Aufbrühen und Warmhalten (Quelle: Marcus Behrendt)
Bild: Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 12. Tür: Aufbrühen und Warmhalten

Wir tragen Levis-Jeans und fahren Daimler, und immer wenn die Knochen knacken, gehen wir zum Röntgen. Ginge es nach dieser Logik, müssten wir unterwegs beim Trinken eines heißen Kaffees sagen: Hm, ein echt heißer Burger. Reinhold Burger kam aus Brandenburg.

24 kleine Geschichten über die großen Errungenschaften und kleinen Niederlagen der Brandenburger und Berliner in Sachen "Essen und Trinken". Alle Türchen auf einen Blick finden Sie hier.

Er hätte eine Straße verdient. Mindestens. Vielleicht sogar einen Platz zu seinen Ehren. Zu Ostzeiten hätte sich ohne Probleme ein Kombinat mit seinem Namen schmücken können, oder aber ein Betriebsteil. Doch nichts. Reinhold Burger wurde fast vergessen. Immerhin wurde noch zu seinem Lebzeiten in Pankow eine Schule nach ihm benannt. Aber Burger hätte mehr verdient, denn dank seiner Ideen können sich die Menschen heute ihren Kaffee und ihren Tee für unterwegs warm halten. Reinhold Burger war ein genialer Erfinder aus Berlin, und er hatte noch dazu Brandenburger Wurzeln.

Liest man in Biografieblättern und Archivauszügen über Reinhold Burger, stößt man auf ganz verschiedene Gesellschaften und AGs, die mit ihm und seinen Erfindungen in Verbindung standen. Er selbst allerdings hatte gemessen an seinem Erfindungsreichtum nur einen sehr schmalen Anteil am späteren Geschäftserfolg seiner Entwicklungen.

Eine Besucherin des Museumsdorfes Glashütte (Landkreis Teltow-Fläming) betrachtet am eine Ausstellung von verschiedenen Thermoskannen.Bild: dpa-Zentralbild

In die USA zum Lernen

Reinhold Burger, geboren am 12. Januar 1866, stammte aus der Brandenburger Fabriksiedlung Glashütte, heute ein Ortsteil von Baruth/Mark (Teltow-Fläming). Er lernte dort Glastechniker und mit 24 Jahren zog es ihn in die USA. Er arbeitete dort mehrere Jahre in verschiedenen Städten in seinem Beruf und kehrte als Geschäftsmann zurück. Seine erste Firma lautete dabei noch allgemein auf seinen Namen "R. Burger & Co."

Das kleine Unternehmen war spezialisiert auf Glasinstrumente wie Thermometer und existierte über seinen Tod hinaus. Schon sehr bald nach seiner Rückkehr nach Berlin entwickelte Burger zusammen mit seinem Geschäftspartner eine ganze Serie von Apparaten und Instrumenten und meldete sie zum Patent an. Und eine dieser Erfindungen macht uns heute noch besonders große Freude.

Das Türenteam

Marcus Behrendt (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Grafiker und Zeichner Marcus Behrendt, alias "EMBE", zeichnet immer dann am besten, wenn er gut gegessen hat. Dann gelingen ihm die lustigen Charactere besonders gut, die grimmigen Figuren haben Hunger. Gleich nach diesem Weihnachtskalender setzt sich "EMBE" an "Hainer, den kleinen Hai" oder den "Sandmann".

Stefan Ruwoldt (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Redakteur Stefan Ruwoldt isst in der Regel in Berlin, kostet viel im Havelland, sucht Pilze in der Lausitz und probiert Fisch überall, wo es Fisch gibt. Und wenn er das nicht tut, schreibt er Nachrichten und Berichte über Brandenburg und Berlin, fährt Fahrrad oder guckt den Eisernen beim Ball spielen zu.

"Thermos hält kalt und heiß - ohne Feuer - ohne Eis."

Burger entwickelte, was in der Patentbeschreibung als "doppelwandiges, aus verspiegeltem Glas bestehendes, evakuiertes Gefäß" firmierte. Der entscheidende Kracher an dieser Erfindung war, dass die Glashülle hohl und luftleer war und so verhinderte, dass der Temperaturaustausch von drinnen nach draußen durch diese luftleere Lücke unterbrochen wurde: eine geniale Isolierung. Die Erfindung sollte zunächst vor allem für industrielle Zwecke dienen zum Aufbewahren von verflüssigten Gasen, die sich so nicht so leicht erwärmten und leichter aufzubewahren ließen. Burger aber erkannte hier sehr schnell den hohen Wert für den Alltagsgebrauch. Er ließ sich die entsprechend konstruierte Flasche patentieren und nannte sie "Thermosgefäß". Die Thermosflasche war auf dem Markt, beworben mit dem Slogan: "Thermos hält kalt und heiß - ohne Feuer - ohne Eis."

Es war ein Meilenstein für den Pausenkaffee auf der Arbeit oder beim Ausflug und eine Art Lebensversicherung für Bergsteiger, die sich an den heiß aufgegossenen Aufschraubbechern ihre verfrorenen Kletterfinger wärmten. Doch Trilliardär wurde Burger damit nicht. Er verkaufte seine Anteile an der patenthaltenden Firma bereits nach wenigen Jahren und profitierte kaum von der in den kommenden Jahren vor allem durch US-Hersteller in Gang gesetzten boomenden Nachfrage nach der Thermoskanne.

Erfinder bis ins hohe Alter

Burger erfand - und entwickelte zudem eine für Conrad Röntgens Untersuchungen mit dem nach ihm benannten Strahlen entwickelte Röntgenröhre, Rotlicht-Bestrahlungsapparate oder - wie die TU in einer Art wissenschaftlichen Wüdigung der Arbeit Burgers berichtet - ein Prüfgerät für KfZ-Zündkerzen. Doch nach dem Krieg blieben dem Erfinder und seiner kleinen Firma mit Sitz in Pankow nicht viel. Zum Ende seines Lebens im Jahr 1954 betrieb Burger noch eine Art Garagenmanufaktor in der Pankower Wilhelm-Kuhr-Straße, wo er dann auch verstarb. Sein Andenken pflegt unter anderem das Museumsdorf Glashütte Baruth - und natürlich jeder, der sich hin und wieder die Thermoskanne füllt. Burger sorgte dafür, dass wir uns was warm halten können.

Der Adventskalender

Lustig macht sauer (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 2. Tür: Lustig macht sauer

Die Gurke muss knackig sein. Und saftig sowieso. Und natürlich muss der Biss stimmen. Gurkenliebhabern läuft allein bei der Erwähnung des Spreewalds das Wasser im Mund zusammen: Sie denken nur noch an die Gurke. Doch ihr Name kann auch missbraucht werden.

Alte Sorte, neue Frische (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 4. Tür: Alte Sorte, neue Frische 

Jeder kennt den alten Spruch von der so umfassenden Gesundmachung durch täglich mindestens einen Apfel. Doch täglich einen "Jonagold" - wer will das schon. In Müncheberg pflegt eine kleine Anstalt ein großes Apfelerbe.

Der Auskenner sammelt lokal (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 7. Tür: Der Auskenner sammelt lokal

Berlin ist kein Naturparadies - und ein Pilzparadies schon gar nicht. Aber es gibt ein paar Eckchen, wo der Pfifferling oder die Marone zu finden sind. Allerdings muss man sich beeilen - und vor den Hunden im Unterholz sein.

Flecken auf dem Chemisett (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 8. Tür: Flecken auf dem Chemisett

Wenn das Ragout fin auf der gestärkten Hemdbrust landet, wird klar, was die Berliner den Hugenotten alles zu verdanken haben. Und das gilt nicht nur kulinarisch - merken die Lebemänner spätestens beim abendlichen Amüsement.

Adventskalender (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 9. Tür: Pelmeni auf der Karl-Marx-Allee

Knapp 50 Jahre waren in und um Berlin sowjetische Truppen stationiert. Doch anders als bei den West-Alliierten war der kulinarische Einfluss der Russen auf die Berliner Küche ein wenig reduziert. Wer aber aufmerksam an den Berliner Töpfen schnuppert, kann ihn schmecken.

Adventskalender (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 10. Tür: Abgekocht in den Tank

Nach dem Braten ist vor der Entsorgung: Das ungenutzte Fett gehört nicht einfach so in den Abfluss. Für die Fettbeseitigung und -aufbereitung gibt es ein aufwändiges System. Und am Ende sorgt das überschüssige Gänsefett für umweltfreundliche PS.

Berliner Schaum zum Fest (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 11. Tür: Berliner Schaum zum Fest

Mit "Oh - es riecht gut, oh - es riecht fein" startet ein Kinderlied übers Weihnachtsbacken. Auch wer nicht backt, hat in Berlin viele Gelegenheiten, lokales Zuckerzeug zu erstehen. In Reinickendorf zum Beispiel kommt die Süßigkeit aus dem Kupferkessel und hat handgetupfte Augen.

Aufbrühen und Warmhalten (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 12. Tür: Aufbrühen und Warmhalten

Wir tragen Levis-Jeans und fahren Daimler, und immer wenn die Knochen knacken, gehen wir zum Röntgen. Ginge es nach dieser Logik, müssten wir unterwegs beim Trinken eines heißen Kaffees sagen: Hm, ein echt heißer Burger. Reinhold Burger kam aus Brandenburg.

Hier suppt nichts durch (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 14. Tür: Hier suppt nichts durch

Diese Brandenburger Erfindung gehört derzeit zu den wohl am meisten gehassten Umweltsünden. Schon allein bei seiner Erwähnung häuft man eine Tonne CO2 auf seinem persönlichen Umweltkonto an. Dabei war es so sauber gestartet.

Draußen nur Kännchen (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 15. Tür: Draußen nur Kännchen

1721 soll es das erste Kaffeehaus in Berlin gegeben haben, also vor fast 300 Jahren. Seitdem hat sich in Berlin eine ordentliche Kaffeehauskultur entwickelt. Geblieben aber ist aus dieser Zeit, dass das doppelte "E" am Ende keine Pflicht ist.

Ein Kuchen für die Ewigkeit (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 16. Tür: Ein Kuchen für die Ewigkeit

Eberswalde hat eine süße Tradition und pflegt sie auch. Ein Kuchen trat von hier aus seinen Eroberungszug in die weite Welt an: der Spritzkuchen. Sein Schöpfer gehört zu den großen "Köpfen" des Landes. Ein Botschafter der Süße.

Genauso weich in kürzerer Zeit (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 18. Tür: Genauso weich in kürzerer Zeit

Weihnachten gibt's Geschenke und natürlich auch alle möglichen Speisen. Zum Beispiel "Neunerlei". Zu diesem "Neunerlei" aber gehört eine Zutat, die Vorlauf in der Zubereitung braucht. Ein Potsdamer Forscher sorgte dafür, dass die Zubereitung in 10 Minuten gelingt.

Dem Fest die Krone aufgesetzt (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 19. Tür: Dem Fest die Krone aufgesetzt

Wenn der Zahn nicht mehr will, kommt die Zange zum Einsatz. Das galt früher, heute arbeitet die Zahnmedizin minimalinvasiv, wobei die deutschen akademischen Wurzeln dieses Zweigs in Berlin liegen. Weihnachten erinnern wir uns daran gern, wenn wir bei der Gans auf den Knochen beißen.

Prozente statt Vitamine (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 20. Tür: Prozente statt Vitamine

Ohne Ballon geht hier gar nichts. Brandenburg ist ein Weinland mit einem nur sehr spärlichen Anteil an Hanglagen. Die Chardonnay- oder Merlot-Trauben gedeihen hier nicht so. Dafür aber wird in Ballons der Saft aus Quitten oder Äpfeln verwinzert.

Bier unterm Baum (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 21. Tür: Bier unterm Baum

"Bier her!" hört man nicht mehr so oft in Berlin. Der bundesweite Vergleich zeigt: Der Durst fehlt in der Hauptstadt. Für den ganz neuen Taste sorgt nun "Beer", also die Produkte der kleinen Craft-Brauereien. Der neue Trend soll die Zapfhähne wieder glühen lassen.

Großeinsatz im kleinen Kreis (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 22. Tür: Großeinsatz im kleinen Kreis

Kulinarisch groß aufgefahren wird auf Berlins Wachen im Kreis der Feuerwehrleute und zwar im Beisein des Weihnachtsmanns. Bei nicht wenigen Berliner Feuerwehren feiert die Mannschaft mit Kollegen und Familien - ein Brauch aus alten Einsatzzeiten.

Tierisch viel Soße (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 23. Tür: Tierisch viel Soße

Die Kuh ist in ihrer Klima-Bilanz eine Bombe, eine Methan-Bombe. Das Schwein ist nur ein bisschen besser. Und jeder bekommt feuchte Augen, wenn es ums Thema Massentierhaltung geht. Aber es gibt Alternativen. Von Brandenburgs Höfen sind da ganz neue Tiergeräusche zu hören. Eine Schlachtpartie.
Satt nachgedacht (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 24. Tür: Satt nachgedacht

Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) erforscht die Unwägbarkeiten rund um unsere Ernährung. Und wenn auch nicht viele, so doch einige der Erkenntnisse der Wissenschaftler sind kleine Heilsbotschaften für die Weihnachtsmahlzeiten.

Beitrag von Stefan Ruwoldt

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