Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) (Quelle: dpa/John Macdougall)
Bild: dpa/John Macdougall

Tests auf Antikörper - Wer hatte schon Corona? - RKI kündigt mehrere Studien an

Zur Klärung offener Fragen in der Coronavirus-Pandemie hat das Robert Koch-Institut (RKI) drei Studien in Deutschland angekündigt. Bei den Untersuchungen sollen Blutproben auf Antikörper untersucht werden, sagte RKI-Chef Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. Ziel sei es etwa zu erfahren, wie viele Menschen im Land immun seien und wie hoch der Anteil symptomloser Fälle sei. Davon hänge auch die Sterberate bei Sars-CoV-2 ab.

Es gibt mittlerweile Schnelltests auf Antikörper - doch Experten scheuen sich vor einem Einsatz.

Tests mit Blut von Blutspendern sollen kommende Woche starten

Vermutlich bereits in der kommenden Woche starteten Tests mit Blut von Blutspendern, kündigte Wieler an. Alle 14 Tage sollen 5.000 Blutproben untersucht werden. Ebenfalls in Kürze sollen zudem Proben von Menschen in vier noch nicht näher benannten Ausbruchsgebieten analysiert werden, sagte der RKI-Chef. Ergebnisse dieser beiden Studien würden bereits im Mai erwartet. Eine dritte, aufwendigere und bundesweite repräsentative Studie mit 15.000 Teilnehmern an 150 Orten solle im Mai starten, so Wieler.

Antikörper sind Hinweis auf eine durchgemachte Erkrankung und auf Immunität

Die Infektion verläuft oft mild oder sogar unbemerkt. Antikörper lassen sich laut RKI frühestens ein bis zwei Wochen nach der Infektion nachweisen. Sie gelten als Hinweis auf eine durchgemachte Erkrankung und auf Immunität - wobei bisher unklar ist, wie lange die Immunität bei Sars-CoV-2 anhält. Eine Reihe entsprechender Tests sei seit kurzem verfügbar, dabei schwankten die Qualitätsparameter stark, so Wieler.

Die derzeit gängigen Tests auf das neue Coronavirus, für die meist Rachenabstriche genommen werden, zeigen nur an, ob ein Mensch akut infiziert ist.

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12 Kommentare

  1. 12.

    Ich bin Asthma Patientin. Um den 20.2. hatte ich diesmal sehr starken Husten, war schlapp und hatte leichtes Fieber bis 38 Grad. Ich habe öfter mit den Bronichien zu tun aber diesmal war alles stärker und mir ging es sehr schlecht.
    Habe meinen Hausarzt angerufen, der meinte es wäre eine Entzündung der Bronchien. Er würde mir davon abraten in die Praxis zu kommen wegen Ansteckungsgefahr. Ich solle mein Spray morgens weiternehmen und zusätzlich 4x tgl. das Notfallspray benutzen. Er fragte ob ich im Risikogebiet war oder eine Person die an Corona erkrankt war getroffen habe.
    Ich habe bewusst niemanden getroffen der an Corona erkrankt war, aber man konnte dies damals ja auch nicht ausschliessen. In Risikogebieten habe ich mich nicht aufgehalten, aber der Kreis Viersen liegt direkt am Kreis Heinsberg.
    Erst nach 14 Tagen ging es mir etwas besser aber bis heute bin ich schrecklich schlapp. Nun möchte ich gerne wissen, ob ich irgendwo einen zuverlässigen Antikörpertest machen kann?

  2. 11.

    das wäre wirklich interessant. mein mann und ich haben den winter in der türkei verbracht und sind seit dem 18.3. wieder in deutschland. 5wochen vorher, niemand redete bis dato von corona in der türkei und es gab auch keine offiziellen fälle dort, war ich fast 4 wochen bettlägrig mit leichtem Fieber, schnupfen, husten, kratzen im hals und vor allem durchfall erkrankt. ich legte mich entgegen sonst ins bett, weil ich derartig derartig schwach auf den beinen war und hatte beim treppensteigen, wir leben dort in einer duplexwohnung, ganz schön luftnot. ich bin grippeschutz geimpft. und medikamente halfen kaum. offiziell hieß es, es gäbe dort keine fälle. gegen ende meiner erkrankung, ein paar tage vor unserer abreise, da die grenzen geschlossen wurden, kamen auch erste meldungen von corona in der türkei auf. es hieß aber ausdrücklich, daß es in unserer region antalya alanya keine derartigen fälle gäbe. mein mann hatte nur ein paar tage unwohlsein. hatten wir es und sind jetzt immun?

  3. 10.

    "Eine Reihe entsprechender Tests sei seit kurzem verfügbar, dabei schwankten die Qualitätsparameter stark, so Wieler."

    Ich hoffe, die Studie und die genutzten Tests sind eindeutiger und aussagekräftiger als der "Zwischenstand" der Heinsberg-Studie von Streeck und co.... Ich schau schon immer, wann da nun mal weitere Infos nachgeschoben werden, bzgl der Kritik. Wenn die Antikörpertests tatsächlich kreuzreaktiv waren bzw. keine ordentliche Verifikation vorgenommen wurde, und man daher gar nicht sicher weiß,ob es sich wirklich in allen Fällen um den SARS-CoV-2 handelte, dann ist sowas doch für die Katz.
    Da aber das RKI mit Drosten zusammenarbeitet, der ja die Präsentation der Streeck-Studie so kritisch kommentiert hat, hab ich Hoffnung, dass das ganze auch solide abläuft...

  4. 9.

    Das ist ein anderes Thema.
    Bei der Studie geht es darum, statistisch alle zu erfassen, die infiziert wurden, auch diejenigen, die nur leichte oder überhaupt keine Symptome hatten. Damit kann dann die reale Todesrate und die Gefährlichkeit abgeschätzt werden.

    Für Ihre Sorge der individuellen Tests auf eine Infektion müssen Millionen von Tests möglich sein. Dafür müssen die Kapazitäten aber erst aufgebaut werden. Bis dahin gilt hier auch eine Priorisierung. Mann wird aber bestimmt nicht die Risikogruppen zuerst testen. Die sollen sich durch Vermeidung von Kontakten schützen. Wichtiger sind die, die Kontakte nicht vermeiden können wie medizinisches Personal oder Personal von Pflegeeinrichtungen und Kitas

  5. 8.

    Blutspenden kann und dürfen nicht einfach mal so getestet werden. Dazu muss der Spender einverstanden sein. Auch sind Blutspenden bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht nachvollziehbar. Datenschutz, der Spender müsste dieser Kontrolle zustimmen oder das Bluttransfusionsgesetz muss geändert werden.

  6. 6.

    Man hat das RKI eher nur mit der Verkündung der Zahlen und der allgemeinen Verhaltensregeln wahrgenommen. Ich finde es toll, dass das RKI Tests initiiert.

    Jetzt wo bereits andere Studien laufen, die von anderen angestoßen wurden. Ich hätte so etwas vom Hauptempfehlungsgeber der Politik schon viel früher erwartet. Dass gerade unser Seucheninstitut sich von Anfang an (zumal ja schon etwas Vorlauf durch die Ausbreitung in anderen Ländern bestand) sich um die Erforschung der Krankheit kümmert bzw. diese anstößt, um Fakten zu schaffen, hätte ich erwartet. Da könnte der Pandemieplan noch etwas überarbeitet werden.

  7. 5.

    Und warum testet man jetzt nicht erst die Atemwegserkrankten - klinisch diagnostiziert als Covid-19! - mit milden und schweren Verläufen, die aus Ermangelung an Tests nie oder zu spät getestet wurden und daher ebenfalls in keiner Statistik auftauchen?
    Im Krankenhaus sagt man mir schließlich, es sei Covid-19, obwohl mich 3 Wochen lang nach Symptombeginn und über 2 Wochen nach Entwicklung schwerer Symptome keiner Testen wollte! "Ich bin ein Normalo und nicht der PM von GB!"
    Ich habe ein berechtigtes Interesse zu wissen, ob ich Antikörper habe, da ich zur Risikogruppe gehöre und noch vorsichtiger sein muss als die meisten. Meine Gesundung dauert nach 6 Wochen immernoch an und eine weitere solch extrem beängstigende Erfahrung möchte ich unbedingt vermeiden. Also her mit dem Test, denn dann kann die Statistik auf jeden Fall nach oben korrigiert werden, wenn man untersucht, wie viele schwerer Erkrankte dem RKI aufgrund der unzureichenden Testpraxis durch die Lappen gegangen sind.
    DAS ist natürlich für das Gesundheitssystem eine unangenehme Frage...

  8. 3.

    Hammer - also Roland, dich müsste man echt untersuchen! was läuft bei dir anders, besser als bei uns? Hm....
    Was mich bei den neuen Test in der Testphase stört ist diese Aussage "Alle 14 Tage sollen 5.000 Blutproben untersucht werden." Das ist doch wohl nicht wirklich wahr... täglich gehen Leute Blutspenden, die Tests kann man offensichtlich auch einzeln anwenden - oder muss später die Arztpraxis auch auf 5000 Delinquenten warten? Kann man nicht mal einfach ANFANGEN? 500 pro Tag? Sonst heisst es hinterher wieder, die Labore waren mit 5000 Proben überfordert.... *augenroll*
    Sorry, ich glaube, wir haben nicht sooo viel Zeit, die älteren Herrschaften warten auf Information über die Durchseuchung! Natürlich noch mehr auf Impfungen oder wenigestens gute Behandlungsmöglichkeiten. Aber es wäre ihnen auch bestimmt geholfen zu wissen, ob der Krankenpfleger immun ist oder die Tochter...

  9. 1.

    Also ich hatte noch nie eine Grippe, vielleicht war ich mal erkältet, das weiß ich auch nicht so genau, weil ich nie krank bin, oder mich so fühle. Ich würde mich gerne mal zur Verfügung stellen wie mein Körper auf Corona reagiert. Ich fahre auch bei 10 Grad minus noch mit dem Motorroller. Selbst bei offenen Visier läuft mir vielleicht mal etwas die Nase. Ich werde jetzt 60 brauche keine Tabletten, weder gegen Kopfschmerzen, hatte ich nie, so wie Nasenbluten kenne ich auch nicht. Nur Grauerstar hatte man vor 5 Jahren festgestellt. Vielleicht habe ich ja ein Immunsystem das sich nicht schlagen lässt?

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