Dreharbeiten des Tom Cruise Films "Valkyrie" am ehemaligen Reichsluftfahrtministerium in Berlin. (Quelle: dpa)
Bild: dpa

Kinoproduktion zu Corona-Zeiten - Filmleute kämpfen um ihre Existenz

Bis zu 400 Mails am Tag, Schaltkonferenzen und dann per Zug nach Berlin zu Verhandlungen über die Zukunft des Studios Babelsberg. Rechtsanwalt Schmidt-Hug ist am Limit. Seine Kanzlei ist Anlaufpunkt für viele Filmschaffende. Von Ansgar Hocke

Was Sie jetzt wissen müssen

Stefan Schmidt-Hug gilt als Instanz unter Deutschlands Filmschaffenden. Ein engagierter und filmbegeisterter Anwalt, der seinesgleichen sucht. In den vergangenen Jahren hat er sich viel um die soziale Absicherung in der Filmbranche gekümmert. Viele Schauspieler, Regisseure, Drehbuchautoren, Kameraleute, Kostüm- und Maskenbildner verdanken ihm, dass sie dem freien Markt nicht mehr ganz so schutzlos ausgeliefert sind. Jetzt ist er wieder für sie im Einsatz, vertritt Hunderte von ihnen, weil Filmproduktionen angesichts der Corona-Pandemie eingestellt und ihre Verträge gekündigt werden.

Retten, was zu retten ist

Der Anwalt versucht zu retten, was zu retten ist, aber er kommt nicht nach. Die Anfragen und Aufträge werden täglich mehr, er kann sie kaum noch abarbeiten. Es ist ein ungleicher Kampf: einzelne Filmschaffende gegen große Produktionsgesellschaften. Für viele freischaffende Filmleute geht es um ihre Existenz.

In den vergangen zehn Tagen erfolgte Absage auf Absage. Die Filmbranche liegt am Boden, denn wegen der Kontaktverbote und der vorgeschriebenen sozialen Distanzierung darf nicht gedreht werden. "Einen Kino- oder Fernsehfilm wird es in diesem Jahr nicht mehr geben", meint Schmidt-Hug.

Zwar versuchen Kulturpolitiker, die Filmwirtschaft und die öffentlich-rechtlichen Sender einen Rettungsschirm aufzubauen, aber ob es gelingt, die Filmschaffenden zu schützen, bleibt abzuwarten. Die meisten Cutter, Regieassistenten, Tonassistenten und viele andere Gewerke am Set haben meist nur befristete Verträge und zählen nicht als Soloselbständige. Darum haben sie bisland auch keinen Anspruch auf staatliche Zuschüsse. Auch Kurzarbeitergeld kommt für viele von ihnen nicht in Frage, denn viele Produktionen wurden einfach gestoppt und die Beschäftigten nach Hause geschickt.

Was wird bloß aus uns?

Die Betroffenen hangeln sich von Vertrag zu Vertrag, der oft nicht länger als sechs Monate dauert. Über die aktuellen Folgen haben die Verantwortlichen in einigen Produktionsfirmen offenbar nicht nachgedacht, so Steffen Schmidt-Hug gegenüber rbb24 Recherche. "Mit voreiligen Kündigungen sägen sich die Firmen nicht nur den Ast ab, auf dem ihre Mitarbeiter sitzen, sondern auch den, auf dem sie selbst sitzen."

Die Hiobsbotschaften häufen sich. Ob kleine Studios oder Kameraleute, sie alle stehen vor dem Ruin, wenn Unterstützung ausbleibt. Täglich erreichen den Anwalt die Fragen der Künstler. Alle wollen sie Hilfe: Was mache ich bei einer Ankündigung über eine Verschiebung des Filmprojektes? Was mache ich bei einem "Angebot" für einen Aufhebungs- oder Änderungsvertrag? Was mache ich, wenn ich einen freiberuflichen Dienstvertrag habe?

Filmbranche in Berlin und Brandenburg in Gefahr

Mittlerweile vertritt der Münchener Jurist eine Reihe von gekündigten Filmleuten, die in Berlin und Brandenburg für große Produktionsfirmen tätig waren. Bei einer Firma sollte Mitte April Drehbeginn sein, das Medienboard Berlin-Brandenburg hatte bereits eine halbe Million Euro zugesagt. Gut 200 seiner Mandanten waren am Standort Potsdam-Babelsberg beschäftigt. Nach Angaben des Anwalts erhielt jeder von ihnen eine außerordentliche Kündigung. Nun wird mit dem Arbeitgeber verhandelt.

Die Anfragen des rbb bei den Produktionsfirmen blieben bis zum Redaktionsschluss unbeantwortet. Die Begründung dafür lautete, dass man sich dort erst noch mit den Partner in Übersee abstimmen müsse. Der Geschäftsführer der Studio Babelsberg-Motion Pictures GmbH, Carl L. Woebcken, erklärte in 3sat: "Im Moment hoffen wir alle, dass wir in sechs bis acht Wochen wieder funktionsbereit sind und auch die Regeln festgelegt sind, unter denen man wieder an die Arbeit gehen kann. Wenn das nicht der Fall sein sollte, kann das auch für uns existenzbedrohend werden." Beschäftigte der Studios in Babelsberg haben sich inzwischen zusammengeschlossen und wollen unter dem Motto: "Wir sind Babelsberg" um ihren Arbeitsplatz kämpfen.

Böses Erwachen für den deutschen Film

Die große Filmunternehmen oder Unterhaltungskonzerne sind dabei nur die eine Seite der Branche, freischaffende Regisseure, Kameraleute, Visagisten, Drehbuchautoren, kleine Schnittstudios die andere: Sie bilden das Rückgrat der Filmindustrie und müssten geschützt werden, um die Zukunft der Branche zu sichern, erklärt Schmidt-Hug: "Wenn dieser Schutz nicht gelingt, werden wir beim Wiederaufwachen feststellen müssen, dass noch viel mehr Kolleginnen als bisher die Branche verlassen haben, weil sie erfahren haben, wie prekär tatsächlich ihre Arbeit in der Filmbranche ist, im Gegensatz zu allen anderen Branchen."

Die ARD erklärte, dass die Kreativwirtschaft die zusätzlichen Kosten durch Corona-bedingte Produktionsstopps nicht allein Schultern muss. "Wir wollen solidarisch sein", sagte WDR Intendant Tom Buhrow. Zunächst wolle man alle Produktionsfirmen dazu animieren, alle Möglichkeiten, die der Staat in der derzeitigen Situation bietet, in Anspruch zu nehmen. Die Mehrkosten, auf denen die Produzenten danach noch immer sitzen bleiben, werde man bis zu maximal 50 Prozent übernehmen. Auch das ZDF reagierte und kündigte an, die Hälfte der Mehrkosten zu tragen. Und der Streamingdienst Netflix setzte einen 100 Millionen US-Dollar Hilfsfonds auf, der Produktionsfirmen zu Gute kommen soll, die vorerst nicht weiterarbeiten können. Das Geld soll an Schauspieler und Crew-Mitglieder fließen, die nun erst einmal keine Arbeit haben.

Hilfe muss bei den Menschen ankommen

Für den Bund versprach die Kulturstaatsministerin Monika Grütters drei "Sofortmaßnahmen": Bei geförderten Projekten solle auf Rückforderungen "so weit wie möglich" verzichtet werden. Schon bestehende Programme wolle sie "so schärfen und einsetzen, dass die Maßnahmen sowohl Kultureinrichtungen als auch (…) in Not geratenen Künstlerinnen und Künstlern" und anderen Freiberuflern in der Kultur- und Kreativwirtschaft zu Gute kommen. Ausserdem wolle Grütters sich dafür verwenden, dass "zusätzliche Mittel für Kultur und Medien als Nothilfe zur Verfügung" gestellt werden, um die bereits entstandenen und zukünftigen Belastungen zu mindern.

Anwalt Schmidt-Hug fordert, dass die Hilfe nicht nur bei den Produktionsfirmen, sondern bei den Menschen ankommt, ganz nach der Devise: "Hilfe nur für die, die Hilfe gewähren". Das sei gerade bei den Filmschaffenden wichtig, da diese zumeist nur im Sommer arbeiten und mit diesen Einnahmen über den Winter kommen müssen. Und Anwalt Schmidt-Hug ergänzt: "Jetzt geht es ums Überwintern im Sommer."

Beitrag von Ansgar Hocke, rbb24 Recherche

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um eine Antwort zu verfassen.

Antwort auf [Filmschaffender] vom 31.03.2020 um 12:14
Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

35 Kommentare

  1. 34.

    > Vorschläge?

    Die deutsche Filmindustrie macht es wie die Autoindutrie: Sie verschafft *ihrem Mitarbeiterpool* Kurzarbeitergeld. Die großen Player (ARD, ZDF, Filmförderanstalten, Netflix, etc.) sorgen, in irgendeiner praktikablen Rechtsform, dafür dass allen Mitarbeitern, die in den letzen zwei Jahren in Teamlisten auftauchen, zu Kurzarbeit 0 angestellt werden. Zu Grunde gelegt wird das Einkommen der letzten zwei Einkommenssteuerbescheide. Rundfunkgebühren müssen dafür nicht erhöht werden, da das Geld für Kurzarbeitergeld aus der gleichen Quelle kommt wie bei VW.

    Dass öffentlich-rechtliche und Private sich auch zusammentun können, beweist die Pensionskasse Rundfunk.


    > Es wird niemals gerecht zugehen, Punkt.

    Ein Stück Ungerechtigkeit abzuschleifen halte ich für realistisch. Hexenverbrennungen haben wir ja auch schon erfolgreich hinter uns gelassen. ;) Von alleine passiert aber natürlich nichts.

  2. 33.

    Es wird eine Zeit nach Corona geben. Für die allermeisten der jetzt Betroffenen wird es in ihren bisherigen Jobs weitergehen. Falls nicht: solange man nicht als erwerbsunfähig gilt gibt es Wege und Möglichkeiten, sich eine neue Existenzgrundlage aufzubauen. Es gibt nunmal keine lebenslange Garantie auf DEN einen Job. Dagegen stehen Krankheiten, Wirtschaftskrisen oder höhere Gewalt wie Pandemien. Ich befürworte jegliche Art von Unterstützung für alle, die derzeit von den Auswirkungen betroffen sind. Aber so zu tun als säßen ab morgen Hunderttausende unter Brücken und auf der Strasse weil sie nie wieder Geld in ihrer "Branche" verdienen würden ist schlichtweg überzogen.

  3. 32.

    Es gibt staatliche Soforthilfen UND staatliche Transferleistungen, die derzeit sogar ohne weitere Prüfungen beantragt werden können. Das Leben ist keine Einbahnstraße und Krisen gehören dazu. Die einen trifft es härter, die anderen weniger hart. Für die allermeisten geht es auch nach Corona beruflich weiter. Vielleicht sollten Sie die Krise dafür nutzen zu überlegen, wovor genau Sie eigentlich Angst haben. Verlust Ihres bisherigen Lebensstandards wegen einiger Wochen/Monate Nichtbeschäftigung oder fehlender Aufträge? Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen sagen: das Leben geht weiter. Aber vielleicht fehlt es Ihnen da noch etwas an Weitsicht und/oder innerer Gelassenheit.

  4. 29.

    "viele wären einem normalen Job, richtiger Arbeit, gar nicht gewachsen, die Pappnasen will niemand woanders.

    Niemand verliert jetzt plötzlich seine Existenz, niemand."

    Vielleicht hat Prinz Pinocchio recht ? Denn während Freischaffende ja jetzt Zeit haben, können Leute, "die richtig arbeiten", tagsüber Internetkommentare schreiben über Dinge von denen sie so viel Ahnung zu haben scheinen.

  5. 28.

    Das Mitgefühl von Nichtswissern brauchen die vielen Berufe in der Branche auch nicht. "Es gibt staatliche Transferleistungen, die in Anspruch genommen werden können." Hört sich an wie von "Marcus Prinzchen von Anhalt". Der hatte auch voll den Durchblick."Oder haben Sie Angst, mal richtig arbeiten zu müssen", na ja, solches Geschwätz können auch nur die schreiben, die zu viel Zeit für Internetkommentare haben.

  6. 27.

    Es wird niemals gerecht zugehen, Punkt.

    Aktuell, Dienstleister, Rechnungssteller, etc. pp. 'mal außen vor, has'de folgende Gruppen an Filmschaffenden, sozusagen den 08/15-Stab:

    1. Filmschaffende, welche keinen Job hatten oder angeboten bekamen, keinen Fuss in die Tür zu haben bzw. welche aus der Vitamin-B-Branche rausgefallen sind.

    2. Diejenigen, welche einen Job angeboten bekamen, in Aussicht hatten und zeitnah beginnen sollten, es jedoch nicht zum Dealmemo oder Arbeitsvertrag gekommen war.

    3. Diejenigen, welche bereits beschäftigt waren und denen dann, siehe u. a. „Matrix 4”, fristlos gekündigt worden war, typisch Babelsberg halt.

    4. Die, welche bereits arbeiteten und von dem aktuellen Kurzarbeit-Tarifvertrag profitieren.

    Ist nun eine einheitliche Lösung realistisch, nein.

    4. hatte Glück, für 3. zeichnet sich eine Regelung ab, und was ist mit 1. und 2., Vorschläge?

  7. 26.

    Um es noch mal auf den Punkt zu schrieben: Warum soll ein VW Arbeiter, der wegen Corona nicht mehr arbeitet, sein Gehalt, inklusive Einzahlungen z.B. in die Rentenkasse, fast unverändert weiter beziehen, während ein Filmschaffender, der wegen Corona nicht mehr arbeitet, wenig, kurz und oft eben nichts bekommt?

    Der einzige Grund könnte sein, dass Filmschaffende weniger wert sind als Andere. Aber so argumentieren Sie ja bereits.
    P.S. Und natürlich sind nicht nur Filmschaffende betroffen!

  8. 24.

    Netflix-Produktionen kommen mittlerweile auch vom Produktionsstandort Deutschland, sind nicht durch die GEZ Milliarden finanziert, und werden, wie viele andere Produkte aus der Deutschen Industrie auch, international verkauft und unterscheiden sich nicht so sehr vom Benz, der in Sindelfingen vom Band rollt. Also hören Sie mir auf mit "mal richtig arbeiten" und "ab in die Wirtschaft". Die Landeshauptstadt Potsdam schmückt sich nur all zu gern mit ihrer Filmgeschichte und ist seit neuestem sogar "UNESCO Creative City of Film", hat eine Film-Universität und einen Vergnügungspark. Filmleute retten keine Leben und produzieren auch keine Lebensmittel. Aber für die meisten ist es ein vollwertiger Beruf, sie haben Familie mit Kindern, und diesen ist von jetzt auf gleich die Lebensgrundlage weggebrochen.

  9. 23.

    Bei Kommentaren wie "Oder haben Sie Angst, mal richtig arbeiten zu müssen?" wird mir mir schlecht.

    Was ein Filmschaffender für seinen Lebensunterhalt und die Unterhaltung eines deutschen und international Publikums an Stunden abreißt, ist durchaus als "richtiges Arbeiten" zu bezeichnen. Von der DIskussion über eine 40-Stunden-Woche können diese nur träumen - die Verträge gehen bei 50 Stunden los. Und nein, das sind nicht alles Künstler, die sich mit ambitionierten Arthousefilmen verwirklichen wollen. Das ist eine Industrie, die wie jede andere auch, spezialisierte und professionelle Arbeitskräfte benötigt und einen Wirtschaftsfaktor darstellt. An dieser Branche hängt auch in Deutschland sehr viel Mittelstand, denn es sind eben nicht nur die Produktionsfirmen, sondern auch Dienstleister, Technikverleiher, Hersteller von Filmtechnik, Mietwagenfirmen, Post-Produktionshäuser etc. ...

  10. 22.

    Doch, es gibt "Einkommen". Nach ALG 1 eben ALG 2. Und das ist genau für solche Notsituationen wie die jetzige gedacht. Auch wenn ich es niemandem Wünsche und der Regelsatz höher sein sollte. Sie beklagen sich darüber womöglich auf soziale Unterstützung angewiesen zu sein, die es in anderen Ländern nicht mal im Ansatz gibt. Oder haben Sie Angst, mal richtig arbeiten zu müssen, jetzt, wo die Branche kriselt? Ich glaube im Lebensmitteleinzelhandel gibt es derzeit Bedarf.

  11. 20.

    Schönen Dank, für Leute wie Sie produzieren wir doch gerne Sendematerial. Alle wollen neue Serien und Filme im TV und auf Streaming-Plattformen und bitte viel Auswahl aber die, die es machen, sind alle Pappnasen, die nicht für den normalen Arbeitsmarkt zu gebrauchen sind? Vielen Dank! Leute wie Sie machen mich echt wütend. Und stellen Sie sich vor, es sind bundesweit tausende "Pappnasen", die jetzt Hartz4 beantragen müssen, weil Ihnen der Anspruch auf ALG 1 ausläuft, den sie im Winter nehmen müssen, weil tatsächlich nicht so viel gedreht wird, dass alle einen Job haben!

  12. 19.

    "niemand, absolut niemand steht ohne finanzielle Unterstützung da"

    Das stimmt. Aber es stimmt nur für die Grundsicherung.

    Die Mehrheit in Deutschland geht weiter arbeiten und hat *finanziell* 0€ Einbußen durch die Corona Krise.
    Einige bekommen Kurzarbeitergeld + eine Gehaltsaufstockung auf 80 % bis 100 % des (Netto)Gehalts.
    Einige bekommen Kurzarbeitergeld 60 % - 67 %.
    Bei einigen ist Umsatz und Verdienst, durch die Auflagen - die dem Wohl Aller dienen - von Heute auf Morgen auf 0 € gesunken, alle in Aussicht stehenden Aufträge wurden storniert. Hier gibt es die Soforthilfen.
    Ein Filmschaffender bekommt keine Soforthilfe, sofern er gesetzlich zur Rechtsform Angestellter gezwungen ist. Das ist bei einem großen Teil der Filmschaffenden der Fall. Und für viele Filmschaffende gibt es keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld, oder auf ALG 1. Im Klartext es gibt 0 € Einkommen & 0 € Hilfen.

    Die finanziellen Lasten sind sehr ungleich, ungerecht, verteilt.

  13. 18.

    @ Thomas Gerke:

    Unfaie Arbeitsbedingungen,familienunfreundliche Arbeitszeiten, Niedriglöhne?
    Haben Sie sich schonmal mit Zeitarbeitern, Polizisten, Krankenpflegern, Bäckern, Beschäftigten in der Gastronomie und Sozialarbeitern oder Friseuren unterhalten? (männliche Form der Lesbarkeit geschuldet)

    Und was den täglichen TV-Konsum angeht: was dort zu Hauf gesehen wird ist entweder Vorabendserienmüll, dessen Konsumenten dabei sind auszusterben, Serien mit Laiendarstellern oder Importware aus den USA in Dauerschleife. Die Jugend schaut eh längst Netflix und Co.

    Und bitte zählen Sie auf, wie viele Hollywoodproduktionen jährlich in Babelsberg etc. gedreht werden.

  14. 17.

    Unterschlagen wird hier das freundliche Vorgehen der Produktionsfirmen:
    Sonder-Kündigen, um ja keine Kurzarbeit teil-finanzieren zu müssen. Schön ein paar Wochen/Monaten abwarten. Dann alle wieder anstellen, die mangels Alternative größtenteil Zähneknirschend sich drauf einlassen müssen.

    Bitte also zweimal überlegen, auf wem man per Kommentar rumhackt.

    Ein GEZ-Verzicht oder Umschichtung der Öffentlichen ist ein hervorragender Vorschlag!

  15. 16.

    3 1/2 Stunden TV-Konsum pro Person und Tag in Deutschland + Kinobesuche. Die TV- und Kino- bzw. Filmbranche ist ein bedeutender Wirtschaftszweig in Deutschland. Derzeit ist Berlin die Filmhauptstadt Europas. Selbst viele Holywood-Produktionen werden im Großraum Berlin gedreht. Gründe sind die hohe Qualität und Zuverlässigkeit, aber auch die niedrigen Löhne (im Vergleich zu USA od. UK)sowie die insgesamt arbeitgeberfreundlichen Arbeitsbedingungen.
    Da mag es ein paar Selbstdarsteller auf dem roten Teppich geben, die allermeisten sind professionelle Künstler, Techniker, Handwerker, von denen viele nicht die gleichen fairen Arbeitsbedingungen genießen können wie die meisten Beschäftigten anderer Branchen. Tage-/wochenweise Aufträge bei oft familienunfreundlichen Arbeitszeiten sind Alltag. Die vielen hier schon üblicherweise eher niedrig und v.a. unregelmäßig entlohnten Filmschaffenden dürfen nicht durch das soziale Netz fallen. Da steht auch der Filmstandort Deutschland auf dem Spiel.

Das könnte Sie auch interessieren