Kampf gegen Schleuserkriminalität - Stübgen kritisiert Bundesmodell für Grenzkontrollen zu Polen und Tschechien

Mi 27.09.23 | 17:37 Uhr
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Polizeibeamte überprüfen einen Kleintransporter bei einer Kontrolle gegen Schleuserkriminalität. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Video: rbb24 | 27.09.2023 | Nachrichten | Bild: dpa/Patrick Pleul

Mehr Kontrollen an der Grenze zu Polen und Tschechien: Das Bundesinnenministerium will damit die Schleuserkriminalität besser bekämpfen. Der Brandenburger Innenminister Stübgen positioniert sich deutlich gegen die Pläne.

Für ein verschärftes Vorgehen gegen Flüchtlingsschleuser hat Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) zusätzliche Kontrollen der Bundespolizei direkt an den Grenzen zu Polen und Tschechien angeordnet. Der Bundespolizei sollen "flexible Schwerpunktkontrollen" im Grenzgebietermöglicht werden.

"Wir müssen das grausame Geschäft der Schleuser unbedingt stoppen, denn die setzen mit maximalem Profit Menschenleben aufs Spiel", sagte Faeser am Mittwoch in Berlin. Man wolle "durch flexible und mobile Kontrollen an wechselnden Orten" Ausweichbewegungen der Schleuser verhindern, so Faeser weiter.

Stübgen kritisiert Faeser und befürchtet Unfälle

Der Brandenburger Innenminister Michael Stübgen (CDU) kritisierte dieses Vorgehen in einer Pressemitteilung. Seiner Meinung nach, würden Schleusungen durch die nun beschlossene Kontroll-Taktik "nicht wirksam bekämpft".

Stübgen sagte weiter: "Über Faesers Schlingerkurs kann sich nur die Schleppermafia freuen". Faeser habe nun die "vollständige Verantwortung für drohende schwerste Unfälle auf unseren Autobahnen und Straßen", so Stübgen in seinem kurzen Statement, das keine weitere Erklärung für diese These lieferte.

Der Brandenburger Innenminister hatte in den vergangenen Wochen immer wieder stationäre Grenzkontrollen zu Polen statt der nun beschlossenen flexiblen Kontrollen gefordert. Dies hatte Faeser bislang abgelehnt. Für die Zukunft schloss sie diese stationären Kontrollen im Innenausschuss des Bundestags allerdings nicht aus.

Keine dauerhaften Kontrollen

Die Bundesinnenministerin sagte, es solle dafür gesorgt werden, dass die Kontrollen auf Pendler und den Güterverkehr "so wenig wie möglich Auswirkungen" hätten.

Auf dauerhafte Kontrollen an den Grenzübergängen verzichtet Faeser auch deshalb anders als von der Union gefordert weiter. Der Ministerin zufolge sollen die zusätzlichen Schwerpunktkontrollen "ab sofort" erfolgen. Sie sollten auch "auf der Grenzlinie" zu den Nachbarstaaten stattfinden und sollten die bisher praktizierte Schleierfahndung ergänzen.

Die neuen Kontrollen müssten anders als stationäre Grenzkontrollen aber nicht bei der EU-Kommission angezeigt werden, sagte Faeser.

Zoll soll bei Kontrollen unterstützen

Für die Kontrollen sollen zusätzliche Kräfte der Bundespolizei eingesetzt werden. Wie viele das sein werden, sagte Faeser nicht.

Auch bis zu 500 Vollzugsbeamte vom deutschen Zoll sollen die Kontrollen unterstützen. Das kündigte der für den Zoll zuständige Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) an. "Nach 2015 hat Deutschland streckenweise die Kontrolle über den Zugang in dieses Land verloren", räumte Lindner ein. Dieser Zustand dürfe nicht fortgesetzt werden, hieß es.

Wegen des Anstiegs der Zahl der Migranten, die über Polen und Tschechien nach Deutschland einreisen, waren Forderungen nach stationären Grenzkontrollen zu diesen beiden Ländern lauter geworden - unter anderem von Stübgen.

Stationäre Kontrollen gibt es seit der großen Fluchtbewegung nur an der deutsch-österreichischen Grenze.

Sendung: rbb24 Brandenburg aktuell, 27.09.23, 19:30 Uhr

46 Kommentare

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  1. 46.

    Nicht nur in Forst. In der ganzen Region hier 20km bis zur Grenze sieht man die Gruppen an den Straßen wandern. Inzwischen sieht man täglich Mannschaftswagen der Polizei mit Blaulicht durch unser Dorf fahren. Und das ist eine Nebenstraße.

  2. 45.

    Was ist denn AgD. Man hat den Eindruck, dass Sie gar nicht verstehen um welche Problematik es geht. Aber einfach mal drauf hauen, statt konstruktiv zu sein.

  3. 44.

    Auf dem Mittelmeer die Schiffe aufbringen und beschlagnahmen, die Migranten zurück nach Nordafrika bringen. Ihnen dort Nahrung und medizinische Erstversorung geben, sie registrieren und ihnen 100 Dollar geben, wenn sie nach Hause gehen und ihnen 500 Dollar zahlen wenn sie zuhause angekommen sind. Die Registrierung dient dazu dass sie das nicht noch einmal machen. Über die Radiosender (in Afrika wird viel Radio gehört) und andere Medien allen klar machen, dass es nicht lohnt und niemand mehr nach Europa kommt. Darüberhinaus Frauen direkt ohne Geld zurückbringen in Sammelbussen, damit die gar nicht erst auf die gefährliche Reise geschickt werden, aber sicher zurückkommen. Das kostet insgesamt weniger als wenn das über Europa läuft. In ein paar Jahren zahlt man jedem 40jährigen 300 Dollar Bleibeprämie falls er nicht als junger Mann an der afrikanischen Nordküste registriert wurde und an der Küste gar nichts mehr zahlen. So, oder so ähnlich sollte man das machen.

  4. 43.

    Ich nehme an Sie zahlen monatlich ein paar Hundert Euro extra an Migranten. Denn deren Asylleistungen reichen nur aus, sich selbst zu versorgen. Denken Sie daran dass nicht jeder zahlen kann/will. Wieviel unterstützen Sie eigentlich, wenn ich fragen darf?

    Es ist doch so, dass viele Analphabeten sind (2016 waren es 16%) oder keinen Schulabschluss haben, keinen Berufsabschluss. Niemand stellt sie ein, sie haben aber die Verpflichtung ihren Familien gegenüber Geld zu schicken. Zum einen um die teure Überfahrt abzuzahlen (sonst gibt es Gewalt gegen die Familien durch Schlepper im Dorf, die ihr Geld ja auch sehen wollen) und dann wenn das getan ist um der heimatlichen Familie ein bisschen Wohlstand oder wenigstens Hunger zu vermeiden. Dazu reicht das Asylgeld aber nicht.

    Wir müssen entweder mehr zahlen für die afrikanischen Familien (340 Mio Afrikaner wollen nach Europa kommen mittelfristig) oder gar nichts(auch keine Lebensmittelkarte), wirklich gar nichts damit niemand mehr kommt.

  5. 42.

    "In Amerika hat man in den 80er Jahren alle Sozialleistungen abgeschafft" Das war unter US Präsident Clinton. Die italienische Regierungschefin Meloni hat vor einigen Wochen in ihrem Lande ebenfalls verschiedene Sozialleistungen abgeschafft, „Wer arbeiten kann, darf dem Staat nicht auf der Tasche liegen“, sagt Italiens Ministerpräsidentin Meloni – und kürzt die Unterstützung für Alleinstehende von 780 auf 350 Euro im Monat. Was natürlich den Pullfaktor für Deutschland entsprechend vergrößert. Denn hier gibt es das Doppelte. Die in Lampedusa angelandeten Migranten werden in großer Zahl nach Deutschland weiterziehen, das ist völlig klar und unstreitig. Italiens Regierungschefin weiß, dass das aktuelle System zur Mindestsicherung unfinanzierbar ist.

  6. 41.

    In Amerika hat man in den 80er Jahren alle Sozialleistungen abgeschafft für die ersten 5 Jahre die jemand in den USA ist. Durch diesen radikalen Schritt konnte die Schleuserkriminalität erheblich reduziert werden. Es ist ja niemandem zu verdenken nach Europa zu kommen wenn er hier versorgt wird. Dass das eigentlich nicht ausreicht um allzuviel nach Hause zu schicken ist dann was anderes. Aber warum soll man in Afrika nicht seinen Acker verkaufen um seinem Sohn die Überfahrt nach Europa zu ermöglichen. Irgendwie wird er es schaffen, falls er sich in seinem Dorf bereits bewährt hat. Da setzen dann alle auf diesen jungen hochangesehenen Mann und geben noch Geld dazu. Und wenn er dann das Geld nicht zurückschickt, werden die Eltern mit Gewalt unter Druck gesetzt, da es in vielen Dörfern eben, anders als hier, keine rechtsstaatliche Art der Auseinandersetzung gibt. Wir haben unseren Spass durch Multikulti- die aufgrund falscher Annahmen hier her gelockten wohl eher nicht.

  7. 40.

    Die Aussage stimmt. Aber da zeit sich mal wieder welch Geistes Kind Frau Faeser ist und was ihr wirklich wichtig ist.
    Diese Frau ist schlichtweg untragbar geworden.

  8. 39.

    Wenn sie das "Geschäft der Schleuser unbedingt stoppen" wollen würden, dann müssten sie erstmal bei sich selbst anfangen und ihre grausamen(Burgfriedens-)Politik der Abschiebungen und Abschottungen aufgeben, da diese erst die Geschäftsgrundlage von "Schleusungen" geschaffen hat.

  9. 38.

    Die Flüchtlinge werden sollange einen Weg zu uns finden, bis wir den Leistungsbezug komplett einstellen!

  10. 37.

    Faeser will keine männlichen Journalisten

    FOCUS schreibt, Nancy Faeser wolle auf einer Veranstaltung nur mit weiblichen Politikern auch nur weibliche Journalisten dabei haben. (Wird beispielsweise Pistorius andersrum das auch so halten?)

    Hört sich nach Verletzung des Art. 3 Abs. 3 GG durch die Innenministerin an. Insofern wäre ja Faesers Ankündigung lt. FOCUS gegenstandslos.-

    Ist aber tatsächlich kein Problem, weil sich ja heute jeder zur Frau erklären kann.

  11. 36.

    Ich bestreite ja nicht das es auch emphatielose Nazis gibt.
    Mit Menschenwürde könnt ihr nichts anfangen. Konnten eure Großväter auch schon nicht.
    Und trotzdem bin ich nicht dafür das jeder der kommt auch bleiben kann.

  12. 35.

    Na na na, nicht gleich wieder alle in die rechte Ecke schieben!

  13. 34.

    ""Leistungen kürzen und vor allen Dingen nicht mehr bar, sondern Lebensmittelgutscheine etc. Und schon wird es wieder unser Land."

    Rechtsextremes Geschwurbel."

    Nö. Lösungen, die andere Länder mit Erfolg anwenden.

  14. 33.

    @Bine.
    Ohh, Sie haben die Kopie das Dritte mal gepostet!!!...
    Vielleicht sollten Sie sich einen neuen Kommentar ausdenken...

  15. 32.

    @Bine.
    Warum posten Sie den gleichen Kommentar (mit den gleichen Fehlern) innerhalb einer Stunde? Er wird deshalb nicht besser.
    Und was meinen Sie mit "dann ist es wieder unser Land"? Wem gehört es denn jetzt? Sie haben wirklich eine sehr eigene Sicht der Realität.

  16. 31.

    "Das Lavieren nimmt kein Ende: Erst vor wenigen Tagen hatte Innenministerin Faeser (SPD) den Eindruck erweckt, sie werde Forderungen nach stationären Kontrollen an den Grenzen zu Polen und zu Tschechien nachgeben. Nun aber will sie davon nichts mehr wissen. Ihr neues Vorhaben wirft Fragen auf. "(WELT)

  17. 30.

    Und als Ablenkungsmanöver wird dann die Meldung, man habe eine rechtsextreme Vereinigung verboten, groß lanciert.

    Nein, Frau Faeser, das lenkt nicht vom größten Problem, der unkontrollierten Zuwanderung, ab. Glauben Sie nicht, dass sie die Bürger damit ruhigstellen könnten.

  18. 29.

    Wenn die rechtsextremen Wähler der AgD denken könnten gäbe es die AgD überhaupt nicht.

  19. 28.

    Pushbacks sind illegal aber Gesetze haben Rechtsextreme noch nie sonderlich interessiert wenn es um die eigene "Sache" geht.

  20. 27.

    Der Höhenflug wird weitergehen, da die jetzige Bundesregierung die schlimmste ist, die Deutschland je hatte.

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