Zwölf deutsche Großstädte im Vergleich - Berlin landet in "Glücksatlas" der Großstädte überraschend auf Platz vier

Do 09.11.23 | 15:12 Uhr
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Ein Mann hört Musik und fährt auf dem Tempelhofer Feld in Berlin Inliner. (Quelle: dpa-Bildfunk/Annette Riedl)
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Video: rbb|24 | 10.11.2023 | Camilo Toledo | Bild: dpa-Bildfunk/Annette Riedl

Im Bundesländervergleich des "Glücksatlas" steht Berlin - genau wie Brandenburg - nicht gut da. Die Hauptstadt belegt Platz 14, die Mark Platz 13. Im Großstadtvergleich sieht das ganz anders aus. Hier kommt Berlin auf Platz vier von zwölf.

Die Menschen in Berlin sind für Großstädter überdurchschnittlich zufrieden mit ihrem Leben. Zu diesem Ergebnis kommt der Glücksatlas der Süddeutsche Klassenlotterie (SKL), der am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Im Vergleich mit elf anderen Großstädten in Deutschland kommt die Hauptstadt damit "überraschend" auf Platz vier, wie das Unternehmen mitteilte. Auch sei die Zufriedenheit gegenüber den Corona-Jahren gestiegen.

Nur die Menschen in Hamburg, Frankfurt am Main und München bewerten ihr Leben in den größten deutschen Städten im Jahr 2023 als glücklicher. In Stuttgart und beispielsweise Düsseldorf sind die Menschen, obwohl wohlhabender, weniger glücklich als in Berlin.

Berliner zufrieden mit persönlichem Leben

"Besonders wichtig für die Zufriedenheit der Bürger mit ihrer Stadt sind die Höhe der Einkommen, die persönliche Gesundheit, das Zusammengehörigkeitsgefühl der Bürger und die Arbeit der öffentlichen Verwaltung", heißt es von der Universität Freiburg, die den Glücksatlas im Auftrag der SKL [skl-gluecksatlas.de] erstellt hat. Was sich besonders für Berlin zeigt: Die Menschen seien mit ihrem persönlichen Leben zufrieden, auch mit Kulturangeboten und Erholungsmöglichkeiten.

Auf die Frage, was die Bürger glauben, wie es ihnen in fünf Jahren gehen wird, haben über 80 Prozent der Berlinerinnen und Berliner geantwortet, dass sie davon ausgehen, es gehe ihnen ähnlich oder aber besser bis viel besser als jetzt. Besonders zufrieden sind die Berliner mit ihrer Arbeit. Die hohe Selbständigen-Quote könne hierfür eine Erklärung sein, hieß es von Seiten der Studienmacher.

Mit der Stadt selbst seien die Berliner aber vielfach unzufrieden. Als schlecht werden die Sicherheitslage, das Zusammengehörigkeitsgefühl und die öffentliche Verwaltung bewertet. Nur 43 Prozent würden Bekannten ihre Stadt als Lebensraum weiterempfehlen. Hier lag der Durchschnitt bei den insgesamt zwölf befragten Städten bei 48 Prozent.

Hamburger am glücklichsten, Leipzig am unglücklichsten

Laut Glücksatlas sind die Hamburger die glücklichsten Großstädter Deutschlands. Gefolgt von Frankfurt am Main und München. Dann kommt schon Berlin. Platz fünf wird von Hannover belegt, Platz sechs von Düsseldorf. Es folgen Köln, Essen, Stuttgart, Bremen und Dresden. Leipzig sei demnach die "unglücklichste Großstadt Deutschlands", heißt es im Glücksatlas weiter.

Das Städteranking zur Lebenszufriedenheit ist eine Sonderstudie im Rahmen des SLK Glücksatlas. Dabei ist die deutschsprachige Wohnbevölkerung mit Online-Zugang zwischen 16 und 74 Jahren repräsentativ in der Zeit vom 30. März bis 24. April 2023 befragt worden. Insgesamt haben gut 3.000 Menschen teilgenommen.

Brandenburg fällt im Bundesländer-Ranking deutlich ab

Im Bundesländer-Ranking des Glücksatlas [skl-gluecksatlas.de] ist Berlin übrigens nur auf Platz 14 von 16 gelandet. Im Jahr 2021 lag die Hauptstadt im Ländervergleich des Glücksatlas allerdings noch abgeschlagen auf dem letzten Platz.

Brandenburg belegt hier Platz 13. Für die Mark ist das eine "unglückliche" Tendenz. Denn im Vorjahr war das Bundesland noch auf Platz fünf gelandet. Das auf den ersten Blick deutlich schlechtere Abschneiden liege aber auch daran, dass das Mittelfeld jetzt sehr eng beieinanderliege, heißt es von der Universität Freiburg. Während der Corona-Pandemie war das Glücksniveau in Brandenburg kaum gesunken. In anderen Bundesländern gebe es hier jetzt einen gewissen Erholungseffekt, der sich in der Mark offenbar nicht so deutlich zeigt. Innerhalb Brandenburgs zeigen sich auch deutliche Unterschiede: Je weiter man sich vom Berliner Umland entfernt, desto geringer fällt die Lebenszufriedenheit aus.

Angeführt wird das Bundeländer-Ranking von Schleswig-Holstein und Hamburg. Schlusslichter sind das Saarland und Mecklenburg-Vorpommern.

Sendung: rbb24 Inforadio, 09.11.2023, 11:24 Uhr

31 Kommentare

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  1. 31.

    Wenn erstmal die GRünen mit der Linke fusionieren zum BGR (Bündnis gegen Rechts) werden erstaunliche neue Mehrheiten entstehen.

  2. 30.

    Deshalb sollen ja auch die Reichen, wenn es nach den Linken geht, konsequent und permanent enteignet werden. Nicht um mit dem Geld gutes zu tun, sondern um das Glück zu bringen, von dem sie noch nichts wissen. Allerdings sind Vorzeige-Linke mit hohem Vermögen von Enteignungen ausgenommen. Sie müssen weiterhin leiden.

  3. 29.

    Werden ja auch massenhaft Drogen konsumiert. Jahrelang alles schleifen und geschehen gelassen.

  4. 28.

    So ist es wohl in der Hinsicht, dass Glück nicht am Ausmaß einer materiellen Überschwemmung hängt. ;-
    Einer "materiellen Überschwemmung", die als Wohlstand verkauft wird.

  5. 27.

    "Glück ist eine Imponderabilie, wie ein Furz etwa."
    ... und wenn man es erzwingen will, wird es Sch ... Schiet ;-).

  6. 26.

    Ja, ein Glückshammer. :-)
    Die SKL macht PR und ich lese das auch noch...

  7. 24.

    ...und wurden trotzdem von der Mehrheit wegen guter Leistungen böse abgestraft.

  8. 23.

    Wenn man sich die Studie durchliest, dann kann man lesen: "(...) Der Spitzenreiter Hamburg ist eine attraktive Hafenmetropole mit hoher Wertschöpfung, geringer Arbeitslosigkeit und starker Kaufkraft. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf liegt bei beeindruckenden 64.000 Euro. (...)" Wir sollten also die Geringverdiener austauschen, weil wir in Berlin nur die "richtige" Bevölkerung brauchen, dann sinkt die Arbeitslosigkeit und das Bruttoinlandsprodukt in der Stadt steigt

  9. 22.

    Da haben wir Berliner doch etwas, woran wir uns orientieren können... In der zweitgrößten Stadt Deutschlands sind die Hamburger die glücklichsten Großstädter Deutschlands laut Glücksatlas. Also genau hinschauen, Großstadt und Glücklich sein, sind keine Gegensätze. Ich muss jetzt mal los in den Viktoriapark, Sonne tanken.

  10. 21.

    Um Missverständnissen ggf. auszuschließen: Selbstverständlich wurde nicht einfach nach "Glück" und "Zufriedenheit" gefragt, sondern vermeintliche Unterkategorien dazu abgefragt, die dann in Richtung Glück und Zufriedenheit ausgerichtet wurden. Die subjektiv unterschiedlichen Vorstellungen bei einer Frage zwischen dem Fragenden und dem Befragten (aber) bleiben.

  11. 20.

    Ein solches Ranking geht davon aus, dass die Befragten im Wesentlichen alle die gleichen Vorstellungen von Glück und Zufriedenheit haben, denn Glück und Zufriedenheit ist ein sehr persönliches Empfinden, was von Mensch zu Mensch variiert. Deshalb auch ist der Aussagewert bei einer Differenz von 6,44 bis 7,16 nicht hoch und mehr von Zufallswahrscheinlichkeiten geprägt.

    Mehr als für eigensüchtelnde PR ist da nicht drin - analog der sieben Minuten, die es wohl waren, die die Menschen in Sachsen-Anhalt im Durchschnitt früher aufstehen.

  12. 19.

    Ach nö, nicht für derartigen Quatsch. Das ist nutzlos. Vorgefertigte Fragen finden keine Antworten auf Glück, denn Glück ist eine subjektive Empfindung, d.h. auch wenn ich auf alle Fragen die schlechteste Punktzahl als Antwortmöglichkeit gebe, kann ich total glücklich sein, weil für mein Leben ganz andere Dinge wichtig sind. Glück ist eine Imponderabilie, wie ein Furz etwa.

  13. 18.

    Schon wieder so eine Arbeisbeschaffungsamaßnahme für Statistiker. Dem konkreten Fall nutzt das wenig, wenn er unglücklicherweise Probleme hat, die er in der „glücklichen“ Gegend gar nicht haben dürfte. Helfen die Freiburger Datenauswerter dann. um ihre These zu stützen?

  14. 17.

    Sie sollten einmal in der VHS einen Grundkurs über Statistik besuchen, es ist repräsentativ.

  15. 16.

    Sie wissen aber schon wie "repräsentative Umfragen" funktionieren? Mal ganz unabhängig davon was ich von solchen Umfragen halte?

  16. 15.

    Beim Faktor "Einkommen" und in Berlin überwiegend damit zufrieden?????
    Berlin war/ist im Schnitt immer Billiglohnzone im Vergleich mit den meisten alten Bundesländern...
    Haben die hier nur Zugereiste mit hohem Einkommen befragt???
    Was für ein nutzloses Listing...

  17. 14.

    "...haben gut 3.000 Menschen teilgenommen." Sehr repräsentativ. Da kann man ja sein Glück kaum fassen! Ist ja fast wie bei der Lotterie, na so ein Zufall!

  18. 13.

    Dafür stehen Sie bei Ihnen "ganz" weit vorne.
    Und haben sogar die "jahrelang" in Ihrer Hitparade "führenden" Rentenpunkte abgelöst.
    Also wenn das keine "Entwicklung" ist!

  19. 12.

    Die die meckern sind auch die die nichts dagegen tun. Es ist halt einfacher immer nur zu meckern.

  20. 11.

    Mecker, mecker, mecker, mecker........gucken Sie oder guckt doch wirklich einfach mal in Ihr/euer Umfeld: geht es Ihnen/euch allen so schlecht? Also ich kann das nicht von mir behaupten und ich würde die Ursachen für mein Wohlbefinden und wie es mir geht auch nicht bei/in meiner Stadt suchen sondern einzig und allein bei mir, ganz einfach.

  21. 9.

    Ha, ich wusste es, die Menschen in Berlin sind zufriedener als ihr Ruf. Wir in Berlin meckern halt gerne mal, aber eigentlich gefällt es uns doch. Also ich für mich fühle mich in Berlin nach wie vor sehr wohl, bin hier geboren und hab eigentlich auch nicht vor, Berlin zu verlassen, yes. Ich bin sogar stolz darauf, jawoll.
    Und das geht noch an [Jan], im Artikel steht:
    "Besonders wichtig für die Zufriedenheit der Bürger mit ihrer Stadt sind die Höhe der Einkommen, die persönliche Gesundheit, das Zusammengehörigkeitsgefühl der Bürger......".
    Das mit dem Zusammenhörigkeitsgefühl der Bürger: da finde ich mich selber voll wieder.

  22. 8.

    Die, die in dieser Stadt machen können was sie wollen, die keinerlei Regeln kennen und Geld für,s Nichtstun bekommen sind hier sicherlich glücklich. Kann man ja auch verstehen.

  23. 7.

    Vorwärts immer, rückwärts nimmer!

  24. 6.

    Ich finde das Ergebnis noch pberraschend gut, wenn man sich überlegt wie insbesondere die Grünen die Gemeinschaft in Berlin gegeneinander aufgebracht hat.

  25. 5.

    Einfach nur schön reden. Irgendwann glaubt das schon einer ...

  26. 4.

    Wer täglich im ÖPNV mindestens 3 Stunden durch Berlin fahren muss, im Moment aufgrund Bauarbeiten seit zwei Tagen auch gerne mal 4 Stunden, sieht das wohl komplett anders, zumal die Obdachlosen und /oder Bettler gefühlt täglich mehr werden. Also ich empfinde Berlin absolut nicht mehr als Stadt ,in der ich und meine Familie ( allesamt gebürtige Berliner mit jahrhundertealte Vorgeschichte) "glücklich "sein können. Obdachlosigkeit, immense Kriminalität, LG, ständig Demos gegen oder für was, was nur für Minderheiten wichtig ist, Kosten des täglichen Lebens immens hoch, ein ÖPNV der oft nicht funktioniert.....Könnte endlos weiter Argumente liefern, warum diese Stadt eigentlich nicht mehr schön ist. Kann diese Meldung nicht nachvollziehen.

  27. 3.

    Die Zusammenhänge zwischen Chancen, Chancengleichheit statt Benachteiligungen und Ungleichheit sind sehr eindeutig, fallen aber in der rbb Artikelhäufigkeit stark hinter Gender Pay Gab und psychologischen Themen stark zurück.

  28. 2.

    SKL-Glücksstadranking ...
    Ist ein echter Hammer so ne Meldung
    *Sarksamus*

  29. 1.

    Ok, SKL-Glücksatlas .... wer viel zockt ist glücklich. Also so kann man's auch sehen. ;-)

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