Hohe Energiekosten - Brandenburg bringt 70 Maßnahmen zur Entlastung auf den Weg

Di 31.01.23 | 18:49 Uhr
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Dietmar Woidke (SPD), Ministerpräsident von Brandenburg, nimmt an einer Pressekonferenz nach einer Sondersitzung des Kabinett Brandenburg zum Thema Energie- und Versorgungssicherheit teil. (Quelle: dpa/Fabian Sommer)
Audio: rbb24 Inforadio | 31.01.2023 | Lisa Steger | Bild: dpa/Fabian Sommer
  • Brandenburg hat 1,77 von zwei Milliarden Euro vom "Brandenburg-Paket" schon für konkrete Aktionen verplant
  • Rund 116 Millionen Euro für Familien, 220 Millionen Euro zur Unterstützung von Schulen und Kitas, 190 Millionen Euro für Krankenhäuser
  • Härtefallfonds bekommten zwei Millionen Euro, Lebensmittel-Tafeln für Bedürftige sowie Tierheime erhalten jeweils eine Million Euro

Brandenburg will seine Bürgerinnen und Bürger stärker von den Folgen der hohen Energiepreise und der Inflation entlasten. Dazu habe sich die Landesregierung auf insgesamt 70 Maßnahmen verständigt, sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Dienstag in Potsdam.

Von den bis zu zwei Milliarden Euro aus dem dafür bereits beschlossenen "Brandenburg-Paket" seien damit inzwischen rund 1,77 Milliarden konkret verplant, hieß es. Die Mittel sind für 2023 und 2024 vorgesehen.

220 Millionen Euro für Schulen und Kitas

Woidke sprach von einer "Riesensumme, die wir hier auf den Weg bringen". Ziel sei, Strukturen zu stabilisieren und zu helfen, "gut durch die Krise zu kommen", die durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine ausgelöst worden sei. Wichtig für die Zukunft sei zudem, im Energiebereich unabhängiger zu werden, Energiepreise zu senken, die erneuerbaren Energien auszubauen und Energie selbst zu erzeugen. Finanzministerin Katrin Lange (SPD) sagte, es sei ein "sehr robustes Antikrisenpaket" beschlossen worden.

Woidke betonte, die Hilfen setzten im Wesentlichen bei den Familien an. Rund 116 Millionen Euro seien dort für Entlastungen vorgesehen, weitere 220 Millionen Euro sollen in die Unterstützung von Schulen und Kitas fließen. Die Krankenhäuser sollen mit 190 Millionen Euro entlastet werden, sagte der Ministerpräsident.

Sozialministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) kündigte als Teil des Pakets unter anderem ein Soforthilfeprogramm gegen Energiesperren an. Damit solle analog zu Berlin mit einem Härtefallfonds vermieden werden, dass Bürgerinnen und Bürger wegen zu hoher Rechnungen Energiesperren drohen. Der Härtefallfonds wird demnach mit zwei Millionen Euro ausgestattet werden. Die Lebensmittel-Tafeln für Bedürftige sollen dem Maßnahmenpaket zufolge bei der Minderung der Energiekosten mit insgesamt einer Million Euro gefördert werden. Für Tierheime wird ebenfalls eine Million Euro bereitgestellt.

Brandenburg will Kommunen bei Flüchtlingsunterkünften helfen

Nonnemacher betonte, die Kommunen würden zudem beim Aufbau von rund 7.000 neuen Unterbringungsplätzen für Geflüchtete finanziell unterstützt. Dafür sind in dem Maßnahmenpaket für 2023 und 2024 insgesamt 98 Millionen Euro vorgesehen. Rund 26,4 Millionen sollen in weitere Maßnahmen zur Unterbringung und Integration von Flüchtlingen fließen, darunter als Energiekostenzuschlag.

Die öffentlichen Schulträger sollen wegen der gestiegenen Energiekosten 35,6 Millionen Euro zusätzlich erhalten, die freien Schulträger rund 4,4 Millionen Euro. Energiehilfen in Millionenhöhe sind auch für Jugendarbeit, Bildungsträger, Sport, Sozial- und Kultureinrichtungen vorgesehen. Auch das geplante 49-Euro-Ticket ist Teil des Pakets. Dafür sind zunächst 152 Millionen Euro für dieses und das kommende Jahr aufgeführt.

Andere Maßnahmen stehen weniger deutlich im Zusammenhang mit Energiepreisen und Inflation, dienen jedoch der Bewältigung möglicher Krisen. Dazu gehören der mit 20 Millionen Euro Förderung veranschlagte Neubau eines Katastrophenschutzlagers, eine Feuerwehr-App für Brandenburg und ein Drohnenabwehrsystem für die Polizei. Die Einrichtung von Katastrophenschutz-"Leuchttürmen" in den Kommunen soll mit 40,2 Millionen Euro gefördert werden.

Sendung: rbb24 Inforadio, 31.01.2023, 23:00 Uhr

16 Kommentare

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  1. 16.

    Brandenburg ist das Schlusslicht,was Familienfreundlichkeit angeht.Normalverdiener zahlen z.b.hunderte Euros im Monat für Kita-Gebühren,es gibt keine Wohnungen u wenn werden d sofort an Migranten vermietet,da wird jeder Preis gezahlt v Jobcenter.Wir,Ingenieur u examierte Pflegefachkraft mit zwei Kleinkinder aus d Uckermark,sind letzten Juli schweren Herzens in d Schweiz gegangen.Es war d beste Entscheidung unseres Lebens!Es bleibt trotz d etwas höheren Lebenshaltungskosten weitaus mehr übrig u d Lebensqualität ist unglaublich,d Schulsystem excellent,Behörden ausnahmslos sehr freundlich,schnell u digital.Wenn d Heimweh nur nicht wäre..aber was nützt eine Heimat,die uns nicht will u deren Politik uns nichts übrig lässt?!(Für alle,die ebenfalls gehen wollen: unbedingt v deutschen UND schweizerischen Steuerberater beraten lassen,das kostet nicht wirklich viel u ist gut angelegt)Wenn wir Nachrichten aus d Heimat lesen,kommt uns alles mittlerweile dystopisch u verrückt vor..

  2. 15.

    Das war doch schon immer so gewesen. Der, der jeden Morgen aufsteht um zur Arbeit zu gehen, um dort dem Unternehmen ein Umsatzplus zu bescheren, um dann ein deutlichen Anteil seines Ertrages dem Staat zukommen zu lassen mit dem er Unternehmer stärker Entlastet als jene welche ihm dies erst ermöglicht haben. Wir sind der Arbeitgeber von unseren Politikern. Das haben die aber vergessen. Wir sollten das nicht vergessen und handeln.

  3. 14.

    Ich bin für viel höhere Abgaben der Superreichen- in welcher Form auch immer, statt immer wieder und immer mehr zu Lasten der „Normalos“!!!

  4. 13.

    Der "große Schluck aus der Schuldenfalle" ist das Ergebnis dessen, was man mehrheitlich gewählt hat. Es wird bald, sehr bald teuer werden, sehr sehr teuer. Viele erkennen bei diesen Schulden-Größenordnungen die linke Umgehungstaktik der Gewählten vor dem Einsetzen der Schuldenvermeidungsgesetze des Bundes. Diese bestehen ja aus dem Grund, weil es auf Landesebene Politiker gibt, denen Schulden in Milliardenhöhe für (Verbrauchs)Ausgaben einsetzen, die entstehen wenn man nicht richtig wirtschaften kann. Die angeführten 70 Punkte belegen genau diese 33jährige scheinbare Unfähigkeit, die uns fast überall Letzter sein lässt.

  5. 12.

    Es bezahlt der Steuerzahler, der jedoch selbst nicht entlastet wird. Das ist die richtige Antwort. ;-)

  6. 10.

    Als "Leuchtturm" werden im Katastrophenschutz Standorte (u.a. der Feuerwehr) bezeichnet, die über ein Notstromaggregat verfügen und bei längeren Stromausfällen im Notfall aufgesucht werden können. Beispielsweise um Akkus oder das Handy wieder aufladen zu können.

  7. 9.

    Drohnenabwehrsysteme für die Polizei? Katastrophen Leuchttürme für die Feuerwehr? Wie bitte? Dazu bräuchte man erst Mal eine Aufstockung der Polizei in ländlichen Regionen und was will die Feuerwehr mit Leuchttürme?

  8. 8.

    - Kindergeld bringt mir nichts, Kinder außer Haus
    - Steuerentlastung bringt uns nichts, mein Mann verdient zu wenig um Steuern zu zahlen
    - Energiepreisbremse bringt nur minimal, die Preise sinken gerade wieder und meine Heizung (Nachtspeicheröfen) Kisten trotzdem mehr als doppelt so viel.... Denn der Nachtstrom ist von der strompreisbremse nicht betroffen
    - Tarifabschlüsse bringen und nichts, denn für unsere Jobs gibt es keine Tarifverträge
    - abgabenfreie Anteile gibt's nicht, will Chef nämlich nicht

    So, was genau hab ich jetzt davon?

  9. 7.

    Ja, gibt schon was und hilft im Moment durchaus. Aber hat noch jemand den Überblick, wieviele Mrd. Euro da schon an zusätzlichen Ausgaben durch Bund, Länder und Kommunen mobilisiert wurden und was noch notwendig sein wird, um die aktuellen Kosten der Bevölkerung wenigstens zu moderieren? Dazu kommen ja noch die 100 Mrd für die Armee, von denen der neue Minister auch schon mal sagte, daß das nicht reichen wird.

  10. 6.

    Brandenburg könnte noch viel erfolgreicher sein als jetzt schon, wenn man reine Verbrauchsschulden nicht als Inventionen bezeichnet und eine "Riesensumme, die wir hier auf den Weg bringen" nicht der nachfolgenden Generation überlässt.
    Stattdessen können doch die Rieseneinnahmen, die bald kommen sollen und uns nach vorne spülen könnten (!), nicht nur „aufgegessen“ werden, sondern gewinnbringend für alle angelegt werden? Und was meinen Sie, was bei den Schulen aus den Schulden ankommt? Bezahlte „Alltagshelfer“ für den Gang zur Toilette?
    Ich möchte gerne eine Leistung erkennen, die einen nicht rot werden lässt.

  11. 5.

    Energiepreisbremse, Einkommenssteuersenkung, Kindergelderhöhung, abgabenfreie Einkommensanteile wenn der AG kann und möchte, bislang recht gute Tarifabschlüsse.
    Ist irgendwie mehr als keine.

  12. 4.

    Alles schon ab Mai 2055!

  13. 3.

    In der Tat hatte ich auch Erwartungen, dass für den normalen Bürger etwas dabei ist.
    Die Unterstützung von Schulen und Kitas stellt eine Notwendigkeit dar und ist jetzt nicht der große Wurf.
    Insgesamt aber gut, dass öffentliche Bereiche unterstützt werden.

    Wer das alles bezahlen soll, bleibt offen.

  14. 1.

    Und was bekommt der normal Arbeitende für eine Entlastung ?
    Keine , der muss dann noch die Schulden der unfähigen bezahlen.

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