Fahrzeuge stauen sich kilometerlang auf der A12 kurz vor der polnischen Grenze. (Quelle: dpa/Geisler-Fotopress)
Video: Brandenburg aktuell | 17.03.2020 | Michel Nowak | Bild: dpa/Geisler-Fotopress

Maßnahmen gegen Coronavirus - Lange Staus nach Schließung der deutsch-polnischen Grenze

Polen hat im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus seine Grenze dicht gemacht. Das führte am Dienstag zu langen Staus auf den Autobahnen Ostbrandenburgs. Erschöpfte Brummifahrer schließen sich zum Teil direkt auf der Autobahn in ihren LKW ein.

Nach der Schließung von Polens Grenzen wegen der Corona-Krise haben sich die Wartezeiten an den deutsch-polnischen Übergängen deutlich verlängert. Vor allem auf der A12 in Richtung Frankfurt (Oder) ist die Fahrbahn auf allen Spuren vom LKW-Verkehr blockiert. Der Stau reichte am Dienstagmittag bis zur Anschlussstelle Fürstenwalde-Ost. Auf der A15 in Richtung Cottbus staut es sich ab Forst.

Vor dem Übergang Pomellen/Stettin auf der A11 blockierten LKWs ab Penkun die rechte Spur, hier wurden ortskundige Autofahrer gebeten, das Gebiet zu umfahren. Allerdings war auch die B116 in Richtung Polen ab Schwedt/Oder bis zum Grenzübergang voller Autos.

Um eine Verbreitung des Corona-Virus zu erschweren, hatte Polen am Wochenende an den Grenzübergängen zu Deutschland, Tschechien, der Slowakei und Litauen wieder Kontrollen
eingeführt.

Müde Lkw-Fahrer

"Ein Hauptproblem hatten wir in der Nacht, weil LKW-Fahrer übermüdet waren", sagte Polizei-Einsatzleiter Marko Wieder dem rbb. Die Fahrer hätten zum Teil direkt auf der Autobahn ihre Ruhezeit angetreten, Lastwagen an Lastwagen, "weil sie einfach platt waren", so Wieder.

Der Riesenstau hat allerdings das Potential, eine Dauererscheinung zu werden. Zum Wochenende hin nimmt der Verkehr nach Polen erfahrungsgemäß noch zu. Ostbrandenburgs Spediteure schlagen bereits Alarm. Es sei nicht sicher, so Fuhrunternehmer Michel Lange, "dass wir die Versorgung der Region nur noch ganz, ganz schwer durchführen können".

Vorstauplatz bei Frankfurt (Oder) geöffnet

Die polnischen Grenzbehörden versuchen offenbar, das Abfertigungstempo zu erhöhen, mit zusätzlichen Abfertigungsspuren am Übergang und vorab ausgefüllten Fragebögen. Doch den Unternehmensverbänden reicht das nicht. "Das sind hausgemachte Probleme, die man lösen kann, wenn man miteinander redet", so Gundolf Schülke von der Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg.

Um die Stau-Situation zu entschärfen, haben Polizei und Zoll den ehemaligen Vorstauplatz bei Frankfurt (Oder) wieder eröffnet und gezielt Fahrzeuge von der Autobahn abgeleitet. Binnen weniger Stunden war der Platz mit rund 600 LKW und Reisebussen gefüllt. "Es geht vor allem darum, dass die Rettungskräfte schneller voran kommen bis zur Grenzbrücke", so Polizeisprecher Till-Justus Hille, "und dass sich die Leute versorgen und auf Toilette gehen können." Denn an lange Staus Richtung Polen müssen sich die Ostbrandenburger in den nächsten Wochen wohl gewöhnen.

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1 Kommentar

  1. 1.

    Guter Beitrag mit dem richtigen Schlusssatz. Allerdings ist es schwer sich an diese Situation zu gewöhnen. Herr Lange hat es richtig gesagt, wie will man die Versorgung der Region noch gewährleisten, wenn keine Fahrzeuge mehr hinein kommen? Hier ist die Politik gefragt, die muss ist aller Deutlichkeit gesagt werden. MP und Polen-Beauftragter der Bundesregierung, Herr Dr. Woidke, sie werden dringend in Ostbrandenburg gebraucht! Aber nehmen Sie nach Möglichkeit den Helikopter, mit dem Auto wird es schwierig.

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