Großeinsatz im kleinen Kreis (Quelle: Marcus Behrendt)
Bild: Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 22. Tür: Großeinsatz im kleinen Kreis

Kulinarisch groß aufgefahren wird auf Berlins Wachen im Kreis der Feuerwehrleute und zwar im Beisein des Weihnachtsmanns. Bei nicht wenigen Berliner Feuerwehren feiert die Mannschaft mit Kollegen und Familien - ein Brauch aus alten Einsatzzeiten.

24 kleine Geschichten über die großen Errungenschaften und kleinen Niederlagen der Brandenburger und Berliner in Sachen "Essen und Trinken". Alle Türchen auf einen Blick finden Sie hier.

Weihnachten wird gekocht. Und es wird gebacken und gekokelt. "Aber es brennt Weihnachten nicht mehr und auch nicht öfter oder doller als an anderen Tagen", sagt Thomas Kirstein, Sprecher der Berliner Feuerwehr. Jedenfalls nicht beim Essen. Die Adventskränze seien hier die große Feuergefahr und nicht der Herd. Ganz offensichtlich sind die Leute so scharf auf all das, was da köchelt und brutzelt, dass sie dann doch auch immer ein Auge auf die Töpfe haben. "Der letzte wirkliche Großbrand in Berlin während der Weihnachtstage liegt auch schon Jahre zurück", so Kirstein. Und auch hier sei der Grund für die Flammen kein weihnachtstypischer gewesen. Entsprechend seien also die Feiertage meist eher ruhige Dienst-Tage für Berlins Feuerwehren.
Rauchender Adventskranz (Quelle: dpa/chromorange/Alfred Hofer)
Bild: dpa/chromorange/Alfred Hofer

Noteinsätze in einsamen Haushalten

Die vorweihnachtlichen Brandgefahren aufgrund von Adventsgestecken und Kerzen gingen genau in dem Augenblick wieder zurück, wo die Leute rund um den Baum am heimischen Gabentisch zusammenkommen. Es seien dann einfach mehr Aufpasser dabei, wenn die Kerzen brennen und damit achteten auch mehr Leute darauf, dass nichts passiert, so Kirstein.

Umgekehrt aber werden die Retter in den Weihnachtstagen oft in Haushalte gerufen, wo Menschen die Weihnachtszeit allein verbringen. "Das sind keine Löscheinsätze, sondern medizinische Notrufe." Keine Bekannten, keine Familienangehörigen, keine Freunde: "Da stellt es sich dann oft sehr schnell heraus, dass hier nicht unbedingt ein Notfall vorliegt." Ein ernsthaftes Problem sei das für die Retter nicht. Aber wenn die Kollegen den Kummer bemerkten, sei das traurig mitanzusehen in einer Zeit, in der in den meisten anderen Haushalten die Menschen miteinander feierten.

Das Türenteam

Marcus Behrendt (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Grafiker und Zeichner Marcus Behrendt, alias "EMBE", zeichnet immer dann am besten, wenn er gut gegessen hat. Dann gelingen ihm die lustigen Charactere besonders gut, die grimmigen Figuren haben Hunger. Gleich nach diesem Weihnachtskalender setzt sich "EMBE" an "Hainer, den kleinen Hai" oder den "Sandmann".

Stefan Ruwoldt (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Redakteur Stefan Ruwoldt isst in der Regel in Berlin, kostet viel im Havelland, sucht Pilze in der Lausitz und probiert Fisch überall, wo es Fisch gibt. Und wenn er das nicht tut, schreibt er Nachrichten und Berichte über Brandenburg und Berlin, fährt Fahrrad oder guckt den Eisernen beim Ball spielen zu.

Braten auf der Wache

Das weihnachtliche Beisammensein während der Feiertage war gerade für Feuerwehrleute noch vor wenigen Jahrzehnten nicht so einfach: "In den 70er Jahren hatten die Feuerwehrleute einen 72-Wochenstunden-Rhythmus, der es ihnen fast unmöglich machte, Weihnachten im Familienkreis zuhause zu feiern", so Kirstein. Aus dieser Zeit stamme darum eine Routine, die in ein wenig abgewandelter Form von den Kollegen noch immer praktiziert werde: Weihnachtsessen in der Feuerwache mit Familien und Freunden, mit dem Weihnachtsmann und mit Bescherung. Heute allerdings fänden diese Feiern dann nicht mehr an den Feiertagen statt, sondern wenige Tage vorher, etwa am letzten Advent.

Die Berliner Feuerwehrleute arbeiteten mittlerweile im 44-Wochenstunden-Rhythmus und in 12-Stunden-Schichten, die Kirstein zufolge dann durchaus auch an den Weihnachtsfeiertagen so zurechtgeschoben werden, dass die Abzulösenden noch rechtzeitig zur Familienbescherung oder zum Gänsebraten kommen und so, dass die Ablösenden zuvor noch die Gelegenheit hatten, unterm Weihnachtsbaum die Geschenke hervorzuholen und die Festtagsmahlzeit zu begehen.

Mehr als nur eine Stulle

Wenn dann an den Feiertagen auch noch der Einsatz ruft, muss der Braten auch schon mal warten. Beschrieben hat diese Einsatzroutinen ganz exzellent der Berliner Kinderbuchautor Hannes Hüttner in dem noch heute sehr populären Kinderbuch "Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt". In der Geschichte über eine Feuerwache müssen die Feuerwehrleute immer gerade dann ausrücken, wenn sie eigentlich gerade essen wollen. Die Einsatzleute müssen zu einem Brand bei Oma Eiserschecke, die die Ofentür zu schließen vergessen hatte. Im Zoo fällt ein Baum auf das Elefantengehege oder die Feuerwehr muss Emil retten, der auf das viel zu dünne Eis gelaufen und eingebrochen war. Besonders Wachtmeister Meier ist nach all diesen Einätzen immer besonders ausgelaugt und braucht eine Extra-Stulle.

Nach einem Weihnnachtseinsatz nur eine Stulle? - Feuerwehrsprecher Kirstein ist sich sicher, dass die Versorgungslage auf den Wachen Weihnachten 2019 mehr zu bieten hat als nur diese Stulle - beste Einsatzbedingungen also auch für Wachtmeister Meier.

Der Adventskalender

Lustig macht sauer (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 2. Tür: Lustig macht sauer

Die Gurke muss knackig sein. Und saftig sowieso. Und natürlich muss der Biss stimmen. Gurkenliebhabern läuft allein bei der Erwähnung des Spreewalds das Wasser im Mund zusammen: Sie denken nur noch an die Gurke. Doch ihr Name kann auch missbraucht werden.

Alte Sorte, neue Frische (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 4. Tür: Alte Sorte, neue Frische 

Jeder kennt den alten Spruch von der so umfassenden Gesundmachung durch täglich mindestens einen Apfel. Doch täglich einen "Jonagold" - wer will das schon. In Müncheberg pflegt eine kleine Anstalt ein großes Apfelerbe.

Der Auskenner sammelt lokal (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 7. Tür: Der Auskenner sammelt lokal

Berlin ist kein Naturparadies - und ein Pilzparadies schon gar nicht. Aber es gibt ein paar Eckchen, wo der Pfifferling oder die Marone zu finden sind. Allerdings muss man sich beeilen - und vor den Hunden im Unterholz sein.

Flecken auf dem Chemisett (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 8. Tür: Flecken auf dem Chemisett

Wenn das Ragout fin auf der gestärkten Hemdbrust landet, wird klar, was die Berliner den Hugenotten alles zu verdanken haben. Und das gilt nicht nur kulinarisch - merken die Lebemänner spätestens beim abendlichen Amüsement.

Adventskalender (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 9. Tür: Pelmeni auf der Karl-Marx-Allee

Knapp 50 Jahre waren in und um Berlin sowjetische Truppen stationiert. Doch anders als bei den West-Alliierten war der kulinarische Einfluss der Russen auf die Berliner Küche ein wenig reduziert. Wer aber aufmerksam an den Berliner Töpfen schnuppert, kann ihn schmecken.

Adventskalender (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 10. Tür: Abgekocht in den Tank

Nach dem Braten ist vor der Entsorgung: Das ungenutzte Fett gehört nicht einfach so in den Abfluss. Für die Fettbeseitigung und -aufbereitung gibt es ein aufwändiges System. Und am Ende sorgt das überschüssige Gänsefett für umweltfreundliche PS.

Berliner Schaum zum Fest (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 11. Tür: Berliner Schaum zum Fest

Mit "Oh - es riecht gut, oh - es riecht fein" startet ein Kinderlied übers Weihnachtsbacken. Auch wer nicht backt, hat in Berlin viele Gelegenheiten, lokales Zuckerzeug zu erstehen. In Reinickendorf zum Beispiel kommt die Süßigkeit aus dem Kupferkessel und hat handgetupfte Augen.

Aufbrühen und Warmhalten (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 12. Tür: Aufbrühen und Warmhalten

Wir tragen Levis-Jeans und fahren Daimler, und immer wenn die Knochen knacken, gehen wir zum Röntgen. Ginge es nach dieser Logik, müssten wir unterwegs beim Trinken eines heißen Kaffees sagen: Hm, ein echt heißer Burger. Reinhold Burger kam aus Brandenburg.

Hier suppt nichts durch (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 14. Tür: Hier suppt nichts durch

Diese Brandenburger Erfindung gehört derzeit zu den wohl am meisten gehassten Umweltsünden. Schon allein bei seiner Erwähnung häuft man eine Tonne CO2 auf seinem persönlichen Umweltkonto an. Dabei war es so sauber gestartet.

Draußen nur Kännchen (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 15. Tür: Draußen nur Kännchen

1721 soll es das erste Kaffeehaus in Berlin gegeben haben, also vor fast 300 Jahren. Seitdem hat sich in Berlin eine ordentliche Kaffeehauskultur entwickelt. Geblieben aber ist aus dieser Zeit, dass das doppelte "E" am Ende keine Pflicht ist.

Ein Kuchen für die Ewigkeit (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 16. Tür: Ein Kuchen für die Ewigkeit

Eberswalde hat eine süße Tradition und pflegt sie auch. Ein Kuchen trat von hier aus seinen Eroberungszug in die weite Welt an: der Spritzkuchen. Sein Schöpfer gehört zu den großen "Köpfen" des Landes. Ein Botschafter der Süße.

Genauso weich in kürzerer Zeit (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 18. Tür: Genauso weich in kürzerer Zeit

Weihnachten gibt's Geschenke und natürlich auch alle möglichen Speisen. Zum Beispiel "Neunerlei". Zu diesem "Neunerlei" aber gehört eine Zutat, die Vorlauf in der Zubereitung braucht. Ein Potsdamer Forscher sorgte dafür, dass die Zubereitung in 10 Minuten gelingt.

Dem Fest die Krone aufgesetzt (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 19. Tür: Dem Fest die Krone aufgesetzt

Wenn der Zahn nicht mehr will, kommt die Zange zum Einsatz. Das galt früher, heute arbeitet die Zahnmedizin minimalinvasiv, wobei die deutschen akademischen Wurzeln dieses Zweigs in Berlin liegen. Weihnachten erinnern wir uns daran gern, wenn wir bei der Gans auf den Knochen beißen.

Prozente statt Vitamine (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 20. Tür: Prozente statt Vitamine

Ohne Ballon geht hier gar nichts. Brandenburg ist ein Weinland mit einem nur sehr spärlichen Anteil an Hanglagen. Die Chardonnay- oder Merlot-Trauben gedeihen hier nicht so. Dafür aber wird in Ballons der Saft aus Quitten oder Äpfeln verwinzert.

Bier unterm Baum (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 21. Tür: Bier unterm Baum

"Bier her!" hört man nicht mehr so oft in Berlin. Der bundesweite Vergleich zeigt: Der Durst fehlt in der Hauptstadt. Für den ganz neuen Taste sorgt nun "Beer", also die Produkte der kleinen Craft-Brauereien. Der neue Trend soll die Zapfhähne wieder glühen lassen.

Großeinsatz im kleinen Kreis (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 22. Tür: Großeinsatz im kleinen Kreis

Kulinarisch groß aufgefahren wird auf Berlins Wachen im Kreis der Feuerwehrleute und zwar im Beisein des Weihnachtsmanns. Bei nicht wenigen Berliner Feuerwehren feiert die Mannschaft mit Kollegen und Familien - ein Brauch aus alten Einsatzzeiten.

Tierisch viel Soße (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 23. Tür: Tierisch viel Soße

Die Kuh ist in ihrer Klima-Bilanz eine Bombe, eine Methan-Bombe. Das Schwein ist nur ein bisschen besser. Und jeder bekommt feuchte Augen, wenn es ums Thema Massentierhaltung geht. Aber es gibt Alternativen. Von Brandenburgs Höfen sind da ganz neue Tiergeräusche zu hören. Eine Schlachtpartie.
Satt nachgedacht (Quelle: Marcus Behrendt)
Marcus Behrendt

Adventskalender 2019 - 24. Tür: Satt nachgedacht

Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) erforscht die Unwägbarkeiten rund um unsere Ernährung. Und wenn auch nicht viele, so doch einige der Erkenntnisse der Wissenschaftler sind kleine Heilsbotschaften für die Weihnachtsmahlzeiten.

Beitrag von Stefan Ruwoldt

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