Interview | Frauentag - "Jeder einzelne Tag sollte Frauenkampftag sein"

Fr 08.03.24 | 06:29 Uhr
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Symbiolbild: Eine Frau hält ihr schlafendes Kind während der Arbeit am Laptop. (Quelle: dpa/Westend61)
dpa/Westend61
Video: rbb24 | 08.03.2024 | H. Talir & S. Wenzel | Bild: dpa/Westend61

Männer und Frauen werden in allen Bereichen des Alltags ungleich behandelt. Das hat damit zu tun, dass Frauen mehr Care Arbeit übernehmen, sagt Autorin Alexandra Zykunov. Am besten wäre, wir würden das Patriarchat gemeinsam abschaffen, findet sie.

rbb|24: Frau Zykunov, brauchen wir einen Frauentag?

Alexandra Zykunov: Klar, brauchen wir den noch, aber wir brauchen den am liebsten nicht ein Mal im Jahr, sondern jeden einzelnen Tag im Jahr. Weil immer noch so viel Unwissen darüber herrscht, wie sehr Frauen und weiblich gelesene Personen in einem Land wie Deutschland immer noch benachteiligt werden, im Grunde in jedem einzelnen Bereich ihres Alltags. Ich wünschte, wir hätten nicht nur den 8. März um dafür zu trommeln und das öffentlich zu machen, sondern jeden einzelnen Tag.

Denken Sie, der Frauentag ist wichtiger als der Muttertag, weil es an diesem Tag wirklich um das Erreichen von Gleichberechtigung geht und nicht um Dankesagen mit ein paar Blumen?

Den Muttertag würde ich am liebsten komplett streichen aus all unseren Kalendern, weil das ja im Grunde einfach nur so ein Verschleiern von der ganzen Care-Arbeit, von der finanziellen Abhängigkeit ist, in die sich meist Mütter in Deutschland immer noch manövrieren. Der macht das unsichtbar. Jeder einzelne Tag sollte Frauenkampftag und Mutterkampftag sein, und darauf aufmerksam machen, wie sehr sich gerade Mütter in Altersarmut manövrieren mit dem System in dem wir gerade leben.

Sie unterscheiden zwischen Frauen und Müttern. Denken Sie, dass Gleichberechtigung für Frauen mit Kindern in weiterer Ferne liegt als für Frauen ohne Kinder?

Das sieht man an den Statistiken, dass das so ist. Dass Frauen ohne Kinder und Care-Verantwortung beruflich weiter nach Vorne kommen und der Gender Pay Gap beispielsweise geringer ist. Gleichzeitig sollten wir nicht den Fehler machen und sagen: Dann kriege ich einfach keine Kinder, weil mich dann die Diskriminierung nicht tangiert. Wie traurig wäre das. Wir brauchen ja Kinder, auch wirtschaftlich als Arbeitnehmer:innen, Fachkräfte und Rentenzahler:innen von morgen. Und wir brauchen genauso Menschen, die sich um Alte kümmern, andernfalls brechen wir als Zivilisation zusammen.

Irgendwer muss sich um Kinder und Alte kümmern und nach Hause kommen und kochen und Wäsche waschen und putzen, sonst kann ja niemand nach seiner Arbeit nach Hause kommen, sich ausruhen und am nächsten Tag wieder in den Betrieb gehen. Und diese Care-Arbeit machen immer noch zu einem viel größeren Teil Frauen und eben nicht Männer. Das bedeutet also nicht, dass Frauen ohne Kinder genauso gut aufgestellt sind wie Männer, überhaupt nicht.

Personenbox

Zykunov, Alexandra. (Quelle: Hans Scherhaufer)
Hans Scherhaufer

Die Autorin und Journalistin Alexandra Zykunov hat zwei Bücher zur Ungleichbehandlung von Männern und Frauen geschrieben. Für die "Brigitte" schreibt sie zu Frauen- und Familienthemen und macht sich in ihren Texten gegen die Diskriminierung von Müttern stark.

Woran liegt das?

Man weiß aus Untersuchungen, dass auch Frauen, die keine Kinder haben, vom Gender Pay Gap betroffen sind. Man weiß zusätzlich auch noch, dass Frauen im gebärfähigen Alter, die keine Kinder kriegen, trotzdem im Job benachteiligt werden, weil es dann heißt: "Oh, die hat noch keine Kinder, die könnte bald welche kriegen". Also imaginäre Kinder sind auch ein Problem. Oder wenn sie irgendwann aus dem gebärfähigen Alter raus sind, mit Mitte 40 und keine Kinder haben, heißt es: "Die wollte offenbar keine Kinder, was ist denn mit der nicht in Ordnung? Die stelle ich lieber nicht ein". Frauen können es eigentlich aktuell nur falsch machen.

Sie haben letzten Jahr Ihr Buch "Was wollt ihr denn noch alles?!" veröffentlicht und darin Zahlen und Studien gesammelt, in welchen Bereichen Frauen und Männer ungleich behandelt werden. Wo zeigt sich das außerhalb des Berufslebens noch?

Eine unbekanntere Diskriminierungsform ist sowas wie der Gender Health Gap. Medikamentenstudien werden auch heute noch zu mehr als 70 Prozent am männlichen Körper erforscht. Somit erleben Frauen aktuell auch heute doppelt so oft schwere Nebenwirkungen, wenn sie Medikamente nehmen im Vergleich zu Männern. Oder dass Frauen, die operiert werden, eine 32 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit haben, auf dem Operationstisch zu sterben, wenn sie von einem männlichen Chirurgen operiert werden, statt von einer weiblichen Chirurgin. Gleichzeitig sind aktuell in Deutschland aber 77 Prozent aller Chirurgen Männer. Transfrauen oder Frauen of Color treffen solche Zahlen noch härter, sie werden im Gesundheitswesen und bei Diagnosen noch mehr diskriminiert als etwa weiße cis-Frauen [Anm. d. Red.: werden diejenigen bezeichnet, deren Geschlechtsidentität dem Geschlecht entspricht, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde.]

Was erwarten Sie von der Politik, damit sich an der Ungleichbehandlung möglichst bald etwas ändert?

Die Bundesregierung hat sich auf die Fahnen geschrieben, dass sie ja in zehn Jahren die Gleichstellung in Deutschland erreicht haben will. Das ist wirklich ein sehr lächerliches Ziel, weil sämtliche Institute vorrechnen, dass allein der Gender Pay Gap noch etwa 130 Jahre brauchen wird, um endlich behoben zu werden. Aber die Bundesregierung, wenn sie da wirklich ernsthaft etwas vorantreiben will, muss sie die Zusammenhänge sehen zwischen einerseits dem Gender Pay Gap und dem Gender Pension Gap, also der Rentenlücke und wie das alles andererseits mit dem Gender Care Gap zusammenhängt.

Dass sehr viele der Gender Gaps zusammenhängen mit der Tatsache, dass Frauen keine Zeit und keine Ressourcen haben, sich um all diese Dinge zu kümmern, ihre eigene finanzielle Unabhängigkeit voranzutreiben und Karriereleitern zu erklimmen, weil ihnen in diesem 24-Stunden-Tag die Zeit fehlt, weil die Care-Arbeit bei ihnen liegt, auf ihnen lastet und dort ihre Zeit frisst, all diese anderen Dinge angehen zu können und diese Gender Caps zu beheben.

Das heißt, wir brauchen viel mehr Anreize, um Männer in Care-Arbeit zu bringen. So etwas wie die Abschaffung des Ehegattensplittings, die Erhöhung des Elterngeldes, mehr Anreize, damit Männer in Teilzeit gehen, Familienstartzeit für Väter, diese zwei Wochen bezahlte Vaterschaftszeit.

Meinen Sie, wir müssen uns auch selbst verändern, um mehr Gleichberechtigung zu ermöglichen?

Ich hadere mit dieser Frage. Ich verstehe total, dass man den Wunsch verspürt, selbst etwas zu tun. Und natürlich sind auch Frauen patriarchial sozialisiert. Das heißt sie sind von klein auf erzogen worden mit diesem Gedanken, dass sie sich zu kümmern haben. Dass sie diejenigen sind, die putzen, dass sie diejenigen sind, die wissen, wie ein perfektes Geschenk instagramable einzupacken ist und wie man die dreistöckige Regenbogen-Torte backt.

Ich plädiere dafür, dass natürlich Frauen auch bei sich anfangen müssen und hinterfragen müssen: Muss ich diese Übermutterrolle annehmen? Und natürlich müsste man im privaten Bereich in heterosexuellen Beziehungen sagen: Streitet euch, Frauen. Geht viel mehr in den Konflikt und fechtet das mit euren Partnern aus und setzt die mal auf den Pott.

Das Problem ist, dass diese individuellen Aspekte sehr kurz greifen, allein schon, weil jede fünfte Familie ein Alleinerziehendenhaushalt ist – da gibt es gar keine Partner. Und auch weil jede dritte bis vierte Frau in ihrem Leben Gewalt in ihrer Beziehung erlebt haben wird und diese Frauen ihre Männer eben nicht einfach "auf den Pott" setzen können. Heißt: Ohne die politische Infrastruktur durch die Punkte, die ich vorhin habe anklingen lassen, ablassen, wird das alles wenig bringen.

Die Rahmenbedingungen müssen sich ändern, die Gesetze müssen sich ändern, die Politik und die Wirtschaft müssen Rahmenbedingungen schaffen, damit Gleichberechtigung wirklich gelebt werden kann. Es ist kein privates Problem, was in den Partnerschaften gelöst werden kann, sondern ein strukturelles.

Wir müssen einfach vielen Männern, egal welchen Alters zeigen, dass auch sie von dem patriarchalen System benachteiligt werden.

Alexandra Zykunov, Autorin

Wir haben jetzt größtenteils über Menschen geredet, die gerade Eltern sind. Was ist mit denen, die jetzt Teenies sind oder Anfang 20 – ist ein Wandel zu mehr Gleichberechtigung auch eine Generationenfrage?

Das wird gut und gerne angenommen. Gleichzeitig hat eine aktuelle Studie gerade belegt, dass junge Frauen sehr links orientiert sind und gleichzeitig junge Männer sehr konservativ. Man sieht das auch an eher konservativen neoliberalen Parteien wie der FDP, die sehr viel von jungen Männern gewählt wird. Also ich würde nicht sagen, dass das ein Generationsthema ist.

Es ist eher ein Mind-Set-Thema. Wie sehr habe ich Angst meinen eigenen Machterhalt als Mann - wenn ich es jetzt ganz zugespitzt formuliere - zu verlieren? Das ist, glaube ich, eine Angst die sowohl bei einem 60-Jährigen als auch bei einem 20-Jährigen im Kopf ablaufen kann. Wir müssen einfach vielen Männern, egal welchen Alters zeigen, dass auch sie von dem patriarchalen System benachteiligt werden. Sie werden in Rollen gepresst, in toxische Männlichkeiten, in die Rolle des einzigen Ernährers, des einzigen Entscheiders, des Karriereristen – völlig egal, ob sie das überhaupt wollen oder nicht.

Der Mucki-Mann, der immer jede Frau erobert, der nicht so gern mit seinem Sohn kuschelt, nicht so gern beim Baby in Elternzeit ist, ungern über seine Gefühle redet und niemals bei Filmen weint. Von diesen Bildern werden Männer ja genauso in Geiselhaft gehalten und würden davon genauso befreit werden, wenn wir gemeinsam das Patriarchat abschaffen und das nicht nur den Frauen überlassen als Lebensaufgabe.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Anna Bordel, rbb|24

Sendung: rbb24, 08.03.2024, 13:00 Uhr

20 Kommentare

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  1. 20.

    Die Voraussetzungen, anders als hier beschrieben, sind gut: Frauen sollten in allen Branchen/Tätigkeiten mit 50% vertreten sein. Das tut gut. Das bedeutet, mehr, an den logischer weise besser bezahlten Wertschöpfungsketten teilzunehmen, in MINT Fächer mehr ausbilden lassen und den Erfolgsdruck aushalten können.
    Alles Private, was von Frauen aufgeteilt wird (?), sollte nicht über die Tätigkeiten der Männer gestellt werden. Das gehört sich nicht. Manche dürfen gar nicht pflegen? Und machen dann in dieser Zeit anderes.Z.B. den „Pott“ sauber, weil die Unterseite gelb geworden ist, wenn man die Brille beim spülen nicht hochklappt. Auch bewirken Autofussmatten keine Allergien. Legt einer die Füße immer hoch, stimmt die Beziehung grundsätzlich nicht...und die private (!) Partnerwahl.
    Eine Verbesserung des Leistungssystems mittels Rentenpunkte hat die Autorin nicht vorgeschlagen. Dieses gerechtere System beruht auf die Einzahlleistung, nicht auf zuteilen.

  2. 19.

    Ich kenne ein Buch, dass Sie empfehlen!
    Dieses Buch und andere, müssten beide lesen, der Mann wie die Frau! Nur wer macht es wirklich?
    Das der Wohnungsmarkt angespannt und die Frauenhäuser Mangelware sind, dass ist sehr traurig, aber Politik -Sache. Gewalt von Mann oder Frau deswegen akzeptieren und doch bleiben das wäre, sich weiter zum Opfer zumachen. Ich bin überzeugt, Kommunen lassen keine Frau mit Kinder draußen vor der Tür stehen, wenn sie Hilfe benötigen.

  3. 18.

    "...intersektioneller Feminismus..."

    Wie heißt es bei Loriot: "Da regt mich ja der Name schon auf", sorry!

    Ja, vielen, auch hier, geht es genauso. Ich kann damit auch überhaupt nichts anfangen. Wir sind eine ganz normale Familie in normalen Verhältnissen, uns ist auch in der näheren oder weiteren Umgebung oder Bekanntschaft kein solcher von Ihnen geschilderten Fall bekannt. Dass es das nicht gibt, wird hier nicht angezweifelt, allerdings beschäftigen wir uns damit auch nicht - aus o.g. Gründen.
    Sind wir jetzt egoistisch, weil wir unsere eigenen Probleme haben? -(Problem jetzt nicht in von Ihnen genannten Zusammenhängen).

  4. 17.

    Das lässt sich leider so leicht sagen, dass eine Person den Wohnbereich verlässt, wenn es einem nicht mehr gefällt. Die größte Gefahr für Frauen entsteht nämlich dann, wenn sie sich entscheiden ihren Partner zu verlassen, weil es
    Nicht mehr geht. Wir haben in 2024 bereits 20 Femizide (wer nicht weiß, was es ist, bitte nutzt Suchmaschinen euerer Wahl, die das ausführlich erklären).
    Der Wohnungsmarkt ist angespannt und auch Plätze in Frauenhäuser sind eher Mangelware.
    Und ja, manch einer mag hier im privaten Umfeld keine Gewalt mitbekommen, dennoch passiert es zu vielen Frauen.
    Die Bücher als Leseempfehlung sind für diejenigen, die bereit sind dazuzulernen und veraltete Verhaltensmuster abzulegen und durch neue, gerechtere zu ersetzen.
    Letztlich hilft der intersektionale Feminismus ALLEN, auch heterosexuellen Männern, die ebenfalls oft genug unter den Erwartungen des Patriarchats leiden.

  5. 16.

    Warum am Frauentag von den Männer reden? Am Muttertag spricht keiner vom Vater.

    Die Zeit brachte den Frauen die Gleichberechtigung, staatlich von der Politik festgelegt.
    Es gibt keine Ehe mehr bei uns- von der Kirche geschlossen, wo es früher hieß: Die Frau sei dem Manne untertan.
    Jeder wählt sich seinen Partner selbst, er wird keiner Frau aufgedrängt. Keine Frau muss sich unterdrückt fühlen, bei häuslicher Gewalt gibt es den Wink zum Partner zur Haustür, wo jeder rausgehen kann.
    Wenn Mitarbeit im Haushalt zum Dauerbrenner - Streit wird ohne Einigung zum mithelfen, dann würde ich als Partner niemals bei ihm/ihr bleiben.
    Den Kinderaugen würde ich das nie zumuten. Wir oft erzählen Erwachsene von Gewalt an der Mutter während ihrer Kindheit? Keine Frau/ Mann muss sich zum Opfer machen. Die Entscheidung für Karriere treffen sie privat selbst.




  6. 15.

    Was sollen denn die Buchempfehlungen. Selbsbewusste Frauen die über das nötige Können verfügen sind heute in der Lage jegliche Position in der Wirtschaft und der Politik zu erreichen. Diejenigen die hierzu eine Quote brauchen, sind halt "Quotenfrauen". Frauen sind grundsätzlich für alles genau so gut geeignet wie Männer. Ihr Problem sind aber oft die anderen Frauen. In Deutschland sind die Wähler mehrheitlich weiblich ; die Parlamente vorwiegend männlich. Das gleiche BIld in Frauendominierten Betrieben. Die Betriebsräte überwiegend männlich. Es gibt mehr Frauen die Frauen nicht mögen als Männer.

  7. 14.

    Warum sollte ich diese Bücher lesen? Die interessieren mich nicht, ich habe auch gar keine Zeit dafür.
    Wir leben in unserer Familie völlig normal - ich lebe mit meiner Frau und meinen Kindern zusammen, ehre und achte sie, wie ich jeden außerhalb unserer Familie gleichermaßen achte - und nicht nur am Frauentag. Gegenseitiger Respekt ist unser Credo.
    Wir sind beide berufstätig, wir teilen uns die Arbeit zu Hause sowie die Betreuung der Kinder je nach Zeitbudget, aber ziemlich ausgeglichen.
    So leben wir eigentlich schon lange, und so, wie unsere Eltern und Großeltern gelebt haben. Das ist unsere Tradition.
    Die Probleme, die in unserem Lande immer noch oder wieder neu existieren, sind durch veraltete Ansichten bestimmter Kulturkreise und nicht zuletzt durch andere kulturelle Gegebenheiten bedingt. Das bringt die Globalisierung mit sich.

  8. 13.

    Die Voraussetzungen, anders als hier beschrieben, sind gut: Frauen sollten in allen Branchen/Tätigkeiten mit 50% vertreten sein. Das tut gut. Das bedeutet, mehr, an den logischer weise besser bezahlten Wertschöpfungsketten teilzunehmen, in MINT Fächer mehr ausbilden lassen und den Erfolgsdruck aushalten können.
    Alles Private, was von Frauen aufgeteilt wird (?), sollte nicht über die Tätigkeiten der Männer gestellt werden. Das gehört sich nicht. Manche dürfen gar nicht pflegen? Und machen dann in dieser Zeit anderes.Z.B. den „Pott“ sauber, weil die Unterseite gelb geworden ist, wenn man die Brille beim spülen nicht hochklappt. Auch bewirken Autofussmatten keine Allergien. Legt einer die Füße immer hoch, stimmt die Beziehung grundsätzlich nicht...und die private (!) Partnerwahl.
    Eine Verbesserung des Leistungssystems mittels Rentenpunkte hat die Autorin nicht vorgeschlagen. Dieses gerechtere System beruht auf die Einzahlleistung, nicht auf zuteilen.

  9. 12.

    Ja stimme ich zu .Geht mir genauso .Das ist die Sprache aus einer anderen Welt.Nichts was Frau/Mann****Mensch ,Gesellschaft eint und vorabbringt.

  10. 11.

    Letztendlich müsste die ganze notwendige Arbeit einer Gesellschaft katalogisiert und objektiv bewertet werden: Was bringt der Gesellschaft die gute Kindererziehung? Was bringt der Gesellschaft die Pflegearbeit? Was bringt der Gesellschaft die Entwicklung von Schiebedächern für Luxusautos? Was bringt der Gesellschaft die Entwicklung von Druckmaschinen zur Herstellung von Reklameblättchen? So. Und danach wird bezahlt. Und zwar auch die Arbeit mit Kindern im privaten Bereich. Und dafür gibt es Rente.

  11. 10.

    An alle, die hier schreiben „zu radikal“ oder „haben wir keine anderen Probleme?“ Oder „ich bin nicht patriarchalisch eingestellt.“ Ich empfehle euch wärmstens die Bücher „Die Stille Gewalt“ von Asha Hedayati, „Alle_Zeit“ von Teresa Bücker, „Unlearn Patriarchy“ von diversen Autorinnen, die Ungleichheiten in verschiedenen Bereichen thematisieren. Auch wenn wir feministisch eingestellt sind, sind wir Teil einer patriarchalischen Gesellschaft und können uns auch aufgrund von Institutionen dem nicht entziehen. Ersetzt Patriarchat evtl durch den Begriff Macht und ihr bekommt ein besseres Verständnis, wie es sich auswirkt.
    Es gibt noch sehr viel zu tun.

  12. 9.

    Da frage ich mich wieso dieses Thema immer nur am Frauentag zu Sprache kommt wieso nicht das ganze Jahr da ja in Deutschland Gleichberechtigung sein sollte und auch Gesetzlich fest geschrieben ist.

  13. 8.

    Ehre den fleißigen Frauen. Viel Lebensfreude und Glück bei der privaten Aufteilung der Lasten... Manchmal wollen die Männer geführt werden? Wie auch immer, der Artikel ist eine direkt falsche Zuspitzung, dass dem schönen Zusammenleben abträglich ist. Ich jedenfalls kenne das so nicht. Wo lebt die freudlose Autorin?

  14. 7.

    Ich habe keine Lust mehr mich in diesen ciskrampf Topf werfen zu lassen. Ich habe kein Patriarchat erschaffen und bin in keinem Männergeheimbund der Frauen fertig machen will. Was habe ich denn davon?
    Zur Wahrheit gehört auch das in D inzwischen viele Menschen leben die kulturell recht anders aufgestellt sind und ganz und gar nicht dem feministischen Ideal entsprechen. Ich bin es leid ständig vom gleichen Quell der Meinungsmacher in diese Reihe von problematischen Verhaltensweisen gestellt zu werden. Liebe Frau Zykunov. Ich weiss nicht wie weit sie hoch hinaus wollen, aber manchmal sind Hürden einfach Hürden und kein böses Patriarchat. Viel Spass noch beim Büchergeschäft.

  15. 6.

    Dieses Interview hätte auch in Deutsch geführt werden können. Gender Gaps, Mind-Set-Thema, instagramable, Care-Arbeit, cis-Frauen! Die Art des Interviews weckt in mir das Gefühl, dass es mit jemandem geführt wurde, die sich radikalisiert hat und die andere Seite gar nicht sehen will. Radikalisierung hat noch nie weitergeholfen. In meinem Umkreis gibt es nicht eine Familie/Partnerschaft, wo die überwiegende Hausarbeit bei den Frauen liegt, obwohl uns das anders vorgelebt wurde.

  16. 5.

    Ich denke man kann schon viel erreichen, wenn man endlich diese aufgedrückte "Opferrolle" nicht annimmt. In der Regel werde ich als Mensch so akzeptiert wie ich bin.
    Am meisten mit Diskriminierung und Herabwürdigung würde ich in Zuge der Quoteneinführung - Du hast/kriegst den Job nur weil Du eine Frau bist - erlebt. Auch MeeToo war nicht hilfreich, da diese überspitzte Sensibilisierung einen immer wieder in diese Opferrolle drängt oder andere verunsichert. Also lebt einfach als Menschen nebeneinander und hört auf ständig differenzieren zu wollen - oh es ist eine Frau, oh er/sie hat die oder die Religion, etc etc....

  17. 4.

    „Männer und Frauen werden in allen Bereichen des Alltags ungleich behandelt.“ LOL. Das klingt ja nach Apartheid und Rassentrennung. Sie „handeln“ oft ungleich, was ok ist, aber Folgen hat. Gender Health Gap ist problematisch, aber als solches erkannt, erster Schritt. Der Gender Pay Gap beruht auf der individuellen Berufswahl und daraus resultiert die für Familien finanziell logische Entscheidung der Aufteilung von Erwerbs- und Haushaltsarbeit. Wir WOLLEN doch die freie Berufswahl. Wenn das Einkommen dabei Priorität hat über andere Interessen steht Frauen der Weg frei, sie sind besser in der Schule. Die Aufteilung der Haushaltsarbeit muss ebenso innerfamiliär geklärt werden. Bezweifle die Suggerierung des Artikels, jede dritte Frau scheue dieses Gespräch aus Angst vor Schlägen. Häusliche Gewalt ist schrecklich, die Mehrzahl der Männer dürfte bereit zu fairer Aufteilung der Arbeit in und am Haus sein, wenn es thematisiert würde.

  18. 3.

    Eine beliebte Ausrede ist dabei im übrigen »Frauen sind doch schon gleichberechtigt« eine andere »Wir haben doch wirklich größere Probleme zu lösen«. Aber es gibt noch weitere. Wie gesagt, ich fand den Artikel sehr lesenswert.

  19. 2.

    Es gibt einen sehr interessanten Artikel im Spiegel zur Gerechtigkeitsdebatte zum Weltfrauentag, der sich mit den beliebtesten Ausreden von Männern zu diesem Thema beschäftigt. Sehr lesenswert, vielleicht erkennt sich ja der eine oder andere bei einer der Ausreden wieder ;)

  20. 1.

    Ich finde die Darstellung unserer Gesellschaft und das Verhältnis Frau- Mann total überzogen und wird auch dem in Deutschland gelebten nur in Teilen gerecht .Aber es ist ein weiterer Versuch die Gesellschaft zu radikalisieren und zu spalten Jeden Tag ein Frauentag und bitte erklären Sie mir was ist Care,kann ich nichts mit anfangen.Ich bin als 14 jähriger in den Hauswirtschaftsunterricht gegangen mit 12 Mädchen,(1970 in schwäbischer Kleinstadt),fand ich toll und wenn damals ein schwuler Mitschüler mitgegangen wäre hatte mich das gefreut .Ich mag das weibliche, die Frauen,Oma,Mutter,Freundinnen,Ehefrau ,hatte tolle weibliche Vorgesetzte,und ich koche bis heute,meine Frau verdiente mehr als ich.Ja ich weiss dass es viele Frauen gibt die ausgenutzt werden, geprügelt,aber das Patriarchat in ihrer Vorstellung das abgeschafft gehört ist in Deutschland ege die Minderheit.Bitte etwas mehr Differenzierung und gemeinsam.

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