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Audio: rbb24 Inforadio | 12.06.2023 | Astrid Kretschmer | Quelle: IMAGO / Matthias Koch

Nach finanziellen Problemen

Hertha BSC bekommt Lizenz für die 2. Bundesliga

Aufatmen bei Hertha BSC: Lange musste der finanziell angeschlagene Klub um die Lizenz für die 2. Fußball-Bundesliga bangen. Nun hat die Deutsche Fußball Liga sie den Berlinern zugesprochen. Der Verein hat damit Planungssicherheit.

Hertha BSC kann in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga antreten. Das teilte die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Montagmittag mit. Laut einer Mitteilung der DFL haben die Berliner jegliche "finanziellen, sportlichen, rechtlichen und personell-administrativen Kriterien" erfüllt und somit vom Lizenzierungsausschuss der Liga die benötigte Lizenz zum Start in der zweithöchsten deutschen Spielklasse bekommen. Der Hertha bleibt somit nach dem Abstieg aus der Bundesliga ein weiterer Absturz - eventuell sogar bis in die Regionalliga - erspart.

Keine geordnete Übergabe?

Herthas aktuelle Führung hätte den Lizenz-Krimi wohl vermeiden können

Hertha BSC hat die Unterlagen für die Zweitliga-Lizenz fristgerecht eingereicht. Nun geht der bange Blick in Richtung DFL. Es ist ein Krimi mit ungewissem Ausgang. Die Vereinsverantwortlichen hätten ihn wohl verhindern können. Von Jakob Rüger und Simon Wenzel

"Alle gestellten Anforderungen erfüllt"

"Das ist eine gute Nachricht für Hertha BSC. Wir haben in den vergangenen Wochen und Monaten unsere Hausaufgaben gemacht", kommentiert Geschäftsführer Thomas Herrich in einer Vereinsmitteilung die Entscheidung der DFL. Hertha hätte die hierfür erforderlichen Unterlagen am vergangenen Mittwoch fristgerecht eingereicht und dabei "alle gestellten Anforderungen erfüllt", so Herrich. Zuvor hatte bei den finanziell schwer angeschlagenen Berlinern eine Deckungslücke von rund 60 Millionen Euro geklafft.

Einen Großteil der Summe will Hertha mit der Verschiebung der eigentlich im November fälligen Rückzahlung der Anleihe über 40 Millionen Euro erreichen. Dazu wurden die Gläubiger aufgefordert, bis zum 19. Juni einer Verlängerung zu günstigeren Zinssätzen zuzustimmen. Es wird davon ausgegangen, dass die Berliner der DFL für die Summe der Anleihe vorab eine weitere Sicherheit - etwa in Form einer Bankbürgschaft von Investor 777 Partners - vorweisen mussten.

Monatelange Zitterpartie endet

Für Hertha endet mit Erhalt der Lizenz zumindest vorerst eine monatelange Zitterpartie. Im Mai war die "alte Dame" zum siebten Mal aus der höchsten deutschen Spielklasse abgestiegen. Nur knapp vier Jahre nach dem Einstieg von Investor Lars Windhorst, der insgesamt mehr als 370 Millionen Euro in den Klub steckte, hatte der Verein zudem erheblich kämpfen müssen, um der DFL seine wirtschaftliche Handlungsfähigkeit nachzuweisen.

Bestätigung des Vereins

Pal Dardai bleibt offiziell Hertha-Trainer

Inzwischen hat 777 Partners die Anteile von Windhorst übernommen und zahlt Hertha BSC für weitere Anteile insgesamt 100 Millionen Euro. Trotzdem blieb und bleibt die finanzielle Situation prekär. So betont auch Herthas Geschäftsführer, dass "der Prozess der wirtschaftlichen Konsolidierung" des Klubs "weiterhin in vollem Gange" sei.

Kaderplanung nimmt Fahrt auf

Nach der erhaltenen Lizenz können nun immerhin auch die Planungen für die kommende Zweitliga-Saison bei Hertha weiter Fahrt aufnehmen. Bereits in der vergangenen Woche hatte der Klub verkündet, dass Pal Dardai Cheftrainer bleibt. Mit Blick auf den Kader der Berliner hat es bereits Veränderungen gegeben, denen zahlreiche weitere Folgen werden. Die finanzielle Situation der Berliner ist auch hierbei weiterhin prägend: "Wir werden weiterhin intensiv daran arbeiten, wirtschaftlich zu gesunden und dabei gleichzeitig einen Kader zusammenzustellen, der wettbewerbsfähig ist", sagt Geschäftsführer Thomas Herrich.

Sendung: rbb24 Inforadio, 12.06.2023, 14:15 Uhr

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