Portal zeitweise nicht verfügbar - Initiative "Klimaneustart Berlin" droht wegen Briefwahl-Problemen mit Klage

Mo 13.03.23 | 16:07 Uhr
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Symbolbild:Plakat Volksentscheid Berlin.(Quelle:imago images/GE-Foto)
Audio: rbb24 Inforadio | Natascha Gutschmidt | 13.03.2023 | Bild: imago images/GE-Foto

Mehrere Stunden war das Berliner Landesnetz wegen Wartung nicht erreichbar, auch nicht für Briefwahl-Anträge. Die Macher der Initiative "Klimaneustart Berlin" erwägen deshalb, vor Gericht zu ziehen. Der Landeswahlleiter zeigt sich gelassen.

Wegen Wartungsarbeiten am Landesnetz mitten in der Mobilisierungsphase für den kommenden Klima-Volksentscheid drohen die Initiatoren der Landeswahlleitung mit Konsequenzen. "Sollte der Volksentscheid am Quorum scheitern, werden wir eine Anfechtung der Abstimmung in Erwägung ziehen", hieß es von Anwalt Peter Cremer am Montag in einer Mitteilung der Initiative "Klimaneustart Berlin". Zuvor hatte der "Tagesspiegel"-Newsletter "Checkpoint" darüber berichtet.

Hintergrund ist, dass die Kampagne intensiv für eine Online-Beantragung von Abstimmungsscheinen wirbt. Am vergangenen Samstag konnten jedoch Briefwahlunterlagen nach Angaben von Landeswahlleiter Stephan Bröchler von 4 bis 10 Uhr gar nicht und von 10 bis 18 nur eingeschränkt online beantragt werden.

Initiative sieht sich benachteiligt

"Ein Tag wirft uns erheblich in der Mobilisierung zurück", kritisierte Michaela Zimmermann vom Bündnis "Klimaneustart Berlin". So fehlten beispielsweise beim Volksentscheid zur Rekommunalisierung des Stromnetzes 2013 nur etwa 21.000 Stimmen zum Erfolg. Zuletzt gab es täglich bis zu 45.000 Anträge auf Briefwahl. Mithin sieht sich die Initiative bereits dadurch benachteiligt, dass die Abstimmung nicht zeitgleich mit der Wiederholungswahl am 12. Februar erfolgte, sondern auf den 26. März gelegt wurde.

Das Bündnis kritisierte zudem, dass es erst am vergangenen Freitag über die Wartungsarbeiten informiert worden sei. Laut Landeswahlleiter Bröchler erfolgte die Information über die Wartungsarbeiten parallel zur Bekanntgabe auf der Homepage der Landeswahlleitung.

Landeswahlleiter sieht Klage gelassen entgegen

Der Berliner Landeswahlleiter Stephan Bröchler sieht der möglichen Klage indessen gelassen entgegen. "Ich nehme jede Kritik ernst", sagte Bröchler dem rbb, beunruhigt sei er aber nicht. "Ich habe volles Vertrauen in die bundesdeutsche Rechtsprechung."

Bröchler argumentiert, zum einen seien die Wartungsarbeiten, die das komplette Landesnetz betrafen, auch für das reibungslose Funktionieren des Volksentscheids am 26.März notwendig gewesen. Zum anderen verweist er auf den sehr begrenzten Umfang. Über das Onlineportal seien nur von Samstagmorgen um 4 Uhr früh bis um 10 Uhr keine Anträge auf Briefwahl möglich gewesen. Während der restlichen Wartungszeit von 10 bis 18 Uhr "haben Stichproben der Geschäftsstelle keine nennenswerten Probleme identifiziert", so Bröchler. "Danach funktionierten die Online-Angebote meiner Homepage ohne jede Einschränkung."

Landeswahlleiter Stephan Bröchler. (Foto: dpa)

Rund 613.000 Ja-Stimmen sind notwendig

Insgesamt habe die Landeswahlleitung keinen Einfluss darauf gehabt und sei selbst davon betroffen gewesen, so Bröchler weiter. Er sehe nach eigenen Angaben keine Einschränkungen für den Volksentscheid. Ab 10 Uhr sei es wieder möglich gewesen, die Unterlagen online zu beantragen, hieß es weiter. Wegen der Störung habe es teils nur mehrfach versucht werden müssen.

Das Bündnis will in dem Volksentscheid "Berlin 2030 klimaneutral" erreichen, dass Berlin nicht erst wie bislang vorgesehen bis 2045 klimaneutral wird. Dafür soll das Energiewendegesetz des Landes geändert werden. Um das zu schaffen, muss bei der Abstimmung in zwei Wochen eine Mehrheit der Wähler dafür stimmen, mindestens aber 25 Prozent der Wahlberechtigten. Nötig sind also rund 613.000 Ja-Stimmen

25.000 Wahlhelfende im Einsatz

Laut Bröchler werden nach derzeitigem Stand bei der Abstimmung am 26. März etwa 25.000 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer im Einsatz sein. Zuletzt fehlten in den Bezirken noch Wahlvorstehende und Schriftführende, wie es hieß. Dies gelte insbesondere für Tempelhof-Schöneberg, Neukölln und Lichtenberg.

Helfende erhalten eine Entschädigung von 120 Euro. Das ist nur die Hälfte der Summe, die den etwa 35.000 Wahlhelfenden der Wiederholungswahl am 12. Februar gezahlt wurde. Allerdings ist das sogenannte Erfrischungsgeld heutzutage nach einer Änderung der Wahlordnung mit 120 Euro doppelt so hoch wie bei früheren Wahlen und Abstimmungen.

Sendung: rbb24 Abendschau, 13.03.2023, 19:45 Uhr

84 Kommentare

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  1. 84.

    Warum bin ich nicht überrascht, dass ihr Kommentar stehenbleibt und meiner nicht?

  2. 83.

    Wieso bin ich nicht überrascht, dass sie so etwas schreiben? Es ist typisch und war zu erwarten.

    Sie sagen, dass Sie andere Foristen nicht überfordern wollen? Ich glaube, dass es eher Sie sind, der überfordert ist, den Argumente ihrerseits : Fehlanzeige

  3. 82.

    Habe Ihren Kommentar jetzt 3-mal durchgelesen, muss aber gestehen, dass ich nicht verstehe, was Sie mir sagen wollen. Ich gehöre übrigens auch zu den Älteren mit meinen 60 Jahren, bin gebildet, habe einen super Job - aber irgendwie verstehe ich Ihren Kommentar trotzdem nicht. Bitte erklären.

  4. 81.

    Am Rande: Wahlschein für Briefwahl am 28.02. beantragt. Bis heute Fehlanzeige. Nachfrage beim Wahlamt "ich wäre da in bester Gesellschat" und der 100te Anrufer heute. Die Briefwahlunterlagen wurden am 28.02. raus geschickt, aber die PIN AG möchte nun wohl auch in Bezug auch Schlecht- bzw. Nicht Leistung mit der DPAG konkurieren ...

  5. 80.

    Aber sie endete nicht '45! Aber ich will sie nicht geistig überfordern.

  6. 78.

    Fresswelle? Na und? Vollkommen normal! Haben sie mal gehungert? Nicht so von Frühstück bis Mittag, sondern mal so ein paar Jahre! Und essen was sie wollen? Nix da! Essen, was es gibt! Da wurde nicht ein Krümel verschwendet! ...und das ist bei den älteren noch immer so! Sieht man gut an Weihnachten: Die Wohlstandskinder brauchen Geschenke....die älteren freuen sich auf die Weihnachtsgans und Plätzchen!

    Das den meisten "Klimaaktivisten" Fachwissen abgeht, habe ich des öfteren schon erlebt. Logisches Denken oder Pragmatismus scheint nicht IN zu sein. Oder einmal ein paar Dinge der Führungsriege zu hinterfragen.

    Fresswelle...lol....schon Spassig wenn Herr Ö. erklärt, die Bürger sind zu dick und die Grünenchefin Frau L. steht lächelnd daneben....

  7. 77.

    Die Nachkriegszeit beginnt 1945 ! Wie gesagt bei solch dummen Kommentaren braucht sich niemand wundern wenn niemand von den "Alten"den jungen folgt , ganz ohne Bildung geht es halt nicht ...Adrian.

  8. 76.

    Das Klima in Berlin? Also wenn ihren die "Berliner Luft" nicht gefällt, dann empfehle ich eine Luftveränderung! Vielleicht Ostsee oder lieber Alpen......



  9. 75.

    Aha...wissenschaftliche Argumentation ist ein Rechffertigungsschema? Sie wischen einfach Fakten beiseite um ihr klein klein denken zu rechtfertigen. Eine Gegenargumentation haben sie nicht. Woher auch.... die Überpopulation ist greifbarer als eine eventuelle Klimakathastrophe ( gibt es so wie so nicht, der Erde juckt es nicht, höchstens der Gattung Mensch) .

  10. 74.

    Also ich bekomme es von unserem neuen GAS Heizkraftanlage um die Ecke....hängen ca. 5000 Haushalte dran..... und soweit mir bekannt ist, hat Berlin auch andere eigene Kraftwerke. Oder wie kam der Strom in das geteilte West-Berlin? Wie wäre es mit etwas wissen? ....und wie produziert Polen seinen Strom? Ahhhh Kohle und vielleicht demnächst Atom!.

    Also bei ihrer Bemerkung: Nullargument, stellt sich gerade die Frage was bzw. wer hier Null ist.

  11. 73.

    Möglicherweise haben wir Älteren aber auch einfach nur verstanden, dass Ihre Aussage zur Zukunft nicht stimmt. Nicht mal zur Gegenwart passt. Bildungsnotstand halt. Und dass es bei Modellierungen nicht um verstehen, sondern um glauben geht. Und wir Alten, wenn es um neue Religionen geht, auch einfach aus Erfahrung klüger und somit raus sind.

  12. 72.

    Selbstverständlich war die Nachkriegszeit Wohlstandszeit, Nachkriegszeit meint ja nicht '45 bis '51. Dann kam die Fresswelle.

    Aber manche können hier nicht mal bis drei zählen.

  13. 71.

    Ja ist klar , die Nachkriegszeit war Wohlstandszeit ... ganz bestimmt .Bei solchen Kommentaren brauch man sich nicht wundern , daß die sogenannten "Alten" lieber an ihren eigenen Verstand glauben , als an den der verängstigten Klimakindern .

  14. 70.

    Nehmen Sie es wie der befangene Richter der die Klimaakltvistin rechtsbeugend verurteilt hat...

    "Die Menschheit wird ohnehin aussterben"... Leider kein Witz.

  15. 69.

    Ok, Ihre Gedanken kann ich nachvollziehen. Dass die Menschheit sich gerade abschafft, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. ABER...was ist die Lösung? Weiter wie bisher kann keine Lösung sein. Wenn alle anderen auch nichts machen, kann ich auch meine Hände in den Schoß legen - kann auch nicht die Lösung sein.

    Was ist Ihre Lösung?

  16. 68.

    Der einzige Kommentar hier, dem ich zustimmen kann.

    Nein, leider haben es die Menschen nicht begriffen, werden sie auch nicht - zumindest die "Alten" nicht, die immer schon im Wohlstand gelebt haben - und diesen einfach nicht aufgeben wollen. Dass die zu erwartende Klimakrise uns alle noch viel viel mehr kosten wird als die Kosten, die wir haben, wenn wir die Stadt (und die Welt) klimagerechter gestalten würden, das scheinen die meisten irgendwie nicht zu verstehen.

  17. 67.

    Leider ein komplett illusorisches Vorhaben, dass die Klimaschützer weiter als weltfremde "Träumer" wahrnehmen lassen wird. Rethorisch erinnert mich vieles, was von dieser Klimainitiative kommt, an eine gewisse rot-blaue Partei. Was mich in den entsprechenden Kanälen auch immer wieder wundert ist, dass die Initiative scheinbar nicht so wirklich daran zu denken scheint, dass auch Leute, die mit "Nein" stimmen wollen, Briefwahlunterlagen beantragen. Man jubelt über 300.000 beantragte Briefwahlunterlagen - nur … das besagt eigentlich gar nichts. Weltfremd ist die Initiative beosipielsweise in dem Punkt, dass sie für erschwingliche Energie wirbt. Für alle sozialen Schichten. Nur leider werden die extremen Sanierungskostens die dafür notwendig sind, auf die Mieter abgewälzt. Und erklärt mal jemanden vom Stadtrand, er soll sich das Geld für seine Sozialwohnung künftig verdienen, indem er sein Auto stehen lässt und mit dem Fahrrad oder den (völlig dysfunktionalen Öffis) in die Fabrik fährt.

  18. 66.

    Es geht ja auch nicht um das Weltklima, sondern um das Klima in Berlin. Oder warum heißt es "Klimaneustart Berlin"?

    Wenn man das einmal begriffen hat , dann tuts nicht mehr so weh .

  19. 65.

    Ob Berlin nun 2030 oder 2040 oder überhaupt irgendwann mal Klimaneutral wird ist für das Weltklima sowas von egal .Wenn man das einmal begriffen hat , dann tuts nicht mehr so weh .

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