine Siegchance hatte, war dem gegen Wolfsburg nicht so. Die Berliner waren über weite Strecken der Partie spielerisch schlicht überfordert. Hertha bekam keinen Zugriff in Wolfsburger Umschaltmomenten, war selbst bei Standardsituationen oft unsortiert bzw. unaufmerksam und in der Offensive lange komplett ungefährlich. In der zweiten Halbzeit spielte die Mannschaft von Trainer Schwarz dann zunächst deutlich besser mit, wurde zum Ende hin allerdings erneut von den auch leidenschaftlicher und mit mehr Einsatz spielenden Wolfsburgern überrumpelt.

Die Stimmen zum Spiel

RSS-Feed
  • Herthas Geschäftsführer Sport Fredi Bobic (Bild: IMAGO/Andreas Gora)
    IMAGO/Andreas Gora

    Fredi Bobic: "Ein desaströser Abend für uns"

  • Der Trainer des VfL Wolfsburg Niko Kovac (Bild: IMAGO/MIS)
    IMAGO/MIS

    Niko Kovac: "Die Mannschaft hat verstanden, was wir machen müssen"

  • Wolfsburgs Patrick Wimmer vom VfL Wolfsburg (Bild: IMAGO/Christian Schroedter)
    IMAGO/Christian Schroedter

    Patrick Wimmer: "Wir haben in der Vorbereitung sehr gut gearbeitet"

Das Spiel im Liveticker

Sendung: rbb24, 24.01.2023, 18 Uhr

48 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 48.

    Zitat: " Im Lokalderby wird's dann wieder besonders demütigend, das dürfte ein Heimspiel für Union werden."

    Naja, hat Hertha zum letzten Derby im Olympiastadion immerhin noch ~4000 Tickets, die wohl nicht abgesetzt wurden, dem FCU überlassen, so bleibt's diesmal beim üblichen 10%-Kontingent. Von "Heimspiel" kann also kaum die Rede sein. Aber ich weiss schon, was Sie eigentlich meinen, Stefan. ;)

    Ich will Sie auch nicht 'foltern' und finde es gut, dass Sie in Ihrem familiären Umfeld Fan Nachwuchs haben, der wohl sehr engagiert dabei ist. Aber die Talfahrt der Hertha in den letzten Jahren ist doch hausgemacht, da zwischen Anspruch und Wirklichkeit nahezu Dimensionen klafften. So wurde z. B. vor nicht mal zwei Jahren verkündet, man wolle "die größte Aufholjagd, die der deutsche und vielleicht der internationale Fußball je erlebt hat, einleiten und zum Erfolg führen." Das war doch Großmannssucht der Belle Etage, die völlig abgehoben war. Da können einem die echten Fans nur leid tun.

  2. 46.

    Schon in der Bibel steht geschrieben : Der Prophet gilt nichts im eigenen Land !

  3. 45.

    Mir will keiner die bittere Realität zum Zustand ihres Vereins glauben
    Vielleicht wenn es zu spät ist
    Aber Fachmann oder Experte ?
    Nee, nee bin ich nicht, will ich auch nicht sein

  4. 44.

    Ich brauche kein Trainer ,Bürgermeister oder Bundeskanzler zu sein um zu sehen was bei Hertha BSC Berlin schief geht
    Die letzten beiden Spiele haben gezeigt wo es hingehen wird
    Ich bin auch kein frustrierter Herthaner, aber Berliner
    Und da interessiert es schon was in seiner Stadt so läuft, auch als FSV MAINZ 05 Fan

  5. 43.

    Ich brauche kein Trainer ,Bürgermeister oder Bundeskanzler zu sein um zu sehen was bei Hertha BSC Berlin schief geht
    Die letzten beiden Spiele haben gezeigt wo es hingehen wird
    Ich bin auch kein frustrierter Herthaner, aber Berliner
    Und da interessiert es schon was in seiner Stadt so läuft, auch als FSV MAINZ 05 Fan

  6. 42.

    Der BBC ist im Keller ganz ok.
    Große Schnauze nix dahinter.
    Herr Bobic und Herr Schwarz sollten ihre
    Papiere nehmen.
    Der jetzige Vorstand ist auch nicht besser
    als der Alte.

  7. 41.

    „ Ach wärt IHR nur in Florida geblieben ! „
    Da alles so harmonisch und schön , fast wie im Urlaub !
    Den BCC hat die Realität eingeholt !
    Immerhin war der Unterring des Olympiastadions fast ausverkauft !
    BCC macht weiter so !

  8. 40.

    Liebe Hertha, tut euch und uns endlich den Gefallen: Bitte steigt ab und versucht euer Glück im Abstiegskampf in der 2. Liga !

  9. 39.

    Ich muss den Kommentaren zustimmen, die äußern, dass die Transferpolitik des Herrn Bobic einfach schlecht war. Darüber hinaus kann Sandro Schwarz gleich mit gehen. Der Trainer ist mir Null ans Herz gewachsen und kann von mir aus ausgetauscht werden. Die Mannschaft hat tolle Spieler, aber als Team funktioniert da wenig bis gar nichts mehr. 2. Liga, Hertha ist dabei, 2. Liga, Hertha ist dabei....

  10. 37.

    Warum nicht. "Rote Laterne" ist doch auch ein Auszeichnung.

  11. 36.

    Da braucht man nicht "Trainer der Hertha, oder Regierender Bürgermeister von Berlin, oder Bundeskanzler, nein noch besser, Weltherrschaft! " sein, um zu sehen das der selbsternannte Big-City-Club, der all die Herzen der Berliner zu haben scheint, die einen "der größten Vögel" den Geier, im Tor stehen hat, dessen Prinzessin sich in der Form seines Lebens befindet, aber nicht eingewechsel wird, einen Vorstand hat, der große Sprüche klopft, ohne Taten folgen zu lassen, nur untersten Mittelmaß ist und in der derzeitigen Form, Siegeswillen selbst in der 2.Liga durchgerechnet wird.

  12. 35.

    Wenn Nils Trainer bei HERTHA wäre, würde es mit diesem Spieler-Material nicht unbedingt besser werden, aber bestimmt preiswerter. Ich glaube nicht, dass er so unverschämte Preise aufrufen würde.

  13. 34.

    Es waren nur 29.484 Zuschauer im Olympastadion zum Hertha-Spiel, und das in einer Stadt mit 3.7 Millionen Einwohnern !
    Wie passt das eigentlich zu den großspurigen Ansagen von Kay Bernstein ?

  14. 33.

    Wäre Nils doch nur Trainer der Hertha, oder Regierender Bürgermeister von Berlin, oder Bundeskanzler, nein noch besser, Weltherrschaft! Uns ginge es so viel besser in einer Welt, die durch einen durch und durch gefrusteten Herthaner regiert wird. Denn das ist Nils tief im Herzen, ein kleiner enttäuschten Herthaner, der seine Häme in den Kommentaren beim RBB entfaltet, weil er sich nicht traut, beim Training der grottenschlechten Mannschaft seine Meinung lautstark zu vertreten.
    Sorry Nils, von Herthaner zu Herthaner. ;)

  15. 32.

    Scheint, der BCC will wirklich absteigen.

  16. 31.

    Spätestens ab jetzt müssen sich alle, und besonders die Edel-Fans, die die Kommentare von Nils immer schlecht, verächtlich, abwertend, usw. gemacht haben, zum Teil auch herablassend und despektierlich, sich in aller Form bei ihm entschuldigen und ihn neidlos als ausgewiesenen Fachmann und Experten, was die Profi-Abteilung und den Spielbetrieb von HERTHA BSC anbetrifft, anerkennen. Gerade wo HERTHA BSC besonders auf Fairplay sehr viel Wert legt, wäre dies einmal Zeichen von Demut und Respekt.

  17. 30.

    Dann wären sie ja nicht untergegangen :)
    Da kurz nach dem Spruch stand die ja und war undurchdringlich.

  18. 29.

    Hilft nüscht, Felix Magath muss ran....

Nächster Artikel