Population stabil - Biber in Brandenburg hat Siedlungsmöglichkeiten ausgeschöpft

Do 15.02.24 | 08:11 Uhr
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Ein Biber (Castor fiber) schwimmt am 19.02.2021 im deutsch-polnischen Grenzflusses Oder. (Quelle: dpa-Zentralbild/Patrick Pleul)
Video: rbb24 Brandenburg aktuell | 15.02.2024 | Carsten Krippahl | Bild: dpa-Zentralbild/Patrick Pleul

Der Biber ist in Brandenburg längst keine Ausnahmeerscheinung mehr. Umweltexperten gehen aber davon aus, dass er sich kaum weiter ausbreiten dürfte. Dort, wo er lebt, kommt es auch zu Konflikten mit dem Mensch.

Die Ausbreitung der Biber in Brandenburg stößt nach vielen Jahren der Vergrößerung der Bestände an ihre Grenzen. "Das Siedlungspotenzial ist weitgehend ausgeschöpft", erklärte ein Sprecher des Umweltministeriums auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

In längerfristig besiedelten Gebieten zeige sich bereits regional eine Stagnation oder sogar ein Rückgang der Biberpopulation. Weitere Ansiedlungen seien nur noch "in ungünstigeren Habitaten möglich, allerdings in der Regel nur temporär und nicht als dauerhafte Ansiedlung", führte der Sprecher aus.

Zahl der Biber in Brandenburg seit Jahren kaum verändert

Aktuell werde die Population auf bis zu 3.700 Tiere geschätzt, sagte der Sprecher. Die Zahl habe sich seit drei Jahren kaum verändert. Der Bestand entspreche einem günstigen Erhaltungszustand - der Biber sei in der ganzen Mark nahezu flächendeckend verbreitet. Lediglich in gewässerarmen Gebieten vor allem im Süden des Landes gebe es nach Angaben des Sprechers noch Lücken.

Biber und Mensch gelegentlich im Konflikt miteinander

Die Ausbreitung habe neben positiven Effekten auf das Ökosystem auch Herausforderungen im Zusammenleben mit dem Menschen mit sich gebracht, so der Ministeriumssprecher. "Durch die Gestaltung seines Lebensraumes kommt es auch in Siedlungsgebieten oder auf landwirtschaftlichen Flächen, die nahe an Gewässern liegen, zu gefällten Bäumen im Garten, überfluteten Flächen oder zu Schäden an vorhandener Infrastruktur." Schäden entstünden auch dort, wo durch das Graben des Bibers Erdbauten einstürzten.

Biberbeauftragte in Brandenburg vermittelt bei Konflikten

Eine Biberbeauftragte wurde eigens einberufen, um unter anderem bei Konflikten zu vermitteln und Lösungen anzubieten. Für Betroffene gebe es außerdem die Möglichkeit, finanzielle Unterstützung für Präventionsmaßnahmen zu erhalten.

Zudem wurden trotz der strengen Schutzvorschriften unter bestimmten Voraussetzungen einige Biber geschossen. Im vergangenen Jagdjahr wurde mit 162 Abschüssen in Brandenburg ein neuer Höchstwert erreicht.

Sendung: rbb24 Brandenburg aktuell, 15.02.2024, 19:30 Uhr

8 Kommentare

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  1. 7.

    Wenn Sie meinen, dass irgendwer lesen will, was Sie zu sagen haben, dann schreiben Sie Klartext...und zwar an der richtigen Stelle...und die ist nicht hier unter einem Artikel zur Population von Bibern!

  2. 6.

    Ja, nur dass DIE eher hier waren als wir und wir ihren Lebensraum zerstör(t)en.
    Ihre Hintergedanken sind widerlich!

  3. 5.

    Kein Biber ist illegal! Wir können noch viel mehr davon aufnehmen.

  4. 4.

    Biber sind sein ein paar Jahren häufige Besucher in unserem Garten, zu Beginn mussten auch ein paar Obstbäume dran glauben. Ich habe reagiert und alle Bäume bis ca. 50m vom Wasser mit Armierungsgitter für 6 Euro vom Baumarkt abgezäunt, seitdem ist Ruhe. Im Frühjahr freut sich der Biber über den Baumschnitt am Ufer und wir sind seitdem gute Freunde. Letzten Sommer vor Sonnenuntergang 8 Biber auf einer kurzen Tour durch die Siggelhavel gezählt :)

  5. 3.

    Wenn kein "Wohnraum" mehr vorhanden ist oder knapp wird, geht die Population (bei den Bibern) zurück. Da hat er den Menschen was voraus.
    Die Frage was wir daraus lernen erübrigt sich.

  6. 2.

    In Berlin, am Saatwinkler Damm konnte ich bereits mehrfach beobachten, dass Auto- und Lkw-Fahrer das Schild „30“, „Biber“ mutmaßlich absichtlich ignorieren und mit 55 weiter durchhämmern. Ist der Biber so unbeliebt?

  7. 1.

    In unserer Gegend hat der Wolf den Nutria- und Bisambestand schön ausgelichtet. Ich hoffe, dass das auch bald mit dem Biber passiert, denn die werden langsam zur Plage.

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