Symbolbild: Brandenburg, Luckenwalde: Die Friedrich-Ebert-Grundschule in der Theaterstraße. (Quelle: dpa/Stache)
Audio: Antenne Brandenburg | 30.11.2020 | John-Alexander Döring | Bild: dpa/Stache

Corona-Pandemie - Brandenburger Schulen sollen Gesundheitsämtern helfen

Die Brandenburger Gesundheitsämter sind überlastet. Nun sollen die Schulen im Land Aufgaben der Gesundheitsämter übernehmen, wenn sie darum gebeten werden. Das soll aber nicht automatisch geschehen. Von John-Alexander Döring

Um die Brandenburger Gesundheitsämter während der Corona-Krise zu entlasten, sollen Schulen in Brandenburg zum Teil deren Aufgaben übernehmen.

Das geht aus Mails vom jeweiligen Schulamt hervor, die die Brandenburger Schulen am vergangenen Mittwoch erhielten – ursprünglicher Verfasser ist das Bildungsministerium in Potsdam. Darin wird deutlich, dass die Gesundheitsämter bei starker Belastung Amtshilfe ersuchen können um einige Aufgaben an Schulen zu übergeben.

Schulamt muss Hilfestellung erst prüfen

Bislang waren ausschließlich die Gesundheitsämter zum Beispiel für die Nachverfolgung von Corona-Fällen an Schulen und die Kontaktaufnahme zu Schülern und Eltern zuständig, wenn an einer Schule Corona auftritt. Das könnten nun Schulen übernehmen, wenn sie darum gebeten werden.

Das Amtshilfeersuchen müsste allerdings vorher vom jeweiligen Schulamt geprüft werden. Auslöser des Vorstoßes durch das Bildungsministerium ist der Kreis Barnim. Landrat Daniel Kurth versuchte dort vor etwa zwei Wochen, die Schulleiter im Landkreis zu verpflichten, den Gesundheitsämtern zuzuarbeiten. Der Aufschrei war groß: Als Landrat dürfe er das gar nicht und die Schulen hätten selbst viel zu tun. Nun hat also das Ministerium reagiert.

Freiwillige Unterstützung statt Weisung

Frank Kramer, Vorsitzender des Hauptpersonalrats der Lehrkräfte in Brandenburg,
findet das in Ordnung - vorausgesetzt, jedes Amtshilfe-Ersuchen wird wirklich genau geprüft und die primären Aufgaben des Schulleiters sind dadurch nicht gefährdet: "Die Akzeptanz ist dann sehr hoch, wenn es nicht in der Form von Weisungen erfolgt, sondern es eine Form der freiwilligen Unterstützung ist", sagte Kramer dem rbb.

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Sendung: Antenne Brandenburg, 30.11.2020, 16:40

Beitrag von John-Alexander Döring

8 Kommentare

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  1. 8.

    "nur wenn sie darum gebeten werden"
    Schüler haben das Recht auf gute Bildung und Betreuung ist indes ein hohes Gut und darf nicht mehr als nötig eingeschränkt werden.

  2. 7.

    Warum stellt man nicht einfach mehr Personal bei den Gesundheitsämtern ein? Das war doch schon im Frühjahr absehbar, daß mehr Personal gebraucht wird.

  3. 6.

    Bis auf wenige "Ignoranten" wissen alle: Schulleiter und Lehrer haben während der Schulzeit eine 50-60 Stundenwoche (!) - das sagt alles. Es gibt gute Gründe dafür, warum sich Lehrer sehr wenig öffentlich äußern und in den Medien fast nie vorkommen. Es wird auch keiner in Talkshows auftreten, was oft bemängelt wird - ja warum nur?

  4. 5.

    Mal ehrlich, wer als Eltern oder Arbeitgeber (!) akzeptiert denn eine Quarantäne, die der Lehrer für Reli oder Werken/Arbeit/Technik ausgesprochen hat??? Wo hat denn so ein "Spruch" Bestand? Gerne kann ein Lehrer/Rektor mit Hilfe des Stundenplanes sehen, welche Klassen sich hätten infizieren können und für diese HOMESCHOOLING (neudeutsch: Hybridunterricht, SaLzH) anordnen. Aber von einem Lehrer in Einzelhaft geschickt zu werden, womöglich mit Eltern und Geschwistern? Ne! Eckestehen ist abgeschafft!
    Wenn jeder seinen Teil abarbeitet, und nicht die Ämter alle bereitwillig in bezahlte Kurzarbeit und Homeoffice schicken würden, wäre ganz Deutschland geholfen...

  5. 4.

    Im Rahmen eines Praktikums können auch die Schüler mit ran..... wird die Klasse 10a zum Großraumbüro.... Maske nicht am Schreibtisch.... win win Situation :D

  6. 3.

    Was ist daran neu?
    Die 10 tägige Quarantäne meiner Tochter endet heute, vom Gesundheitsamt habe ich bis heute nichts gehört.
    Auch bei meiner 2. Tochter gibt es nur die Quarantäneanordnung von der Schule.

  7. 2.

    Da Schulen ja seit langem auch die Aufgaben von schlecht ausgestatteten Jugendämtern, Bauämtern und anderen Bereichen übernehmen, ist es doch nur folgerichtig auch Aufgaben des Gesundheitsamtes zu bearbeiten. Schließlich sind die Schulen dafür personell und vor allen Dingen digital dafür von den Bildungsministerien in B und Bb hervorragend ausgestattet worden. Das können die Schulleitungen neben der z.Zt. ca. 50 Stundenpräsenz doch abends im Homeoffice machen. Wie man sieht, ist man nicht voll ausgelastet...kann auch noch nachts Kommentare schreiben.

  8. 1.

    Muss man das noch kommentieren? Stellenwert von Bildung wird mal wieder klar.

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