Saisonarbeiter-Unterkunft in Ahrensfelde, in welcher mehrere Corona-Infizierte wohnen.
Video: Brandenburg Aktuell | 22.07.2020 | Ulrike Nagel | Bild: rbb /John-Alexander Döring

Bewohner unter Quarantäne - Corona-Ausbruch in Arbeiterunterkunft in Ahrensfelde

13 Bewohner einer Unterkunft für Saisonarbeiter in Ahrensfelde haben sich mit dem Corona-Virus angesteckt. Der Landrat des Barnim sieht keinen Anlass für einen Lockdown - die Lage sei unter Kontrolle. Allerdings sind vier Bewohner aus der Unterkunft getürmt.

Die Arbeiterunterkunft im Ahrensfelder Stadtteil Lindenberg ist unscheinbar. Die 21 Arbeitskräfte, die hier leben, kommen aus Rumänien und Polen. Es sind Saisonarbeiter, die für die Firma Havita in Berlin Lichtenberg tätig sind - einem Produzenten für Fertig-Frischprodukte aus Freiland-Salaten und Freilandgemüse.

In der vergangenen Woche zeigten mehrere der Arbeiter Erkältungssymptome. Als sich die Fälle häuften, ordnete das Gesundheitsamt Quarantäne an und führte erste Testungen durch. Demnach sind von 21 Bewohnern bisher 13 positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Information im Briefkasten

Alle Arbeiter stehen unter Quarantäne, deren Einhaltung durch Polizei und Wachschutz kontroliert wird. Auf diese Weise könne keine weitere Verbreitung aus dem Objekt heraus stattfinden, sagte Daniel Kurth, Landrat im Barnim. Die Bewohner verhalten sich nach seinen Angaben verständnisvoll und werden von der Firma mit Lebensmitteln versorgt. Das Gesundheitsamt Barnim sei bereits am vergangenen Freitag eingeschaltet worden.

Die Anwohner in Lindenberg wurden am Mittwoch durch eine Mitteilung des Landkreises über den Ausbruch informiert.

Vier Bewohner sind verschwunden

Landrat Daniel Kurth bezeichnete die Lage als ein "sehr kleinräumiges Ausbruchsgeschehen", das genau beobachtet werde. Seiner Einschätzung nach ist ein lokaler Lockdown aktuell nicht notwendig.

Allerdings räumte er ein, dass in der Nacht von Sonntag auf Montag vier Menschen unerlaubterweise das Gelände mit unbekanntem Ziel verlassen hätten. Nach ihnen sucht jetzt die Polizei.

Das sei nicht nur moralisch verwerflich, sondern könne nach dem Infektionsschutzgesetz auch mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe und empfindlichen Geldstrafen geahndet werden, sagte Kurth. Der Landkreis hat jetzt nach eigenen Angaben ein privates Dienstleistungsunternehmen mit der Überwachung der Quarantänemaßnahmen beauftragt.

Betrieb wird von Partnerbetrieben zugeliefert

In dem Gemüseverarbeitungs-Betrieb im Berliner Bezirk Lichtenberg am Stadtrand kontrolliert das zuständige Berliner Gesundheitsamt. Der Betrieb in Berlin werde jetzt erstmal von Partnerbetrieben beliefert, wie Geschäftsführer Klaus Bauer am Mittwoch auf Nachfrage des rbb sagte. Und die gesamte Belegschaft der Firma - rund 50 Mitarbeiter sei durchgetestet worden. Die Ergebnisse stehen noch aus.

Sendung: Antenne Brandenburg, 22.07.2020, 16:00 Uhr

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Antwort auf [Ichfragenach] vom 23.07.2020 um 07:47
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5 Kommentare

  1. 5.

    Danke Steffen, genauso ist es.

  2. 4.

    Vielleicht sollte das Gesundheitsamt vor Ort auch mal die Lebensbedingungen überprüfen.
    21 Saisonarbeiter in einem Haus wo vor ca. 6 Jahren maximal 2 Personen gelebt haben.
    Was sind das für Zustände. Nichts anderes wie Tönnies in klein.

  3. 3.

    Muss diese Aggressivität ständig sein? Der Text wurde nachträglich geändert, das erklärt, warum der Kommentar nicht mehr passt!

  4. 1.

    Die Arbeiter sollen alle beim gleichen Berliner Arbeitgeber beschäftigt sein? Diesen könnte man auch mal namentlich benennen, zumal der Ausbruch in Ahrensfelde stattfindet, nicht in Eberswalde. Das sind schon ein paar Kilometer Unterschied!

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