Barnim - Bernauer Stadtparlament beschäftigt sich mit Städtepartnerschaft in die Ukraine

Do 24.11.22 | 13:55 Uhr
Archiv:Wohnhäusern auf der Hohe Steinstraße vor dem so genannten Katzenellenbogen innerhalb der Stadtmauer. Die sanierten Fachwerkhäuser stammen aus dem 17./18. Jahrhundert. (Foto: Soeren Stache/dpa)
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Audio: Antenne Brandenburg | 24.11.2022 | Andre Stahl | Bild: Soeren Stache/dpa

Im Bernauer Stadtparlament geht es am Donnerstagabend um eine mögliche Städtepartnerschaft mit einem ukrainischen Ort. Es wird eine breitangelegte Diskussion erwartet.

In der Stadtverordnetenversammlung Bernau im Landkreis Barnim wird am Donnerstagabend über eine mögliche Städtepartnerschaft zwischen Bernau und einer ukrainischen Stadt beraten.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte unlängst deutschlandweit aufgerufen, mögliche Städte-Partnerschaften zu prüfen, um den Ukrainern in ihrem Kampf gegen die russischen Aggressoren notwendige zivile Hilfe zu geben. Der Bernauer Vorstoß geht zumeist von BVB/Freie Wähler aus. Deshalb beantragte diese Fraktion im Bernauer Stadtparlament ein Eingehen einer solchen kommunalen Zusammenarbeit.

Bernaus Bürgermeister sieht Stadt am Limit

Doch wie die Entscheidung ausfallen wird, ist offen, wie auch Bernaus Bürgermeister André Stahl (Linke) im Gespräch mit dem rbb erklärte. Generell habe Bernau schon viel getan. "Ich weiß, dass unter den Stadtverordneten sehr kontrovers diskutiert wird, insbesondere was die Möglichkeiten der Ausgestaltung einer solchen Partnerschaft angeht. Ich persönlich sehe aktuell erhebliche Schwierigkeiten, so eine Partnerschaft mit Leben zu erfüllen", sagte Stahl

Bernau konzentriere sich als Verwaltung im Moment auf die Geflüchteten, die in Bernau zu versorgen seien, um "ihnen möglichst menschenwürdige Bedingungen zu schaffen." Stahl befürchte, dass diese Aufgabe in den kommenden Wochen und Monaten noch deutlich zunehmen werde. "Wir werden in jedem Fall in diesem Bereich Solidarität mit der Ukraine zeigen", so Stahl. "Inwieweit sich die Stadtverordnetenversammlung zu einer Partnerschaft zum derzeitigen Zeitpunkt durchringt, kann ich selbst nicht einschätzen", betonte Bernaus Bürgermeister.

Große Hilfslieferungen gingen bereits in die Ukraine

Stahl erklärte zudem, dass man in Bernau in der Situation sei, "dass wir seit vielen Jahren über die Hoffnungstaler Stiftung sehr enge Beziehungen mit der Ukraine haben. Ganz konsequent werden Altenheime und Gesundheitseinrichtungen in der Ukraine von hier aus mit Spenden und Geld versorgt. Wir sind der Hoffnungstaler Stiftung dafür sehr dankbar und haben uns genau dieses professionellen Engagements bedient, um auch jetzt in dieser Krisenzeit der Ukraine zu helfen", so Bernaus Bürgermeister.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs hat die Initiative "Ukraine-Hilfe Lobetal" über 100 Sattelschlepper, Laster und 3,5-Tonner mit Hilfsgütern für Menschen in die Ukraine geschickt. An Bord waren unter anderen Lebensmittel, Hygieneartikel, Isomatten, Decken und Schlafsäcke.

Sendung: Antenne Brandenburg, 24.11.2022, 15:10 Uhr

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