Drohendes Aus für Clubs - Mehrere tausend Menschen demonstrieren gegen A100-Ausbau

Sa 02.09.23 | 16:09 Uhr
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02.09.2023, Berlin: Zahlreiche Menschen nehmen an der Demonstration der Berliner Clubcommission gegen den geplanten Ausbau der A100 teil.(Quelle:dpa/F.Sommer)
dpa/F.Sommer
Video: rbb|24 | 02.09.2023 | Material: rbb|24 | Bild: dpa/F.Sommer

Sie ist eines der umstrittensten Bau-Projekte Berlins: Die Verlängerung der Stadtautobahn A100 wäre das Ende für viele Clubs im Osten der Stadt. Am Samstag demonstrierte die Clubszene zusammen mit Umweltverbänden gegen den Weiterbau.

Mehrere Tausend Menschen haben am Samstag in Berlin gegen den Weiterbau der Stadtautobahn A100 nach Friedrichshain demonstriert.

Rund 7.000 Menschen beteiligten sich an dem Protest, auch am Abend gegen 21 Uhr waren am Ostkreuz laut Polizei noch so viele Menschen vor Ort. Die Organisatoren der Musik-Kundgebung "A100 wegbassen! Umweltschutz statt Autoschmutz" hatten mit bis zu 20.000 Teilnehmern gerechnet, angemeldet waren 10.000 Menschen. Nahe dem Bahnhof Ostkreuz standen zahlreiche Bühnen, wo bis gegen 22 Uhr Musik gespielt wurde.

Etwa 800 Menschen nahmen zunächst an einer Fahrrad-Demo teil, wie ein Polizei-Sprecher dem rbb sagte. Neben weiteren Gruppen hatte die Club Commission, der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), die Bürgerinitative A100 sowie Fridays for Future zum Protest aufgerufen.

Clubs, die durch den Weiterbau der A100 zwischen Elsenbrücke und Ostkreuz verschwinden könnten (Quelle: rbb)
| Bild: rbb

A100 würde durch Club-Kiez führen

Würde die A100 wie geplant weitergebaut werden, müssten neben einigen Wohnhäusern und Gewerbehöfen auch zahlreiche Clubs im Berliner Osten weichen. Nach Angaben des Sprechers der Club Commission, Lutz Leichsenring, sind etwa fünf Clubs vom Ausbau der A100 direkt gefährdet, dazu gehören das "about blank", der "Club Ost" und "Renate". Im weiteren Verlauf seien sogar bis zu 21 Kultureinrichtungen betroffen.

Der BUND-Referent Björn Obmann sagte, auch mit Blick auf die Klimakrise sei der Ausbau problematisch. "Es ist dumm, die Mobilität von heute in Beton zu gießen, statt zu gestalten und den Gestaltungswillen zu zeigen."

Genehmigungsverfahren könnte 2027 starten

Das Bundesverkehrsministerium will die Stadtautobahn ab dem Treptower Park in Friedrichshain Richtung Lichtenberg ausbauen. Mit dem Bau dieses 17. Abschnitts soll die Verbindung zwischen westlicher und östlicher Innenstadt laut Ministerium verbessert werden. Anwohner sollten so von Durchgangsverkehr entlastet und die Wohn- und Lebensqualität in den Berliner Kiezen verbessert werden. Ein konkreter Start für den Bau steht noch nicht fest. 2027 will die zuständige Autobahn GmbH das Genehmigungsverfahren beim Fernstraßenbundesamt beantragen.

Sendung: rbb24 Abendschau, 02.09.2023, 19:30 Uhr

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119 Kommentare

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  1. 119.

    Perfekt, ich habe noch einen Bollerwagen, hat 4 platte Reifen, können Sie morgen abholen.

  2. 118.

    Die Partytouris lassen Geld in Berlin. Berlin will eine Weltstadt sein, die Touristen wollen nicht nur in Hotels übernachten, Sehenswürdigkeiten anschauen, sondern auch Spaß haben. Nicht jeder Tourist ist Rentner. Durch andere Hauptstädte führen auch Autobahnen. Kein Verkehr bedeutet in so einer Stadt Stillstand in jeder Hinsicht. Es ist eine Hauptstadt, keine Seniorenredidenz mit hochgeklappten Bürgersteig und Licht aus abends um 10.

  3. 117.

    Hihi, die EAutos sind bis 2030 sogar von der Kfz Steuer befreit. Das gibt es nur im Land der Automafia.

  4. 116.

    Liebe Patrymenschen am und um das Ostkreuz,
    ich wohne in Karlshorst und darf jedes Wochenende eure Bässe von Freitag bis Sonntagmorgen hören!! Leider interessiert euch das gleich Null!!! Wenn es ruhiger wird durch den Ausbau der A100 , bin ich froh obwohl kein Auto habe und wahrscheinlich der Jugend noch weit voraus bin und jeden Tag mit dem Rad fahre, meine Urlaub mit der Bahn Plane und und und…Fazit, baut die A100 aus, die Innenstadt wird entlastet, die Öffentlichen Verkehrsmittel/Bus kommen schneller von A nach B !! Fahrradstraßen hätten mehr Platz und mehr Sicherheit, also für Alle was dabei, ach und vielleicht weniger Staus für die Autos!!!

  5. 115.

    Ich möchte die Frage gern für Kerstin beantworten. Sie haben in Berlin die Möglichkeit 24 Stunden am Tag loszufahren, bis fast zur Stadtgrenze und womit fahren Sie dann weiter? Mit dem Schlauchboot?

  6. 114.

    Wenn das abgebildete Planungsfoto die A100 Verlängerung darstellen sollte, meine naive Frage dazu, warum nicht "Überdeckeln" wie die A7 im Westen Hamburgs ?
    Schnelsen 600m, Stellingen 800 m (beide fertig), Altona 2,1 km ! zur Zeit im Bau.
    Der Bund zahlt nur den gesetzlichen Anteil zur
    Lärmbelästigung,ca. 800 Mio Euro von Hamburg finanziert.
    Aber wie hieß es bei einem Bürgermeister, arm aber sexy.

  7. 113.

    Interessanterweise soll, vielen Befürwortern zufolge, die A100 doch eher lokale Probleme lösen ... möglicherweise ist bei diesem Projekt diese sehr harte Kompetenzgrenze einfach falsch?

  8. 112.

    Und Sie nutzen dann nicht die A100, wenn diese irgendwann einmal fertig ist?
    Oder andersherum könnten Sie schon jetzt auf Ihr Auto verzichten und den ÖPNV nutzen.

  9. 111.

    "Man könnte aber durchaus hinterfragen, warum der Clubsenatpr der Linken sich zur Zeit von RRG nicht dafür eingesetzt hat, dass die A100 aus dem Flächennutzungsplan des Landes Berlin verschwindet?"

    Weil das nicht seine Aufgabe war. Der Stop war beschlossene Sache, auch die sPD war dafür nicht weiterzubauen, schon wieder vergessen?

    Ihr wahnhafter Hass auf RRG trübt ihre Erinnerung. Ein notorischer Lügner sind sie obendrein wenn es darum geht Grüne oder Linke zu diffamieren.

  10. 110.

    "Das Tempelhofer Feld hätte Platz für 10.000de Wohnungen."

    Logisch, lasst uns noch mehr zubauen und Schneisen in die Stadt bauen.

    "Die A100 ist sinnvoll und logisch, wir leben nicht im Jahr 1880. " Das behaupten sie!

    "Woanders in der Welt wird in Metropolen nicht so ein Affentanz aufgeführt wie in Berlin von Nicht-Berlinern."

    Stimmt, da verschwendet man auch keine Milliarden für völlig überflüssigen Firlefanz für eine Minderheit, die besonders laut schreit. Da baut man den ÖPNV aus.

    Und die Behauptung "Nicht-Berlinern" haben sie frei erfunden.

  11. 109.

    "Begreifen die wirklich nicht,dass der Ausbau den Autoverkehr aus die Stadt holt. "

    Sie begreifen nicht dass der Ausbau für weiteren Verkehr sorgen wird. Eine todbringende Schneise mitten durch Wohngebiete, der Lobbyverein FDP lebt noch in den 60ern des letzten Jahrhunderts. Nicht zufällig arbeitet FDP Czaja bei einer Firma die massiv vom Autobahnbau profitiert.

  12. 108.

    "Zu Lastenfahrrädern: riesengroße sperrige Gefährte, an Ampeln paar Stück mit Kindern drin nebeneinander bedeutet Gewerre und Enge. Kräftetechnisch kriegt das nicht jeder hin. "

    Jede Wette, sie haben noch nie ein Lastenrad aus der Nähe gesehen, geschweige sind sie jemals eines gefahren. Sie schreiben dummes Zeug.

  13. 107.

    Ganz einfach: Weil das Ressort Umwelt, Verkehr, Klimaschutz im AGH mit den Grünen besetzt war und die wollten den weiteren Ausbau verhindern (siehe https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2022/11/berlin-a100-gruene-abgeordnetenhaus-ausbau.html) wat der CSU aber nich gepasst hat!

  14. 106.

    „Das Bundesverkehrsministerium will die Stadtautobahn ab dem Treptower Park in Friedrichshain Richtung Lichtenberg ausbauen.“
    Die Stadtautobahn geht det Bundesministerium einen Scheiß an. Das ist zuständig für die Verkehrsinfrastruktur des Bundes. Das Projekt ist Angelegenheit des Landes/der Stadt Berlin und der Stadtbezirke, auch wenn sich der Bund die Gesetze so zusammengebastelt hat, dass er sich in Länderangelegenheiten einmischen kann.
    Det BMDV soll sich mal lieber um die Dinge kümmern, die et bisher verschlafen hat: Digitale Infrastruktur sowie Strom- und Schienennetz!

  15. 105.

    7.000 Teilnehmer dieser Demonstration gegen fast vier Millionen Berliner.
    Das zeigt die Proportion. Die überwältigende Mehrheit der Berliner findet die Fertigstellung dieses wichtigen Infrastrukturprojektes richtig und wichtig.

  16. 104.

    Nein, ich war gerade da: Jede Menge Anwohner, die keinen Bock auf Betonwüste vor der Tür haben. Dazu kommt, dass das Vorhaben aberwitzig teuer ist und kaum tatsächlichen Nutzen hat. Auf 4 km rasen bringt max. ein paar Minuten Zeitersparnis. Und ja, ich fahre diese Strecke regelmäßig mit dem Auto. Die Lösung ist mehr, besserer und günstiger ÖPNV. Von dem eingesparten Geld darf der Bund gern Wohnungen bauen. Die brauchen wir tatsächlich.

  17. 103.

    Die Bezirke entscheiden über kommunale Angelegenheiten, das Land über Landesangelegenheiten. und der Bund über Bundesangelegenheiten, und Autobahnen und Bundesstraßen, die eine bundesweite Infrastruktur zu sichern haben, die obliegen mit recht der allenige Kompetenz des Bundes.
    Das provinzielle Denken mancher "Lokalfürsten" und deren Gefolge, ist nichts neues.

  18. 102.

    Die Bezirksämter müssen nach Recht und Gesetz entscheiden, nicht willkürlich. Man könnte aber durchaus hinterfragen, warum der Clubsenatpr der Linken sich zur Zeit von RRG nicht dafür eingesetzt hat, dass die A100 aus dem Flächennutzungsplan des Landes Berlin verschwindet?

  19. 101.

    Ich wünsche Ihnen keine Abgase direkt vorm Fernseher.
    Vlt sollte man mal logisch denken und nicht mit E Mobilität argumentieren.

  20. 100.

    Schon mal etwas von Demokratie gehört. Warum gibt es denn Bezirke und die BVV.....

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