Salatkopf auf einem Teller © imago/epd
Salatkopf auf einem Teller | Bild: imago/epd

Gesundheit während der Corona-Krise - Deshalb ist Fasten gerade jetzt sinnvoll

Die Corona-Krise nehmen viele zum Anlass, mehr auf die eigene Gesundheit zu achten. Ein Ansatz dabei ist das Fasten. Im Interview erklärt Fasten-Expertin Grit Gottschling, warum das gerade jetzt sinnvoll sein kann - obwohl die Fastenzeit traditionell am Karfreitag endet.

Fasten-Expertin Grit Gottschling bietet seit März eine spezielle Fastenkur für Gesunde nach Dr. Buchinger an. Die Grundlage dabei ist Ernährung nur über Flüssigkeiten. Dafür arbeitet sie mit verschiedenen Pensionen und Hotels zusammen.

rbb|24: Frau Gottschling, Ihr Fastenangebot kann derzeit nicht wie üblich stattfinden. Hotels dürfen nicht für Touristen geöffnet sein. Trotzdem befinden wir uns bis heute in der Fastenzeit. Ist das Fasten gerade jetzt in der Corona-Krise besonders sinnvoll?

Grit Gottschling: Ja, aus zweierlei Gründen. Zum einen tut man seinem Körper etwas unheimlich Gutes, man stärkt auf jeden Fall das Immunsystem. Der Körper kann eigene Abwehrkräfte bilden in der Zeit, in der er nicht verdauen muss. Dazu ist er durchaus in der Lage. Der zweite Vorteil, den ich sehe, ist, wenn man zu Hause ist, man kann nicht raus, dann will man sich mit irgendetwas Gutem, Notwendigen beschäftigen. Dann ist Fasten ideal, das kann man problemlos unter Anleitung auch zu Hause absolvieren. Es ist kein großer Aufwand, man braucht nicht einkaufen, man muss nicht ständig kochen. Man hat dann auch Freiraum für andere Dinge. Zum Beispiel, sich um sich selbst zu kümmern, ich sage immer Selbstachtsamkeit, Selbstwirksamkeit, eine Pause einlegen. Auch mal in den Wald gehen, Waldbaden ist eine Sache, die ich gern mit dem Fasten verbinde, kann man jetzt auch einzeln machen.

Sie nutzen die Methode nach Dr. Buchinger, bei der nur Flüssigkeiten aufgenommen werden. Was genau soll dabei getrunken werden?

Tee. Generell nur Kräutertees, in der Menge die gut verträglich ist. Von Früchtetees ist abzuraten, weil das den Magen zu sehr angreifen würde. Wasser, vorzugsweise stilles Wasser, aber auch Medium. Und in diesem Fastenprogramm ist pro Tag ein Gemüse- oder auch Obstsaft eingeplant, den man allerdings auch mit Wasser verdünnt. Entweder zum Mittag oder zum Abend gibt es dann noch die sogenannte Fastenbrühe.

Was ist das?

Fastenbrühe wird meistens selbst zubereitet oder von den jeweiligen Hotels. Da gibt es ein wunderbares Rezept, das findet man auch im Internet. Dafür nehme ich verschiedene Gemüsesorten, lasse die zweieinhalb bis drei Stunden köcheln und den Sud gieße ich durch ein Sieb und nehme dadurch nur eine klare Brühe zu mir. Die enthält trotzdem noch unheimlich viele Inhaltsstoffe, also Mineralien und gute Stoffe, die ich während der Fastenzeit dem Körper zuführen kann.

 

Über welchen Zeitraum sollte ich diese Fastenkur machen?

Richtig gut und notwendig ist es, diese Fastenkur vorzubereiten. Drei bis vier Tage sollte ich mir Zeit geben, dass ich den Körper darauf vorbereite. Genussmittel weglassen, Alkohol oder Kaffee, den ja jeder gern trinkt, aber darauf bitte verzichten, sonst kann es sein, dass es zu Kopfschmerzen kommt, wenn ich das abrupt absetze. Eine basische Ernährung sollte eingeplant werden, also Fleisch, Fisch und Wurst weglassen und dann kann ich am vierten oder fünften Tag mit der Fastenkur beginnen. Ich biete es zur Zeit für sechs Tage an, wenn es einem gut bekommt kann man das aber durchaus auch länger machen. Acht Tage, zehn Tage ist auch eine gute Möglichkeit. Ich muss aber bedenken, dass ich hinterher eine Aufbaukost einplane. Ich muss mir schon drei bis vier Tage Zeit lassen, um den Körper wieder an normale Nahrung zu gewöhnen.

Die Kur ist aber nicht dafür gedacht abzunehmen, oder? Sie dient eher der Aktivierung der Abwehrkräfte und des Immunsystems, ist also keine Diät?

Genau, das ist tatsächlich so. Im Vordergrund steht nicht das Abnehmen. Es kann zwar für einige ein schöner Nebeneffekt sein, aber im Vordergrund steht die Tatsache, dass ich dem Körper eine Auszeit gönne, dass er mal nicht verdauen muss. Dadurch kann ich dem Körper was Gutes tun, denn die Verdauung steht an erster Stelle im Körpersystem. Und: Fasten ist nicht Hungern. Das ist ein freiwilliger Verzicht, umfasst also mehr.

Vielen Dank für das Gespräch!

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