Patientenmobil in Bad Freienwalde
Audio: Franziska Hoppen| Antenne Brandenburg| 07.01.2020| | Bild: rbb/Ines Baumgarten

"Uckermark gegen Leukämie" - Patientenmobil erfüllt Wünsche

Der Verein "Uckermark gegen Leukämie" will Schwerkranken wieder Lebensfreude vermitteln, indem die Ehrenamtlichen versuchen, Wünsche zu erfüllen. Am Sonntag war das Patientenmobil des Vereins unterwegs und hat den ersten Wunsch im neuen Jahr erfüllt. Von Franziska Hoppen

Wer schwer erkrankt, hat oft nicht nur mit Symptomen zu kämpfen. Manchmal fehlt es an Energie und Zeit, um etwas Schönes zu unternehmen. Oder an Geld, um sich einen Wunsch zu erfüllen. Und genau da setzt der Verein Uckermark gegen Leukämie an. Die Ehrenamtlichen wollen schwerkranken Menschen helfen, wieder Lebensfreude zu gewinnen. In dieser Mission war das Patientenmobil am Sonntag in Bad Freienwalde unterwegs und hat den ersten Wunsch im neuen Jahr erfüllt.

Frank Wernicke ist Schmerzpatient. Mittlerweile ist der 55-Jährige medikamentös gut eingestellt. 2016 ging er eigentlich nur mit Rückenschmerzen zum Arzt. Doch dort erhielt er die Diagnose: Krebs. Nach zahlreichen Behandlungen ist der Krebs zwar noch da - aber er ist nicht mehr ausgebrochen. Wernicke selbst kommentiert das so: "Das Arschloch ruht. Und ich werde es nicht wecken. Aber es kann jederzeit wiederkommen."

Die Zeit nach der Diagnose war für Wernicke hart, denn er musste seine Arbeit als Erzieher aufgeben. Jetzt bezieht er eine Erwerbsunfähigkeitsrente. Die fällt trotz 37 Jahren Arbeit so gering aus, dass sich Wernickes Wunsch nach einem Tattoo bisher nicht erfüllt hat.

Ines Baumgarten, die Vorsitzende des Vereins Uckermark gegen Leukämie wurde auf Frank Wernickes Wunsch aufmerksam, weil dieser die Arbeit eines Tättowierers in seiner alten Heimatstadt, Bad Freienwalde, kommentierte. Der Tätowierer ist ein alter Freund von Ines Baumgarten. Am Sonntag erfüllte der Verein Wernickes lang ersehnten Wunsch
und fuhren ihn mit dem Patientenmobil des Vereins von Berlin nach Bad Freienwalde.

Und so sitzt Frank Wernicke auf einem ledernen Stuhl in einem Tattoo-Studie und verzieht tapfer keine Miene, während Tausende Male pro Minute kleine Nadeln in seinen Unterarm stechen. Auf der Haut des 55-jährigen formt sich langsam ein schwarz-buntes Bild:
"Dieser Leuchtturm steht für die Ostsee und teilweise auch für die Nordsee. Dieser Eisbärenkopf für die Eisbären Berlin - für Eishockey. Dieser Puck ist die Krebszelle, die weggeschlagen wird. Und die Ringe, meine Frau und ich. Die stehen ganz oben," erläutert der 55-jährige das Motiv, das ihm hilft, so sagt er, seine Krankheit zu verarbeiten.

Auch die Ehrenamtlichen vom Patientenmobil sind zufrieden, dass sie an diesem Tag einem Menschen einen schönen Moment und etwas Lebensfreunde schenken konnten, damit dieser auch Energie daraus zieht, für seinen Kampf gegen den Krebs.

Beitrag von Franziska Hoppen

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