Medienbericht - Fluggäste klagen deutlich häufiger auf Entschädigung - BER stark betroffen

So 03.09.23 | 12:46 Uhr
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Symbolbild:Reisende stehen am Flughafen BER am frühen Morgen an einem Check-In-Schalter.(Quelle:dpa/P.Zinken)
Video: rbb24 Abendschau | 03.09.2023 | Bild: dpa/P.Zinken

Die Zahl der Entschädigungsklagen wegen verspäteter oder ausgefallener Flüge ist sprunghaft gestiegen. Der Flughafen BER liegt dabei auf Platz zwei, wie aus einem Bericht der "Deutschen Richterzeitung" [Bezahlinhalt] hervorgeht.

Demnach haben die für Verbraucherklagen gegen Fluggesellschaften zuständigen Amtsgerichte in den ersten sieben Monaten des Jahres bundesweit bereits 70.000 neue Fälle verzeichnet - so viele wie im gesamten Jahr 2022.

Mehr Klagen den BER betreffend als Frankfurt am Main

Die meisten Fälle bis Ende Juli meldete der Deutschen Richterzeitung zufolge das Amtsgericht Köln (18.794), gefolgt von Königs Wusterhausen mit Zuständigkeit für den Flughafen BER (8.643) und Frankfurt am Main (8.634). Auf den Plätzen vier und fünf folgen Düsseldorf (6.699) und das für den Flughafen München zuständige Amtsgericht Erding (5.582 Fälle).

Ein Grund für die gestiegenen Zahlen: Seit dem Ende der Corona-Pandemie reisen die Menschen wieder deutlich häufiger mit dem Flugzeug, auch wenn die Fluggastzahlen das Vor-Corona-Niveau noch nicht erreicht haben. Der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes, Sven Rebehn, sieht aber auch noch einen anderen Auslöser, wie er dazu am Sonntag sagte: "Die Lage ist aktuell angespannter denn je. Die Massenklagen von Fluggästen, die mithilfe von Legal-Tech-Anbietern wie Flightright ihre Rechte durchsetzen, machen vielen Gerichten schwer zu schaffen."

Falls sich der Aufwärtstrend fortsetze, würden die Gerichte 2023 rund 120.000 Neuzugänge bewältigen müssen, was sogar das Rekordjahr 2019 deutlich in den Schatten stellte. Die Politik sei gefordert, die betroffenen Amtsgerichte mit Unterstützung Künstlicher Intelligenz technisch aufzurüsten und personell zu verstärken, "damit sie die Klagewelle bewältigen und Verbrauchern schnell helfen können".

Sendung: rbb24 Inforadio, 03.09.2023, 17:00 Uhr

10 Kommentare

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  1. 9.

    Wenn alle Airlines Ihren rechtlichen Pflichten nachkommen würden, müsste nicht geklagt werden. Leider versuchen einige Airlines es immer wieder, wohlwissend, dass sie im Unrecht sind, die meisten Passagiere ihre Rechte nicht kennen oder vor einer Klage zurückschrecken.
    Anbieter wie Flightright nutzen diese Situation und verdienen damit Geld.
    Trotz der hohen Gerichtskosten für die Airlines ist es für diese immer noch günstiger, als gleich allen Betroffenen den gesetzliche festgelegten Anspruch zu bezahlen.
    Traurig, dass man diesen Weg gehen muss.
    Ein besserer Weg wären gesetzliche Bestimmungen, bei denen die Airlines zusätzlich zum Anspruch des Passagiers eine sehr hohe Strafe zahlen müsste, die so hoch ist, dass sie wirklich weh tut oder dass diese Airlines zeitweiliges Landeverbot bekämen.
    Es kann nicht sein, dass regelmäßig geklagt werden muss, um einen gesetzlich festgelegten Anspruch zu bekommen.

  2. 8.

    So lange die Letzte Generation in den Urlaub fliegt, ist die Welt noch in Ordnung!

  3. 6.

    Ich warte immer noch, sollten am 14.6. Nach Hause fliegen, verzögerte sich bis 16.6.
    Unglaublich. Mit flightright geklagt. Dauert noch.

  4. 5.

    Warum muss so viel im Internet kommentiert werden.
    Umweltverschmutzung, Texte ohne Sinn, ist das Schreiben nicht viel zu billig.
    Und dann noch die Allgemeinheit mit Bürgergeld schröpfen.

  5. 4.

    Ich schätze mal, solche Klagen werden noch weiter zunehmen, jetzt wo sich Eisenbahnunternehmen bei manchen Verspätungen auch mit höherer Gewalt rausreden dürfen.

  6. 3.

    Warum muss so viel geflogen werden?
    Umweltverschmutzung, Lärm ohne Ende.
    Ist das Fliegen nicht viel zu billig?
    Und dann noch den letzten Tropfen, Entschuldigung Cent raus pressen, um möglichst Kosten neutral zu fliegen?
    Und die Allgemeinheit wird auch noch ordentlich geschöpft... Justizkosten.

  7. 2.

    Das eigentliche Problem sind ja wohl nicht die Klagen, sondern die Fluggesellschaften, die die Rechte ihrer Kunden ignorieren und damit den Anlass zu Klagen liefern.

  8. 1.

    Auch ich war von Verspätungen mit Flügen vom und zum BER im August betroffen. Allerdings war hier eindeutig die Airline easyJet schuld.
    Die haben aber innerhalb eine Woche nach Anmeldung der Ansprüche problemlos das Geld überwiesen

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