Dreiecke Havelland und Wittstock/Dosse - A24 bekommt vorerst kein Tempolimit

Fr 27.10.23 | 11:33 Uhr
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Autos auf der A24 in Brandenburg bei Neuruppin (Quelle: dpa/Sorge)
Video: rbb24 Brandenburg Aktuell | 26.10.2023 | Bild: DPA/Caro/Sorge

Zuletzt hatte es viele Unfälle auf der A24 zwischen den Dreiecken Havelland und Wittstock gegeben, ein neues Tempolimit wurde geprüft. Eine Unfallkommission hat nun eine Entscheidung dazu getroffen.

Auf der Autobahn 24 zwischen den Dreiecken Havelland und Wittstock/Dosse wird es trotz zahlreicher Unfälle vorerst keine Geschwindigkeitsbegrenzung geben. Das hat die Autobahn GmbH des Bundes am Donnerstag bekannt gegeben. Vorausgegangen waren Beratungen der Autobahnunfallkommission in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin). Die Richtgeschwindigkeit von 130 Stundenkilometern wurde demnach bestätigt.

Grafik: A24 bekommt kein neues Tempolimit. (Quelle: rbb)
| Bild: rbb

Die Auswertung des Unfallgeschehens 2023 habe ergeben, dass keine Steigerung oder sonstige Auffälligkeiten zu erkennen sind, heißt es zur Begründung. Es habe lediglich mehr Auffahrunfälle an Wochenenden gegeben, die aber darauf zurückzuführen seien, dass der Sicherheitsabstand nicht eingehalten wurde. Daher seien Einschränkungen wie ein Tempolimit nicht zulässig.

Die Autobahnunfallkommission aus Vertretenden der Autobahnmeistereien und der Polizei wird die Entwicklung weiter beobachten. Angekündigt ist, dass sich die Kommission alle drei Monate wieder trifft.

Forderungen nach erneutem Tempolimit

Der Brandenburger Innenstaatssekretär Markus Grünewald hatte vor einigen Wochen im Landtag erklärt, das Ministerium wolle der Autobahn GmbH des Bundes empfehlen, auf dem Abschnitt wieder ein Tempolimit einzuführen. Auch Grüne und Linke in Brandenburg hatten ein erneutes Limit gefordert.

Ralf Reinhardt (SPD), Landrat für Ostprignitz-Ruppin, wies außerdem darauf hin, dass es auf der A24 teilweise sehr lange Abschnitte gebe, ohne Ausfahrten. "Wir haben zwischen Neuruppin und Herzsprung fast 30 Kilometer ohne Abfahrt. Das heißt, wenn es dort eine Störung gibt, die wird sich kaum über den Tag normalisieren und ausgleichen lassen."

Auf dem Streckenabschnitt galt fast 20 Jahre lang Tempo 130. Nach einem Ausbau der Autobahn war dieses Tempolimit im März dieses Jahres aufgehoben worden. Zwischen März und August gab es auf dem Abschnitt dann laut Ministerium 360 Unfälle und 16 Schwerverletzte. Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es 331 Unfälle mit elf Schwerverletzten und einem Toten.

Sendung: Antenne Brandenburg, 26.10.2023, 11:30 Uhr

122 Kommentare

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  1. 122.

    Sie bestätigen meine Aussagen. Ihr Beispiel ist richtig. Unangepasste Geschwindigkeit ist eine häufige Unfallursache. Das passiert sogar bei 50 km/h.. z.B. im Nebel. Limits helfen da nicht.

  2. 121.

    Denken Sie nach, ob das die richtige Reaktion ist? Die Motivsuche für Limits, anhand der Kommentare, ist so ausgefallen:
    Dem Hintenanstellen wenn „ICH“ unterwegs haben alle anderen zu folgen und wenn „ICH“ ausschere, dann sind die Folgen, mit einem T.limit, nicht so schwer. Zu recht werden in der deutschen Rechtsprechung solche Verhaltensweisen geahndet und wenn man diese Haltung durchblicken lässt, sogar mit dem VORSATZ verschärfend verfolgt/geahndet.

  3. 120.

    " Kennen Sie Schnellfahrende, die dann auffahren, mit 200 und zum Unfallverursacher werden? Es kommt einfach nicht, so gut wie nie vor."

    Naja, zum Glück sind die 200er ja eh noch die Ausnahme...abgesehen davon sind die Straßen, wenn man 200 fahren kann, meistens auch leer; also wenn mit diesem Tempo Unfälle passieren, dann durch eigene Unaufmerksamkeit/Kontrollverlust. Und hinterher welche fragen, ist schwer, weil die dann meistens tot sind...

    Ansonsten bleibe ich dabei, einfach weil es logisch ist: wenn die Reisegeschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer zu sehr variiert, steigt das Unfallrisiko entsprechend. Da beißt die Maus keine Faden ab...:-)

  4. 119.

    "Die Unfallforschung sagt genau das Gegenteil!"

    Dazu finde ich bisher nichts. Wenn Sie was finden, was Ihre Theorie stützt; gerne.

    Dafür das hier (auch wenn es hier "nur" um Verkehrstote geht):

    https://www.adac.de/news/toedliche-unfaelle-auf-autobahnen/

    daraus u.a. : "Auf Abschnitten ohne Tempolimit war unangepasste Geschwindigkeit bei 45 Prozent der Verkehrstoten eine Unfallursache und betraf 135 von 301 Unfalltoten. Auf Streckenabschnitten mit Geschwindigkeitsbegrenzung waren es 50 Prozent der tödlich Verunglückten - beziehungsweise 61 von 123 Unfalltoten. Insgesamt 71 Prozent der Todesfälle wurden auf Strecken ohne Tempolimit gezählt. Allerdings liegt der Anteil von Strecken ohne Geschwindigkeitsbegrenzung am gesamten Autobahnnetz bei 70 Prozent."




  5. 118.

    Die Unfallforschung sagt genau das Gegenteil! Die Ausscherenden sind im Unfallgeschehen die Rücksichtslosen. Die Staatsanwälte und Richter sagen das auch. Kennen Sie Schnellfahrende, die dann auffahren, mit 200 und zum Unfallverursacher werden? Es kommt einfach nicht, so gut wie nie vor. Bitte überdenken Sie Ihre Haltung. Im eigenen Interesse.
    Danke.

  6. 117.

    Sie waren aufmerksam. Mathematisch haben Sie recht. In der Praxis und Umgangssprachlich war die nachvollziehbare Kernaussage: Je länger die Strecke je größer der Effekt Zeit zu gewinnen. Je länger die Strecke desto größer der Wunsch etwas schneller unterwegs sein zu wollen. Je länger die Strecke, desto stärker der Drang, diese unproduktive Zeit irgendwie zu kompensieren/aufzuholen, damit der Tag noch sinnvoll wird im Außendienst. Und jeder kennt das: Verbote führen fast immer zu Kostensteigerungen. Aber selbst so etwas ist wählbar und abwählbar.

  7. 116.

    Mich würde es jetzt mal interessieren, von einem "Schnellfahrer" zu hören, wieviel Zeit man durch schnelleres Fahren wirklich sparen kann, vor allem auf einer zweispurigen Autobahn. Ich persönlich glaube, es geht gar nicht um die Zeit, sondern um das Gefühl, so schnell fahren zu dürfen, wie man kann. Und wie oft geht das denn? Es kann doch gar nicht so oft sein, weil nun einfach mal die Autobahnen nicht so leer sind. Ist es das für die Kürze der Zeit überhaupt wert?

  8. 114.

    Und ich denke, es gibt Menschen, die selbst limitiert sind, nur in anderer Hinsicht als Sie meinen.

  9. 113.

    Was für ein krasser Kommentar. Ich nehme ihn einfach nicht ernst, denn ich denke, Sie wollen einfach nur provozieren. Das ist Ihr einziges Anliegen.

  10. 112.

    Bei Corona sollten wir alle zu Hause bleiben, weil jedes Leben geschützt werden muss. Auf Autobahnen gilt das offenbar nicht. Man hat ein Auto bei den hohen Geschwindigkeiten nicht unter Kontrolle, denn sonst würden ja keine Unfälle passieren. Auf den Auffahrten sollten Schilder stehen "Befahren auf eigene Gefahr".

  11. 111.

    Verstehe ich Sie da richtig? Wer nicht schnell Auto fahren kann, ist doof ? Und die, die es machen, sind einfach die besseren Autofahrer? Ist das Ihr Ernst?

  12. 110.

    Und einige Contra-Argumentierer sind im Willen im Umgang mit langsameren limitiert. Dafür liegen sie nicht nur im Tempo vorne, sondern auch in Selbstüberschätzung und Rücksichtslosigkeit. Glückwunsch.

  13. 109.

    Und wenn man 300 fährt schafft man noch 6 Kunden mehr....und was erst mit Warp 4 möglich wäre...mal im Ernst: was soll das...?

  14. 108.

    Ich denke der größte Teil der Pro-Argumentierer, ist selbst limitiert.
    Entweder was die eigenen Fahrfähigkeiten, die Routine im Umgang mit Schnelleren und letztendlich der eigene Geldbeutel in puncto Auto und Spritverbrauch angeht.
    Freie Fahrt, für freie Bürger!

  15. 107.

    Warum ist Ihre Rechnung nicht linear? Ich verstehe es nicht, sorry, es ist eigentlich ein völlig anderes Thema. Wenn Sie bei 500km eine Stunde einsparen können, dann müssten es, bei gleicher Geschwindigkeit, bei 300 km eigentlich 36 min sein (jeweils 12 min pro 100km). Die Beratungstermine jetzt mal außen vor. Warum ist es nicht so? Was ist der nicht lineare Zusammenhang, den ich nicht sehe?

  16. 106.

    Das Friedensangebot: Die E-Mobilität hat solch cooles Potential, dass die hohen Endgeschwindigkeiten keine Rolle mehr spielen werden und Verbote sinnlos werden, schon jetzt. So dass man gönnen kann.
    Stellen Sie sich vor, wenn der Strom erst einmal an der Radbremse jedes einzelne Rad steuern kann, was das für das (teil)automatisierte und sichere Fahren bedeutet? Der Wahnsinn...

  17. 105.

    Bei einer Tagestour von nur 300 km können Sie durch das Schnellfahren nur 20 min gewinnen. Wenn Sie 500 km als Tagestour haben, gewinnen Sie aber, auf Grund des nichtlinearen Zusammenhangs, gut 1 Stunde. Und das sind dann die 2 Kunden mehr.

  18. 104.

    Also um das nochmal klarzustellen, denn ich habe mich gerade etwas seltsam ausgedrückt: wie schnell müsste er eigentlich gefahren sein um 5 Termine statt 3 zu schaffen. Erst so wird es logisch, sorry.

  19. 103.

    Auch wenn es hart klingt: "Bestechung" sinnlos. Einmal wurde ein Prokurist einer Spedition verhaftet, weil die Fahrzeitvorgaben der Spedition nur bei Ignorieren sämtlicher Geschwindigkeitsbegrenzungen zu erreichen waren. Sicherlich haben davon auch etliche Kunden "gut" gehabt.

    Um welchen Preis?

    Was ich bei Ihnen zweifellos immer nachvollziehen kann: Die Autobahnen, so, wie sie gegenwärtig errichtet werden, verleiten zum schnellen Fahren. Die sind auf das hohe Tempo ausgelegt; deshalb gibt es eine Kluft zwischen demjenigen, was gebaut worden ist und was die Fahrzeugmodelle überbordend hergeben und demjenigen, was einer zivilisatorischen Gesellschaft angemessen wäre.

    Allein, es wird sich zurechtlaufen - so wie alles. Es gilt in Schritten zu einem zivilisatorischen Verhalten zu kommen. Schrittweises Abrüsten der Kfz-Flotte um jeweils 50 PS, analog zu Schadstoffwerten, parallel dazu eine herabgestufte Maximalgeschwindigkeit.

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