Eine Lehrerin steht in einem Klassenraum an einer Tafel und schreibt. (dpa/Mohssen Assanimoghaddam)
Bild: dpa/Mohssen Assanimoghaddam

Rundschreiben in Berlin - Berliner Schulen rufen ältere und vorerkrankte Lehrer zurück

Ü60, vorerkrankt oder schwanger: Bisher durften einige Lehrerinnen und Lehrer pauschal zuhause bleiben. Damit ist - zumindest laut einem Rundschreiben der Bildungsverwaltung - jetzt Schluss. Wer kein Attest hat, muss antreten.

Berliner Lehrerinnen, Lehrer und Erzieher, die einer Risikogruppe angehören, sollen nach Pfingsten in die Schulen zurückkehren. Im Zuge der Corona-Lockerungen hat die Senatsverwaltung für Bildung die Schulen angeschrieben und mitgeteilt, dass auch diese Beschäftigten nur noch im Home-Office bleiben können, wenn sie ein aktuelles ärztliches Attest vorlegen.

RKI hat Einschätzung geändert

Es sei, so heißt es in dem Schreiben vom Montag, für die Einsatzplanung in den kommenden Wochen "in unserem gemeinsamen Interesse, die gesunden und einsatzbereiten Dienstkräfte vor Ort in der Schule zur Verfügung zu haben." Die Begründung für dieses Vorgehen: Das Robert-Koch-Institut (RKI) habe seine Einschätzung geändert: Eine generelle Festlegung zur Einstufung in eine Risikogruppe sei nunmehr nicht mehr möglich. Daher müsse bei den betroffenen Beschäftigten eine "individuelle Risikofaktorenbewertung im Sinne einer (arbeits-)medizinischen Begutachtung vorgenommen" werden.

Ab dem 2. Juni sollen demnach alle bislang als vorerkrankt geltenden Dienstkräfte wieder in der Schule eingesetzt werden - wenn sie kein Attest nachweisen, das eine Covid-19-relevante Erkrankung bestätigt. Die Regelung gelte für pädagogisches und nichtpädagogisches Personal, heißt es weiter.

Auch Schwangere sollen zurück an die Schulen. Vor ihrer Präsenztätigkeit müsse aber die Empfehlung des arbeitsmedizinischen Dienstes vorliegen.

Vorher konnten Vorerkrankte pauschal zuhause bleiben

Zu Beginn der Corona-Krise hatte das Robert-Koch-Institut empfohlen, dass Schulmitarbeiterinnen und -mitarbeiter über 60 Jahre, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen zu Risikogruppen gehören und zu Hause bleiben sollten.

Sendung: Abendschau, 28.05.2020, 19:30 Uhr

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20 Kommentare

  1. 20.

    Sie sind in einer Bildungseinrichtung, arbeiten aber wahrscheinlich nicht als LehrerIn. Nachvollziehbar ist Ihre pauschale Aussage nicht und unkollegial noch dazu. Also doch unverarbeiteter Frust auf Schule und/oder Lehrer?
    Diese achtlosen Fälle, von denen Sie reden, die gibt es. Aber immer gleich allgemein über eine Berufsgruppe herzuziehen wird allen anderen, die ihren Job gut machen, nicht gerecht!

  2. 19.

    Nach reichlich 10 Jahren Tätigkeit an einer Bildungseinrichtung können Sie mir schon etwas Sachkenntnis zutrauen. Es gibt immer eine Reihe außerordentlich engagierter Lehrer, wir haben aber leider einen großen Teil die zur Ausnutzung ihrer Vorteile alle möglichen Register ziehen. Gerade jetzt erlebe ich wie unterschiedlich die Lehrer mit der Situation umgehen. Einige belassen es beim versenden von Aufgaben per Mail. Kontrolle???? Vielleicht irgendwann einmal, wenn überhaupt.

  3. 17.

    Auch jetzt sind die meisten LehrerInnen für Ihre SchülerInnen da!
    Ihre Aussage klingt, als sollten LehrerInnen als Ersatzeltern fungieren. "Immer für mich da"... Lehrersein heißt nicht, 24/24 für die SchülerInnen "da zu sein". Das wäre dann wohl auch ZU einfach: Kinder in die Welt setzen und den Rest dann von ErzieherInnen und LehrerInnen erledigen lassen. EIN Ziel der Schulbildung ist Erziehung zur Selbstständigkeit. Und das sollte auch Ziel der Eltern sein. Und wenn man keine Ahnung davon hat, wie es in der Schule zugeht, sollte man einfach mal nichts sagen oder in seinen FRust in den Mundschutz prabbeln anstatt pauschal LehrerInnen zu verurteilen 1. für Regelungen, die diese nicht in die Welt gesetzt haben und 2. ohne zu wissen, wieviele der angepsrochenen RisikolehrerInnen tatsächlich nicht mehr in der Schule waren.

  4. 16.

    Vielen Dank! Ich frage mich auch, über welche andere Berufsgruppe wird eigentlich derart leicht hergezogen, wie über LehrerInnen? Vielleicht PolitikerInnen und Manager? Ich kann Ihre Anregung nur unterstützen! Raus aus dem alten Beruf, rein in den Quereinstieg, einfach schnell noch ein Fach nachstudieren, 1 1/2 Jahre Referendariat rangehängt und rein ins "Jobparadies" Schule! Wer heute noch über LehrerInnen meckert, wird dann schnell einmal selbst Zielscheibe der eigenen Kritik sein. Wer sonst schon keine Vorstellung davon hat, was den Lehrerberuf wirklich ausmacht, hat erst recht keine Vorstellgun davon, wie es in der Coronazeit ist. Weil er die systemischen und differenzierten Abläufe per se nicht kennt und erst recht nicht, wie die jetzige Situation diese Abläufe sprengt. Schade, dass LerherInenn oft als Psychomülleimer herhalten müssen.

  5. 15.

    Schade, dass Ihr berechtigter Einwand gegen die Stigmatiserung "älterer" und durchaus fitter LehrerInnen nur mit der Abwertung jüngerer einhergeht ...

  6. 14.

    Man kann echt dir ewige Jammerei der ganzen anderen Berufsgruppen nicht mehr hören. Sind diese alle neidisch auf Lehrkräfte? Dann bitte schnell die mindestens 6 1/2 Jahre Studium und Ref. absolvieren und dann in dem Beruf arbeiten. Was spricht dagegen? Lehrer*innen werden dringend bundesweit gesucht. Dann muss man nicht mehr eng an eng arbeiten- welche Berufe ausser Pflegeberufe sind das noch? Und in welchen Berufen kann man keinen Mundschutz tragen- von vielleicht ganz wenigen Ausnahmen abgesehen?

  7. 13.

    ...da ist es wieder, das Thema Maskenpflicht. Gegen die Aerosole beim sprechen und so weiter, hilft eine einfache MNS Bedeckung nicht. Dann müssen die FFP Masken zum Einsatz kommen., Wichtiger ist das regelmässige durchlüften der Räume und Abstand. Und Kinder und Jugendliche zu zwingen, jeweils 45 Minuten im Unterrichtsblock einen MNS zu tragen, fragwürdig...da wird wohl die Note für den mündlichen Unterricht gestrichen...
    Kleine Anekdote: Hab Bekanntschaft in Eisenhüttenstadt, dort gibt aktuell 1 Akutfall so die Richtung. Der Rettungsdienst in EHst. fährt aber vermehrt Einsätze, wo Menschen wegen der MNS Bedeckung zusammenklappen/ kollabieren. Freuen wir uns auf dem Sommer, wenn bei Hitze z.B. bei der S-Bahn wieder Zugausfälle kommen, weil Leute in den Zügen unter Atemnot leiden und ohnmächtig werden. Bleibt optimistisch !

  8. 12.

    Man kann echt diese ewige jammerei nicht mehr hören, was sollen denn die ganzen anderen Berufsgruppen sagen, die eng an eng arbeiten müssen und auch nicht immer Abstände einhalten können oder Mundschutz tragen können.

  9. 11.

    Ja das sehe ich auch so und ich kann Lehrer verstehen die aus der Rosikogruppe gehören. Maskenpflicht in geschlossen Räumen wie auch in Schulen ist zum Schutz aller Lehrer und auch Eltern der Risikogruppe erforderlich.

  10. 10.

    Beim Einkauf, in Bus und Bahn tragen alle Maske. Gut so. Denn nur wenn alle Maske tragen, ist man selbst geschützt. So einfach ist das. Das Wir muss vor dem Ich stehen. Abstand und Maskenpflicht für alle in geschlossenen Räumen!
    Das muss doch gerade auch in Schulen gelten (Sprechen in geschlossenen Räumen...Hygiene/Lüftung in der Schulpraxis...). Auch die (Personen im Umfeld der) Schüler und das Schulpersonal sind es wert, geschützt zu werden.
    Der Berliner Senat hat für die Schulen bedauerlicherweise nur eine Empfehlung zum Tragen einer Maske beschlossen, leider keine Verpflichtung. Ein gefährliches Experiment. Der Risikogruppe bleibt nur, sich von Schule fernzuhalten (es sei denn, die Schulleitung entscheidet verantwortungsbewusst, indem sie für Ihre Schule eine Maskenpflicht im Hygienekonzept verankert).

  11. 9.

    Endlich hat der Senat seine pauschale Stigmatisierung älterer Lehrer und Lehrerinnen beendet. Von denen sind manche leistungsfähiger, -williger und auch fitter als jüngere Lehrer. Dennoch wurden sie „geschont“.
    Ich habe in meinem bisherigen Berufsleben noch nie erlebt, dass ich meinen Einsatz in der Schule erzwingen musste. Verrückt.

  12. 8.

    Und was hat's gebracht. Der Akkusativ war auf jeden Fall nicht dabei.

    Aber generell verstehe ich die gleich aufkommende Lehrerschelte nicht. Die Lehrer konnten selbst entscheiden, weil es offenbar zuvor ein entsprechend lautendes Schreiben der Senatsverwaltung gab. Dem folgte jetzt eines, das Änderungen enthät, die jetzt umzusetzen sind. Kritik für die Regelung, wer alles ins Homeoffice zu schicken war, sind also Richtung Senatsverwaltung zu adressieren, nicht Richtung Lehrer.

  13. 6.

    Die meisten Arztpraxen bieten inzwischen telefonisch die Vereinbarung von Terminen zur Videosprechstunde an. Atteste können dann postalisch zugestellt oder in dringenden Fällen an der Tür zur Arztpraxis entgegen genommen werden. Besonders bei bekannten Vorerkrankungen genügt oft schon der Anruf :)

  14. 5.

    Meine Lehrer brauchten ein Krankenschein. Ansonsten waren sie immer für mich da, wenngleich ich das nicht immer schön fand.

  15. 3.

    Na, haben Sie alten Schulfrust nicht überwunden? Oder auch sonstige Vorurteile gegenüber Lehrern nicht bewältigt?

  16. 2.

    Es wird voll bei den Ärzten... Mensch, ehrlich, es gibt so viele ältere Lehrer, von denen jeder Kollege und der/die Rektorin wissen, dass sie vorerkrankt sind, die müssen jetzt alle ein Attest holen. In eine verhustete Arztpraxis dackeln. Toll. Klar gibt es Blaumacher, aber ich hoffe, es entstehen hier keine Kollateralschäden...

  17. 1.

    Das wurde auch höchste Zeit. Wieso können Lehrer eigenmächtig darüber entscheiden ob sie arbeiten oder nicht. Bin ja mal gespannt wieviel Lehrer nun ein Attest angeschleppt bringen. Zum Glück gibt es aber auch noch Menschen die gerade jetzt arbeiten und den Laden am laufen halten. Diese Maßnahmen sind in Den anderen Bundesländern längst überfällig.

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