Erntehelfer stechen auf einem mit Folien abgedeckten Feld Spargel (Quelle: dpa/Armin Weigel)
Audio: rbb | 03.04.2020 | Angela Ulrich | Bild: dpa/Armin Weigel

Höchstens 40.000 pro Monat - Erntehelfer sollen nun doch beschränkt einreisen dürfen

Die Bundesregierung hat die Bestimmungen zur Einreise von Erntehelfern gelockert. Die Arbeiter aus Südosteuropa durften bislang wegen der Corona-Pandemie nicht einreisen. Das hatte unter anderem Brandenburgs Spargelbauern Sorgen gemacht.

Was Sie jetzt wissen müssen

Um drohende Ernteausfälle zu verhindern, sollen in diesem und im kommenden Monat jeweils 40.000 Saisonarbeiter aus Osteuropa nach Deutschland einreisen dürfen. Darauf haben sich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) und Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Donnerstag verständigt.

Laut einem Konzeptpapier der beiden Ressorts dürfen die Arbeiter ausschließlich in Gruppen und mit dem Flugzeug einreisen. Vorgesehen ist außerdem eine Gesundheitsprüfung. Liegen Anhaltspunkte auf eine Corona-Infektion vor, soll die Einreise verweigert werden. Die neu eingereisten Helfer müssen demnach in den ersten 14 Tagen nach ihrer Ankunft getrennt von anderen Beschäftigten arbeiten und dürfen den Betrieb nicht verlassen.

In Brandenburg werden unter anderem für die Sparegelernte Helfer aus Südosteuropa eingesetzt.

Auch Inländer sollen mithelfen

Daneben wird angestrebt, für April und Mai jeweils rund 10.000 Menschen aus dem Inland für die Landwirtschaft zu gewinnen - etwa Arbeitslose, Studierende, Asylbewerber oder Kurzarbeiter.

Klöckner sagte, es sei eine pragmatische Lösung gefunden worden, die dem nötigem Infektionsschutz und der Erntesicherung Rechnung trage. Das Robert-Koch-Institut habe für Einsatz und Unterbringung Regeln erarbeitet, die vor Ort kontrolliert werden müssten. Seehofer sagte, es sei wichtig, Voraussetzungen zu schaffen, um auch während der Pandemie Staat und Wirtschaft am Laufen zu halten.

Einreisebeschränkungen gingen sehr weit

Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Mathias Middelberg (CDU), begrüßte den Kompromiss. "Die strengen Vorgaben zu Hygiene und Unterbringung sorgen für bestmöglichen Infektionsschutz", sagte er. Middelberg, der zunächst für einen Einsatz von Flüchtlingen in der Landwirtschaft geworben hatte, erklärte, eine Einreise einer begrenzten Zahl zusätzlicher Erntehelfer aus Südosteuropa sei unter diesen Umständen vertretbar.

Das Innenministerium hatte, um eine rasche Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland zu verhindern, weitgehende Einreisebeschränkungen für Saisonarbeiter verhängt. Davon waren vor allem Erntehelfer aus Rumänien betroffen. Vielerorts hatten daraufhin Landwirte Zweifel geäußert, ihre Ernte so einbringen zu können.

Sendung: Inforadio, 02.04.2020, 16:20 Uhr

34 Kommentare

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  1. 34.

    Lol, billig einkaufen! Das ist ja genau der Grund der Entrüstung, ich mag Spargel, ich zahle auch 8-10€ aber wenn man dann hört oder liest das die Ernter beschissen werden, ärgere ich mich schon über diese Gier.

  2. 33.

    Das is ja mal ne Logik! Nein das ist keine Logik das ist Lüge! Die Mär vom unfähigen, faulen doit. Erntehelfer!
    Ich bin lange genug selbständig und habe genug Unternehmer kennen gelernt und war auch schon auf dem Land arbeiten. Dort herrscht wie überall das streben nach Gewinnoptimierung. D.h. der Bauer wird sich immer für den billigeren Ausländer entscheiden und das diese das jetzt nach 20 Jahren drauf haben, vlt schon in 2 Generation, ist eher ein Armutszeugniss und rächt sich eben jetzt. Eig bin grosser Fan von regionanalen Produkten und achte stets sehr darauf aber wenn ihr euch so verhaltet kann ick och verzichten oder den grünen aus Spanien koofen!
    Und an die Winzer, was macht ihr eigentlich den ganzen Tag lang?

  3. 31.

    ...,deshalb bin ich jetzt raus....
    Danke,dann bleibt dem rest die märchenstunde erspart.
    an ihrem "tollen" ruf haben die landwirte selbst hart gearbeitet.das alljährlich rumgejammer spricht für sich selbst...

  4. 30.

    Ganz einfach, weil den meisten die Tätigkeiten zu schwer sind und manche wollen auch nicht.
    Seltsamerweise sind bei uns seit langem auch deutsche Mitarbeiter tätig die nicht am Existenzminimun rumkrebsen. Über die Lebenshaltungskosten in Rumänien müssen Sie mich nicht aufklären. Eine sachliche Diskussion scheint mir auf Grund ihrer vorgefertigten Meinung (... melken von billiglöhner, ...aber die lieben bäuerlein halten den rest ja für blöde) nicht möglich, deshalb bin ich jetzt raus. Aber Sie dürfen sich gerne weiter echauffieren.

  5. 29.

    Das ist unglaublich. Immer die Landwirtschaft. Immer mehr Vieh, mehr Düngung und immer größere Anbauflächen. In kritischen Situation, wie jetzt Corona oder 2018 der Futtermangel, wird nicht reduziert sondern nach Subventionen gerufen, die ja auch immer kommen. Aktuell wird der Bürger mit Regeln extrem eingeschränkt, ist ja auch richtig, aber es kommen jeweils 40.000 Erntehelfer aus Osteuropa. Fehlt nur noch, dass die Flüge von unseren Steuern bezahlt werden. Aber wir Bundesbürger finden das ja toll. Für ihre verspäteten Maßnahmen um die Pandemie einzuschränken bekäme die CDU 7% mehr Stimmen wenn denn Wahlen wären. Unser Finanzminister und unser Außenminister haben nichts für unsere Bürger getan und die SPD würde mit -1% bestraft. Ich denke das Plus bei der CDU liegt an dem, was Herr Söder initiiert hat. Er ist aktiv und nicht reaktiv und wird dafür auch noch von CDU-Polikern getadelt. Man sollte den Mann zum Kanzlerkandidaten machen. Armes Deutschland. Das ist so deprimierend.

  6. 28.

    Genau, da fehlen mir auch die Worte. Besser könnte ich es auch nicht Beschreiben.
    Vieleicht bekommt jeder von denen ein "Aufpasser" zur Seite gestellt, der das kontrolliert?
    Könnte ja sein wird ja dann vom Steuerzahler bezahlt.
    Jeder der Spargel essn will, soll sich sein Spargel selber ernten, ich brauch das Wasser Gemüse nicht....

  7. 27.

    Ich bin total wütend. Alle müssen zu Hause bleiben, nicht mehr als 2 Personen zusammen sein,
    tausende Geschäfte/Firmen gehen pleite. Aber 40.000 Erntehelfer kommen nach Deutschland.
    Werden diese gesundheitlich getestet? Wie werden diese untergebracht (Hygienevorschriften)? Spargel ist nicht lebensnotwendig - das Coronaende ist mir viel wichtiger und meine "Freiheit".

  8. 26.

    sie wissen wohl nicht was spargel kostet.billig ist anders!
    spargel ist ein luxusgut und nicht überlebenswichtig das vergessen wohl die meisten.

  9. 25.

    hier mal zur info was die durchschnittlichen lebenshaltungskosten in rumänien sind;)viel spass beim umrechnen und staunen...

    https://de.numbeo.com/lebenshaltungskosten/land/Rum%C3%A4nien

    weiter unten ist das durchschnittliche einkommen angegeben.ja ja und nun wundern wir uns alle das sich rumänische erntehelfer hier so wohlfühlen.bauern machen nichts anderes als die notlage dieser menschen auszunutzen,nicht mehr und nicht weniger.mit deutschen standarts ist das nicht im geringsten zu vergleichen.

  10. 24.

    Es geht doch nur darum 'wirtschaftlich' zu bleiben....Darum werden jedes Jahr Billigarbeiter eingefahren die für Billiglohn arbeiten um dem Konsumenten Billigware anzubieten. Ich meine, solange wir als Konsumenten diesen Mist mitmachen, solange Nahrung um jeden Preis billig sein soll (und billige Nahrung hat umwelttechnisch durchaus ihren Preis), solange werden auch so Absurditäten möglich sein wie Arbeiter einzufliegen. Lasst uns doch mal unser Konsumentendasein hinterfragen und ob wir sowas weiter vertreten können. Ich glaube die Frage ist nicht ob Spargel ja oder nein. Die Frage ist, ob wir es uns weiter leisten können, qualitativ und umwelttechnischen Billigspargel konsumieren zu müssen.

  11. 23.

    lol.warum sollten sie auch bleiben?
    was gerne unter den tisch fällt sind die viel geringeren lebenshaltungskosten in den osteuropäischen ländern plus dem kindergeld.fragen sie mal in rumänien auf was sich die fixkosten belaufen!oder glauben sie ernsthaft die bezahlen die eeg umlage oder andere betrügerein.für rumänen ist es gemessen am lebensstandart viel geld,für deutsche arbeitnehmer heist es aber weiter am existenzminimum rumzukrebsen!
    ja ja die armen weinbauern und die spargelkönige erst.tja hier rächt sich jahrelange aroganz und melken von billiglöhner.
    aber die lieben bäuerlein halten den rest ja für blöde...

  12. 22.

    Wahrscheinlich haben Sie bei Ulrike gearbeitet da Sie ja bestens Bescheid wissen. Wir haben uns um deutsche Arbeitskräfte für unser Weingut bemüht. Es kamen auch einige, auch das Arbeitsamt schickte Leute. Jedoch, die meisten waren nach 1 - 2 Tagen nicht mehr gesehen. Es ist so wie Ulrike es beschreibt. Wenn es so schlimm wäre wie Sie es beschreiben würden unsere ausländischen Mitarbeiter nicht mehr kommen. Und noch eins, sie kennen sehr wohl die Gesetze.

    Unabhängig davon bin ich mit der Regelung nicht glücklich. Auf der einen Seite Kontaktverbot mit den Verwandten, auf der anderen Seite Einreise von vielleicht Infizierten.

  13. 21.

    Die bisher aufgestellten Verbote und Regeln (bis hin zu Beerdigungen und Trauerfeiern) unserer Politiker halte ich für absolut notwendig und auf Dauer wirksam. Was aber Klöckner und Seehofer machen (aus dem Ausland für Landwirtschaftliche Erntehelfer) die Grenzen zu öffnen ist unverständlich und unverantwortlich und muss abgestraft werden. Wenn es in diesem Jahr keinen Spargel, Erdbeeren und Co. gibt muss halt darauf verzichtet werden. Außerdem können Teile durch deutsche Erntehelfer eingefahren werden. Auch ein Landwirt ist Unternehmer ohne Sonderregelungen. Auch er muss verantwortlich Ausfälle (wenn erforderlich) vom Staat beantragen obwohl er eh schon mehr subventioniert wird als viele andere Unternehmen.

  14. 20.

    Wahrscheinlich sind Sie jemand der gegen die Gesetzt verstößt. Es haben sich genug Leute gemeldet um diese Arbeit zu machen auch in den letzten 20 Jahren, aber Sie wollen nur wenig zahlen und die Unterkunft ist auch miserabel, die Deutschen kennen die Gesetze die anderen nicht und machen die Ernte für 5€ die Stunde, davon gibt es genug Berichte, tun Sie bloss nicht so als wenn Sie nun Bescheid wissen nur weil Sie Spargelfelder haben.

  15. 19.

    Da hat die CDU die Renter im Blick. Stimmenfang. Solange die Spargel haben, ist Die Welt in Ordnung.
    Klientelpolitik halt. Da ruft man auch mal den nationalen Spargelnotstand aus.

  16. 18.

    Solche Drecksarbeit. Wer will das schon machen? Gesundheit ruiniert man gleich mit.
    Hauptsache Klöckner stellt sich vors Pult und ruft den nationalen Spargelnotstand aus, damit die Rentner nicht rumheulen.
    Gibt genug andere Branchen, die wichtiger wären.

  17. 17.

    "Unfassbar" genau wie die armen Fussballer die jetzt etwas vom Gehalt abgeben, wie Lächerlich. Spargel braucht jetzt keiner und Fußball auch keiner.
    Einfach nur "UNFASSBAR"

  18. 16.

    Tolle Lobbyarbeit, Frau Ministerin! Nebenbei bin ich mal gespannt, wie die allabendlichen, heuschreckenüberfallartigen Einkaufstouren organisiert werden sollen. Irgendwas müssen die Leute ja essen, und Klopapier brauchen sie vielleicht ja auch.

  19. 15.

    Cool. Endlich Spargel.. Egal wer den ausbuddelt

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