Regionale Starter bei Olympischen Spielen - Doppelvierer der Frauen verpasst Medaille

Der Doppelvierer der Frauen ist enttäuscht (Quelle: dpa/Jan Woitas)
Audio: Inforadio | 28.07.2021 | Jan Didjurgeit | Bild: dpa/Jan Woitas

Der Doppelvierer der Ruderfrauen hat in Tokio eine Medaille unglücklich verpasst. Die Fußballer mit zwei Hertha- und Union-Spielern sind in der Vorrunde ausgeschieden. Und ein Radsportler, der in Cottbus zum Profi wurde, geriet unverschuldet in einen Eklat.

Der Frauen-Doppelvierer hat erstmals bei Olympischen Spielen eine Medaille verpasst. Die Ruder-Crew um Schlagfrau und Wahl-Berlinerin Frieda Hämmerling lag bis 250 Meter vor dem Schluss auf Silberkurs, kam dann aber aus dem Rhythmus und wurde am Ende Fünfte.

"Ich kann es nicht in Worte fassen. Ich muss das hier erstmal alles verdauen und Abstand gewinnen. Wir müssen uns damit abfinden, das wird noch ein bisschen dauern", sagte Hämmerling frustriert.

Die Enttäuschung über die verpasste Medaille stand dem Quartett, das neben Hämmerling noch aus der Potsdamerin Daniela Schultze, Franziska Kampmann und Carlotta Nwajide besteht, direkt nach dem Zieleinlauf ins Gesicht geschrieben. Bei äußerst windigen Verhältnissen auf dem Sea Forest Waterway in Tokio setzten sich die Chinesinnen vor Polen und Australien durch.

Wasserspringer gewinnen Bronze

Erfolgreich waren dagegen die Wasserspringer. Das Berliner Duo Patrick Hausding und Lars Rüdiger gewann im Synchronwettbewerb vom Drei-Meter-Brett die Bronzemedaille und damit die insgesamt dritte "Berliner" Medaille dieser Olympischen Spiele.

Bogenschützin Unruh scheitert früh

Nicht rund lief es am fünften Wettkampftag dagegen für Bogenschützin Lisa Unruh. Die Olympia-Zweite von Rio 2016 scheiterte im Einzel bereits an ihrer Auftaktgegnerin Hanna Marusawa aus Belarus mit 4:6. Bei widrigen Bedingungen fehlte es der 33-jährigen Berlinerin vor allem an Präzision. Am Sonntag hatte Unruh im Teamwettbewerb gemeinsam mit Michelle Kroppen und Charline Schwarz die Bronzemedaille gewonnen.

Eklat beim Einzelzeitfahren der Radsportler

Radprofi Niklas Arndt, zwischen 2010 und 2012 für das LKT Team Brandenburg aktiv, ist durch eine rassistische Entgleisung von BDR-Sportdirektor Patrick Moster unfreiwillig in den Fokus geraten. "Hol die Kameltreiber, hol die Kameltreiber, komm", hatte Moster Arndt beim Zeitfahren am Streckenrand zugerufen.

Vor Arndt, der am Ende 19. wurde, waren der Eritreer Amanuel Ghebreigzabhier und der Algerier Azzedine Lagab im Kampf gegen die Uhr auf die Strecke gegangen. Moster, seit 2012 Sportdirektor des Verbandes, hatte später versichert, dass es ihm "wahnsinnig leid" tue.

Der frühere Cottbuser zeigte im Anschluss klare Kante: "Ich bin entsetzt über die Vorfälle beim heutigen olympischen Zeitfahren und möchte mich hiermit deutlich von den Aussagen des sportlichen Direktors distanzieren", schrieb Arndt bei Twitter: "Solche Worte sind nicht akzeptabel."

Maximilian Schachmann verpasste die Top Ten ebenfalls deutlich. In einem stark besetzten Fahrerfeld beendete der 27-jährige Berliner das Rennen über 44,2 Kilometer auf Platz 15. Gold sicherte sich der Slowene Primoz Roglic vor dem Niederländer Tom Dumoulin, Bronze gewann Rohan Dennis aus Australien.

"Das war ein Horrortag. Ich habe mich zwar ausgepowert, bin aber überhaupt nicht an meine Leistungswerte rangenkommen. Das war ein schlechter Tag", sagte Schachmann der Deutschen Presse-Agentur.

Sportschütze Löw hofft auf Finaleinzug

Sportschütze Andreas Löw darf dagegen auf den Finaleinzug im Trap hoffen. Der 39-Jährige von der SGi Frankfurt (Oder) liegt in der Qualifikation nach drei von fünf Runden mit 73 Punkten auf dem siebten Platz. Nur die besten sechs Athleten ziehen nach den letzten beiden Durchgängen am Donnerstag in die Endrunde ein.

Schon geschafft hat das Leonie Kullmann. Die Schwimmerin aus Berlin qualifizierte sich mit der 4x200-m-Freistilstaffel als Sechster für das Finale. Rückenschwimmer Christian Diener hingegen hat über 200 m das Halbfinale deutlich verpasst. Der Potsdamer wurde am Mittwoch in seinem Vorlauf in 1:58,28 Minuten Letzter.

Erster Turniersieg für deutsche Basketballer

Die deutschen Basketballer hatten Grund zum Jubeln: Gegen Nigeria gelang dem Team von Bundestrainer Henrik Rödl dank einer starken Schlussphase ein 99:92-Sieg. Nach der unglücklichen Niederlage gegen Italien zum Auftakt überzeugte das DBB-Team, in dem auch die Alba-Spieler Johannes Thiemann und Maodo Lo sowie die Berliner Niels Giffey und Moritz Wagner spielen, mit Nervenstärke. "Diesmal haben wir das umgesetzt, was wir im letzten Spiel hätten machen müssen", lobte Lo, der auf 13 Punkte kam, das Team.

Vorrunden-Aus für Fußballer

Für die deutschen Fußballer mit den Unionern Max Kruse und Cedric Teuchert sowie Jordan Torunarigha und Arne Maier von Hertha BSC ist das Turnier bereits beendet. Nach einem 1:1 gegen die Elfenbeinküste scheidet das Team von Trainer Stefan Kuntz bereits in der Vorrunde als Dritter seiner Gruppe aus.

Handballer verlieren erneut

Die Handballer um Füchse-Spieler Paul Drux haben im Olympia-Turnier die zweite Niederlage im dritten Vorrundenspiel kassiert. Die DHB-Auswahl verlor gegen Rekord-Weltmeister Frankreich mit 29:30 (13:16) und belegt in der Gruppe A mit 2:4 Punkten vorerst nur den vierten Platz. Bester Werfer für das Team von Bundestrainer Alfred Gislason war Timo Kastening mit sieben Toren.

Nächster Gegner der deutschen Mannschaft ist am Freitag Norwegen, ehe zum Abschluss der Gruppenphase am Sonntag das Duell mit Brasilien ansteht. Die ersten vier Teams jeder Gruppe erreichen das Viertelfinale, für das neben Frankreich auch Europameister Spanien, Weltmeister Dänemark und der WM-Zweite Schweden bereits qualifiziert sind.

Turner Herder auf Platz 23

Der Berliner Philipp Herder hat im Turn-Mehrkampf den 23. Platz erzielt. Die weiteren deutschen Starter Nils Dunkel (Erfurt) und Andreas Toba (Hannover) scheiterten bereits in der Qualifikation.

Sendung: rbb UM6, 28.07.2021, 18 Uhr

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