Verdi ruft zu Warnstreik auf - Flughafen BER sagt alle Abflüge am Montag ab

So 23.04.23 | 20:01 Uhr
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Archivbild: Streikende laufen am 13.03.2023 während dem Warnstreiks von Verdi durch das Terminal 1 (Quelle: dpa/Fabian Sommer)
Video: rbb|24 | 22.04.2023 | Nachrichten | Bild: dpa/Fabian Sommer

Wer Montag vom Flughafen BER abfliegen möchte, muss sich nach Alternativen umsehen: Die Gewerkschaft Verdi hat zum Streik aufgerufen. Laut dem Flughafen wird es deswegen keine Abflüge geben. Auch Ankünfte fallen aus.

Hinweis: Dieser Beitrag wird nicht mehr aktualisiert. Unsere aktuellen Informationen zum Warnstreik am BER finden Sie hier.

Vom Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) werden am Montag keine Flugzeuge starten. Das teilte der Flughafen am Samstag mit. Hintergrund ist, dass die Gewerkschaft Verdi für Montag zu einem Warnstreik am BER aufgerufen hat.

Auf der Internetseite des Flughafens [ber.berlin-airport] waren Stand Sonntagabend alle der etwa 240 ursprünglich geplanten Abflüge gestrichen. Auch mehr als 70 der ebenfalls etwa 240 geplanten Ankünfte von Flugzeugen fallen demnach aus.

Ob Flugzeuge ankommen werden, entscheide die jeweilige Fluglinie, sagte ein Flughafensprecher. Die Fluggäste seien aufgerufen, sich bei den Fluggesellschaften über ihre Reisen zu informieren.

Der Ausstand der Beschäftigten im Luftsicherheitsbereich, in der Fluggastkontrolle und der Personal- und Warenkontrolle beginnt nach Angaben von Verdi am Montagmorgen um 3.30 Uhr und endet um Mitternacht.

Verdi droht mit weiteren Streiks

Verdi will bei Verhandlungen für die Beschäftigten im Luftsicherheitsbereich den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Die Gewerkschaft verhandelt seit geraumer Zeit mit dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) über Zuschläge für Nacht-, Samstags-, Sonntags- und Feiertagsarbeit sowie Regelungen zur Entlohnung von Überstunden für die Sicherheits- und Servicekräfte.

"Wir fordern den BDLS noch einmal nachdrücklich auf, am 27. und 28. April ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen und nicht weiter auf Zeit zu spielen, sonst drohen weitere Streiks im Luftverkehr im Mai und an Pfingsten", sagte Wolfgang Piep

Keine Einigkeit bei Zuschlägen und Überstunden

Am Flughafen Berlin-Brandenburg ist es der dritte große Warnstreik im laufenden Jahr. Bereits am 13. März verhinderte eine Arbeitsniederlegung sämtliche Abflüge, Hintergrund waren auch damals die Verhandlungen über Zuschläge für das Sicherheitspersonal. Bei einem Warnstreik am 25. Januar legte Verdi den gesamten gewerblichen Flugverkehr lahm. Gemeinsam mit dem Sicherheitspersonal legten damals Beschäftigte der Flughafengesellschaft und der Bodenverkehrsdienste die Arbeit nieder. Für diese beiden Gruppen konnten inzwischen Tarifverträge abgeschlossen werden.

Bereits am Donnerstag und Freitag bestreikte Verdi andere Flughäfen im Bundesgebiet, etwa in Düsseldorf, Hamburg und Köln/Bonn sowie am Freitag zusätzlich in Stuttgart und Karlsruhe/Baden-Baden. Die Warnstreiks führten zu zahlreichen Flugausfällen. Am Baden-Airport wurde auch am Samstag noch gestreikt. An den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn verlief der Betrieb am Samstag nach den beiden Warnstreiktagen wieder nahezu regulär.

Sendung: rbb24 Abendschau, 22.04.2023, 19:30 Uhr

136 Kommentare

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  1. 136.

    In der Dienstleistungsgesellschaft ist der Dritte ohne durchsetzbare Rechte. Wo bleiben das Verfassungsgericht und die Politik?

  2. 134.

    "muß man allerdings, so ganz ohne Gewerkschaften, damit rechnen, auch eines Tages wegmaschinisiert zu werden." Dagegen wird die Gewerkschaft nicht helfen. Ganz im Gegenteil, dieser Prozess wird durch die Gewerkschaftsforderungen beschleunigt.

  3. 133.

    Gut das es das Streikrecht gibt und gut das sie und noch ein paar andere hier nichts zu sagen haben
    Das gelaber geht einem so allmählich auf den Sack

  4. 132.

    Der Streik ist mir sowas von egal, ich fliege nicht mehr !

  5. 131.

    Ach jetzt ist das Streikrecht am Niedergang Deutschlands Schuld?
    Na so ein Quatsch!

  6. 130.

    Die Forderungen sind überzogen. Schon jetzt verdienen diese ungelernten Mitarbeiter 20,50 Eur zzgl Zulagen. Das ist nicht wenig für einen Anlernjob.

    Da der Bund bei Lohnerhöhungen ja nicht mehr Geld für die Kontrollen zahlt, müssen die Sicherheitsunternehmen due Mehrkosten über Stellenstreichungen einsparen.

    Letztlich kann jedes Sicherheitsunternehmen an Flughäfen, welches immer im Auftrag der Bundespolizei arbeitet, jederzeit ausgewechselt werden. Nach EU Recht sogar durch ausländische firmen

  7. 129.
    Antwort auf [Georg Hmzal] vom 23.04.2023 um 09:46

    Höhere Kosten können nicht an die Airlines weitergegeben werden. Also werden die Eigentümer des BER die Verluste tragen.

    Es dauert nicht lange, dann wandern die ersten Airlines ab. Die Flugpreise sinken weltweit. Dem kann sich auch D nicht entziehen.

  8. 128.

    Falsch. Was nicht mehr in Deutschland geht, geht im angrenzenden Ausland immer.

    Ohne Fliegen geht's heute nicht mehr.

    Letztlich ist die Politik gefragt, dass Streikrecht einzudämmen. Ging ja mit dem Tarifeinheitsgesetz auch sehr gut.

    Deutschland streikt sich kaputt. Durch immer höhere Produktionskosten wandern immer mehr Unternehmen ab oder melden Insolvenz an.

    Die Löhne sind jetzt schon viel zu hoch. Weltweit sinken die Produktionskosten, nur in Deutschland steigen sie.

  9. 127.

    Arbeit lohnt sich immer.

    Egal wie hoch die Sozialleistungen sind, lohnt sich Arbeit immer.

    Gott sei Dank werden die Abgaben für die Arbeitnehmer in den nächsten Jahren massiv steigen - das lehrt viele vielleicht wieder Demut

  10. 126.

    Genau. Der Check in, Gepäckaufgabe und Luftsicherheitskontrolle sind sehr gut automatisierbar.

    Aber vielleicht sind viele Fluggäste nur unfähig, mit den Automaten umzugehen?

  11. 125.

    Hallo Fluggäste,
    Verklagt die Gewerkschaft auf Schadenersatz.

  12. 124.

    Arbeitsgerichte entscheiden über die Zulässigkeit von Streiks.

    Nicht jeder Streik ist nämlich auch zulässig

  13. 123.

    Nun ist es ja so, dass Sicherheitsmitarbeiter an Flughäfen ein Grundgehalt von 20,50 Eur brutto plus diverse Zulagen haben.

    Das ist für einen Anlernjob sehr gut. Daher ist dieser Streik unnötig und zeugt von Gier der Mitarbeiter und Gewerkschaft

  14. 122.

    U.U. muss man die Arbeitsgerichte tatsächlich etwas nachrüsten. Vielleicht findet sich auch etwas gegen die m.E. ausufernde Streikfreudigkeit.

  15. 121.

    Vor ein paar Jahren hatten wir auch keine 8% und mehr Inflation. Erinnern Sie sich, nach der Pandemie und dem Krieg in der Ukraine stiegen die Preise enorm. Sollen die Löhne etwa
    nicht angeglichen werden? Von extrem steigenden Mieten will ich gar nicht reden.

  16. 120.

    Sie wollen doch nicht ernsthaft, das künftig Gerichte über die Angemessenheit von Lohnforderungen entscheiden?

  17. 119.
    Antwort auf [Georg Hmzal] vom 23.04.2023 um 09:46

    Zitat aus Ulbricht Zeiten, ich kann mich erinnern, tiefste DDR, bloß nicht!!!

  18. 118.

    Zumal es die Herren in den Nadelstreifen interessiert das nicht. Bestraft werden die Kunden. Die Ampel freut es ,dass der Flugverkehr behindert wird.

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