Erweiterter deutscher Aktien-Leitindex - Berliner Unternehmen Hello Fresh und Zalando steigen in DAX auf

Zalando in Berlin (Quelle: dpa/Joko)
Audio: Inforadio | 03.09.2021 | Sebastian Schöbel | Bild: dpa/Joko

Mit dem Online-Versandhändler Zalando und dem Lieferdienst Hello Fresh sind seit Freitagabend zwei weitere Berliner Unternehmen in den DAX aufgestiegen. Damit hat Berlin nun fünf Unternehmen, die in dem deutschen Aktien-Leitindex vertreten sind.

Mit den beiden Unternehmen Hello Fresh und Zalando steigen in den neu strukturierten Deutschen Leitindex DAX gleich zwei Berliner Firmen in den ersten deutschen Aktienindex auf. Das gab die Deutsche Börse am Freitag bekannt.

Hello Fresh, Logo (Quelle: dpa/Ralph Goldmann)
Eine Kiste des Lieferdienstes Hello Fresh | Bild: dpa/Ralph Goldmann

Die beiden Berliner Unternehmen gehören zu den Aufrückern des am Freitag aufgestockten Indexes. Es ist eine der tiefgreifendsten Reformen in der Geschichte des DAX: Künftig werden 40 Unternehmen gelistet statt wie bisher 30 und es gelten strengere Qualitätsrichtlinien. Berlin hat mit den beiden Nachrückern nun fünf Unternehmen, die im deutschen Aktien-Leitindex vertreten sind. Bislang sind es Delivery Hero (seit August 2020), Deutsche Wohnen (seit Juni 2020) und Siemens (seit Juni 1988 und mit Doppel-Sitz in Berlin und München).

Aufstieg von zwei Start-ups

"Das ist eine Zeitenwende" sagte Berlins Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne). Der Aufstieg der beiden als Berliner Start-ups gegründeten Unternehmen stehe stellvertretend für den wirtschaftlichen Aufschwung der Bundeshauptstadt. Der werde zunehmend von der IT-Industrie bestimmt: Während das Wirtschaftswachstum Berlins zuletzt bei rund drei Prozent lag, wuchs die Digitalwirtschaft der Stadt um gut 30 Prozent, so Pop. "Selbst im Krisenjahr 2020 konnte die Beschäftigung in diesem Bereich um 8,5 Prozent ausgeweitet werden", sagte die Grünen-Politikerin. "Die Digitalwirtschaft hat sich in der Krise als ein stabilisierender Faktor erwiesen." Sie erwarte, so Pop, dass sich die Zahl der Jobs in dieser Branche von aktuell rund 110.000 in diesem Jahrzehnt verdopple.

Ein Zeichen für die Attraktivität des Standorts Berlin sind auch die Investitionen der US-Konzerne Tesla, Amazon und Google in der Region Berlin-Brandenburg. Laut dem jährlichen Bericht der Wirtschaftsberatung Ernst & Young haben Berliner Firmen allein im ersten Halbjahr 2021 rund 4 Milliarden Euro Wagniskapital erhalten. Im gesamten Jahr 2020 waren es nur rund 3 Milliarden Euro.

Sendung: Inforadio, 03.09.2021, 22 Uhr

10 Kommentare

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  1. 10.

    Ja eigentlich machen die nix anderes als Otto oder Neckermann kurz nach dem Krieg angefangen haben nur das der Katalog zeitgemäß aussieht. Gilt Otto inzwischen auch als IT-Schwergewicht in Deutschland?

  2. 9.

    Es gibt x-mal sympathischere, rendite- und/oder dividendenstärkere AG’s als die, die in einem Aktien-Index gelistet sind. Die Zusammensetzung eines solchen Index war und ist auch kein Muster-Aktien-Depot, denn diese Indizes sind niemals dafür erdacht worden. Sondern lediglich dafür, ein bestimmtes Handelsgeschehen an einer bestimmten Börse abzubilden.
    +++
    Dementsprechend ist die Aufnahme in einen Index kein geschäftliches oder wirtschaftliches "Qualitätsmerkmal" einer AG.

  3. 7.

    Diese Unternehmen zahlen in Berlin Steuern, wenn sie ihren Sitz verlagern, fallen diese Steuern für Berlin weg.
    Die Immobilien in Berlin sind dann nach wie vor in ihren Besitz..

  4. 6.

    Wahrscheinlich sobald sie uns genug ausgepresst haben und dann wird weitergezogen in die nächste Stadt. Leipzig boomt, da kann man grad gut Geld machen mit Immobilien..und im osteuropäischen Ausland gibts auch ein paar Anwärter. We will see.

  5. 5.

    Meines wissens nach hat der Konzern Siemens seinen Sitz in München, und wird auch dort als DAX - Unternehmen gelistet.
    Davon abgesehen sind von den rund 55 AGes, die ihren Sitz in Berlin haben, mindestens 10 Immobilien - Firmen, und die scheinen in Berlin unerwünscht zu sein. Mal sehen ob und wann sie einen anderen Firmen - Sitz wählen.

  6. 4.

    Zumindest eine etwas zeitgemäßere Aufstellung, wenn auch immer noch zu zyklisch. Industriewerte sind weiter übergewichtet. Der DAX als Paket könnte trotzdem nun besser werden. Dennoch gibt es Indizes, die sich als Geldanlage besser eignen.

  7. 3.

    Es sagt viel über die deutsche IT-Industrie aus, dass im Artikel genannten Unternehmen überhaupt zu dieser gezählt werden. Wenn man eine Webseite oder App betreibt ist man also IT. Das sind Onlineshops, und wenig mehr. Amazon ist eine IT Größe wegen AWS, und nicht wegen der Handelsplattform.

  8. 2.

    AMC ENTERTAINMENT könnte auch in den DAX mit aufgenommen werden.
    Das wäre für die deutsche Wirtschaft sehr lohnenswert.
    HODL

  9. 1.

    Gut... ich hoffe die bekommen zeitnah Klagen wegen den Arbeitsverhältnissen nun wo sie im DAX sind damit der Aktienkurz mal gleich eine Stufe runter geht.

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