Berlin-Mitte - Diese Gebiete sind während des Erdogan-Besuchs abgesperrt

Fr 17.11.23 | 12:03 Uhr
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Potsdamer Platz ist gesperrt am 17.11.2023 (Quelle: rbb)
Audio: rbb 88.8 | 16.11.2023 | Katharina Trümper | Bild: rbb

Am Freitag ist der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan zu Gesprächen in Berlin. Die Polizei hat vorab bekanntgegeben, dass drei Gebiete in der Innenstadt zu Sperrzonen erklärt werden.

Wegen des Besuchs des türkischen Präsidenten Erdogan in Berlin wird am Freitag in der Innenstadt umfangreiche Sperrungen geben. Wie die Polizei am Donnerstagnachmittag bekannt gab, werden insgesamt drei Sperrzonen in Mitte eingerichtet: im Regierungsviertel, um das Bundeskanzleramt herum und am Potsdamer Platz, um die türkische Botschaft.

Zwischen 6 Uhr und Mitternacht sollen innerhalb der Sperrzonen Parkverbote gelten, sogar für Fahrräder. Auch das Befahren der Spree mit Schiffen ist im Regierungsviertel untersagt. Die Polizei wird dort mit einem Boot Präsenz zeigen.

Versammlungen sind in diesen Gebieten verboten. Zutritt werden nur Menschen haben, die dort wohnen oder arbeiten. Die Behörden stufen Erdogan als Staatsgast ein, dessen Besuch einen besonderen Schutz erfordert.

Diese Gebiete sind gesperrt:

Das Regierungsviertel wird südlich der Spree zwischen John-Foster-Dulles-Allee und Konrad-Adenauer-Straße / Otto-von-Bismarck-Allee gesperrt sein, auch die Brücken über die Spree und die Wasserstraße selbst zählen dazu.

Einschränkungen in Teilen Berlins am 17. November 2023 (Quelle: Polizei Berlin)

Rund ums Schloss Bellevue sind der Große Stern, der Spreeweg direkt vor dem Schloss, zwischen Siegessäule und die Paulstraße, bis hoch zur Kreuzung Lüneburger Straße, die John-Foster-Dulles Allee und das Ufer direkt am Schlossgarten Teil der Sperrzone.

Einschränkungen in Teilen Berlins am 17. November 2023 (Quelle: Polizei Berlin)

Am Potsdamer Platz erstreckt sich das Gebiet trapezförmig von der Potsdamer Straße nach Norden bis zum Tiergarten - zwischen Ebertstraße und Bellevuestraße (am ehemaligen Sony-Center).

Einschränkungen in Teilen Berlins am 17. November 2023 (Quelle: Polizei Berlin)

Wer diese Gebiete betreten möchte, muss mit geeigneten Dokumenten nachweisen, dass es ein berechtigtes Anliegen gibt. Die Polizei bittet daher Bürgerinnen und Bürger, Ausweisdokumente dabeizuhaben.

Zum Schutz des Besuchs und der Sperrzonen ist die Polizei nach eigenen Angaben mit mehr als 1.500 Beamten im Einsatz. Darunter seien Polizisten aus acht Bundesländern sowie der Bundespolizei. Bei Erdogans letztem Besuch im Jahr 2018 waren insgesamt über 4.000 Polizisten im Einsatz.

Erdogan landet voraussichtlich am Freitag gegen Mittag auf dem Berliner Flughafen und trifft am frühen Nachmittag Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Anschließend stehen ein Gespräch mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sowie ein Abendessen auf dem Programm. Die Abreise ist für den Abend geplant.

Zahlreiche Demos angekündigt

Rund um Erdogans Besuch sind für Freitag und Samstag auch mehrere Demonstrationen gegen den Präsidenten und unter anderem für die Rechte von Kurden geplant.

Am Samstag soll es in Kreuzberg am Oranienplatz ab 11 Uhr eine Demonstration gegen das Verbot der "Arbeiterpartei Kurdistans" (PKK) und gegen Erdogans Politik geben, zu der 3.000 Teilnehmener angemeldet sind, wie die Deutsche Presse Agentur berichtet. Auch linksradikale Gruppen sollen zur Teilnahme aufgerufen haben. Endpunkt soll das Brandenburger Tor sein.

Ab 14.00 Uhr ist dann eine Demonstration für Palästina und gegen den Angriff Israels auf den Gazastreifen mit 10.000 Teilnehmern in der Innenstadt angemeldet. Sie beginnt am Invalidenpark nahe dem Hauptbahnhof und führt durch die Friedrichstraße und Leipziger Straße ebenfalls zum Brandenburger Tor.

Am Samstagabend spielt Deutschland außerdem ein Fußball-Testspiel im Olympiastadion gegen die Türkei.

Sendung: rbb 88.8, 16.11.2023, 17:30 Uhr

34 Kommentare

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  1. 34.

    Ein autoritärer Diktator, der im Inland wie Ausland der Türkei Menschen verfolgt, Verbrechen begehen lässt, Menschen- und Völkerrecht mit Füßen tritt und ein glühender Vertreter des islamistischen Terrorismus ist, ist kein willkommener Gast. Israelbezogenen Antisemitismus verbreiten, Israel dämonisieren, während man das eigene Land komplett herunterwirtschaftet als kleine erzkorrupte Machtelite: 60% Inflation auf Lebensmittel, Überschuldung, Vetternwirtschaft im Bausektor, Kreditbetrug - Türkei in a nutshell.

    Der ebenso menschenrechtswidrige Versuch, Migration und Asyl weiter zu delegitimieren und zu kriminalisieren und in diesem Zusammenhang das Flüchtlingsabkommen mit der Türkei wiederzubeleben, ist aktiver Demokratieabbau und verfassungswidrig. Anziehungs- oder Abschreckungseffekte gibt es gegenüber Asyl etc. nicht und failed states wie die Türkei mit Geld vollzupumpen, sorgt nur für den Erhalt und die Erhöhung von Fluchtursachen sowie tatsächlicher Schlepperei.

  2. 33.

    Man tut ja so als käme der US Präsident. Völlig ungerechtfertigter Aufwand. Da fehlt jedes Verständnis dafür.

  3. 32.

    Ihr Kommentar ist sinnbefreit. Sie hat mit ihrem Kommentar vollkommen recht. Ich verstehe auch nicht, weshalb nach dem ersten Vorfall eine Wiederholung möglich war.

  4. 31.

    1. Ja, wir wünschen uns alle ein erfolgreicheres Vorgehen der Sicherheitskräfte. Warum das nicht passiert weiß der Geier.
    2. Ja, es ist in ALLEN Nachbarländern undenkbar, dass man dort Wahrzeichen des Staates angreifen kann. In Frankreich geht die Polizei entschlossener vor.
    3. Ja, es gibt in vielen europäischen Ländern in der Tat Organisationen von Bürgern. Man sieht das aber nicht gern. In Deutschland ist das anders. Da schreibt man beim rbb und hofft, dass das was ändert.

  5. 30.

    Nö. Aber danke, dass sie mir antworten. Und viel Spass beim Vollschmieren UNSERES BRANDENBURGER TORES.
    Hoffentlich greift man sie dabei. Wenn der Bereich diesmal unter Polizeiaufsicht steht wird man sie erwischen.

    Gilt auch für
    16. habesch BerlinDonnerstag, 16.11.2023 | 22:33 Uhr
    15. AnniPrenzlberg Donnerstag, 16.11.2023 | 22:18 Uhr

  6. 29.

    Verzeihen se mir bitte die Nachfrage: Was wollten sie jetzt gleich sagen? Es klang alles so wirsch.

    Hier nochmal mein Kommentar:
    "14.MarianneDonnerstag, 16.11.2023 | 21:02 Uhr
    Antwort auf [Hei] vom 16.11.2023 um 19:59

    Danke. Aber ob das LG von weiteren Aktionen abhält. Polizeischutz scheint es ja nicht zu geben. In Polen bilden sich bei ähnlich Problemen Bürgerwehren. Ja Polen, das wär was..........."

  7. 27.

    @ Marianne, wer hält Sie auf? Oder warum nicht gleich die Türkei? Da können Sie ja auch die Hundertschaft Polizei ausprobieren.

  8. 26.

    @ Rainerharald, wann wäre denn für Sie ein passender Zeitpunkt? Ihr Urlaub?
    Sie wissen aber schon, das Sie in der Hauptstadt leben?

  9. 25.

    Die Hamas-Sympathisanten seinen darauf hingewiesen, dass "From the River to the Sea" vom BMI als verbotene Parole der palästinensischen Terror-Organisation eingestuft worden ist und deren Verwendung eine Straftat gemäß StGB §§ 86f darstellen könnte,

  10. 24.

    Solange solche Typen wie Erdogan solche Hasskommentare (gegen Israel und westliche Werte) von sich geben, was will er dann in der EU bzw in Deutschland. Wir sind doch die, gegen die man lt. Erdogan sein soll!

  11. 23.

    Eine Karte mit den eingetragenen Sperrgebieten wäre hilfreich. Dann wüsste ich z.B. ob ich durch den Tiergarten zur Arbeit komme mit dem Rad.

  12. 22.

    Kennst da in deiner Stadt nicht aus? Ist doch alles von RBB gesagt. Man kann, nachschauen auf maps und die Gebiete weiträumig umfahren.

  13. 21.

    Wie wäre es denn mit umziehen? Sie sehen ihre Wünsche erfüllt, wir bleiben von Ihren Machtfantasien verschont. Eine Win-Win-Situation.

  14. 19.

    Als Netanjahu kam, wurde auch noch die Stadtbahn gesperrt.
    Diese Schikane kommt dann plötzlich mitten im Berufsverkehr unangekündigt.

  15. 18.

    In den letzten Tagen hat sich die türkische Währung wieder merklich abgeschwächt und sogar die 30-Lira-Marke durchbrochen. Für 1 Euro müssen die Türken nun über 31 Lira bezahlen. Auch das zeigt, was die internationale Finanzwelt von Präsident Erdogan hält.

  16. 17.

    Na toll. Und wenn der Herr von A nach B kutschiert wird, ist auch wieder der Bahnverkehr eingestellt.

  17. 14.

    Danke. Aber ob das LG von weiteren Aktionen abhält. Polizeischutz scheint es ja nicht zu geben. In Polen bilden sich bei ähnlich Problemen Bürgerwehren. Ja Polen, das wär was...........

  18. 12.

    Ich finde den Zeitpunkt gut, besser ist es, wenn Feinden miteinander reden als wenn sie aufeinander schießen.
    Das nennt man übrigens Diplomatie, man muss sich deshalb nicht lieb haben!

  19. 11.

    Warum treffen die sich nicht in Meseberg? Da ist es ruhig, schön, kein Stress in der Stadt und der Teppich kann auch in Neuhardenberg landen.

  20. 9.

    Ob es Ihnen nun passt oder nicht....Erdogan kommt und wird behandelt wie jeder andere Staatsgast auch. Und dass ist auch gut so.

  21. 8.

    Lieber rbb, warum könnt ihr bei solchen Meldungen nicht mal eine Karte mir den gesperrten Gebieten aufzeigen zur besseren Orientierung?

  22. 7.

    Flugverbotszone für Privatflüge wohlgemerkt - die gewerbliche Passagierluftfahrt vom und zum BER ist davon ja ausgenommen sowie Behörden und Hilfsflüge!!

  23. 6.

    Im Umkreis von 30 Nautischen Meilen um das Regierungsviertel ist sogar eine Flugverbotszone eingerichtet worden - für einen Diktator, wie dieser "Staatsgast" genannt werden sollte.

  24. 5.

    Scholz sollte Erdogan unser 1. nationales Symbol, das beschmierte Brandenburger Tor zeigen!

  25. 4.

    Auf den Besuch dieses Herrn und auf die damit verbundenen Einschränkungen und Kosten hätten wir gerne verzichtet.

  26. 3.

    Ich kenne mich in Berlin nicht so aus, aber ist das Brandenburger Tor auch abgesperrt. Es wäre doch peinlich unsere Hilflosigkeit zu zeigen.
    Aber vielleicht hätte es auch Vorteile? Wenn Erdogan eine Hundertschaft seiner Polizei mal 14 Tage herschicht ist der Spuk vorbei.

  27. 2.

    Dass das Regierungsviertel dafür gesperrt wird, ist okay. Aber warum muss man ein Gelände sperren, in dem mehere Tausend Menschen arbeiten, und das durchaus auch am Samstag? Auch wenn im ehemaligen Sony-Center vielleicht gerade nicht so viel los ist, in diesem Trapez gibt es Hotels, den Bahntower etc.

    Aber immerhin dürften damit mal die Schrottfahrräder rund um den S-bahnhof verschwinden :)

  28. 1.

    Einen unpassenderen Zeitpunkt für diesen Besuch konnte man nicht finden.
    Wir organisieren uns die Probleme selbst.

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