Rathaus Lichtenberg (Quelle: dpa/Schoening)
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Kaum noch Publikumsverkehr - Berliner Bezirksämter schränken Service deutlich ein

Was Sie jetzt wissen müssen

Wer in diesen Tagen einen neuen Personalausweis beantragen will oder die Geburtsurkunde für sein frisch geborenes Kind im Standesamt abholen möchte, muss mit verschlossenen Türen rechnen. Zahlreiche Abteilungen in den Bezirksämtern Berlins sind bis auf Weiteres für den Publikumsverkehr geschlossen.

Inzwischen haben sich die Berliner Bezirke auf eine einheitliche Vorgehensweise im Umgang mit dem Coronavirus geeinigt. Unter der Federführung von Innenstaatssekretärin Sabine Smentek haben sich die zuständigen Bezirksstadträtinnen und -räte am Dienstag miteinander abgestimmt, wie die Senatsverwaltung für Inneres mitteilte.

Spontankunden eher unerwünscht

Demnach müssen Terminabsagen direkt mit einem neuen Terminangebot verbunden werden. "Termine werden weiterhin - wenn auch auf einem niedrigeren Niveau - angeboten. Nur so können Wartezeiten – und damit Kontakte zwischen Wartenden und Beschäftigten minimiert werden", heißt es in der Mitteilung.

Spontan ins Bezirksamt kommen sollte besser niemand, rät die Senatsverwaltung. Grundsätzlich seien telefonische Kontakte besser als Besuche vor Ort. "Trotzdem bieten fast alle Bezirke zumindest an einem Standort einen Infoschalter an", so die Mitteilung. Doch ob der im Einzelfall tatsächlich weiterhelfen kann, ist unklar.

Möglich sei durchaus auch die komplette Schließung von Standorten, um die Beschäftigten und Bürger vor Infektionen zu schützen, heißt es in der Mitteilung weiter. "Dies sollte im Sinne der Aufrechterhaltung des flächendeckenden Angebotes nur im Ausnahmefall erfolgen", betont die Senatsinnenverwaltung.   

Sozialämter bleiben an wenigen Tagen geöffnet

Eine rbb-Umfrage unter den Bezirksämtern hat derweil ergeben, dass das Serviceangebot in vielen Standorten schon jetzt deutlich eingeschränkt ist. Im Bezirk Neukölln zum Beispiel wird der Publikumsverkehr auf ein Minimum beschränkt. Menschen, die von Wohnungslosigkeit betroffen sind oder kein Geld haben, könnten ins Sozialamt kommen und erhielten in den üblichen Sprechstunden Unterstützung, heißt es von dort.

Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg ist nur sehr eingeschränkt an bestimmten Tagen für wenige Stunden für Besucher geöffnet, die Empfänger von Barzahlungen sind oder überraschend mittellos geworden sind. Ebenso können an nur an ausgewählten Tagen Menschen, die obdachlos geworden sind und Geld für eine neue Unterbringung benötigen, ins Sozialamt kommen. Alle anderen Anliegen sind per Fax, E-Mail oder telefonisch an das Amt für Soziales zu richten.  

Notfallsprechstunden in Lichtenberg

In Charlottenburg-Wilmersdorf werden Hilfesuchende weiter wie bisher betreut. In Marzahn-Hellersdorf ist das Dienstgebäude Riesaer Straße für Publikumsverkehr komplett geschlossen. Ausnahmen gibt es auch hier für obdachlose und mittellose Personen, die dringend Rat und Hilfe benötigen. Direkt am Eingang geben Mitarbeiter Hinweise, welche Leistungen jetzt wie beantragt und bearbeitet werden.

Der Bezirk Lichtenberg richtet Notfallsprechstunden ein: Für Sozialhilfeanträge und für Obdachlose ist das Amt am Dienstag und Donnerstag jeweils von 9 bis 11 Uhr geöffnet.

Auch Friedrichshain-Kreuzberg richtet einen Notbetrieb im Foyer des Rathauses ein. Bei drohender Räumung der Wohnung oder bei der Suche nach einer Unterkunft im Obdachlosenheim stehen Montag, Dienstag und Donnerstag von 9 bis 11 Uhr 30 Mitarbeiter des Sozialamtes für die Beratung bereit.

Bürger- und Standesamt in Pankow geschlossen

Das Bezirksamt Pankow hat die Sprechzeiten im Sozialamt ebenfalls eingeschränkt. Eine persönliche Vorsprache ist nur bei Notfällen möglich, und zwar für (Neu-)Anträge bei Mittellosigkeit jeweils dienstags von 9 Uhr bis 11 Uhr. Für die Unterbringung wohnungsloser Menschen stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dienstags und donnerstags von 9 Uhr bis 11 Uhr zur Verfügung. In allen anderen Fällen ist die  Kontaktaufnahme per Telefon, E-Mail oder Fax möglich. 

Sprechstunden im Bürger- und Standesamt und im Grünflächenamt im Bezirksamt Pankow finden vorerst nicht mehr statt. Auch hier gilt: Anliegen sollten am besten per E-Mail, Telefon oder Post an die Behörde gerichtet werden. Das Jugendamt des Bezirks Pankow hat so wie das Sozialamt nur eingeschränkt geöffnet.

Grundsätzlich gilt: Bevor man sich auf den Weg zum Bezirksamt macht, unbedingt auf die jeweiligen Internetseiten der Bezirksämter klicken und sich nach dem aktuellen Stand erkundigen!

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