Wohnungsbau - Brandenburg plant digitales Baulückenkataster

Do 22.02.24 | 08:38 Uhr
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Archivbild: Eine Baustelle für ein Mehrfamilienhaus in Brandenburg, Potsdam, am 22.09.2023.(Quelle: dpa/Soeren Stache)
Audio: Antenne Brandenburg | 22.02.2024 | Nachrichten | Bild: dpa / Soeren Stache

Bauherrinnen, Bauherren und Bauunternehmen soll der Zugang zu Bauland in Brandenburg erleichtert werden. Baulücken und potenzielle Bauflächen in den Gemeinden sollen künftig in einem digitalen Kataster erfasst und vermarktet werden, wie das Bauministerium in Potsdam auf eine Anfrage aus der Linksfraktion des Landtages mitteilte. Eine entsprechende Förderrichtlinie soll den Kommunen helfen, schneller als bisher Baurecht zu schaffen. Verantwortlich dafür sei die Landesverwaltung.

Kataster noch in diesem Jahr

Das Kataster solle den märkischen Kommunen noch in diesem Jahr zur Verfügung stehen, erklärte das Ministerium auf dpa-Anfrage. Stellt eine Gemeinde einen Antrag, werde eine örtliche Flächenkulisse erarbeitet. Ein landesweites Kataster hänge davon ab, wie viele Kommunen daran mitarbeiten wollen.

Innerhalb des Baulückenkatasters werde die Flächenkulisse unabhängig von ihrem eigentumsrechtlichen Status automatisch berechnet. Die Gemeinden regelten dann selbstständig, ob das Ergebnis veröffentlicht werden soll und um welche Flächen es sich dabei handele.

Änderung der Bauordnung soll Dachausbau beschleunigen

Das geplante digitale Flächenkataster gehöre zu einer Vielzahl von Maßnahmen und Instrumenten, mit denen das Brandenburg die Kommunen und Marktteilnehmer unterstütze, heißt es weiter in der Antwort auf die parlamentarische Anfrage. Dazu gehört unter anderem eine Änderung der brandenburgischen Bauordnung, die seit Ende September des vergangenen Jahres gilt. Damit könnten in Dachgeschossen schneller als bisher Wohnungen errichtet werden.

Zudem könne neuer Wohnraum bis zur Größe von zwei weiteren Etagen erschlossen werden. Die Pflicht zum Einbau von Aufzügen oder zum Bau zusätzlicher barrierefreier Wohnungen entfalle damit. Ferner würden künftig Bauvorhaben, die von einer Norm des Bauordnungsrechts abweichen, zugelassen, wenn sie das Vorhaben der Norm erfüllten. Ziel sei es, den planerischen und finanziellen Aufwand für Bauherrinnen und Bauherren, Unternehmen, Architekten und Ingenieure zu verringern.

Sendung: Antenne Brandenburg, 22.02.2024, 09:00 Uhr

8 Kommentare

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  1. 8.

    Die Landesplanung Berlin-Brandenburg verhindert doch auch viele Bauprojekte, mit ihren ständigen Einwenden und Forderungen.
    Jetzt auf einmal, stellt sich die Politik als Hilfe für Wohnungsbau, Bauvorhaben und Lückenbau da - Wer soll das noch Alles glauben.

  2. 7.

    Ja - Hauptsache der Amtsschimmel hat seine Aufgaben und damit seine Daseins Berechtigung.
    Selbst die ,,tiefste DDR,, hat an Grünflächen/Parkanlagen, Schwimmbäder/Baggerseen, Schulbauten/Kitas, Arbeitsplätze, Infrastruktur/ÖPNV, usw. gedacht.
    Heutzutage ist nur Neubau/Neubau/Neubau angesagt und die entsprechende Infrastruktur wird einfach ,,vergessen,,.
    Bei uns in HVL sind in den letzten Jahrzehnten, schon mehr als 40 000 Einwohner:innen dazugekommen, aber neue Grünflächen, Bäume/Wälder, Parks, usw. werden gar nicht mitgedacht und mitgeplant - Nur Geschäfte mit Grundstücken und Immobilien werden gemacht - auf Kosten der Lebensqualität/Klima/Umwelt/Natur. !!!

  3. 6.

    Wohnraum in Brandenburg wird mit Steuergeldern abgerissen und danach wird neuer Wohnraum gebaut - aber viel viel teurer und oftmals an gleicher Stelle.
    ,,Baut auf und reißt Nieder, dann habt Ihr Arbeit immer wieder,,

  4. 5.

    Aha, dann braucht unsere Landesregierung, aus gegebenen Anlass, ein Grundwasserkataster, dass über die Datenlage der 70iger Jahre hinausgeht?

  5. 4.

    Gute Frage! Kommunen haben heutzutage Bebauungspläne, die Auskunft darüber geben, was möglich ist und was nicht. Letztlich wird auch so ein Bauvorhaben nicht genehmigungsfrei ablaufen. Ist ja am Ende auch eine Frage der Statik, ob vorhandene Bausubstanz überhaupt tragfähig ist, um Aufstocken weiterer Geschosse zu ermöglichen. Bei einer 15 cm dicken Außenwand aus Kalksandstein hätte ich da Zweifel, denn die Stypropordämmung wird es nicht richten, trotz Ringanker.

  6. 3.

    Ich finde Baulücken toll, da wäre Platz für Bäume und Nischen für die Natur.
    Da gibt es dann kühle Oasen im heißen Sommer. Und so sieht es dann auch nicht mehr nach Lücke aus. Berlin ist doch kein Gebiss!

  7. 2.

    Wer ist bitte der Bürger?

    Hier geht's doch um Tec Konzerne :)

  8. 1.

    Bedeutet das jetzt, dass die Bürger nicht in das Kataster einsehen können, wenn sie z.B. ein EFH bauen wollen und sehen wollen, ob ein 5 Geschosser MFH nebenan genehmigungsfähig wird, was vorher nicht möglich war? Das hätte Entscheidungseinfluss und auch auf den Wert eines Grundstücks bei Verkauf. Wie geht eine Wertminderung dann in die Grundsteuer ein?

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