Suchhunde Schweinepest Neuzelle Oder-Spree 2
Audio: Antenne Brandenburg | 22.09.2020 | Klaus Lampe | Bild: rbb

Schweinepest in Oder-Spree - Hundestaffeln sollen bei Bestimmung der Kernzone helfen

Zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest kommen in Brandenburg auch Hundestaffeln zum Einsatz. Die Tiere aus Rheinland-Pfalz sind dafür trainiert, Kadaver aufzuspüren - und die Hundeführerin zur Fundstelle zu bringen.

Nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest werden seit Wochenbeginn in Brandenburg Suchhunde aus Rheinland-Pfalz eingesetzt, um Wildschweinkadaver zu finden. Die Tiere sind speziell für diese Aufgabe ausgebildet worden. Bereits früh morgens sind die drei Hundeführer aus Rheinland-Pfalz mit ihren Suchhunden im Wald bei Neuzelle (Landkreis Oder-Spree) unterwegs. Am äußeren Rand jener Kernzone, in der die mittlerweile 20 von der Afrikanischen Schweinepest verseuchten Kadaver gefunden worden sind.

Hunde erfassen Gebiet mit GPS

Da, wo Hightech und Menschen nicht mehr weiterkommen, kommen die Teams um Hundeführerin Petra Nitschke zum Einsatz. Sie sagt: "Zwar haben Drohnen von oben gute Kameras, aber die verendende Sau zieht sich in ganz dichtes und enges Gestrüpp zurück, und da ist der Hund im Vorteil."

Im Unterschied zu normalen Jagdhunden apportieren die Spürhunde das Wild nicht. Findet der Hund ein totes Wildschwein, werde umgehend die Hundeführerin informiert, sagt Nitschke. "Der Hund setzt sich vor mich hin, sieht mich an und sagt: 'Frauchen, ich habe etwas gefunden' und dann führt er mich zu dem Stück, das er gefunden hat, zurück", so Nitschke.

Jede Bewegung der Hunde wird per GPS auf einer Karte erfasst. Je nach Windrichtung kann der Suchradius dann angepasst werden.

Bisher keine Funde außerhalb der Kernzone

Bisher haben die insgesamt vier Suchhunde keine frischen Wildschwein-Kadaver gefunden, sondern nur ältere Knochen. Petra Senger zufolger, der Amtstierärztin von Oder-Spree, ist das eine gute Nachricht. Denn damit muss das bestehende Kerngebiet vorerst nicht erweitert werden. Aber auch diese Knochenfunde würden untersucht, kartografiert und bestimmt, ob sie mit der ASP in Zusammenhang stehen.

Sollten die Suchtrupps auf ein krankes oder sterbendes Wildschwein stoßen, müsse dies unmittelbar tierschutzgerecht getötet werden. Diese Aufgabe übernehme ein Tierarzt oder Jäger, der bei den Bergungsteams immer mit dabei sei, sagt Senger.

Anpassung der Gefahrengebiets

Die Zone etwa zwischen Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) und Guben (Spree-Neiße) ist bislang mit einem mobilen Elektrozaun abgesteckt. Sollten in diesem engeren Umfeld keine Kadaver gefunden werden, habe das Veterinäramt des Kreises eine gute Möglichkeit festzustellen, ob der aktuelle Grenzverlauf für das Kerngebiet bestehen bleibt oder angepasst werden muss. Auch fließen die Ergebnisse Tierärztin Senger zufolge mit in die Entscheidung ein, ob und wie eine feste Umzäunung aufgestellt werden soll.

Voraussichtlich noch bis kommenden Sonntag sollen die Kadaver-Suchhunde aus Rheinland-Pfalz noch in Oder-Spree unterwegs sein. Petra Senger sagte dazu: "Das gefährdete Gebiet mit einem Radius von 25 Kilometer im Durchschnitt ist unwahrscheinlich groß. Dort, wo der Mensch nicht durchkommt, bringen die Hunde vernünftige Ergebnisse, und da bin ich sehr froh drüber."

Überprüfung durch EU-Notfallteams

In den nächsten Tagen sollen auch Mitglieder des Veterinär-Notfallteams der Europäischen Union nach Brandenburg kommen. "Die haben ein klaren Überprüfungsauftrag aller Maßnahmen, die die Behörden vor Ort durchführen. Das schauen sie sich nicht nur theoretisch an, sondern gehen auch wirklich in die Praxis und wollen sehen, wie die Umsetzung ist", so Senger.

Wann genau das Notfallteam kommt, stehe aber noch nicht fest. Einsätze aufgrund der Afrikanischen Schweinepest gab es im vergangenem und in diesem Jahr bereits in Ungarn, Deutschland und Polen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 22.09.2020

1 Kommentar

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  1. 1.

    Was soll das? Als vor Monaten Dänemark sich mit einem Zaun absicherte, kam von deutschen Medien einhellig unqualifizierte Kritik und Spott. In Deutschland fing man später an, lächerliche bunte Netze zu ziehen. Nun ist es zu spät, ich will jetzt auch nichts mehr von den albernen Hundeeinsätzen hören. Deutschland macht immer viel Gedöns und wenig Sinnvolles.Gleich ob in der Weltpolitik oder in den Lokalpolitik.

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