Frühlingsgefühle im Zoo - Berliner Pandas stehen offenbar kurz vor Paarung

Sa 16.03.24 | 13:28 Uhr
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Archivbild: Panda-Dame Meng Meng läßt es sich im Zoo Berlin schmecken. (Quelle: dpa/Zinken)
Audio: rbb 88.8 | 16.03.2024 | Michael Ernst | Bild: dpa/Zinken

Pandaweibchen sind nur einmal im Jahr fruchtbar - für gerade einmal 72 Stunden. Bei Pandadame Meng Meng im Berliner Zoo soll es bald so weit sein. Dafür gibt es nun offenbar deutliche Anzeichen.

Beim bundesweit einzigen Pandapärchen steht im Berliner Zoo eine erneute Paarung offenbar kurz bevor: "Wir können Ihnen bestätigen, dass es Anzeichen für 'Pandaliebe' gibt", sagte eine Zoo-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. "Dies macht sich vor allem bei Meng Meng durch ein erstes Fiepen bemerkbar."

Das Zeitfenster, in dem Pandaweibchen wie Meng Meng empfängnisbereit sind, ist mit maximal 72 Stunden - in der Regel im Frühjahr - sehr kurz. Im Berliner Zoo wird das Verhalten der Großen Pandas daher ganz genau beobachtet und die Paarung penibel vorbereitet. Zuletzt sammelten die Mitarbeiter bei Meng Meng täglich Urinproben. Es gehe darum, hormonelle Veränderungen abzulesen. Vor wenigen Tagen sagte Zoodirektor Andreas Knieriem der "Berliner Morgenpost": "Wir sind kurz vor der Paarung."

Berliner Zoo trifft Vorbereitungen für Panda-Paarung

Der Zoo ist den Angaben der Sprecherin zufolge in engem Austausch mit anderen Expertinnen und Experten und bereitet sich auf die "berühmt berüchtigten 72 h Fruchtbarkeit" des Pandaweibchens vor.

Vor fünf Jahren gelang die Paarung mithilfe von künstlicher Befruchtung. Dafür waren extra Experten aus China angereist. Wenn es so weit ist, sollen auch dieses Jahr Fachleute für Reproduktionsmedizin aus China einbestellt werden.

2019 war die erste Panda-Geburt in einem deutschen Zoo überhaupt eine Sensation: Die Zwillinge Pit und Paule sind mittlerweile allerdings nicht mehr in Berlin, sie wurden Ende vergangenen Jahres nach China geflogen. Damit ist in der Panda-Anlage im Zoo, die einst zehn Millionen Euro kostete, wieder Platz für Jungtiere.

"Nochmal Panda-Nachwuchs in Berlin wäre für uns im Zoo Berlin das Größte, denn dann könnten unsere Gäste die ersten tapsigen Panda-Schrittchen dieses Mal live bei uns mitverfolgen", hatte Knieriem im Februar mitgeteilt. Als Pit und Paule klein waren, standen die Corona-Pandemie und Lockdowns dem erhofften Publikumserfolg im Wege.

Pandas gelten in freier Wildbahn weiter als "gefährdet"

Der Große Panda, wie die schwarz-weißen Bären heißen, gilt laut WWF [externer Link] als vom Aussterben "gefährdet" gemäß der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN. In freier Wildbahn in China beispielsweise leben die Tiere oft in zu kleinen Gruppen isoliert voneinander.

Das erschwert es den Bären, sich einander während der nur wenige Tage andauernden Paarungszeit zu finden. Ebenso verringert sich aufgrund von Inzest die genetische Vielfalt der Pandas untereinander und erhöhrt die Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten.

Sendung: rbb 88.8, 16.03.2024, 07:00 Uhr

11 Kommentare

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  1. 11.

    …die ewigen Meckerer sind sowas von nervtötend! Muss das Leben doch öde sein!

  2. 8.

    @ 1 Sie sind von der Neuzeit im internationalen Artenschutz aber Lichtjahre entfernt. Erstens beschließt das kein Zoo"direktor" allein, was da so abläuft. Und 2. spielen auch die "Besitzverhältnisse" der Tiere eine Rolle, in diesem Fall der Chinesische Staat nehme ich mal an, der hat da auch noch das Sagen!
    Wenn dann international entschieden wird, der Berliner Zoo "darf da ran" so ist diese saloppe Zusammenfassung des Ereignisses in Fachkreisen ein hoher Vertrauensbeweis für wissenschaftliche Forschungsarbeit in Berlin, artgerechte Haltung und excellente Beurteilungen für die Beteilgten auf jeder Ebene im Berliner Zoo: Bis hin zu dem Kollegium, das in Schicharbeit alles übernimmt, damit sich die Tiere rundum wohl fühlen. Mir sind seltene Tiere in einem artgerechten Haltungszustand wesentlich lieber als irgendwelche Exemplare, die uter feindlichen Lebensumständen selbst sehen müssen, wie und wo es da lang geht. Der Crew ist wirklich nur das Beste zu wünschen.

  3. 6.

    Da musste ich auch drüber schmunzeln, er bringt sich voll ein! ;-)

    Ist denn diesmal eine natürliche Paarung anvisiert und wie läuft eine künstliche Befruchtung bei Pandas ab?

  4. 5.

    "... Kommerz, ... finanzielle Vorteile"? Die Anlage hat 10 Mio. €uro gekostet und der Zoo zahlte/zahlt jährlich 1 Million US-$ Leihgebühr für ein Panda-Pärchen an China! Das Geld für das Verlustgeschäft für Artenschutz in China und Forschung muss durch die Eintrittspreise erwirtschaftet werden! Aber das wissen uninformierte Kreise in Düsseldorf leider nicht.

  5. 4.

    Schließe mich an und Toi,toi,toi für den Berliner Zoo. Zudem würde ich mir wünschen das Neugeborene bleibt dem Zoo beibehalten.

  6. 3.

    Na vielleicht klappt es ja wirklich mit dem Nachwuchs......ich drücke dem Zoo beide Daumen. Pandas sind vom Aussterben bedroht, das sollte verhindert werden.
    An Kommentator 1: welche Geschichte wäre in Ihren Augen nicht traurig ??

  7. 2.

    Irgendwie sympathisch:
    „Zoodirektor Andreas Knieriem ...: "Wir sind kurz vor der Paarung."

  8. 1.

    Der Zoo ist so nur noch Kommerz. Die Künstliche Befruchtung bei Meng Meng ist Tierquälerei für kurzfristige finanzielle Vorteile, die sich der Zoodirektor davon verspricht. Die Tiere gehören noch dazu sowieso dem chinesischen Staat. Eine traurige Geschichte!

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