Nach Phase der Kurzarbeit - Diakonie: Zahl der Schuldnerberatungen steigt

Mo 12.06.23 | 11:12 Uhr
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Symbolbild:Ein Schuldenberaterin, links, und eine Klientin, rechts, waehrend einer Schuldenberatungssitzung in einer Beratungsstelle.(Quelle:dpa/C.Schuerpf)
Audio: rbb24 Inforadio | 12.06.2023 | Po Keung Cheung | Bild: dpa/C.Schuerpf

Die Zahl der Anfragen bei Schuldnerberatungsstellen in Berlin und Brandenburg ist einer Umfrage der Diakonie zufolge stark angestiegen.

Seit Jahresbeginn verzeichneten rund zwei Drittel der befragten Schuldenberatungen in der Hauptstadtregion Brandenburg eine erhöhte Nachfrage, teilte das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz am Montag in Berlin mit. Bei 80 Prozent der Brandenburger Einrichtungen meldeten sich vermehrt erwerbstätige Menschen.

Teufelskreis auf Corona-Folgen und Inflation

Der "Teufelskreis aus Folgen der Corona-Pandemie und Inflation wird in unseren Schuldnerberatungen immer deutlicher", sagte die Diakonie-Referentin für Existenzsicherung, Claudia Niemeyer. Viele Menschen hätten in Pandemie-Zeiten Kurzarbeit leisten müssen. Dadurch seien Einkommen knapp geworden und Rücklagen geschwunden. Wenn Nebenkosten erhöht würden und Lebensmittel sich stark verteuerten, könnten teils Kredite nicht mehr bedient werden.

Aus Scham- und Schuldgefühlen reduzierten viele Betroffene ihre Sozialkontakte, hieß es. Die Zahl der psychisch belasteten und erkrankten Hilfesuchenden sei seit der Corona-Pandemie deutlich gestiegen.

Die Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz hat nach eigenen Angaben 48 Schuldner- und allgemeine unabhängige Sozialberatungsstellen miteinander verbunden. Dies ist ein Großteil der Beratungseinrichtungen. Ursula Schoen, Diakoniedirektorin der Region, wies darauf hin, dass die Diakonie für diese wichtige Aufgabe langfristige Finanzierungssicherheit brauche. In der Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz sind den Angaben zufolge
48 Schuldner- und allgemeine unabhängige Sozialberatungsstellen und damit der Großteil dieser Beratungseinrichtungen.

Sendung: Radioeins, 12.6.2023, 10 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    Sehr guter Kommentar, genau so ist es. Jeder ist für sein Tun selbst verantwortlich. Punkt

  2. 2.

    Schuldner sind meist selber schuld!
    Egal ob Pandemie, Krankheiten, Scheidung oder sonstiges.
    Ich muss vorher wissen was ich mir leisten kann, aber leider ist es so das viele Leute über ihre Verhältnisse leben. Not Geld Fehlanzeige, alles auf Kante genäht. Es wird gekauft bis die Kreditkarte glüht! Alles muß sofort da sein, bezahlt wird halt später. Die Leute fallen offensichtlich zu schnell auf viel zu viel Werbung rein. Es gibt natürlich auch andere Fälle, wo Hilfe nötig ist.

  3. 1.

    Warum immer mehr Menschen in so eine Situation geraten, dass sie eine Schuldnerberatung in Anspruch nehmen müssen, kann ich nicht nachvollziehen.

    Ich kann doch nur das ausgeben was sich in meiner GELDBÖRSE befindet.

    Aber leider gibt es Menschen die ALLES haben müssen und sich nicht einschränken wollen.

    Dann geht's halt in die
    PRIVATINSOLVENZ
    auf Kosten anderer.

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