Trotz des Sonntages - Supermärkte und weitere Läden dürfen an Heiligabend ausnahmsweise öffnen

Do 21.12.23 | 20:55 Uhr
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Eine Passantin geht mit Einkaufstaschen auf der Einkaufsmeile Schloßstraße im Stadtteil Steglitz. (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
Audio: rbb 88.8 | 22.12.2023 | Ricardo Westphal | Bild: dpa/Christoph Soeder

Heiligabend fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag - eigentlich dürften Geschäfte in Berlin und Brandenburg also nicht öffnen. Weil dem Handel sonst aber ein verkaufsoffener Sonntag wegbräche, gelten nun Ausnahmen.

  • wegen der jeweiligen Ladenöffnungsgesetze dürfen Lebensmittelmärkte, Bäckereien, Zeitungskioske und Blumenläden öffnen
  • Supermärkte an Bahnhöfen und Flughäfen unterliegen grundsätzlich nicht der Sonn- und Feiertagsreglung
  • Gewerkschaft Verdi hat von Mittwoch bis Samstag zum Warnstreik im Einzelhandel aufgerufen
  • am ersten Streiktag beteiligten sich 1.300 Beschäftigte

Bestimmte Geschäfte in Berlin und Brandenburg dürfen in diesem Jahr an Heiligabend bis zum Nachmittag öffnen - obwohl der Tag 2023 auf einen Sonntag fällt. Möglich machen das die jeweiligen Ladenöffnungsgesetze der beiden Bundesländer.

Die Erlaubnis gilt in Berlin für Lebensmittelmärkte, Bäckereien, Zeitungskioske und Blumenläden. Abstrakter gesagt laut Ladenöffnungsgesetz für "Verkaufsstellen mit überwiegendem Lebens- und Genussmittelangebot" [gesetze.berlin.de].

In Brandenburg gilt die Erlaubnis ebenfalls für diese Verkaufsstellen, also vor allen Dingen Supermärkte, Kioske und Bäckereien - aber anders als in Berlin nicht für Blumenläden generell. Sie müssen schon Weihnachtsbäume verkaufen, um Kunden hereinbitten zu dürfen [bravors.brandenburg.de].

Diese Geschäfte dürfen in Berlin und Brandenburg am 24. Dezember alle von 7 bis 14 Uhr öffnen.

Handelsverband: Öffnen werden wohl nur wenige

Blumen-, Bäcker- und Zeitschriftenläden dürfen das auch an anderen Sonntagen schon, die Supermärkte bekommen einen zusätzlichen verkaufsoffenen Sonntag, wenn auch mit eingeschränkten Öffnungszeiten.

Laut Phillip Haverkamp vom Handelsverband Berlin-Brandenburg ist der letzte Sonntag vor Weihnachten traditionell umsatzstark. Da dieser aber in Jahren wie diesem genau eine Woche vor Heiligabend liegt und die Leute beispielsweise keine verderblichen Lebensmittel fürs Festessen einkaufen würden, räumt das Ladenöffnungsgesetz hier einen weiteren Geschäftstag ein.

Eine Abfrage des Handelsverbandes bei den großen Supermarktketten habe aber gezeigt: Nur die wenigsten ansonsten geschlossenen Märkte werden an diesem Heiligabend wohl ihr Recht zu öffnen nutzen.

Supermärkte an Bahnhöfen und Flughäfen unterliegen grundsätzlich nicht der Sonn- und Feiertagsreglung. Sie haben am 24.12. teils auch länger als 14 Uhr auf, an den Berliner Bahnhöfen beispielsweise bis 17 oder 20 Uhr.

Warnstreiks im Einzelhandel bis Samstag

Bis zum Tag vor Heiligabend laufen im Einzelhandel noch Warnstreiks. Am Mittwoch haben sich Beschäftigte in Berlin und Brandenburg bereits daran beteiligt. Die Gewerkschaft Verdi hatte für die Zeit bis einschließlich Samstag zum Arbeitskampf aufgerufen, weil die Tarifverhandlungen für den Handel nicht vorankommen.

Bei den zahlreichen Warnstreiks in den vergangen Monaten kam es in der Regel nicht zu Filialschließungen, hier und da blieben aber die Regale leer oder es bildeten sich längere Warteschlangen an den Kassen. Diese Woche dürfte die Zahl der Kunden in den Geschäften wegen der anstehenden Weihnachtstage deutlich höher sein als üblich.

Am Mittwoch haben etwa 1.300 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt, wie Verdi am Donnerstag mitteilte. Eine zentrale Kundgebung gab es nicht. Bis einschließlich Samstag sind auch in vielen anderen Städten in Deutschland Warnstreiks oder besondere Verdi-Aktionen im Handel geplant. Vor allem die großen Supermarkt- und Discounterketten sowie H&M, Ikea und Thalia stehen den Ankündigungen zufolge im Fokus.

Sendung: rbb 88.8, 22.12.2023, 10 Uhr

71 Kommentare

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  1. 71.

    die Beschäftigten in Supermärkten oder Blumenläden tun mir leid."

    Das ist ja nett. Nur wird es nichts ändern.
    Einzig eine starke Gewerkschaftsorganisation kann das Abhilfe schaffen.

  2. 70.

    genießen sie auch dann die Höheren Preise verursacht durch steigende Löhne, höhere Betriebskosten des Handels uvm. sie sind doch die erste die jammert und heult, wenn sie die höheren Preise jetzt entrichten müssen und schon mal daran gedacht welche Kitas am Wochenende geöffnet hat usw. schlicht und einfach mal den Faden weiter spinnen.

  3. 69.

    Habe noch nichts davon gehört das irgendein Suoermarkt zusätzlich öffnet. Ich glaube das ist ein wenig aufgebauscht.

  4. 68.

    Der Sonntag zählt hier nicht zu den Werktagen. Das beruht auf christlicher Diktion. Zur Kirche gehen trotzdem die wenigsten an diesem Tag. Warum soll man über jene also den Stab brechen, die Arbeiten oder einkaufen wollen?

  5. 67.

    Wer Spätdienst hat, geht Früh einkaufen und hat viel auf dem Band. Nach den Meinungen mancher anderer Zeit. Zeit, die wir uns eingeteilt haben um Menschen vorzulassen, die sich Ihre Zeit nicht einteilen können oder möchten und sie Freiheitsliebe mit Vor drängeln mit Absicht ausleben. Ich schreibe Ihnen doch nicht vor, wie Sie Ihre Zeit einzuteilen haben und auch nicht wo Sie zu laufen haben. Das machen Sie schon alleine. Aber bitte nicht auf meinem Rücken.Wer sich als Familie Schlüssel nachmachen lässt, möchte sich bitte vorher mit dem Nachbarn absprechen, ob es in Ordnung ist mitten in der Nacht zu klingeln. Schön, dass Ihrer Kinder schlafen konnten. Ich konnte es nicht mehr und muß nächsten Tag auch arbeiten.Wenn Sie vorher gefragt hätten. Das man einen Schlüssel nachmachen lässt, weiss man nicht erst seit heute.Nächsten Tag das gleiche Spiel ohne zu fragen. Auch da schlafen Menschen, die arbeiten müssen.

  6. 66.

    Zwischen Weihnachten und Silvester sollten alle dichtmachen. Es gibt doch für fast valles Verbote, wir brauchen dringend ein neues Gesetz, das das Öffnen von Geschäften zwischen Weihnachten und Silvester verbietet. Das rechtfertigt auch die Einführung der Todesstrafe </I>

  7. 65.

    Nun haben Verkäufer/ in endlich mal 3tage frei, da hat schon wieder jemand die Idee Sonntag Heiligabend sollen Lebensmittel Geschäfte öffnen. So etwas lässt, sich nur jemand einfallen der nicht mit einer berufstätigen Mutter tauschen möchte.

  8. 64.

    Dienen? Ihr Ernst?
    Solange Kunden mich behandeln wie Dreck, werde ich ihnen sicher nicht dienen.
    Der Kunde ist nur solange König, wie er uns Verkäufer als Mensch behandelt.
    Und das tun leider viel zu wenige.
    Mal drüber nachgedacht, dass man deshalb einfach nich auch noch sonntags Buckeln will?

  9. 63.

    Ich verzichte liebend gern auf die Zuschläge.
    Denn der Sonntag ist der einzige Tag, den ich mir meinem Mann verbringen kann.
    Alle anderen 6 Tage die Woche arbeiten wir uns ich grundsätzlich bis 22 Uhr.

  10. 62.

    Habe früher auch im Service gearbeitet.
    Dort zählte der Mitarbeiter nicht viel.
    Nur Kennzahlen, Produktplatzierung und Umsätze.
    Es gab viele Mitarbeiter, die durch Druck krank gemacht oder in den Alkohol getrieben wurden.

  11. 61.

    Ich bin generell für kürzere Öffnungszeiten:
    Montag 16-20
    Dienstag 12-20
    Mittwoch / Donnerstag 8-12 und 16-20
    Freitag 12-20
    Samstag 12-20
    Sonntag/Feiertag geschlossen.

  12. 60.

    Ich bin dagegen und werde nicht an diesen noch an sonst einem Sonntag einkaufen.

  13. 59.

    die Beschäftigten in Supermärkten oder Blumenläden tun mir leid.Warum nicht die Späties das öffnen erlauben wann die wollen !!Wer entscheidet nur so was ?

  14. 58.

    Was haben längere Öffnungszeiten mit Fortschritt (welcher Art?) zu tun? Dafür haben Sie beispielsweise in Frankreich Montags durchweg geschlossene Läden.

    Gruß
    Navan

  15. 56.

    Von mir aus könnten die Geschäfte rund um die Uhr 365 oder 366 Tage im Jahr offen haben.....ich würde es genießen. Wenn mir morgens um zwei Uhr einfällt, ich brauche etwas , dann wäre es schön es auch zu bekommen.
    Im Einzelhandel ist es kein "Muss" so zu arbeiten. Beim ÖPNV und dem Rest was der Mensch zum "Überleben" braucht, schon.

  16. 55.

    „ und für sich selbst zur Erholung.“
    Können sie sich nicht an einem Montag (falls sie Friseur sind) erholen … oder an einem Dienstag ? Es dürften nicht so viele sein, die eine 7 Tage Woche haben.
    Sie scheinen auch davon auszugehen, mit Beginn der Zeitrechnung wurde das Wochenende eingeführt. In Deutschland gibt es den Begrif aber erst sein Anfang des 20. Jahrhunderts…. Kommt wie man schon vermutet aus dem englischen… Weekend… und der Begriff Weekend war für den freien Samstagnachmittag genommen worden…
    Ich hatte sogar noch das „vergnügen“ Samstag zur Schule zu gehen… also nix mit Wochenende nach ihrer begrifflichen Definition.
    Tja draußen nur Kännchen hat sich auch nicht bis zum Sankt Nimmerleinstag gehalten.

  17. 54.

    "Es wird Zeit, dass viel mehr auf SB Kassen gesetzt wird....
    Aber moderne Dinge oder gar Service sind ja in Deutschland verpönt"
    Und wo liegt bei der SB-Kasse jetzt der Service? Da wird doch die Arbeit dem Kunden übergeholfen, oder sehe ich das falsch? Aber manche sind ja dafür noch dankbar...

  18. 53.

    Was für ein Unsinn! Warum sollte am Sonntag gearbeitet werden? Das macht keinen Sinn. Nicht umsonst heißen Sonnabend und Sonntag auch WochenENDE. Wir müssen uns nicht zu Tode konsumieren und die großen Konzerne noch reicher machen, als sie es schon sind. Daher: Läden am Sonntag zu! Zeit für die Familie und Freunde und für sich selbst zur Erholung.

  19. 52.

    Na klar doch. Galeerensklaven rudert schneller, der Chef will Wasserski fahren.
    Ich habe in verschiedenen Bereichen im rollenden Schichtsystem gearbeitet, ich hatte für meine Kinder Großeltern, die am Wochenende und an Feiertagen die Betreuung übernommen haben und ich hatte Fotos von den kleinen Kindern und dem Weihnachtsmann. Fotos ersetzen gar nichts. Geld übrigens auch nicht.
    Ich habe mir einen anderen Job gesucht und dort ohne Wochend- und Schichtarbeit mehr verdient als vorher. Es war die beste Entscheidung meines Lebens. Ich hindere niemanden daran, sich anders zu entscheiden. Die Ordensverleihung für Dienst und Leistung, für Arbeitstage mit geschlossenen Kitas und unbezahlten Bereitschaftsdiensten fand nicht statt. Ich habe jetzt Zeit für meine Enkel und höre von meinen berufspendelnden und oft im Stau stehenden Kindern: "Toll, dass du das machst, für uns hattest du ja nie genug Zeit." Soviel zur Seele von Kindern. Zeit ist unbezahlbar, in keiner Währung.

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