Symbolbild: Eine Ärztin zieht sich im St. Josefs-​​Krankenhaus Potsdam-​​Sanssouci am Eingang zur Station für an Corona erkrankte Patienten einen grünen Kittel an. (Quelle: dpa/S. Stache)
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"Massenanfall von Erkrankten" - Brandenburg will Nicht-Covid-Patienten in Reha-Kliniken verlegen

Wegen der sich zuspitzenden Corona-Lage sieht Brandenburgs Gesundheitsministerin Nonnemacher (Grüne) immer mehr Krankenhäuser am Limit. Deshalb sollen nun Patienten, die nicht Corona-infiziert sind, auch in Reha-Kliniken untergebracht werden.

Immer mehr Krankenhäuser in Brandenburg stoßen nach Ansicht von Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) wegen der steigenden Zahl von Corona-Patienten an die
Belastungsgrenze. "Die Lage spitzt sich sowohl bei der stationären Versorgung in den Krankenhäusern als auch in den Pflegeeinrichtungen zu", warnte Nonnemacher am Dienstag. "Wir müssen jetzt alle zur Verfügung stehenden Kräfte im Land mobilisieren und die Last auf viele Schultern verteilen." Die 24 Reha-Kliniken sollten leicht und mittelschwer erkrankte Patienten aufnehmen, die nicht an Covid-19 erkrankt seien, damit die Krankenhäuser schwere Fälle sowie Corona-Infizierte versorgen könnten.

"Massenanfall von Erkrankten"

Die Lage sei einem Massenanfall von Erkrankten gleichzusetzen, der im Rettungsdienstgesetz vom 19. November 2020 formuliert sei, schrieb das Ministerium. Damit hätten die fünf regionalen Notfall-Leitstellen im Land mehr Möglichkeiten, die Verlegung von Patienten in die geeignete Klinik zentral zu steuern. Derzeit sind 581 Covid-19-Patienten im Krankenhaus, davon 131 in Intensivbehandlung. Viele Beschäftigte im Krankenhaus fielen aber durch Erkrankungen oder Quarantäne aus.

Hilfen für Krankenhäuser ab Anfang 2021

Alle Krankenhäuser brauchen laut Nonnemacher dringend finanzielle Hilfe. Mit dem neuen Bevölkerungsschutzgesetz erhielten viele Kliniken keine finanzielle Unterstützung des Bundes mehr. Das müsse sich ändern. Das Ministerium veröffentlichte eine Liste von 26 Krankenhaus-Standorten [msgiv.brandenburg.de), die nach diesem Gesetz wegen der Corona-Sonderbelastung eine Ausgleichszahlung bekommen sollen. Die ersten Zahlungen seien für Anfang 2021 geplant.

Sendung: Antenne Brandenburg, 08.12.2020, 19.00 Uhr

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35 Kommentare

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  1. 35.

    Werte Eve ... "100% Schutz" gibt es nicht - nirgends - nicht mal im Takatukaland. Man kann aber ein Risiko in vertretbaren Maße für sich und andere reduzieren. Eine Maske ist eine der vielen Möglichkeiten und nicht die schlechteste. Man kann auch nichts machen oder das Haar in der Suppe suchen und, frei nach Udo Lindenberg, die Königin von Scheißegalien mimen.

  2. 34.

    Und? wo ist das Problem wenn ich als Raucher bei der Raucherinsel stehe? Sie als mutmaßliche Nichtraucherin werden ja wohl dann eh Abstand halten!

  3. 33.

    Freiheit kann man wiederherstellen, Gesundheit nur bedingt. Und mit dem Supergau "Tod" haben Sie alle Freiheitsoptionen dauerhaft verloren. Die können Sie auch nicht mehr herstellen.
    Insofern ist alles "Freiheitsschwadronieren" Pappe.
    Freiheit ist auch nie absolut und funktioniert nur in Symbiose mit Verantwortung. Leider muss man dies gelegentlich in Erinnerung rufen in einer Gesellschaft, in der jeder meint das tun und lassen zu können, was ihm oder ihr gerade in den Sinn kommt.
    Freiheit endet dort, wo elementare Freiheitsrechte anderer berührt sind. Das erwarten Sie von anderen ja völlig zurecht auch. Sonst funktioniert nämlich Gesellschaft nicht mehr. Sie könnten gar nicht das Haus verlassen, wenn nicht ständig andere auf Sie Rücksichten nehmen würden. Aber heute scheint ja Rücksicht das zu sein, was die anderen auf einen selbst gefälligst zu nehmen haben...
    Deshalb haben wir auch eine solche Dichte an Egozentrikern und sind so erfolgreich in Pandemiebekämpfung.

  4. 32.

    "...und ja ich verzichte freiwillig auf Impfung und beatmungsgerät....." was sie in ihrer schriftlichen Patientenverfügung aufnehmen müssen, damit es rechtsgültig ist.

  5. 31.

    Nein, meiner Meinung nach ist Freiheit wichtiger, habe ich diese nicht mehr, brauche ich auch keine Gesundheit mehr und ja ich verzichte freiwillig auf Impfung und beatmungsgerät.
    Muss auch der angstvollen alt-west Berlinerin widersprechen, Maske tragen ist weder 100% Schutz, noch das Allheilmittel.
    Ich glaube sogar mittlerweile das Masken bedingt die ganzen vielen Fälle auftreten, sei es durch falsche tragen, sei es durch ständige Kontamination usw.
    Siehe die ganzen Länder die schon seit Monaten extremste Masken Pflicht haben und die Zahlen trotzdem explodiert sind.

  6. 30.

    Das hast du fein formuliert :-) ich fürchte auch, es handelt sich um eine Einbahnstraße....

  7. 29.

    Die Rehakliniken waren auch schon im Frühjahr laut Pandemie-Plan des Landes Brandenburg Reserve-Kliniken...

  8. 27.

    Die Betten werden nicht viel bringen, wenn das Personal zur Versorgung der Patienten fehlt. Ich denke, das ist den Verantwortlichen durchaus klar, sieht aber erst mal gut aus. Irgendwie das Volk beruhigen, mehr sehe ich da leider nicht.

  9. 26.

    Zumindest im Rehabereich hat die länderübergreifende Patientenbehandlung bisher jedoch funktioniert, deswegen denke ich, dass mittels Eiländerung irgendeiner VO es sicher auch möglich wäre, Brandenburger Akutpatienten nach Berlin zu bringen. Schließlich hat man die Italiener ja auch nach Deutschland importiert im Frühling und den Nawalny eingeflogen, und die Polizei arbeitet jetzt auch länderübergreifend (Kein Stoppen mehr an der Stadtgrenze), also, das sollte nun wirklich überwindbar sein, im Falle, dass alle Stricke reißen. Aber auch die Messehallen müssen ja bespielt bzw. personell bestückt werden, was schwirig werden dürfte, und wo genau sind da jetzt nochmal die Betten und wo die Impfplätze?

  10. 25.

    Eigentlich eine gute Idee. Ich fürchte nur, dann kommt es noch viel schlimmer. Wenn ich mir die Personen, die sich seit Monaten mit aller Macht zu profilieren versuchen, so ansehe...

  11. 24.

    Die "intelligente" Politik des Verlegens von potentiell Infizierten in andere Heime wird ihre Früchte tragen!
    Reha-Heime sind mit vielen Schlaganfallpatienten (Hochrisikogruppe) belegt.
    Da ist eine Zunahme der Todesfälle zu erwarten!
    Da gebe ich Ihnen völlig recht: "bald 20 neue Hotspots in Brandenburg.... " cui bono?

  12. 23.

    Aber hatte die Senatorin nicht laut getönt, daß es ein Bündnis mehrere Länder geben soll zum Austausch von Kapazitäten - waren nach der Erinnerung 4 Länder, die sich gegenseitig helfen wollten bei Engpässen. Oder war da gemeint, daß die Länder nur Berlin bei Bedarf helfen sollen?

  13. 22.

    Also sorry, Brandenburger Patienten können NICHT ins Berliner Messehallenhospiz gehen! Schon vergessen? Länderfusion ist in den 90ern gescheitert. Anderes Schulsystem, andere Corona-Maßnahmen, Patienten werden aus Kleinmachnow nach Potsdam mit Tatütata gefahren, obwohl jeweils in winziger Entfernung min. 3 Zehlendorfer Kliniken sind! Auch schon VOR Corona, mit Herzkasper...

    Ansonsten gilt natürlich wie immer: wenn in den Reha-Kliniken das Personal oder die Putzleute ohne Masken von Zimmer zu Zimmer gehen, haben wir bald 20 neue Hotspots in Brandenburg....

    Solange es nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, in Supermärkten und Gesundheits/Pflegeeinrichtungen deutschlandweit Masken korrekt zu tragen, wird das nix. Nochmal nen schönen Dank an die Ignoranten....

  14. 21.

    Aber sind auf der Liste mit den staatlichen Ausgleichszahlungen an die Krankenhäuser nicht auch welche, die von privaten Betreibern geführt werden? Haben die keine Rücklagen aus den Gewinnen gebildet für solche Fälle? Sollte man dann nicht lieber gleich die Privatisierung rückgängig machen, wenn man sowieso immer wieder Steuergelder dafür zusätzlich auszahlen will?

  15. 20.

    @ Björn.... Es geschieht in einer solchen Situation immer alles auf dem letzten Drücker, oder hättest du die jetzige Situation einer ganzen Bevölkerung besser erklären können?

  16. 19.

    Im Frühjahr war es auch so, dass Rehakliniken sich zumindest "bereit halten" sollten und keine Rehapatienten mehr aufnahmen für den Fall, dass die Kapazitäten gebraucht würden. Ich jedoch würde noch einen Schritt weiter gehen und die Privatkliniken mit in die Pflicht nehmen. Da, wo sich sonst die ganzen Heinis ihre Nasen, Hintern und Brüste machen lassen, kann man ja evtl. auch mal normale Standard-OPs wie Appendizitis durchführen lassen... Oder aber, man zieht eben einfahc von dort das Personal ab. Luxus-OPs konsequent aussetzen und die medizinischen Kräfte alle ab zu Vivantes und Co. zum Helfen.

  17. 18.

    Diese idee der Ausnutzung der Kapazitäten von Reha-kliniken finde ich sehr gut und hab (als inaktiver Rentner) auf so eine gute Idee schon lange gewartet!!!!
    DEUTSCHLAND-WEIT Kapazitäten sondieren und nutzen!!!! Es ist seit langem schon... Eine bundesweite Kapazitätsanalyse gefragt!

  18. 17.

    Und was hätte man gemacht, wenn man das Rettungsdienstgesetz nicht noch am 19.11.2020 verabschiedet bekommen hätte? Irgendwie ist doch alles immer auf den letzten Drücker, so mein Eindruck.

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