Annett Fischer in ihrem Rallye-Auto / IMAGO / ZUMA Wire
Bild: IMAGO / ZUMA Wire

Rennfahrerin Annett Fischer aus Königs Wusterhausen - Vom Physio-Zelt bis zur Rallye Dakar

Fast 6.000 Kilometer durch die Wüste: Bei der berühmten Rallye Dakar geht es um Willenskraft, Ausdauer und einen guten Orientierungssinn. Annett Fischer aus Königs Wusterhausen gehört zu den wenigen Frauen, die sich dieser Herausforderung stellen.

"Man sitzt bis zu zehn Stunden am Tag im Rennauto und muss sich konzentrieren. Man darf keine Fehler machen, das ist eine wahnsinnige mentale Anstrengung", fasst Annett Fischer die größten Schwierigkeiten ihrer größten Leidenschaft zusammen. Die 35-jährige aus Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) ist Rallye-Fahrerin und eine der wenigen Frauen in ihrem Sport.

Eigentlich ist Fischer Sportphysiotherapeutin. In der Vergangenheit behandelte die heute 35-jährige oft Rennfahrer, die ihr im Physiozelt neben der Rennstrecke von großen Rennen und dem Motorsport vorschwärmten. Vor 13 Jahren ist der Funke übergesprungen, seitdem sitzt Fischer selbst am Steuer. "Letztendlich war es so eine Lagerfeuer-Idee, weil jemand zu mir sagte, dass es seit Jutta Kleinschmidt keine Rallye-fahrenden Frauen mehr in Deutschland gab. Also habe ich in meinem jugendlichen Leichtsinn gesagt: Klar, mache ich das doch mal."

Fischer tritt in große Fußstapfen

Kleinschmidts Fußstapfen sind riesig, denn sie ist bis heute die weltweit einzige Frau, die die Gesamtwertung der berühmten Rallye Dakar gewinnen konnte. Das war 2001. Um diesen Fußstapfen gerecht zu werden, trainiert die Brandenburgerin Annett Fischer mittlerweile intensiver, fährt Rennen in ganz Europa und sammelt Trainings-Kilometer.

Vor zwei Jahren fuhr sie zum ersten Mal selbst die Rallye Dakar: Fast 6.000 Kilometer durch die peruanische Wüste. Sie wurde 14. in der Gesamtwertung und erste in der Frauenwertung – ein gelungener Start in den Dakar-Kosmos. In den vergangenen beiden Jahren saß sie auf dem Beifahrersitz und navigierte ihre ehemalige Konkurrentin Camelia Liparoti. Bei der jüngsten Rallye Dakar im Januar erreichte das Team überraschenderweise den zweiten Platz in ihrer Wertung, der Leichtfahrzeug-Kategorie. "Dass wir uns da so durchsetzen konnten, macht mich schon stolz", gesteht sie.

2022 wieder selbst am Steuer

Im kommenden Jahr will die Brandenburgerin bei der Rallye Dakar wieder auf die Fahrerseite wechseln. "Ich habe sehr viel gelernt als Beifahrerin, deshalb habe ich das auch gemacht", erklärt sie ihre Rolle bei den vergangenen beiden Rallyes. Jetzt möchte sie erneut vom Steuer aus angreifen.

Der Reiz an der Rallye liegt für Fischer in der Ungewissheit, wie sie erzählt. "Man weiß nie, was passiert. Man bekommt das Roadbook 15 Minuten vor dem Start.". Das Roadbook enthält alle Informationen über die Strecke, anhand derer sich die Fahrerinnen und Fahrer orientieren und navigieren müssen. "Anderen macht das Angst, sich nicht vorbereiten zu können. Mir macht es Freude, sich ständig auf neue Situationen einstellen und so gut wie möglich reagieren zu müssen", sagt Fischer.

Sendung: rbb zibb, 20.04.2021, 18:30 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Hut ab - nach Zeit durch die Wüste bügeln traue ich mich nicht und jetzt auch nicht mehr zu. Viel Erfolg im "Sandkasten".

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