Fahrplanwechsel im Dezember - Deutsche Bahn erhöht Fernverkehrsangebot von und nach Berlin

Fr 29.09.23 | 11:47 Uhr
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Symbolbild: Reisende am Hauptbahnhof Berlin (Quelle: dpa/Karl-Heinz Spremberg)
Audio: rbb24 Inforadio | 29.09.2023 | Efthymis Angeloudis | Bild: dpa/Karl-Heinz Spremberg

Mehr Verbindungen von Berlin in andere Metropolen und weitere Nachtzüge: Der Bahn-Fahrplanwechsel im Dezember bringt für Fahrgäste spürbar mehr Angebot. Pünktlicher wird die Bahn dadurch vorerst aber nicht - teurer wohl schon.

  • Der neue DB-Fahrplan bringt ab Dezember mehr Angebot vor allem zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen sowie Bayern
  • Ein Nachtzug zwischen Berlin und Paris soll etabliert werden
  • Über eine Erhöhung der Preise im Fernverkehr will die Bahn im Oktober "rechtzeitig" informieren

Der neue Fahrplan der Deutschen Bahn bringt für Fahrgäste in Berlin ab Dezember vor allem im Fernverkehr mehr Angebot. So fährt zwischen Berlin und München der Sprinter-ICE künftig jede Stunde, wie die Deutsche Bahn am Freitag mitteilte. Drei Mal am Tag fährt er dabei ohne Halt zwischen Berlin und Nürnberg, wodurch sich die Fahrzeit auf der Gesamtstrecke nach München weiter verkürzt auf rund 3:45 Stunden.

Berlin bekommt darüber hinaus eine zweite umsteigefreie ICE-Verbindung von und nach Wien - unter anderem über Nürnberg.

Eine zusätzliche ICE-Linie gibt es von Berlin aus in Richtung Köln. Zwischen der Hauptstadt und Hannover fährt damit künftig alle 30 Minuten ein Fernzug. Die störanfällige Zugteilung in Hamm werde dadurch nur noch halb so oft nötig sein. Das Sitzplatzangebot erhöht sich laut Deutscher Bahn auf der Gesamtstrecke um 20 bis 25 Prozent.

Außerdem soll drei Mal pro Woche ein Nachtzug der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) zwischen Berlin und Paris unterwegs sein, der auch über Brüssel fährt. Ab Oktober 2024 werde die Verbindung täglich angeboten, hieß es.

Fahrtzeit zwischen Berlin und Amsterdam verkürzt sich

Die Fahrtzeit zwischen Berlin und Amsterdam verkürzt sich durch den Fahrplanwechsel um rund 30 Minuten. Das wird laut der Bahn durch den Einsatz von Mehrsystemlokomotiven, durch die der zeitraubende Lokwechsel an der Grenze entfällt, und ein neues Haltekonzept auf dieser Linie erreicht.

Auch Brandenburg profitiert von zusätzlichen IC-Verbindungen: Künftig fährt zwischen Berlin und Magdeburg über Potsdam und Brandenburg an der Havel ein dritter Intercity pro Tag hin und zurück.

Fahrplan gilt ab 10. Dezember

Es gibt im neuen Fahrplan allerdings auch Einschränkungen des Angebots: Von Hamburg nach Berlin entfällt ein ICE am frühen Morgen sowie am späten Abend in die Gegenrichtung. Größere Einschränkungen bringt zudem eine mehrmonatige vollständige Sperrung der Strecke im kommenden Jahr wegen Bauarbeiten. Zudem streicht die Bahn einige Verstärkerfahrten zwischen Dresden, Berlin und Rostock.

Der neue Fahrplan gilt ab dem 10. Dezember. Die Fahrkarten lassen sich ab dem 11. Oktober buchen.

Der Fahrplanwechsel im Dezember bringt indes nicht nur neue Angebote, sondern voraussichtlich auch höhere Preise im Fernverkehr für die Fahrgäste mit sich. "Natürlich müssen auch wir angesichts der allgemeinen Preisentwicklung über unsere Fahrpreise nachdenken", sagte Bahnvorstand Michael Peterson. "Wir werden die Fahrgäste dazu im Oktober rechtzeitig informieren."

An der Unzuverlässigkeit im Fernverkehr dürfte sich durch den Fahrplanwechsel zunächst allerdings nichts ändern: "Auch 2024 werden wir unsere Fahrgäste um etwas mehr Geduld bitten müssen, als ihnen und uns lieb ist", sagte der für den Fernverkehr verantwortliche Bahnvorstand Peterson der Deutschen Presse-Agentur. "Aber wir werden im kommenden Jahr mit der Generalsanierung des Schienennetzes beginnen." Das bedeute Schritt für Schritt Verbesserungen auf der überlasteten Infrastruktur. Mit einer höheren Verlässlichkeit könne erst ab 2025 gerechnet werden.

Sendung: rbb24 Inforadio, 29.09.2023, 12:35 Uhr

21 Kommentare

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  1. 21.

    Oh, mehr Züge, noch mehr Verspätungen.Ich bin vorige Woche mit der Bahn nach Brüssel gefahren. Man hat die Züge von Frankfurt als auch von Köln nach Brüssel einfach gestrichen, ohne Begründung. Das ist gut, weil gestrichene Züge keine Verspätungen erzeugen...

  2. 20.

    Da schließe ich mich an. An der Strecke nutze ich den Zug nicht mehr und stattdessen kriege ich mein Auto nach DD per Mitfahrgelegenheit fast immer auch sehr spontan voll.

    Und dann kommt die Nachricht, dass das Angebot zwischen Dresden, Berlin (und Rostock) ausgedünnt wird. Es lebe der voll besetzte Euro 6 Diesel!

  3. 19.

    Das liegt aktuell an den Bauarbeiten südlich von Berlin
    Ab dem Fahrplanwechsel sollte wieder der IC fahren und somit stündlich eine Verbindung vorhanden sein.

  4. 18.

    Vielen Dank für die Zusammenfassung der aktuellen Situation. Es ist einfach eine Katastrophe was sich DB gerade zwischen Berlin und Berlin erlauben darf und das bei den derzeitigen Fahrpreisen.

  5. 17.

    Mit den Weltmetropolen Halle und Erfurt - gemeinsam ca. 457.000 Einwohner - kann die fränkische Provinzstadt mit ca. 523.00 Einwohnern natürlich nicht mithalten.

  6. 16.

    Wer im Moment zwischen (Prag-) Dresden und Berlin in Fernverkehrszügen unterwegs ist wird eine Ankündigung zur Verbesserung des derzeit katastrophalen Angebotes auf dieser Relation (aller 2 Stunden! ein meist stark überbesetzter Eurocity)vermissen. Gerade in Richtung Dresden (-Prag) wurde der eingesetzte Eurocity in den Sommermonaten regelmäßig in Berlin Südkreuz wegen Überbesetzung durch die Bundespolizei geräumt oder fuhr dort gleich ganz durch. Schön wenn man von Berlin nach Köln aller 30 min fahren kann, nach Dresden und Prag aber nur aller 2 Stunden. Dieses "Angebot"von Verbindungen in Landeshauptstädte ist mehr als provinziell und stark verbesserungsbedürftig! Einen Traum habe ich: Vielleicht gelingt es (nach Fertigstellung der Dresdner Bahn) die Fahrzeiten des Henschel-Wegmann-Zuges (dampfbetriebener Schnellzug zwischen Dresden und Berlin mit Stromliniendampflok) von 1936 (89 min zwischen Dresden-Neustadt und Berlin Anhalter Bahnhof) wieder zu erreichen bzw. zu unterbieten.

  7. 14.

    Regional ist erste Wahl.Kann man von der Bahn nicht sagen. Die hasst ja auch das 50 Euro Ticket...

  8. 13.

    Mit der Argumentation dürfte man ja nie Bahn und Bus fahren oder fliegen. Die Preise für die Reise am Folgetag sind doch immer am höchsten, nur wer früh bucht bekommt da Schnäppchen. Zudem sind hohe Preise immer an Freitagen, Wochenende und ggf. auch Feiertage.
    Also ich fahre seit Jahren mit der Bahn, hab im August mal das 49€ Ticket probiert, aber das ist es einfach nicht wert. Dann lieber etwas mehr zahlen und schnell und unkompliziert ankommen.

  9. 11.

    Na dann guten Flug an alle Flugbegeisterte. Dann bleibt mehr Platz für mich im Zug. Wenn man gut organisiert ist, kann man bei guter Planung sehr günstig mit dem ICE unterwegs sein und oft auch nicht viel länger als mit dem Flieger. Neu ist mir allerdings, dass Flieger keine Verspätungen oder Ausfälle haben. Das habe ich schon ganz anders mitbekommen.

  10. 10.

    Was haben Sie rausgesucht? Das super Spar frühmorgens Ticket unter der Woche? Preis heute mit Zug 195 Euro. Im übrigen ist der Flieger wesentlich zuverlässiger und nicht überfüllt.

  11. 9.

    Ob eine Stadt mit über 500000 Einwohnern,übrigens die Stadt aus der die ursprünglichen Erbauer des Berliner Stadtschlosses stammen, ein Provinznest ist, darf schon hinterfragt werden.

  12. 8.

    Die Fahrpreise müssen erhöht werden,schließlich ist das ein Ritual zum Fahrplanwechsel.
    Außerdem müssen ja die Boni für Schlechtleistung des Vorstandes auch irgendwie erwirtschaftet werden und dann gibt es ja auch noch Stuttgart 21 als Faß ohne Boden.

  13. 7.

    Entschuldigung- aber wo kommen bitte immer diese Ticketpreise her????
    Gehen sie doch bitte einfach einmal davon aus das ein Gelegenheitsfahrer (kein Rentner, kein Abokunde, ohne diverse Bahn- oder andere Rabattkarten, vermutlich auch ohne Online-Konto bei der Bahn) kurzfristig (vielleicht auch noch heute oder morgen) und (das allergrößte Verbrechen!) zeitlich flexibel reisen möchteoder muss.
    - Klar, mit dem Flieger geht das nicht, mit dem Auto aber…
    (Bus wäre auch eine echte Alternative, ist bei dieser Entfernung aber etwas zu lang unterwegs)
    Der Preis für ein Ticket in der 2.Klasse ICE nach München beträgt hier „ab“(!) 191,70 Euro. Und er wird steigen…

  14. 6.

    "Fliegen ist wohl billiger."

    Zug nach München kostet 47 Euro; der Flug 77. Wenn man noch bedenkt, dass die jeweiligen Flughäfen am Stadtrand liegen, ist der Zeitvorteil auch nicht mehr so groß.

    Aber muss natürlich jeder selbst wissen.

  15. 5.

    Soweit ich weiß sollen beim Fahrplanwechsel zusätzlich zu den genannten Änderungen der Bahnhof "Flughafen BER Terminal 1-2" in "Flughafen BER" und der Bahnhof "Flughafen BER Terminal 5" in "Schönefeld (bei Berlin)" umbenannt werden.
    Außerdem soll beim Fahrplanwechsel ein neuer Bahnsteig am Bahnhof Potsdam Pirschheide (war zu DDR Zeiten der Hauptbahnhof von Potsdam) eröffnen, dann sollen dort auch Züge zum Flughafen BER halten.

  16. 4.

    Ein ICE-„Sprinter“ ohne Halt bis Nürnberg. Wenn er schon in den anderen Großstädten oder Landeshauptstädten durchrammelt warum hält er dann in diesem fränkischen Provinznest (Sorry!)? Und das dreimal täglich für ein paar Minuten Einsparung? Danke Bahn…

  17. 3.

    Auf dem Papier klingt das super toll. Aber 4 Fahrten mit ICE, 4 mal über 90 Minuten Verspätung und geänderte Wagenreihenfolge

  18. 2.

    >"und auch mal nen Bahnhofs Halt vergessen ist eher unwahrscheinlich."
    Auf nem anderen Flugplatz landen wegen schlechtem Wetter oder anderem ist aber schon häufiger beim Flieger als alle jubel Jahre mal nen Halt vergessen. ;-)

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