Kitaerzieherin mit Kindern (Bild: imago images/Mareen Fischinger)
Bild: imago images/Mareen Fischinger

Corona-Krise - Brandenburg lockert Regeln für Notbetreuung von Kindern

Was Sie jetzt wissen müssen

Nach Berlin lockert nun auch Brandenburg die Bedingungen für eine Notbetreuung von Kindern in Kitas und Schulen. Das Sozialministerium teilte am Samstag mit, dass von nun an zum Beispiel auch Kinder in die Betreuung könnten, bei denen nur ein Elternteil im Gesundheits- oder Pflegebereich arbeitet. Bislang hatten nur Familien ein Anrecht auf die Betreuung, wenn beide Eltern in den Bereichen arbeiten. Auch der Berliner Senat hatte vor wenigen Tagen diese Regelung geändert und so mehr Familien den Anspruch auf Betreuung ermöglicht.

Vorrang haben weiterhin medizinische Fachkräfte

"Wir brauchen in dieser Situation alle verfügbaren Beschäftigten im medizinischen und pflegerischen Bereich", erklärte Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Deshalb habe die Landesregierung die bestehenden Regeln noch einmal verändert. Die neuen Regeln gelten unter anderem für Menschen, die im medizinischen oder gesundheitstechnischen Bereich arbeiten, und auch für Berufstätige, die sich um die Versorgung psychisch Erkrankter kümmern.

Bislang sieben Prozent aller Kita-Kinder in Notbetreuung

Nach Ministeriumsangaben werden in Brandenburg normalerweise rund 187.000 Kinder in Kindertagesstätten und Kinderpflegestellen betreut, davon waren in der vergangenen Woche (Stand 25. März) rund sieben Prozent in Notbetreuung.  

Eltern in Brandenburg, die ihre Kinder derzeit nicht in eine Notbetreuung geben können, sollen ab April vorerst keine Beiträge zahlen müssen. Für die Dauer der Kita-Schließungen würden sie von Beiträgen freigestellt, kündigte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) am Mittwoch nach Gesprächen mit den Kommunen an.

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11 Kommentare

  1. 11.

    Ich bin Erzieherin in Hessen. Die Verantwortlichen Politiker sollten bitte nicht nur Notbetreuung verordnen, sondern bundeseinheitlich auch die komplette Verantwortung für die Rahmenbedingungen übernehmen und einheitlich Regeln verbindlich an die Kitaträger herausgegen. In der momentanen föderalistischen Struktur gestaltet jeder Arbeitgeber nach seiner eigenen Einschätzung. Manche Kitaträger achten auf Risikogruppen, schicken die Mitarbeiter, die nicht im Notdienst arbeiten ins Homeoffice und halten die Gruppe klein. Andere lassen das ganze Team arbeiten oder fassen Kinder aller Kitas in einer einzigen Gruppe zusammen. Es muss verbindliche Regelungen geben. Sonst ist jeder Mitarbeiter und auch die Kinder der Einschätzung jedes einzelnen Trägers ausgesetzt. Dies sind ja keine medizinischen Fachkräfte. Ich finde dieses Vorgehen ein sehr gefährliches Praxisexperiment.

  2. 10.

    Ich arbeite in der Krankenpflege und ich habe alle meine Schichten so getauscht, dass wir das mit meinem Partner hinbekommen unsere Tochter zu versorgen. Aber es bleibt uns immer noch 1 Tag wo ich keine Betreuung habe. Bis dahin habe ich noch etwas Zeit, aber es ist beruhigend zu wissen, dass ich sie jetzt in die Notfallbetreuung geben kann. Nicht desto trotz werde ich alles versuchen noch eine private Betreuung zu organisieren.

    An alle die jetzt arbeiten, haltet durch.

  3. 9.

    Ich verstehe nicht,warum jetzt schon wieder über Lockerungen von Massnahmen gesprochen wird und warum sie in Brandenburg gleich durchgeführt werden.Ich bin auch Erzieherin,dann werde ich ab heute mal die Kinder auf Abstand halten.Gerne dürfen mal ein paar Politoker helfen kommen,vergessen sie aber nicht,für sich gleich einen Test mitzubringen.An alle die jetzt noch arbeiten,bleiben Sie gesund.

  4. 8.

    Ich kann die Bedenken ja verstehen in vollenzügen aber ha en sie mal an andere Berufe gedacht .. auch pflegehelfer im ambulanten Pflegedienste haben keine Plexiglasscheibe so wie auch keine Ärzte oder Sanitäter... wenn die Erzieher nicht wären , 2ürde vieles nicht möglich sein und nicht nur Erzieher haben angest .. der Großteil der Menschen hat Angst aber es muss einiges am laufengehalten werden oder wo möchten sie in Zukunft ihre Lebensmittel kaufen weil niemand mehr arbeiten kann weil es keine notbetreuung giebt .

  5. 7.

    Hört doch mal auf damit, hier Berufsgruppen gegeneinander auszuspielen.
    Selbstverständlich ist jeder Beruf systemrelevant ist, daher sind ja auch diese ganzen Maßen komplett übers Ziel hinausgeschossen und wird uns noch stärker treffen als der Virus selbst.

  6. 6.

    Ich verstehe diese neue Regelung nicht. Wir Erzieher, welche Kinder notbetreuen müssen können uns nicht mal ansatzweise schützen. Schon einmal darüber nachgedacht, dass in dem Beruf viele Ältere arbeiten? Gerade die Kinder, die wir betreuen sind die Überträger!! Wir tragen es in unsere Familien aber das scheint keine Rolle zu spielen. Auch wir haben so gut wie keine Desinfektionsmittel mehr. Keine Glasscheibe die wir uns umbinden können. Und ganz nebenbei müssen wir nach der Arbeit auch noch Lehrer spielen für unsere eigenen Kinder. Wie wäre es, wenn mal die unseren Job übernehmen, die diese Regelungen gelockert haben? Sollen diese mal aus ihrem Homeoffice in die Schulen und Kitas gehen!!! Das wird wohl eher nicht der Fall sein. Stattdessen wird darüber diskutiert Kitabeiträge entfallen zulassen und somit werden wieder sämtliche Gelder für die Kitas gestrichen.
    Manchmal habe ich das Gefühl die denken nicht weiter wie ein Meter Feldweg! Ich bin so stinksauer.

  7. 5.

    Ich bin entsetzt!!! Jede Berufsgruppe wird in diesen Zeiten So gut wie möglich geschützt. Wir haben keine Möglichkeit, dem Virus zu entkommen und nun kann wieder jeder sein Kind in die Kita bringen, der will. Das ist eine Abwertung unserer Arbeit und entwürdigend. Kinder sind häufig symptomfrei und werden deshalb selten getestet. So wird es nicht zu einer Eindämmung der Erkrankung kommen, ganz im Gegenteil. Die Fallzahlen werden in die Höhe schießen und wir werden die gleichen Katastrophen erleben, die gerade die Italiener und Spanier erleben. Vielen Dank an die Politik!

  8. 4.

    verstehe deine Bedenken sehr gut und teile sie vollkommen Es sollten sich unbedingt die zuständigen Behörden Gedanken darum machen, damit nicht eine Ansteckungswelle in Gang gesetzt wird.
    Von infizierten Eltern aus Pflege und Krankenhaus zu ihren Kindern -damit zu den anderen notbetreuten Kindern, deren Eltern in den wichtigen systemrelevanten Berufen.
    Dann sind demnächst all diese infiziert und fallen aus. Nicht zuletzt die Erzieher und Lehrer....Ich finde das unverantwortlich und mit etwas Überlegung könnte man eine für alle sichere und gute Lösung finden! Da geht es nicht drum dass Lehrer und Erzieher nicht arbeiten wollen....Alles Gute trotzdem:)

  9. 3.

    Hallo, meine Kollegin hat einen positiven Bescheid bekommen, sie ist systhemrelewant! Also einfach nochmal probieren.

  10. 2.

    Schade, dass keiner an die Erzieher/innen und deren Familien denkt. Wir haben keine Plexiglasscheibe und können 2 Meter Abstand halten zu den Kindern. Ich bin echt verärgert. Ich habe das Gefühl, die Arbeit der Pädagogen wird auch in diesen Zeiten nicht mehr wertgeschätzt.

  11. 1.

    Ich verweise auf eine Petition von Erziehern "Schutz der Pädagog*innen in Berlin vor Covid-19" auf Change.org 30 % des medizinischen Personals in Italien hat sich angesteckt und nimmt diese Infektion mit in die Familie, also übertragen es auf die Kinder. Die Erzieher haben engen körperlichen Kontakt mit den Kindern und pflegen sie. SIe können außer Händewaschen nichts tun um sich selbst (z.B. ebenfalls Risikogruppen ) oder ihre Familie zu schützen. Der Träger entscheidet wen er in dieser Notbetreuung einsetzt, ob sich Risikogruppen herausnehmen dürfen ist trägerabhängig. Unser Träger kann im Moment kein Desinfektionsmittel nachkaufen, das ist nächste Woche alle. Darüber hinaus sind Erzieher nicht als systemrelevant eingestuft, das heisst wir haben kein Anrecht auf Notbetreuung unserer Kinder. Die Betreuung meines Sohnes übernehme ich mit Minusstunden und Resturlaub. Ich formuliere es höflich, Wertschätzung sieht anders aus.

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