0:2-Niederlage trotz bemühten Auftritts - Union verpasst Punktgewinn gegen Dortmund

Sa 02.03.24 | 18:08 Uhr
  21
Unions Andras Schäfer im Zweikampf mit Dortmunds Ian Maatsen (imago images/Matthias Koch)
Audio: rbb24 Inforadio | 02.03.2023 | Guido Ringel | Bild: imago images/Matthias Koch

Gegen Borussia Dortmund erwischte der 1. FC Union den besseren Start und war in den ersten 30 Minuten nah dran am Führungstreffer. Trainer Nenad Bjelica musste am Ende dennoch seine erste Heimniederlage mit den Köpenickern hinnehmen.

Der 1. FC Union Berlin hat in der Fußball-Bundesliga nach sechs ungeschlagenen Heimspielen in Folge erstmals wieder im eigenen Stadion verloren. Am Samstag unterlagen die Köpenicker Borussia Dortmund mit 0:2 (0:1), bleiben aber weiter auf Tabellenplatz 14. Die Tore für den BVB erzielten Karim Adeyemi (41.) und Ian Maatsen (90.).

Guter Unioner Start nach Rauch-Unterbrechung

Gegen den BVB rotierte Union-Trainer Nenad Bjelica in seiner Startformation auf drei Positionen. Diogo Leite und Kevin Volland kehrten nach ihren abgesessenen Sperren zurück und ersetzten Robin Knoche und Brendon Aaronson. Auf der linken Seite rückte außerdem Jerome Roussillon für den gelbgesperrten Robin Gosens in die erste Elf.

In den ersten Minuten der Partie bekamen die 22.012 Zuschauer im gewohnt ausverkauften Stadion An der Alten Försterei allerdings keinen Fußball geboten. Schiedsrichter Christian Dingert musste das Spiel kurz nach dem Anpfiff unterbrechen, weil gelber Rauch aus dem Gästeblock die Sicht auf dem Platz zu stark einschränkte.

Als der Ball nach kurzer Zeit wieder rollte, zeigte der 1. FC Union einen elanvollen Start und hatte die erste Großchance der Partie. Volland legte den Ball am Strafraum per Hacke in den Lauf von Lucas Tousart, der aus spitzem Winkel das Tor jedoch knapp verfehlte (6.).

Auch danach wurden die Köpenicker immer wieder gefährlich und waren über weite Strecken dem Führungstreffer deutlich näher als die Gäste. Dortmund versuchte, mit Ballbesitz die Kontrolle über das Spiel zu übernehmen, wirkliche Chancen entwickelten sich für die Borussen daraus jedoch nicht. Stattdessen häuften sich die Fehler im Spielaufbau – auch weil Union sie mit starkem Anlaufen immer wieder unter Druck setzte.

Rönnow rettet doppelt und hat dann keine Chance

Die erste wirkliche Chance gab es für den BVB nach einem ruhenden Ball. Karim Adeyemi verlängerte eine Ecke an den linken Pfosten, wo Nico Schlotterbeck völlig frei zum Abschluss kam. Der Nationalspieler scheiterte aus kurzer Distanz allerdings an Torhüter Frederik Rönnow, der auf der Linie parierte (35.).

Durch diese erste Torannährung schien allerdings ein Weckruf durch die Mannschaft von Edin Terzic zu gehen. Nur wenig später war es erneut nur einer Glanzparade der Berliner Schlussmanns zu verdanken, der einen von Julian Brandt abgefälschten Schuss gegen seine Laufrichtung noch von der Linie pflückte (38.). Drei Minuten danach hatte dann aber auch Rönnow keine Chance mehr, als Adeyemi am rechten Strafraumrand völlig frei zum Abschluss kam und den Ball mit einem Schlenzer unhaltbar ins linke Eck zirkelte.

Dortmunder Kontrolle durch Ballbesitz

Auch nach der Pause versuchte Union weiterhin, die Gäste früh unter Druck zu setzen. Diese waren im Aufbau mit der Führung im Rücken nun aber etwas souveräner und es entwickelte sich ein munteres Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Erst war es wieder Rönnow der bei einem Schuss aus spitzem Winkel von Niclas Füllkrug zur Stelle war (52.), bevor auch der Dortmunder Keeper Alexander Meyer mit einer Glanzparade für Aufsehen sorgte und einen Abschluss von Volland nahe dem Elfmeterpunkt gerade noch so über die Latte lenkte (56.).

Im weiteren Verlauf der zweiten Hälfte beruhigte sich das Spiel aber wieder und plätscherte ein wenig vor sich hin. Der BVB ließ den Ball nun gut durch die eigenen Reihen laufen, machte kaum noch Fehler und hatte das Geschehen unter Kontrolle. Die Berliner hatten durch die fehlenden Umschaltmomente nun Probleme, sich vor das Tor der Gäste zu kombinieren. Auch in der Schlussoffensive blieb die ganz große Torgefahr aus.

Stattdessen setzte der Dortmunder Ian Maatsen in der 90. Minute den Deckel drauf, nachdem er den Ball an der Mittellinie vom Unioner Verteidiger Josip Juranovic eroberte und alleine aufs Tor zu lief. Der Niederländer behielt gegen Rönnow die Nerven und schob zum 2:0-Sieg der Schwarz-gelben ein. Somit endete die ungeschlagene Heimserie des 1. FC Union nach sechs Spielen.

Stimmen zum Spiel

Kevin Volland (1. FC Union Berlin): "Wenn wir in einer Druckphase das 1:1 machen oder in den ersten 30 Minuten ein Tor schießen, dann kann es anders ausgehen. Aber so ist das halt im Fußball. Trotzdem finde ich, dass wir nach Ballgewinnen oft den ersten Blick nach vorne hatten und ein gutes Spiel gemacht haben."

Frederik Rönnow (1. FC Union Berlin): "Ich habe zwei Gegentore bekommen. Das ist nicht perfekt und wir haben keine Punkte. Ich will meiner Mannschaft natürlich immer helfen. Heute hat vor allem offensiv der letzte Pass oder der letzte gute Kontakt gefehlt."

Karim Adeyemi (Borussia Dortmund): "Es war ein schwieriger Start. Sie hatten die erste Chance und dann lässt man sich vielleicht nach hinten drücken. Nach 30 Minuten haben wir wieder die Oberhand gehabt und mehr versucht. Das ist uns auch gelungen. Es war ein schwieriges Spiel."

Der Liveticker zum Nachlesen

Sendung: rbb24 Inforadio, 02.03.2024, 15:30 Uhr

21 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 21.

    Die schauen ja auch noch nach oben und nicht nach unten. Nur darüber schreiben die Medien nicht. ECL ist doch noch drin.

  2. 19.

    Übrigens eine wirklich freundliche Überschrift. Man könnte meinen, es habe kurz vor Schluss 2:2 gestanden und Union hätte es lediglich versäumt den Sieg einzufahren. Klingt viel besser als ein schnödes "Union verliert zuhause mit 0:2."

  3. 18.

    Schiedsrichter und Regeln abschaffen, jetzt sofort. Dann ist endlich Ruhe und Gerechtigkeit.

  4. 17.

    ...
    wenigstens haben wir uns nicht komplett ergeben und haben versucht das Heft selbst in die Hand zu nehmen.
    (Demo, Bluten für Union, Spenden, Stadionausbau...)

    Kölmel (Ehrenmitglied, AR Stadiongesellschaft ) mit KKR, Windhorst und 777 zu vergleichen ist schon extrem wahnwitzig.

    Was genau wurde eigentlich von Hbsc-Fanseite unternommen um diese Investoren-Übernahme zu verhindern?

    So weit ich weiß, rein gar nichts. ;)

    Ansonsten gutes Spiel heute, mit enormer Moral.
    Spielglück definitiv nicht auf Seiten des FCU.
    Bei der Leistung bin ich zuversichtlich den Klassenerhalt rechtzeitig zu sichern.

  5. 16.

    Glückwunsch BVB.
    Trotz dieser totalen Verunsicherung und Daumen drücken vom "BFC-Fan" einen Sieg errungen.
    Gegen den VfB wirds bestimmt leichter.
    Union muss sich aber auch keine Sorgen mehr machen. Die drei da unten bekommen nichts gebacken.

  6. 14.

    Dingert pfiff bei eishockeyähnlichen Bodychecks in der letzten halben Stunde eindeutig mit zweierlei Maß. Für die Niederlage ist er nicht verantwortlich, aber natürlich macht das etwas mit den Spielern. Die Dortmunder gehen noch härter drauf, die Unioner üben sich etwas in körperlicher Zurückhaltung. Die Einführung des VAR hat in Gänze zu einer Verschlechterung der Schiedsrichterleistungen geführt, deucht mich ...

  7. 13.

    Genau das Gleiche, wie gestern. Wer zu doof ist, vorne die Tore zu machen, wird hinten irgendwann bestraft. Gestern Hertha, heute Union. Da brauch sich niemand über den Schiri aufzuregen.

  8. 12.

    So sieht’s aus!
    Ausgerechnet gegen die Dortmunder gewinnen wollen … die wollen in die Champions Ligue - und gehören da auch hin. Andes als …

  9. 11.

    Hier kommt bestimmt kein Kommentar durch, der den Schiedsrichter kritisiert. Typisch.

  10. 10.

    Nun, ob es der Schiedsrichter oder das Unvermögen der Eisenen war, ist doch völlig egal.
    2:0 verloren.
    Also, ab dafür.
    Neues Spiel, neues Glück.

  11. 9.

    Und zum Nachteil von HBSC, siehe gestern Abend der Elfmeter in der Nachspielzeit. Da griff der Keller ein, obwohl das Weiterspielen lassen keine "krasse Fehlentscheidung" des Schiedsrichters war.
    Die Verantwortlichen von HBSC hatten sich auch gegen den Einstieg von Investoren entschieden!
    Trotzdem gebe ich dir natürlich nicht recht, es grenzt schon dann ein wenig an "Verfolgungswahn" so zu denken, dass da mehr dahinter steckt!

  12. 8.

    Kein Wort über die desaströse Schiedsrichterleistung.Unfassbar.Passt alle zusammen.

  13. 7.

    Tut mir leid.Gestern noch ein wenig schadenfreudig,wegen der katastrophalen Schiedsrichterfehlentscheidungen. Heute selber mitbekommen.Alles wird kritisiert,Spieler,Trainer,Zuschauer.Nur der Schiedsrichter ist tabu. ICK KÖNNTE IM STRAHL K...N.

  14. 6.

    Die Erde ist flach, Echsenmenschen, und nun diese krude Verschwörungstheorie? Wie armselig wird der Fussball noch...
    Schade, dass es kein Punktgewinn gab. Aber gegen Dortmunder erwartbar. Mund abwischen und ab zum nächsten Bundesligisten. Union spielt weiterhin gegen den Abstieg.
    Eisernes HaHoHe

  15. 4.

    Hat zwar nichts mit dem Spiel zu tun. Wenn ich aber immer höre die Leier mit den Investorengegner kommt es mi hoch .
    Erinnert euch bitte mal an 1999 / 2000 . Da war euch ein Investor recht .

  16. 3.

    Ich hätte den Unionern heute drei Punkte gegönnt. Durchaus ein gutes Spiel. Habe aber keine Fehlentscheidungen des Schiris gesehen. Höchstens einige 50/50 Entscheidungen.

  17. 2.

    Schade, hätte mehr erwartet.

Nächster Artikel