Einbußen im Vorjahr - Werder feiert Baumblüte in diesem Jahr mit verkürztem Stadtfest

Do 04.04.24 | 15:35 Uhr
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Archivbild: Zahlreiche Menschen strömen am 22.04.2023 von der in Werder auf über eine Brücke hat die Havelinsel. (Quelle: dpa/Michael Bahlo)
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Video: rbb24 | 04.04.2024 | Nachrichten | Bild: dpa/Michael Bahlo

Das Baumblütenfest in Werder war in den vergangenen Jahren immer wieder wegen Gewaltausbrüchen und einer großen Zahl an Betrunkenen in den Schlagzeilen. 2023 wurde das Konzept verändert, die Organisation dadurch aber teurer. Nun wird es verkürzt.

Das traditionsreiche Baumblütenfest in Werder (Havel) geht in diesem Jahr mit einer verkürzten Ausgabe des Stadtfestes an den Start. Damit reagiert die Stadt im Landkreis Potsdam-Mittelmark auf finanzielle Einbußen im vergangenen Jahr.

2023 hatte die Veranstaltung eine Neuausrichtung erfahren: Nach Gewaltexzessen in der Vergangenheit sollte es bei dem Fest seriöser zugehen. Laut der Stadt kam es aber auch zu weit höheren Kosten als erwartet.

Stadtfest wird auf drei Tage verkürzt

Das 145. Baumblütenfest wird in diesem Jahr geteilt: Vom 27. April bis 5. Mai öffnen rund 20 Höfe und Gärten in der Innenstadt und auf den Obstplantagen für die Besucher. Vom 3. bis 5. Mai wird dann das Baumblütenfest als "Stadtfest der Werderaner" in der Innenstadt mit mehreren Bühnen veranstaltet - mit drei Tagen weitaus kürzer als in vergangenen Jahren. 500.000 Euro an Haushaltsmitteln sind laut Stadt für das Fest in diesem Jahr vorgesehen.

2023 beklagte die Stadt Werder gestiegene Kosten. "Der Personalmangel im Dienstleistungssektor sorgte bei vielen Anbietern für Schwierigkeiten. Absagen, Vertragsbrüche und Inflation führten zu hohen Defiziten", hieß es anschließend. Auch die Personalkosten für Sicherheits- und Servicekräfte seien stark gestiegen. Die Stadt hatte im November mitgeteilt, dies habe zu einem Defizit von rund einer Million Euro geführt. Die abschließende Zahl liege allerdings noch nicht vor, hieß es nun auf Anfrage.

Allerdings sei die Zahl der Straftaten, wie erhofft, zurückgegangen. Die Stadt wollte mit dem neuen Konzept auch weg von einer Massenveranstaltung.

Baumblütenball und Festumzug auch in diesem Jahr

Mit Blick auf die jetzige Verkürzung der Veranstaltung teilte die Stadt auf ihrer Internetseite mit: "Das Festdefizit soll damit sinken, die Qualität des Festes aber verbessert werden." Der Stadtfest- und Familiencharakter solle gestärkt werden, mehr Bühnen, kulinarische Angebote und Fahrgeschäfte seien geplant. Auf den traditionellen Baumblütenball und den Festumzug will die Stadt nicht verzichten.

Seit 1879 öffnen die Obstbauern der knapp 27.000-Einwohner-Stadt im Frühjahr ihre Plantagen für Besucher. Während die Apfel- oder Kirschbäume blühen, soll gefeiert werden - zum Beispiel mit Obstweinen. In den vergangenen Jahren hatte das bekannte Stadtfest vor den Toren Potsdams mehrere Hunderttausend Menschen angezogen. Allerdings kam es mehrfach zu Gewaltausbrüchen in den vergangenen Jahren, die Polizei berichtete immer wieder von Problemen mit einer großen Zahl von angetrunkenen und aggressiven Besucherinnen und Besuchern.

Sendung: rbb24, 04.04.2024, 13:00 Uhr

9 Kommentare

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  1. 9.

    Sagen sie das mal den Verantwortlichen in Bayern.
    Beim Saufen auf dem Oktoberfest knallt es wohl mehr rein als in Werder.
    Aber das sage ich auch , verbieten heißt sterben.

  2. 8.

    Das ist doch ein kollektives Besaufen. Ich kann nur hoffen das es dieses Jahr anders ist.
    Die vergangenen Jahre war ich nicht mehr da.
    Übrigens verkaufen die Obstbauern sehr gute Säfte.
    Muss nicht Alk sein.

  3. 7.

    Keine Frage, dass dieses Komasaufen und damit verbundenen Gewaltexzesse langfristig unterbunden werden mussten/müssen.
    Aber die Obstbauern und auch die Stadt Werder werden bald merken, dass das (nennen wir es mal) gehobene Publikum deutlich weniger verzehren bzw. ausgeben wird als Gruppen von 20-40 jährigen die mal ne Sause machen wollen.
    Dann wird es nach 146-150 Jahren halt kein Baumblütenfest mehr geben und ggf. einige Obstbauern vllt. auch ihr Geschäft aufgeben.
    Ich bin gespannt wie es weitergeht, werde mir das aber wie die letzte Jahre auch schon von der Ferne ansehen/anlesen.

  4. 6.

    Gibt die Hanfmesse und auch die Hanfparade. Letztere am 10.08. in Berlin.
    Aber ein Hanffest, aufgemacht nicht nur Beutel und Jacken aus Hanf verkauft werden, wird noch etwas dauern. Bei dem neuen Gesetz und deren Auflagen muss man bestimmt drinnen das Fest machen, damit niemand belästigt wird und diverser anderer Beschränkungen.
    Wenn man dann mal das Bürokratiemonster auf ein normales Maß gebracht hat wird es bestimmt eins geben.

  5. 5.

    Wann gibt es irgendwo in Deutschland das erste Hanffest oder gibt es sowas schon?

  6. 4.

    500TEur "investiert"? Kommt da was wieder rein?

  7. 3.

    Sterben auf Raten... oder in Schönheit untergehen ;-)

  8. 2.

    Mehr Bühnen und mehr Fahrgeschäfte? Das klingt nicht nach familiären Stadtfestcharakter. Aber schön, wenn der Zeitraum verkürzt wird. Das freut auch die Anwohner.

  9. 1.

    Es war letztes Jahr schon viel schöner als sonst und der Gewinn an viel Flair spürbar. Durch weniger Krach und Gegröle waren stattdessen Gespräche am Tage und Musik am Abend auf den Höhen der Sinn nach Begegnungen erfüllt worden. Man konnte sich wieder kennenlernen.
    Die Mitarbeiter der Stadt haben es gut gemacht, mit einem Wermutstropfen: Das Geldverdienen muss auch gelingen. Aber man hat eine Umkehr in der Einstellung „wer ist für wem da“ dienend umgesetzt: Dafür zu sorgen, dass die Obstbauern ausschenken können.

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