"Task Force Bahnstandort Cottbus" - Bahnhof Königs Wusterhausen wird für 11 Millionen Euro ausgebaut

Fr 03.03.23 | 18:14 Uhr
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Zweites Treffen der Task Force Bahnstandort Cottbus (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | 03.03.2023 | Ronald Schleif | Bild: dpa/Patrick Pleul

Eine Taskforce soll den Bahnverkehr zwischen Cottbus und Berlin voranbringen. Bei dem zweiten Treffen am Freitag haben sich Brandenburg, der Bund und die Bahn nun geeinigt, den Bahnhof Königs Wusterhausen auszubauen.

Die Planung für eine bessere Schienenverbindung zwischen Berlin und Cottbus macht Fortschritte. Der Bund, Brandenburg und die Deutsche Bahn hätten sich auf die Finanzierung zum Ausbau des Bahnhofs Königs Wusterhausen (Kreis Dahme-Spreewald) geeinigt, teilten Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und die Deutsche-Bahn-Vorständin für Digitalisierung und Technik, Daniela Gerd tom Markotten, am Freitag nach der zweiten Sitzung der Task Force zum Bahnstandort Cottbus mit.

Die Kosten beliefen sich auf rund 11 Millionen Euro, hieß es. Die Bauarbeiten am Nordbereich des Bahnhofs sollen bis 2027 beendet sein. Bisher ist der Bahnhof nur eingleisig befahrbar.

Rohbau für erste Halle steht

Der Neubau des ICE-Instandhaltungswerks in Cottbus läuft nach Angaben der Deutschen Bahn "in Höchstgeschwindigkeit" und liegt im Plan. Das Bahnwerk ist eins der bisher größten Strukturwandelprojekte in der Lausitz. Im Januar 2024 soll der erste ICE ins neue Werk einfahren, um gewartet zu werden. Insgesamt 1.200 Menschen sollen künftig an dem Standort arbeiten und ausgebildet werden.

Der Rohbau der ersten Halle steht, noch in diesem Jahr soll mit dem Bau der zweiten begonnen werden. Sie soll 2026 fertiggestellt werden. Nach Bahn-Angaben wird die Anlage das modernste Instandhaltungswerk für ihre ICE-4-Flotte, die jüngste Baureihe der Hochgeschwindigkeitszüge. Die Flotte umfasst zurzeit rund 100 Züge.

Halbstundentakt zwischen Cottbus und Berlin

Bisher ist Königs Wusterhausen ein Nadelöhr auf der vielbefahrenen Strecke zwischen Berlin und Cottbus, weil der Bahnhof nur eingleisig befahrbar ist. Die Engstelle soll mit dem Bau von Gleisen und Weichen sowie dem Ausbau einer Eisenbahnüberführung beseitigt werden. Die Bauarbeiten am Nordbereich des Bahnhofs sollen nach Angaben der Landesregierung bis 2027 beendet sein. Erste Vorbereitungen liefen bereits.

Geplant ist, dass ab Ende 2027 jede halbe Stunde Züge zwischen Cottbus und Berlin fahren. Dieser Takt steht im Strukturstärkungsgesetz aus dem Jahr 2020.

Ziel: ICE-Verbindung nach Breslau

Im Rahmen des Ausbaus will die Deutsche Bahn mehrere Arbeiten durchführen. So sollen zum Beispiel Eisenbahnbrücken und Bahnübergänge auf der Strecke angepasst werden, Bahnhöfe erweitert, Schallschutzwände gebaut und Moorstellen saniert werden. Alle Maßnahmen hat die Bahn auf ihrer Internetseite zusammengefasst [bauprojekte.deutschebahn.com].

Das Projekt sei für die Bahn eine wichtige Voraussetzung, "um sich in späteren Schritten dem Korridor Berlin-Cottbus-Görlitz und auch Breslau widmen zu können", sagte Gerd tom Markotten. Woidke setzt sich für eine ICE-Anbindung von Cottbus ein. Sein Ziel ist eine Schnellzugverbindung Berlin-Cottbus-Görlitz-Breslau.

Die "Task Force Bahnstandort Cottbus" war im November 2022 gegründet worden. Sie soll den Ausbau des Standortes im Zuge des Strukturwandels begleiten und voranbringen. Dafür trifft sie sich laut der Brandenburger Staatskanzlei mindestens halbjährlich. Zu der Arbeitsgruppe gehören unter anderem Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), DB-Vorständin Daniela Gerd tom Markotten sowie Vertreter des Bundesverkehrsministeriums, der Stadt Cottbus und des Spree-Neiße-Kreises.

Sendung: Antenne Brandenburg, 03.03.2023, 16:40 Uhr

13 Kommentare

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  1. 13.

    Korrekt:
    Die neue "Zweigleisigkeit" bedeutet eben wie bisher eingleisig am Hausbahnsteig.
    Neu wäre lediglich, dass Züge sich nicht ausschließen sofern der Zug Richtung Berlin über Gleis 3 fährt (heute mit 40 km/h und Hauptschalter aus) und die S-Bahn nach Gleis 2 quasi nie auftaucht.
    Also wie immer: Großes Tamm Tamm um relativ nichts. Ich sehe schon die ICE's am Gleis 3 stehen und auf die S-Bahn warten.

  2. 12.

    Dabei sind bestimmt 5 Mio für ein undichtes Protz-Gebäude und 5k für den Lärmschutz.

  3. 11.

    Zwischen Gleis 1 und Gleis 3 gibt es nördlich des Bahnhofs eine Verbindung, die durch das S-Bahngleis zerschnitten wird.
    Darum ist dort keine ungestörte Überfahrt der Fern- und Regionalbahnen möglich.

  4. 10.

    Haben Sie schon einmal im RB22 gesessen wenn dieser zum Bahnsteig 3 fährt?

  5. 9.

    Hach 2027, so schöne Termine immer auf dem Papier. Dauert am Ende eh mindestens ein Jahr länger .. und die Kosten werden natürlich auch explodieren.

    Und jedes Jahr die Märchen einer ICE-Verbindung wieder. Es fährt kaum täglich ein IC in die Richtung von Cottbus und schon gar nicht darüber hinaus, warum auch mit maximal 120 kmh einen ICE da langzuckeln lassen? Da ist einfach nichts bereit, das dauert eher noch ein Jahrzehnt. Sie sollen sich erstmal auf die Basics konzentrieren: Stabile Verbindung und guter Takt. Vielleicht wird es ja bis zum Deutschlandtakt etwas .. also 2070 :D

  6. 8.

    Meine Güte, was machen denn die paar Hansels da für einen Lärm um nichts? Die Anbindung des Bahnhof KW ist und bleibt grottenschlecht. Der Ausbau am Nordkopf ist nicht nur beschlossen, sondern bereits im Bau. (Mit einiger Verspätung, aber immerhin) Im Südteil entstehen weitere Weichen und eine Kehranlage. Auch bereits planfestgestellt und nichts Neues. (Siehe Signal 1/2019) Einen AUSBAU neu zu proklamieren hätte nur dann Sinn, wenn östlich des S-Bahn-Gleises der Raum genutzt und der Stumpf wieder im Bereich der Str. "An der Eisenbahn" angebunden würde. Wenn dann die S-Bahn von Gleis 2 auf 3 wechselt, bliebe genügend Platz. Aber nein, zwischen 1 und 3 kommt hinter dem Stumpf von 2 die Kehre.
    Dafür fehlt es aber an Planfeststellung. Und nein, das ist nicht Tesla.
    Die Bahn kam doch ewig nicht aus der Knete und war erster Verhinderer des Fahrradparkhauses. Heute nu gibts kein FPH weil keiner zu den veranschlagten Kosten von vor 5 Jahren bauen will (und kann!)

  7. 6.

    Ich bezweifle dass es beim Datum und der entgültigen Fertigstellung sowie den Kosten für den Bau bleibt. Wenn Bund und Länder voneinander gelernt haben, dann sind es mangelnde Finanzplanungen und generelle Pünktlichkeit beim fertigstellen von Bauarbeiten, Sanierungen sowie Neubauten. Toi, toi, toi...

  8. 5.

    Das Nadelöhr in KW könnte nur beseitigt werden, wenn S- und Fernbahn die Gleise tauschen, also die S-Bahn am Hausbahnsteig hält und die Fernbahn an beiden Bahnsteigkanten des Mittelbahnsteigs, verbunden mit durchgängig zweigleisigem Ausbau der Fernbahn. Aber genau dieser Umbau, vor dem schon die DDR zurückschreckte, „darf“ auch jetzt nicht stattfinden. Also kreuzt die S-Bahn weiterhin die Fernbahngleise und verstopft somit den Fahrplan für Regionalexpress, Intercity und Güterzüge. Und der Zehn-Minuten-Takt der S-Bahn wird dadurch ins nächste Jahrhundert verschoben. Man konnte sich nicht einmal zu der Minimallösung aufraffen, im Bereich der alten Laderampe auf der Ostseite einen kleinen Extra-Bahnsteig für die RB36 zu errichten, um wenigstens diesen Knoten aufzudröseln! So geht Verkehrswende. :->

  9. 4.

    Auf dem Foto erkenne ich niemanden aus KW/LDS. Hoffentlich darf da jemand, wenigstens im Hintergrund, die Interessen der Menschen vor Ort vertreten, sonst endet die schon über ein Jahr existierende Baustelle mit einem Bauwerk, welches uns aus KW nicht wirklich nützlich sein wird, aber hervorragend zum Durchfahren geeignet ist…
    NRBi

  10. 3.

    Cool. Bin gespannt, wonach es in Zukunft in der Unterführung riechen wird. Für 11 Mio. Euro sollte da ja einiges gehen.

  11. 2.

    Woidke kann doch einfach Ferngespräche ausschreiben. Da haben andere auch schon gemacht.

  12. 1.

    Die vielen „Gehälter“ auf dem Bild (genau hinschauen und nachzählen) haben festgelegt: „Wir bauen aus“ oder noch schlimmer „wollen“ :-(
    Verrückt ist das? Was für eine Ergebnisaufwand...

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