Barmer Pflegereport 2022 - Pflegekräfte in Brandenburg von Corona-Pandemie besonders betroffen

Di 24.01.23 | 15:22 Uhr
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Symbolbild: OP-Schwester transportiert Patient im Krankenbett. (Quelle: dpa/R. Kneschke)
dpa/R. Kneschke
Audio: Antenne Brandenburg | 24.01.2023 | Lisa Steger | Bild: dpa/R. Kneschke

Pflegekräfte und Pflegebedürftige waren besonders hart von der Corona-Pandemie betroffen. Das geht aus dem Barmer-Pflegereport 2022 für Brandenburg hervor, den die Krankenkasse am Dienstag in Potsdam vorgestellt hat.

Leyh: Masken und Schutzkleidung fehlten anfangs

Gleich zu Beginn der Pandemie im April 2020 seien die Corona-Fälle bei Pflegekräften in Brandenburger Kliniken und Praxen auf 4,3 je 1.000 Beschäftigte gestiegen. Dies seien damals elf Mal so viele wie in der Gesamtbevölkerung gewesen. Damals hätten vielfach Masken und Schutzkleidung gefehlt, sagte Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der Barmer Ersatzkasse Berlin/Brandenburg, dem rbb.

Bei den Pflegekräften in Pflegeheimen und bei ambulanten Diensten im Land seien die höchsten Werte im Februar 2022 mit 14,7 beziehungsweise 12,5 Fällen pro 1.000 Beschäftigte erreicht worden, hieß es im Report weiter.

Jeder 10. Heimbewohner mit Corona infiziert

Aber auch die Pflegebedürftigen traf die Corona-Pandemie hart: So war im Januar 2021 jeder zehnte Heimbewohner mit dem Coronavirus infiziert - sieben Mal so viele wie in der Gesamtbevölkerung.

Erst die Impfungen, bei denen Hochbetagte zuerst an der Reihe waren, hätten zu weniger Infizierten und Corona-Toten in den Heimen geführt, so Leyh. Die relativ niedrige Impfquote habe in Brandenburg sicherlich auch Auswirkungen auf die Infektionszahlen gehabt. Ob es auch einen Einfluss auf die Sterblichkeit gegeben habe, lasse sich aus den Zahlen nicht ablesen.

Leyh forderte unter anderem eine bessere Organisation bei der Pflege, um die Belastung zu verringern. Die Erschöpfung unter den Pflegekräften sei nach wie vor da. Auch brauche es ein Heilberufegesetz, das den Pflegekräften mehr Kompetenzen gibt. Leyh sprach sich zudem für eine Krankenhausreform aus, um mehr Leistungen in die ambulante Versorgung zu verlagern.

Der Report basiert nach Angaben der Barmer auf den Daten von 8,6 Millionen Versicherten bundesweit und 450.000 in Brandenburg. Die Daten wurden auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet.

Sendung: rbb24 Brandenburg aktuell, 24.01.2023, 19:30 Uhr

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2 Kommentare

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  1. 2.

    "Gleich zu Beginn der Pandemie im April 2020 seien die Corona-Fälle bei Pflegekräften in Brandenburger Kliniken und Praxen auf 4,3 je 1.000 Beschäftigte gestiegen." Waren dann vielleicht die Kliniken und ihre Beschäftigten ein wesentlicher Treiber bei der Ausbreitung von Infektionen bei den unvermeidlichen weiteren Kontakten dieser Infizierten?

  2. 1.

    NATÜRLICH waren Wir Pflegekräfte besonders betroffen. Wir haben aber auch Viel Applaus bekommen....

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