Warnstreiks bei ArcelorMittal - Stahlwerker in Eisenhüttenstadt schließen um Mitternacht symbolisch Werkstore

Do 30.11.23 | 18:36 Uhr
  6
Das Warmwalzwerk von ArcelorMittal. (Quelle: dpa/Soeren Stache)
Audio: Antenne Brandenburg | 30.11.2023 | Magdalena Dercz | Bild: dpa/Soeren Stache

Punkt Mitternacht wollen sich Beschäftigte des Stahlwerks ArcelorMittal vor dem Werkstor in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) zu einem Warnstreik versammeln. Das Tor soll dann in der Nacht von Donnerstag auf Freitag für etwa eine halbe Stunde symbolisch geschlossen bleiben, sagte Holger Wachsmann von der IG Metall Ostbrandenburg dem rbb.

Die symbolische Schließung soll ein klares Signal an den Arbeitgeber senden. Nach vergangenen Warnstreiks habe es keine Verbesserung oder Angebote im aktuellen Tarifstreit gegeben. Die Stahlwerker fordern eine Erhöhung der Monatsentgelte um 8,5 Prozent und eine Arbeitszeitverkürzung.

"Richtige" Streiks könnten folgen

Laut Wachsmann handelt es sich bei dem Warnstreik um eine "kurze Aktion". Sollte der Arbeitgeber jedoch in Folge nicht zu Tarifverhandlungen bereit sein, soll in den nächsten Tagen "richtig" gestreikt werden, warnt der Vorsitzende des Betriebsrates bei ArcelorMittal Dirk Vogeler.

Auf dem Verhandlungstisch liegt seitens des Arbeitgebers bislang das Angebot einer Gehaltserhöhung von 3,1 Prozent vor - ohne Arbeitszeitverkürzung. Die sei jedoch notwendig, um dem Personalabbau als Folge der Anlagen-Umstellung und der folgenden Transformation des Unternehmens rechtzeitig entgegenzuwirken, sagte Vogeler dem rbb. Der Arbeitgeber müsse einsehen, dass die Transformation einen langfristigen Umstellungsprozess mit sich bringt.

Für eine Stellungnahme gegenüber dem rbb zeigte sich ArcelorMittal am Donnerstag nicht bereit.

Sendung: Antenne Brandenburg, 30.11.2023, 16:42 Uhr

Mit Material von Magdalena Dercz

6 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 6.

    Sinkende Produktionskosten weltweit?
    _______In welchem Universum ?
    Ukrainekrieg verpasst?
    Produktivität von Deutschland im Vergleich https://de.statista.com/infografik/24780/durchschnittlicher-beitrag-zum-bip-pro-arbeitsstunde/
    Der Fehler in der Backbranche ist, das Backshops "frisch Gebackenes" anbieten dürfen.

  2. 5.

    "Made in Germany stimmt schon lange nicht mehr. Die Chinesen produzieren weitaus billiger und zur gleichen Qualität. Auf dem Weltmarkt zahlt nur der Preis."
    Was heißt zur gleichen Qualität??
    Also dass aus China Qualität kommt, halte ich mal für ein Gerücht. Ja Masse und billig stimmt und Weltmarktpreise versauen stimmt auch. Es gab ein Zeitfenster in meinem Leben, in denen WIRKLICH Qualität produziert wurde. Und zwar in Deutschland und Japan. Wobei gerade in Japan in der Elektronik schon totalitäre Qualitätsanforderungen herrschten.

  3. 4.

    Die Arbeitnehmer sägen mit immer höheren Lohnkosten an den Ast, auf dem sie sitzen.

    In der letzten Zeit verlassen immer mehr Unternehmen Deutschland oder melden Insolvenz an.

    Ich habe meine Bäckerei mit 25 Filialen auch in 2 voneinander unabhängige GmbH umgewandelt.

    Damit wir marktfähig bleiben und bezahlbare Preise bieten konnen, müssen wir die Produktion nach Polen verlagern. Die Filialen können so erhalten bleiben. Die Mitarbeiter in der Produktion können auf Wunsch mit nach Polen gehen.

  4. 3.

    Das stimmt so nicht. Die Lohnkosten sind in Deutschland viel zu hoch. Hohe Lohnkosten bedeuten auch hohe Produktionskosten.

    Weltweit sinken die Produktionskosten. Bei immer höheren Löhnen besteht die reelle Gefahr, dass deutsche Produkte nicht mehr verkaufsfähig sind.

    Made in Germany stimmt schon lange nicht mehr. Die Chinesen produzieren weitaus billiger und zur gleichen Qualität. Auf dem Weltmarkt zahlt nur der Preis.

  5. 2.

    Klare Verwechslung von Ursache und Wirkung.
    Dass die Stromkosten zu hoch sind, liegt an der Regierung, wenn sie ein Kraftwerk nach dem anderen ausschaltet. Die Arbeiter machen ihren Job und wollen ordentlich bezahlt werden. Das ist ihr gutes Recht. „Grünen Stahl“ wird es niemals geben, weil er einfach zu teuer ist. Dann kommt er eben aus jwd. Und wenn man Zölle draufknallt, wird eben nicht mehr gebaut. Die Arbeiter können jedenfalls nichts dafür.

  6. 1.

    Warum für das doppelte Gehalt gar nicht mehr arbeiten? Mehr Geld haben wollen und gleichzeitig nach Staatshilfen für Stromkosten schreien...

Nächster Artikel