Der Bohrplatz von CEP in Guhlen (Foto: rbb/Friedrich)
Audio: Antenne Brandenburg | 22.01.2020 | Daniel Friedrich | Bild: rbb/Friedrich

Lagerstätten von Öl und Gas - Bohrungen am Schwielochsee werden (zunächst) eingestellt

Seit über acht Jahren wurde am Schwielochsee testweise nach Erdöl und Erdgas gebohrt. Jetzt hat das zuständige Unternehmen CEP bekanntgegeben, dass es die Bohrlöcher in Krugau und Guhlen verfüllen wird. Doch ganz verworfen sind die Förderpläne noch nicht.

Mehr als acht Jahre fanden rund um den Schwielochsee - bei Guhlen und in der Nähe von Krugau (Dahme-Spreewald) - Probebohrungen nach Öl und Gas statt. Herausgeholt wird jedoch nichts: Eine Förderung lohnt sich nicht, wie Stephan Grafen, Sprecher des zuständigen Unternehmens CEP, am Mittwoch sagte. "Die Lagerstätte, die wir erbohrt haben, haben wir als wirtschaftlich nicht verwertbar angesehen."

Neue Bohrung ist möglich

Die bis zu 2.500 Meter tiefen Bohrlöcher werden nun komplett bis an die Erdoberfläche verfüllt. Mehrere Zementschichten und sogenannte Dickspülungen sollen dafür sorgen, dass die Löcher sicher verschlossen bleiben.

Ganz wollen sich die Investoren hinter dem kanadischen Mutterkonzern Central European Petroleum (CEP) aber noch nicht von dem Gedanken verabschieden, am Schwielochsee auf förderbare Öl- und Gasvorkommen zu stoßen: Es gebe in Guhlen noch zwei weitere Bohransatzpunkte, "die wir für eine künftige Feldesentwicklung auch nutzen könnten, wenn wir uns entschließen, das Feld weiter zu entwickeln", so CEP-Sprecher Grafen. Zurzeit würden alle gewonnenen Daten analysiert und mit Investoren gesprochen, um die finanziellen Möglichkeiten auszuloten.

Entscheidung offenbar noch in diesem Jahr

Sven Friedrich von der "Bürgerinitiative gegen Gasbohren am Schwielochsee" zeigt sich zwar erfreut darüber, dass die Bohrlöcher geschlossen werden. Er hoffe aber auf mehr Klarheit: "Für uns als Bürgerinitiative wäre es natürlich toll, wenn sie sich endlich entschließen." Außerdem wünsche er sich, dass das Ergebnis der Testbohrungen bekannt gegeben werde, "damit wir uns auch darauf einstellen könne, ob sich für uns der ganze Aufwand am Ende gelohnt hat".

Eine Entscheidung, ob in Guhlen weiter gebohrt wird, soll nach Angaben des Unternehmens CEP in diesem Jahr fallen.

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2 Kommentare

  1. 2.

    Jetzt noch neue Felder zu erschließen, wo wir in zwanzig Jahren oder so komplett aus den fossilen ausgestiegen sein müssen ergibt doch überhaupt keinen Sinn.

  2. 1.

    St. Florian lässt grüßen. Wir brauchen zwar Öl, aber bitte keine Förderung hier.

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