Grünheide: Betonpfeiler und erste Außenwände für die Lackiererei sind am 9. September 2020 auf der Baustelle der Tesla Gigafactory zu sehen (Quelle: DPA/Patrick Pleul)
Bild: DPA/Patrick Pleul

Autoproduktion in Grünheide - Erste Fassade der Gigafactory laut Tesla bereits fertiggestellt

Der Bau der Fabrik des US-Elektroautobauers Tesla in Grünheide (Landkreis Oder-Spree) kommt sichtbar voran. Eine erste bleibende Fassade an der Antriebsstrangproduktionshalle - nach Tesla-Angaben das Herzstück der Fabrik - ist bereits errichtet, die Pfähle für das Presswerk sind im Boden, die Ausmaße der geplanten Lackiererei und der Montagehalle mit Eingangsbereich werden deutlich. Bei einer von einem Tesla-Team geführten Informationsfahrt über das 300 Hektar große Gelände erläuterte ein Sprecher den Stand der Bauvorhaben.

Etwa 250.000 Kubikmeter Sand wurden auf dem Gelände abgebaggert. Ein großer Teil davon wurde im Lausitzer Tagebau Jänschwalde zwischengelagert. Er soll später als Rekultivierungsmaterial für die Wiedernutzbarmachung von Tagebaufolgelandschaften verwendet werden, erläuterte Thoralf Schirmer, Sprecher des Energieunternehmens Leag.

Linke fordert Runden Tisch zur Klärung der Wasserproblematik

Ab Sommer 2021 sollen bis zu 500.000 Fahrzeuge im Jahr in Grünheide produziert werden, dafür sind etwa 12.000 Arbeitsplätze geplant. Die abschließende umweltrechtliche Genehmigung vom Land Brandenburg steht noch aus. Tesla baut bereits auf eigenes Risiko über vorzeitige Genehmigungen. Das Brandenburger Landesumweltamt gab zuletzt grünes Licht für das Fundament und den Rohbau mit einem vorzeitigen Beginn.

Kritiker sehen unter anderem die öffentliche Versorgung mit Trinkwasser wegen der Ansiedlung in Gefahr, kritisieren aber auch die Rodung und den Umgang mit Tieren auf dem Gelände. Das Unternehmen will den Wasserverbrauch inzwischen senken. Tesla braucht nach eigenen Angaben 1,4 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr. "Das Wasser ist da, es muss nur hierher", sagte der Unternehmenssprecher. Das sei technisch lösbar.

Die Linken im Brandenburger Landtag fordern einen Runden Tisch in Zusammenhang mit der Wasserproblematik. "Bürgerinitiativen und Umweltverbände müssten die Möglichkeit haben, ihre Probleme darzustellen", sagte der Linke-Landtagsabgeordnete Thomas Domres am Mittwoch. "Wir bleiben bei unserer Forderung nach mehr Bürgerbeteiligung."

Größte Herausforderung für Tesla: Arbeitsplätze schnell besetzen

Ebenfalls am Mittwoch wurde bekannt, dass Tesla ein weiteres Stück Kiefernwald roden möchte, um Platz für einen Autobahnzubringer zum Fabrikgelände zu schaffen. Ein entsprechender Antrag ist laut Umweltminister Axel Vogel (Grüne) bereits Ende August gestellt worden.

Über die zahlreichen Einwendungen der Bürger zum geplanten Bau der sogenannten "Gigafactory" soll am 23. September bei einem öffentlichen Erörterungstermin in der Stadthalle von Erkner (Oder-Spree) gesprochen werden. "Wir sind sehr froh, dass es diesen Termin gibt. Einfach, weil es uns die Möglichkeit gibt, sehr faktenbasiert auf die Einwände zu antworten und diese Bedenken den Leuten auch zu nehmen", sagte der Tesla-Sprecher.

Als größte Herausforderung sieht der US-Elektroautobauer die rasche Gewinnung von Arbeitskräften. Tesla sei da aber zuversichtlich, sagte der Sprecher. Das Unternehmen biete gut bezahlte Arbeit und habe gute Entlohnungssysteme. Der Bedarf an Mitarbeitern werde mitwachsen, doch erst müsse der Markt da sein und die Autos verkauft werden.

Sendung: Brandenburg aktuell, 09.09.2020, 19.30 Uhr

45 Kommentare

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  1. 45.

    Der Osten und Südosten von Berlin/Brandenburg verlangt seit Jahrzehnten, nach Fördermitteln und nach der Schaffung von Industriearbeitsplätzen. Jetzt, eine geringe Fläche Nutzwald an einer Bundesautobahn und fehlende Investitionen in Wasserwerke, als Argumente vorzuschieben, grenzt schon an Satire !!!

  2. 44.

    Der RBB berichtet so selten über das Projekt i2030, dass sich die Ausbaupläne trotz mehrfacher Erwähnung hier im Thema noch nicht überall rumgesprochen haben.

    Allerdings stößt der Ausbau des SPNV ebenso auf Widerstand, egal ob eine Strecke in BaWü erst Jahre später elektrifiziert werden kann, weil in den Bahntunneln Fledermäuse leben oder hier plötzlich die Nachbarn der Stammbahn die Natur für ihre Zwecke entdecken.

  3. 43.

    Natürlich könnte die RB 13 auch nach Ketzin (Havel) verlängert werden. Beide Strecken sind möglich.

  4. 42.

    Da haben Sie völlig recht! Busse sind keine Alternative zu einem Streckenausbau der Bahnlinien. In Niedersachsen stehen gerade stillgelegte Strecken auf dem Prüfstand. Man rechnet mit der Wiedereröffnung von voraussichtlich sechs bis acht Strecken, überwiegend im Braunschweiger Raum, allerdings konnte der dortige Bahnbetreiber, einige Seiteneinsteiger aus der Wirtschaft gewinnen. Eine Zugbegleiterin kam sogar von der Bundeswehr. Im dortigen Kundenmagazin, wird öfter über diese "Umschüler" berichtet.

    Pendelverkehr ist oft nicht nötig! Teilstücke brauchen nur angeschlossen werden. Die bis Wustermark fahrende RB13, könnte problemlos nach Nauen verlängert werden.


  5. 41.

    Es gibt viele Bahnstrecken im Land Brandenburg, die könnten im Pendelverkehr reaktiviert und betrieben werden. Für diese einfachen Strecken, bis zu 20 Km. eine Tour, findet sich schon Personal. Da fehlen manchmal nur ein paar Millionen zur Reaktivierung solcher Strecken. Ist eigentlich sehr schade und gleichzeitig sind für den Flughafen und für Tesla, Viele Milliarden kein Problem. Ich muss Ihnen dazu sagen, Busse sind im Flächenland Brandenburg, oftmals überhaupt keine Alternative. Die Kreis-und Landesstrassen sind so marode, genauso wie sehr viele Ortsdurchfahrten. Da schaukeln die Busse so, da wir jedem Fahrgast schlecht. Auch fahren Busse, jeden noch so kleinen Ort an und brauchen deshalb viel zu lange. Ohne eigenen Pkw, geht es in vielen Regionen von Brandenburg, überhaupt nicht. Aber Verbrenner, verpesten auch nur jede Straße und Ortschaft.

  6. 40.

    Die hohe Ausfallwahrscheinlichkeit ist aber auch dem Personalmangel geschuldet. Welchen Sinn hat denn ein Ausbau der Bahnstrecken, wenn überhaupt kein Personal für die Bedienung vorhanden ist? Sofern nicht das Personalproblem gelöst wird, werden die Ausfälle eher weiter zunehmen. Fehlendes Personal schadet auch dem Tourismus, da die Durchführung von Reiseveranstaltungen , durch drohende Zugausfälle, erschwert wird, was sich letztendlich auf die Fahrpreise auswirkt. Zudem werden fehlende Busfahrer immer mehr zum Sicherheitsrisiko. Eine Schraube ohne Ende.

    Übersehen wird dabei, dass Fahrpersonal möglicherweise auch zur Anreise , zum Tesla-Werk benötigt wird und diverse Bahnprojekte geplant sind.

  7. 39.

    Der Wolf ist wieder in Richtung Polen abgehauen, habe Ihn seber wegrennen sehen. Die Wildschweine wurden wahrscheinlich von der Schweinepest dahingerafft und die Rehe werden heute noch vom Jäger verfolgt. Die Krähen und Rabenvögel sind weggeflogen. Die Ameisen wurden umgesiedelt und die Fledermäuse haben eine schöne neue Behausung bekommen. Und der Mensch bekommt neue Arbeitsplätze und für viele tausende Mitarbeiter und ihren Familien ein gutes Auskommen.

  8. 38.

    Welchen Bus oder welche Bahn im Land Brandenburg meinen Sie ? Meinen Sie Busverbindungen, die für 10 Km, 30 Minuten benötigen, weil jedes Kaff mit 3 Häusern angefahren wird ? Meinen Sie Bahnhöfe und Bahnstrecken, die man im Flächenland Brandenburg, erst einmal suchen und finden muss ? Stündliche Verbindungen mit hoher Ausfallwahrscheinlichkeit bei jedem Sturm und bei jedem Streik ? Wenn Ich mich in Brandenburg, auf Bus und Bahn verlasse, habe Ich nach 3 Monaten keinen Arbeitsplatz mehr, da ich mit hoher Wahrscheinlichkeit, wegen Zuspätkommen gekündigt wurde, Viele Grüße. Und der ÖPNV Ausbau, ist doch nur ein Traum von irgendwelchen Politikern mit gesponsertem Pkw und Berlin/Brandenburger Fahrgastverbänden. Da werden von den Fahrgastverbänden irgendwelche Listen neuer und stillgelegter Strecken aufgestellt, die in hundert Jahren, noch nicht gebaut oder reaktiviert werden. Das Auto wird noch sehr lange, unser täglicher Begleiter bleiben.

  9. 37.

    Das Argument Bus und Bahn ist überhaupt kein Argument für die nächsten Jahrzehnte oder Jahrhunderte. Brandenburg ist ein dünnbesiedeltes Flächenland, wo individuelle Mobilität, auf Ewig, eine entscheidende Rolle spielen wird. Vor-Ort-Verbrenner verpesten mittlerweile jeden Ort in Berlin und Brandenburg und werden nicht mehr lange geduldet. Bahnlinien werden nicht konsequent reaktiviert, bzw. neue Bahnstrecken gebaut. Die immer funktionierende Ausrede für den ÖPNV Ausbau in Brandenburg kennen Wir doch Alle-zu wenige Fahrgäste !!! Teilungsbedingte Stilllegungen von Bahnstrecken gerade in Westbrandenburg, werden doch überhaupt nicht mehr angegangen. Der Bahnausbau ist doch Tot oder dauert Jahrzehnte. Bestes Beispiel bei uns: Ketzin/Havel-Wustermark-Berlin. Bahnausbau dauert doch Ewig und noch viel länger und klappt vielleicht in Berlin-in Brandenburg aber nicht !!! Da ist E-Mobilität eine gute Alternative.

  10. 36.

    Die geschaffenen Arbeitsplätze sind kein Argument für, sondern gegen Tesla. Denn die dort Arbeitenden fehlen bei Bus+Bahn als Busfahrer, Lokführer, Zugbegleiter, Instandhalter, Fahrdienstleiter, Zugreiniger usw. Warum bewerben sich die Leute nicht bei Bus+Bahn, die dringend Arbeiter suichen, sondern bei Tesla? Warum nimmt niemand zur Kenntnis, daß es schon viel zu viele Autos gibt und nicht noch mehr gebraucht werden? Sie stehen auf Bahnübergängen, Busspuren, Geh+Radwegen herum und blockieren den Verkehr. Warum stort und verhindert niemand, daß noch mehr solcher Verkehrshindernisse gebaut werden? Die Menschen sollen nicht mit Autos, sondern mit Fahrrad+Bus+Bahn fahren. Da ist es besser, keine neuen Autofabriken zu bauen, sondern sie zu schließen und zu renaturieren. Was passierte mit den dort lebenden Tieren? Keiner siedelte sie um. Bei der schnellen Rodung konnten sie nicht schnell genug flüchten bzw. hatten anderes Verhalten, Verstecken ua. Das haben sicher viele nicht überlebt.

  11. 35.

    Ich überführe Sie gerne immer wieder der Lüge wie bei im Wald getöteten Reptilien, die nichtmals die grüne Liga kennt, mit denen Sie aber schon seit Monaten hier hausieren gehen ohne dafür Belege liefern zu wollen und zu können. Wenn die "acht Wochen" später mit den Arbeiten begonnen hätten, wären vor allem Menschen wie Sie doch die ersten gewesen, die laut "Vegetationszeit" geschrien hätten. Oder hätten Sie den Finger gehoben, und geschrieben, dass im Naturschutzgesetz lediglich Bäume außerhalb von Wälder nicht gerodet werden dürfen.

  12. 34.

    Gegen Tesla, ist der BER ein verstaubter alter Hut aus den 2000er. Jahren. Mit Retro-Holz-Immitaten und mit veralteten Bildschirmen und Computern. Da steht noch darauf: Made in GDR.

  13. 33.

    LOS und MOL sind zwei sehr große Brandenburger Landkreise, wo genügend Städte und Kommunen, noch Wohnraum bieten können. Die gesamte Region, hat doch seit der politischen Wende, viele Einwohner eingebüßt. Jetzt zu sagen, es kann kein Zuzug verkraftet werden, ist doch völlig abwegig. Die Infrastruktur ist gegeben bzw. wird dementsprechend angepasst. Da gibt es überhaupt keine Probleme. Es wurde schon ausgerechnet, das im Land Brandenburg, 500000 Wohnungen neu gebaut werden können und das ohne Probleme. Brandenburg ist nach Meck-Pomm, das dünnbesiedeltste Bundesland.

  14. 32.

    Wie oft oder wie lange wollen sie noch leugnen, dass mit Genehmigung der Behörden das Töten geschützter Reptilien zugelassen wurde. Nur dafür, dass die Fragliche Giga Fabrik acht Wochen eher fertig wird?

  15. 31.

    Ich lach mich schlapp, wenn die vor dem BER fertig sind ;-)
    Das wäre Spott für die nächsten 100 Jahre.

  16. 30.

    Wie stellen Sie sich das vor ? Den Wald bis Fürstenwalde vernichten ? Überall gefragte EFH für die Stadtflieher, die bei Tesla arbeiten wollen ? Habe mir kürzlich mal auf youtube angesehen wie man bei BMW in China arbeitet. Bemerkenswerte Arbeitsdisziplin und die Beschäftigten hoch konzentriert. Enorme Automatisierung-aber jeder Griff sitzt. Kann mir nicht vorstellen, dass unsere antiautoritär erzogene Jugend Lust hat so im Takt mit der Technik zu arbeiten. Die eher intelligenten Abibesitzer werden sich da nicht quälen wollen. Aufstieg ist fraglich. Die Fluktuation bei Tesla in USA ist enorm. Einer kontinuierlichen Produktion nicht konform. Man kann die Aussage machen: Die Gegend, in der man das Werk errichtet und die sich bewerbenden Arbeitskräfte werden nur Probleme bringen. Niemand schämt sich für den BER; es war mal so hoffnungsvoll-mit blühenden Landschaften.

  17. 29.

    Das nenne ich endlich mal eine ehrliche Antwort und erklärt Ihre Motive wesentlich besser als irgendwelche erfundenen Reptilien. Schließlich ist die E-Mobilität einer von vielen Bausteinen der Energiewende. Dazu kommen noch Ihre Ressentiments gegenüber den Pendlern aus dem Osten.

  18. 28.

    Haben sie die Bauern mal gefragt? Oder die Menschen un der Lausitz? Für mich ist die Energiewende in der Form wie sie jetzt durchgeführt wird sowieso augenwischerei. Sie zerstört noch mehr unserer Umwelt.

  19. 27.

    Dann freuen sie sich schonmal auf die Langstreckenpendler aus dem Osten. Sie werden sich ihren erprobten Diesel bestimmt nicht verbieten lassen...wie viel Arbeitsplätze sollen es werden?

  20. 26.

    Wohnraum schaffen im Umfeld von Tesla, das ist sehr wichtig, damit zu viel Pendeln zum Arbeitsplatz vermieden wird. Den Wohnraum in LOS und MOL schaffen und nicht in FF oder sogar Polen.

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