Tower und Empfangsgebäude Flugplatz Drewitz (Quelle: Flugplatz Drewitz)
Bild: Flugplatz Drewitz

Umwidmung zum Industriegebiet - Amtsdirektorin: Flugplatz Drewitz wird verkauft

Der Flugplatz Drewitz bei Peitz (Spree-Neiße) bekommt offenbar einen neuen Eigentümer. Der Flugbetrieb soll nicht fortgesetzt werden, stattdessen will eine Investorengruppe auf dem Gelände Busse mit Elektroantrieb ausstatten.

Der Verkehrslandeplatz Cottbus-Drewitz in der Nähe von Peitz (Landkreis Spree-Neiße) soll verkauft werden. Das teilte die Amtsdirektorin von Peitz, Elvira Hölzner (parteilos), am Donnerstag auf rbb-Nachfrage mit. Ein Weiterbetrieb als Flugplatz sei von den wahrscheinlichen neuen Eigentümern, einer Investorengruppe, nicht vorgesehen. Stattdessen setze die Gruppe auf Elektromobilität. Das Amt erhoffe sich neue Industriearbeitsplätze für die Region.

Kein weiterer Flugbetrieb

"Die jetzigen drei Eigentümer haben sich lange bemüht dort etwas zu etablieren in Richtung Fliegen, was leider nicht geklappt hat", erklärt Elvira Hölzner. Die Landesregierung habe schriftlich erklärt, dass Drewitz kein Ausweichflugplatz für den BER werde. "Das war natürlich der Todesstoß", meint sie.

Das Gelände soll in der nächsten Woche offiziell verkauft werden. Dann beginnen laut Hölzner die Planungen für die weitere Nutzung des Geländes. "Wir müssen einen neuen Bebauungsplan aufstellen, wir müssen den Flächennutzungsplan ändern, das ist schon eine Zeitspanne von eineinhalb Jahren", so Hölzner.

Die eigens für den Flugplatz gegründete Euromovement Industriepark GmbH will das 210 Hektar große Gelände laut einer Mitteilung vom Donnerstag nutzen, um Busse auf Elektroantrieb umzurüsten. Damit sollen zusätzliche Industriearbeitsplätze in der Region entstehen. Gründer der Gesellschaft sind mehrere Unternehmer, so zum Beispiel Johannes Kauffmann, Jochen Schöppler oder der Architekt Tassilo Soltkahn. Weitere Unternehmer aus den Bereichen Grundstücksentwicklung und E-Mobilität sollen beteiligt sein.

Als Industriepartner für das Vorhaben wurde die 2018 gegründete Tassima AG genannt.

Mehrere Verkäufe nach Militärnutzung

Der Flugplatz Drewitz hat eine lange Geschichte. Zu DDR-Zeiten war er als Militärflugplatz genutzt worden. In den 90-er Jahren entdeckten dann Geschäftsreisende den Verkehrslandeplatz für sich. Auch Energie Cottbus startete in Erstligazeiten von Drewitz zum nächsten Gegner. Eine Flugschule und viele Hobby- und Sportflieger siedelten sich an.

Der Flugplatz war allerdings auf Zuschüsse der Gesellschafter angewiesen und wurde 2014 verkauft. Die Flacks-Group plante einen Reparatur- und Wartungsstützpunkt für Transport- und Passagiermaschinen zu errichten. Der Eigentümer meldete allerdings ein Jahr nach dem Kauf Insolvenz an.

Neuer Besitzer wurde die KSW II Entwicklungs GmbH. Die Gesellschaft wollte den Flugbetrieb fortsetzen, einen Instandhaltungspunkt aufbauen und Piloten an einem Flugsimulator ausbilden. Auch diese Pläne scheiterten.

Sendung: Antenne Brandenburg, 21.11.2019, 11:30 Uhr;

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4 Kommentare

  1. 4.

    Die Holperpiste, auf der der A400M versank, dort wo angeblich Boeing 747 aus Eriesee landen sollten, dort wo ein Investor, Ackerflugzeuge bauen wollte, dort, wo man glaubte, der fliegerische Nabel der Welt zu sein, abseits von Autobahnen mitten in der Pampa eines NVA-Objektes, da träumt man nun von Elektrobussen, die sich in Berlin beim Test mehr schlecht als recht erwiesen haben. Vor allem Umrüstung? Wer bitte rüstet einen Dieselschinken um? Dort passt nix zusammen. Neubau, ja OK aber Umrüstung, dort in der Pampa? Träume sind schön, doch irgendwann erwacht man in der Realität! Sollte der zukünftige Investor aus Übersee sein, so kann die SPN-Verwaltung zumindest ein paar Steuergelder verfliegen, wie damals in die USA...

  2. 3.

    Wer träumt nicht alles davon, Ausweichflughafen für BER zu sein. Bei 60 Maschinen pro Stunde muss der Platz aber schon etwas größer sein.

    Altenburg, Hahn und Weeze waren bzw. sind Airports mit einem großen Namen vorneweg, aber nur einem nennenswerten potentiellen Kunden: Ryanair. Die steuern aber zunehmend die großen Airports an, so dass die kleinen Geldvernichtungsmaschinen sind.

  3. 2.

    Schade. Das ist der "Erfolg" des "Single Airport Konzepts". Und die Ironie vonns Janze, den Single Airports jipps nich. Doppelte Inkompetenz bei den berlin-brandenburgischen Flughafenplanern.

  4. 1.

    "um Busse auf Elektroantrieb umzurüsten"
    Wie arm ist das denn? Man hat danach nichts Halbes und nichts Ganzes. E-Busse kauft man. Wir haben doch genug Bus Hersteller.

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