Imkern - Honigernte lief in Brandenburg gut, in Berlin eher durchwachsen

Sa 04.11.23 | 10:00 Uhr
  8
Martin Müller, Berufsimker, steht mit einer Bienenwabe auf einem Pressetermin zur Rapsblüte vom Landesbauernverband Brandenburg (Quelle: DPA/Patrick Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | 04.11.2023 | Sabine Loeprick | Bild: DPA/Patrick Pleul

Die Imker in Brandenburg haben in diesem Jahr gut geerntet. Pro Bienenvolk konnten sie im Schnitt 45,1 Kilogramm Honig gewinnen, wie das Fachzentrum Bienen und Imkerei auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Das war ein Plus von 0,4 Kilo verglichen mit 2022. Verglichen mit dem regenreichen 2021 waren es sogar 12,2 Kilo mehr.

Die Imker in Berlin mussten sich 2023 hingegen mit 30,4 Kilogramm je Bienenvolk begnügen, ein Minus von 5,1 Kilo verglichen mit 2022.

In Deutschland insgesamt haben die Imker pro Bienenvolk im Schnitt 36,7 Kilo Honig gewinnen können und damit 2,3 Kilo mehr als im Vorjahr.

Circa 170.000 Menschen in Deutschland Imkern

"Es war ein sehr gutes Bienenjahr", sagte Fachzentrumsleiter Christoph Otten. "Dank positiver Witterung haben die Bienen viel Nektar eingebracht, und die Imker konnten viel Honig schleudern." Zwischenzeitlich habe es zwar auch Niederschlag gegeben, dies habe aber nur geringen Einfluss auf die Nektarmenge.

Wer sich ein Glas Honig aus Deutschland kaufen will, muss aktuell etwas tiefer in die Tasche greifen. Pro 500-Gramm-Glas Honig verlangen die Imkerinnen und Imker der Umfrage zufolge 6,50 Euro, das sind circa fünf Prozent mehr als im vergangenen Jahr. "Die betriebswirtschaftlichen Kosten haben sich deutlich erhöht, daher waren Preiserhöhungen überfällig und trotzdem oft nicht kostendeckend", sagt Branchenkenner Otten.

In Deutschland gibt es schätzungsweise 1,1 Millionen Bienenvölker und 170.000 Imkerinnen und Imker, die allermeisten von ihnen machen dies als Hobby oder im Nebenerwerb. Das Fachzentrum Bienen und Imkerei ist für eine Branchenumfrage zuständig, an der dieses Mal rund 13.000 Meldungen von Imkerinnen und Imker gab.

Sendung: Antenne Brandenburg, 04.11.2023, 18:30 Uhr

8 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 8.

    Antwort auf "Eve" vom Samstag, 04.11.2023 | 11:16 Uhr
    "Richtig toll, dass immer mehr kommerzielle Bienenvölker den vom Aussterben bedrohten Wildbienen den Nektar wegessen." Keine Ahnung und davon ganz viel: "Ausgeräumte Landschaften ohne Hecken und Wildblumen, der Einsatz von Pestiziden und die Überdüngung setzen auch den mehr als 560 heimischen Wildbienen-Arten zu." https://www.wwf.de/themen-projekte/bedrohte-tier-und-pflanzenarten/wildbienen-stark-gefaehrdet#:~:text=Ein%20Tag%2C%20der%20von%20Jahr,560%20heimischen%20Wildbienen%2DArten%20zu.

  2. 7.

    Was habe ich falsch geschrieben? Ich schrieb, dass man sich um die Honigbienen keine Sorgen machen muss, um die Wildbienen schon.

  3. 6.

    Falsch, die Wildbiene ist und bleibt ein Wildtier und lässt sich nicht verhätscheln. Die Honigbiene ist lediglich Indikator für den Zustand ihrer wildlebenden Verwandten. Je mehr der Bienenhalter eingreifen muss um so schlechter geht es Hummel und Co

  4. 5.

    Das Problem der Wildbienen fängt sehr viel früher an als bei der fehlenden Nahrung bzw. der Nahrunkskonkurrenz zur Honigbiene. Anders als die Honigbiene, welche Massentrachten für die Sammelflüge priorisiert sind Wildbienen Induvidualisten und zum großen Teil auf spezielle Pflanzenarten spezialisiert.
    Was zunehmend verloren geht sind Überwinterungs und Nistmöglichkeiten der Wildbienen und die Alibi-Insektenhotels im Vorgarten gleichen unseren Ordnungswahn eben nicht aus

  5. 4.

    Das ist das Problem, viele kennen den Unterschied zwischen Wildbienen und Honigbienen nicht. Um die Wildbienen muss/sollte man sich Gedanken machen, um die Honigbienen nicht, diese wird ja verhätschelt bis zum abwinken.

  6. 3.

    Glyphosat, ja dieses Problem gibt es. Aber es dürfte zumindest für die ganzen kleineren Imker in Berlin das geringste Problem sein.

  7. 2.

    Gesund ist was Anderes. Der Honig, voll mit Glyphosat. Das Chemielabor lässt grüßen. Zum Glück wissen die Käufer nicht was Glyphosat ist.

  8. 1.

    Super. Richtig toll, dass immer mehr kommerzielle Bienenvölker den vom Aussterben bedrohten Wildbienen den Nektar wegessen. Niemand sollte das mit dem Kauf von Honig unterstützen!!!

Nächster Artikel