Nach Signa-Insolvenz - Karstadt-Areal am Ku'damm bekommt laut Senat nur noch ein Hochhaus

Di 14.05.24 | 15:14 Uhr
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Henning Larsen gewinnt Wettbewerb zur Entwicklung des Grundstücks Kurfürstendamm 231 (Quelle: SIGNA Real Estate Management Germany GmbH)
Audio: rbb24 Inforadio | 14.05.2024 | Kirsten Buchmann | Bild: SIGNA Real Estate Management Germany GmbH

Eigentlich hätten auf dem Karstadt-Grundstück am Kurfürstendamm zwei Hochhäuser gebaut werden sollen. Doch den Ideenwettbewerb eingeleitet hatte René Benkos Unternehmen Signa - das ist jetzt pleite. Der Senat verändert den Plan deshalb nun.

Das Karstadt-Areal am Kurfürstendamm 231 soll nur noch mit einem statt zwei Hochhäusern bebaut werden dürfen. Das sagte der Berliner Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler (SPD) nach der Senatssitzung am Dienstag. Es sei ein Neustart, so Gaebler.

Mit dem nun beschlossenen Rahmenplan für das Gelände in der City West reduziert der Senat die zunächst mit dem bisherigen Eigentümer Signa vereinbarten Hochhauspläne. Für das Areal Kudamm 231 hatte im vergangenen Jahr ein dänisches Architekturbüro einen Wettbewerb gewonnen. Sein Entwurf beinhaltet zwei Hochhäuser, jeweils 80 beziehungsweise 134 Meter hoch. Den Wettbewerb eingeleitet hatte als Karstadt-Eigentümer das Unternehmen Signa Real Estate, das gehörte dem österreichischen Immobilienunternehmer René Benko. Inzwischen meldete Signa allerdings Insolvenz an.

Gaebler: Wohnungen auf 30.000 Quadratmeter Fläche möglich

Der vom Senat am Dienstag beschlossene Rahmenplan soll von möglichen neuen Investoren berücksichtigt werden. Im Mittelpunkt stehe es, sagt Gaebler, den Einzelhandelsstandort mit einem Warenhaus zu erhalten. Auf bis zu 30.000 Quadratmetern des Kudamm-Areals seien Wohnungen möglich. Zudem solle unter anderem eine Kita mit 100 Plätzen und Außenflächen entstehen. Der bisher geschlossene Block soll Gaebler zufolge geöffnet und auch im Innenbereich genutzt werden können.

Wer an der Stelle ein Warenhaus betreiben soll, ist noch unklar. Der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof ist insolvent, er schließt 16 seiner 92 Filialen zum 31. August dieses Jahres - darunter auch drei in Berlin und eine in Potsdam.

Sendung: rbb24 Inforadio, 14.05.2024, 15 Uhr

29 Kommentare

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  1. 29.

    Der Vermögensstand und die Attribute gut/böse korreliert nicht. Was aber auch klar ist. Hier einen Zusammenhang zu behaupten ist eher ein Zeichen für ein sehr komisches Menschenbild...

  2. 28.

    So ein Quatsch. Reiche sind nicht gut, weil das Lebensziel der ,,Reichen“ nur die Vermehrung ihres Geldes ist, auf unsolidarische, unsoziale Weise. Weiß jedes Kind.

  3. 27.

    Wir haben viele Menschen, die sich gern eine Eigentumswohnung in Berlin zur Selbstnutzung kaufen würden, weil sie es aus ihren Herkunftsläbdern, z.B. UK so kennen. Aber wegen ihres befristeten Aufenthaltstitels als ausländische Fachkraft das können sie es nicht: Sie müssen z.B. den Kredit in der Zeit der Befristung vollständig tilgen oder ihr Einkommen wird nicht angesetzt bei der Cash-flow-Rechnung. Hier sollte schnell gesetzlich nachgebessert werden. Das würde den Miet-Wohnungsmarkt auch mit entlasten.

  4. 26.

    "Wir haben im europäischen Vergleich eine zu geringe Eigentumsquote."
    Und das legt wer fest?
    Es gibt eben auch Mieterländer, da ist Deutschland bei weitem nicht das einzige. Was soll schlecht daran sein? Außer für Immobilienmakler.
    Und Regulierungen und hohe Baukosten treffen ja auf den Bau von Eigentum wohl genauso zu. Erschwingliches Kaufen ist ja auch schwierig geworden, soweit ich weiß...

  5. 25.

    „Eigentumswohnungen für Reiche? Die braucht in Berlin kein Mensch.„
    Doch, Sie schreiben es doch gerade: „Reiche“...
    Das sind auch (gute) Menschen, so wie Sie?

  6. 24.

    Ja, und angesichts dieser unberechtigten Forderungen wundert man sich, dass fast niemand mehr in Deutschland Wohnraum zur Miete anbieten möchte? Also da sind die 6-8% im Kapitalmarkt stressfreien als diese immer weiter zunehmende Einschränkung durch Lobbyisten und Gesetzgeber. Und mein crypto- Depot kann ich ins Ausland innerhalb von wenigen Stunden verlegen, wenn die Regularien hier zu stark werden.

  7. 23.

    Nee, nicht Subventionen sind die Lösung. Man kann nur Umverteilung, was vorher erwirtschaftet wurde. Es muss vielmehr gesetzlich dereguliert werden (weniger Bauvorschrift3n z.B.) und es muss wie z.B. in den nordischen Ländern früher in den Erwerb der eigenen 4 Wände durch Förderung investiert werden. Wir haben im europäischen Vergleich eine zu geringe Eigentumsquote und überbordende Gesetze und Abgaben. So könnte z.B. die erste eigene Wohnung zur Selbstnutzung auch bei den Nebenkosten (Makler/Notar/Grundbuch/Grunderwerbssteuer) durch Pauschalen begünstigt werden. Warum bekommen Makler, Staat und Notare so viel Geld?

  8. 22.

    Was soll der Populismus? Aktuell wird gefordert, Wucher beim Mietrecht einzuführen. Es gibt hier bereits mit § 291 StGB ein Gesetz. Es sollte aufgehört werden hier die Menschen aus parteipolitischem Kalkül zu veräppeln.

  9. 21.

    Ich erinnere mich gut an die öffentliche Buckelei des Senats und des Bezirks im letzten Jahr bezüglich dieser Angelegenheit. Jetzt tun sie so, als hätten sie alles im Griff, verwalten aber weiterhin nur ihre eigene Unfähigkeit, welche sie euphemistisch als "Neustart" deklarieren.

  10. 20.

    Guten Morgen,

    Sie vergessen (natürlich unabsichtlich) die stellvertretende Bürgermeisterin von Berlin im Rot-Grün-Roten Senat, Frau Jaratsch von den Grünen.
    Grüße

  11. 19.

    Der Scheich wird sich wohl wie alle an den Insolvenzverwalter halten und die Forderung zu Insolvenztabelle anmelden müssen. Als Benko würde ich aber sicherlich nicht am nächsten Neujahrsempfang in der saudischen Botschaft teilnehmen.

  12. 18.

    Ich bin reich und suche schon lange in Kudamm - Nähe eine größere 5 Zimmer Wohnung. Allerdings seit drei Jahren vergeblich.Also kann das Motto nur lauten: Bauen,bauen, bauen.

  13. 17.

    "Seit heute sieht es jedenfalls nicht mehr ganz so unkompliziert für René Benko aus."
    Ist dem Herrn völlig egal - der sitzt zuhause mit seinen Privatmilliarden, an die keiner herankommt, und lacht sich eins...

  14. 16.

    Irgendwie erinnert mich das ganze an den Immobilientyp Schneider aus Wendezeiten. " Frankfurter Zeil" und die Innenstadt von Leipzig.
    Aber da ist ja etwas gebaut worden.
    Von Benzko bleiben nur Luftschlösser.

  15. 15.

    Berlin ist und bleibt eine Provinzstadt (zumindest politisch). Hat es nach dem Mauerfall nie gebacken bekommen, die Verwaltung richtig aufzustellen und zu organisieren. Da waren immer nur "Amateure" am Werke wie Momper, Lewandowski, Diepgen, Wowereit, Giffey und jetzt Wegner.

  16. 14.

    Weil in Wien die Baugrundstück nicht verscherbelt wurden und es städtische Wohnungsbaugenossenschaften gibt, die nicht renditegeil sind, sondern dem Gemeinwohl verpflichtet sind.

  17. 13.

    .......hoffentlich geben sich diese Menschen mit dem Wort "Insolvenz" zufrieden. Seit heute sieht es jedenfalls nicht mehr ganz so unkompliziert für René Benko aus.

  18. 12.

    Ganz richtig Sheela! Wien sollte hierbei Vorbild sein! Danke, Ihr K.Marx!

  19. 11.

    Antwort auf "Ach ja......" vom Dienstag, 14.05.2024 | 18:07 Uhr
    "...wird er bezahlen oder kann er es nicht?" Er kann und wird nicht; er hat Insolvenz angemeldet!! Scheich oder nicht, auch er wird sich gedulden müssen....

  20. 10.

    Das ist der absolut falsche Ansatz. Nur weil es woanders teurer ist muss es hier nicht auch so sein. Nehmen Sie doch mal das Beispiel Wien. Da sind die Mieten günstiger da es die Weiner verstanden haben wie sozialer Wohnungsbau funktioniert.

  21. 9.

    Lief letztens ein schöner Bericht. Man kann auch bauen und etliche Vorschriften umgehen. Alles legal, da landen Sie am Schluss bei 6-10€/qm. Gibt keiner gerne zu,weil alle nur Dollarzeichen in den Augen haben. Ein Riesenproblem ist dabei auch das Deutsche Institut für Normung, die ständig Forderungen ihrer Lobbyisten durchdrücken und somit das Bauen verteuern. Fazit: Man kann günstig bauen, es ist aber nicht erwünscht.

  22. 8.

    "Fliegen Sie mal nach New York oder Tokio, da gibts ganz andere Preise..."
    Das sind auch ganz andere Städte... :-)

  23. 7.

    ,,andrej holm: Weil der Markt versagt. Mit leistbaren Wohnungen für Haushalte mit unterdurchschnittlichen Einkommen kann man kaum Gewinn erwirtschaften. Eine stabile soziale Wohnversorgung gibt es deshalb nur außerhalb der Marktlogik. Versuche, den Markt durch strenge Mietengesetze, Förderprogramme und Steueranreize zu zähmen, gelangen immer nur vorübergehend. Sinnvoller wäre es, den Wohnungsbau als Sozialpolitik zu verstehen und die soziale Versorgung über profitwirtschaftliche Kalküle zu stellen. Dann müssen Wohnungen durch öffentliche Investitionen bereitgestellt werden, so wie andere Infrastrukturen auch.''

    Dann ziehen Sie doch nach New York oder Tokio.

  24. 6.

    Es ist unglaublich, was für eine Spur René Benko hinter sich herzieht. Normalerweise bin ich nicht so, aber in diesem Fall hoffe ich doch, dass er bei dem Scheich nicht so billig davonkommt. Dieser wird sich das nicht so gefallen lassen und fordert jetzt sein Geld zurück. Mal schauen, was passiert: wird er bezahlen oder kann er es nicht? An seiner Stelle hätte ich jedoch Angst, wenn ich es nicht könnte. Gönne ich ihm das? Ich kann es einfach nicht eindeutig verneinen. Klingt hämisch? Stimmt, ist es an dieser Stelle auch. Wie ich schon schrieb, normalerweise bin ich nicht so, aber bei einem Menschen, der so rücksichtslos agiert, fällt es mir schwer, auf Häme zu verzichten. In diesem Fall hat er sich wahrscheinlich mit den falschen Menschen angelegt.

  25. 5.

    Welches der beiden Hochhäuser wird weiterhin geplant ? Das 134m hohe oder das 80m hohe ?

  26. 4.

    Sie schreiben ,,was für Reiche...'' Was ist denn für Sie reich? Ich finde den Mietpreis von 20Euro für den Qm normal. Fliegen Sie mal nach New York oder Tokio, da gibts ganz andere Preise...

  27. 3.

    Bezahlbare Wohnungen sind natürlich erstrebenswert. Aber der Bau dieser ist unter den jetzigen Umständen unrealistisch. Inflation, Baumaterialknappheit, Fachkräftemangel, hohe Energiekosten, Bauvorschriften, Heizungsgesetz, strenge Energiestandards, lange Genehmigungsverfahren. Unter 18 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter wird es in Berlin keine Neubau-Wohnungen mehr geben. 24 Euro Warmmiete pro Quadratmeter wird das günstigste Angebot werden. Ohne riesige Subventionen wird es nicht günstiger. Bezahlbarer Wohnraum und Altersarmut sind die größer werdenden Probleme der Zukunft.

  28. 2.

    Das werden keine Wohnungen für normalverdiener werden. Im ü Rügen ist das Modell Eigentumswohnungen Bauen und Verkaufen nicht nachhaltig. Die Firmen welche dieses Geschäftsnodell betreiben sind getrieben davon alles zuzubauen....denn ohne Wohnungen kein Einkommen.

  29. 1.

    Leider enthält der Artikel keinerlei Informationen darüber, was genau da für potentielle Wohnungen entstehen sollen. Eigentumswohnungen für Reiche? Die braucht in Berlin kein Mensch. Was wir brauchen sind bezahlbare Wohnungen, die man sich von seinem Gehalt leisten kann ohne dass 2/3 für die Miete drauf gehen.

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