Krankes Personal - Charité sagt alle planbaren Operationen bis Jahresende ab

Mi 14.12.22 | 13:59 Uhr
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Symbolbild: Blick auf das Bettenhaus der Charite auf dem Campus Berlin-Mitte (Quelle: dpa/Monika Skolimowska)
dpa/Monika Skolimowska
Video: rbb24 | 14.12.2022 | Arndt Breitfeld | Bild: dpa/Monika Skolimowska

Die anhaltende Krankheitswelle beim Personal hat an der Berliner Charité nun weitreichende Folgen: Bis zum Jahresende werden alle planbaren Eingriffe verschoben. Doch die vielen Ausfälle bei Ärzten und Pflegern sind dafür nicht der einzige Grund.

Aufgrund anhaltender und vieler Krankheitsfälle von Ärzten und Pflegekräften sagt die Berliner Charité bis Ende des Jahres alle verschiebbaren Operationen ab. "Wir bedauern dieses Vorgehen", teilte die Klinik am Mittwoch mit.

Dadurch wolle man ermöglichen, dass dringliche Behandlungen wie zeitkritische Tumoroperationen und Transplantationen sowie die Versorgung von Patientinnen und Patienten nach Schlaganfällen und Herzinfarkten durchgeführt werden könnten. Von Montag an würden zunächst bis Ende des Jahres alle sogenannten elektiven Eingriffe verschoben.

Personal in die Kindermedizin verlegt

"Wir appellieren weiterhin dafür, in Innenräumen Masken zu tragen, um die Verbreitung von Infektionen einzudämmen und damit auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen zu entlasten", teilte die Charité mit.

Hinzu komme, dass Personal in die Kindermedizin verlegt worden sei. Dort gibt es derzeit viele Kinder mit einer RS-Virus-Erkrankung - das respiratorisches Synzytial-Virus kann vor allem für kleine Kinder und Säuglinge gefährlich sein und sorgt zurzeit für volle Kinderkliniken.

Berlin will wegen angespannter Lage nachrüsten

Berlin hatte zuletzt angekündigt, seine Kapazitäten zur stationären medizinischen Versorgung von Kindern ausbauen zu wollen. Wie die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) vergangene Woche sagte, seien vor dem Hintergrund zurzeit überfüllter Kinderstationen längerfristig weitere Maßnahmen geplant.

Als Beispiel für die Überlegungen nannte sie den Bau einer neuen Kinderklinik. Charité-Vorstandschef Heyo Kroemer habe ihr bei einem Gespräch ein entsprechendes Konzeptpapier zukommen lassen, so Giffey. "Gemeinsam werden wir im Senat alles tun, um unsere Kleinsten optimal zu schützen und zu versorgen."

Auch Carl-Thiem-Klinikum schränkt OPs ein

Der derzeitige Versorgungsengpass ist nicht nur in Berlin ein Thema. Das Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus wird seine Operationen in den nächsten Tagen ebenfalls massiv einschränken müssen. Dort werden nach Angaben der Klinik ab Donnerstag vorerst keine geplanten Eingriffe und Behandlungen mehr durchgeführt.

Alle nicht lebensnotwendigen OPs werden demnach verschoben. Das größte Krankenhaus Brandenburgs begründet dies mit der drastischen Zunahme an Influenza- und Coronainfektionen, sowohl bei den Patienten als auch bei den Mitarbeitenden.

Sendung: rbb24, 14.12.22, 18:00 Uhr

 

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40 Kommentare

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  1. 40.

    Bin ich bei Ihnen....

    Mir ging es aber ein bisschen darum, dass wenn nur alle Maske tragen würden wir diese Probleme nicht hätten...
    Die RSV-Welle 2021 war auch schon nicht ohne, bei viel größeren Einschränkungen (Maskenpflicht im Inneren, Lockdown etc..)

    Wir müssen endlich an die wahren Probleme ran...
    Personalschlüssel, Vergütungen etc...
    Und trotz aller Krisen müssen wir auch mal wieder positiver in die Zukunft schauen (fürs Seelenheil etc) und da könnten auch die Medien ihren Beitrag zu leisten...Zur Zeit ist alles negativ, nervend usw...Aber die Menschen benötigen auch in unruhigen Zeiten Zuversicht, Optimismus und Verständnis....

  2. 39.

    Wenn aber jetzt alle krank werden, weil sie sich vorher nicht anstecken durften/konnten (!) ist das doch ein ganz anderes Thema. Tragen wir weiter Maske wird das Problem nur nach hinten geschoben, mehr nicht. Denn irgendwann (auch in Berlin) fällt die Maskenpflicht und dann geht's doch genau so wie jetzt weiter....

  3. 38.

    Auf meiner Arbeit (kein Krankenhaus sondern Behörde) ist aktuell ein Personalausfall von rund 50% zu verzeichnen. Da haben wir Leute mit Familie und ohne, alle haben Grippe oder grippe ähnliche Infekte. Das ist seit geraumer Zeit unser "normal". Und nun?

  4. 37.

    Bbumso mehr die Maske getragen wird, umso mehr si die Menschen u geschützt vor normalen Vieren und anfällig wenn mal ein kleines virus kommt.
    Lauterbach go home.
    Er hat keine Ahnung.

  5. 36.

    Letzten Winter hat ein Busfahrer mich in der Eingangstür eingeklemmt weil ich keine Maske aufhatte. 3 Stationen später sind mehrere Jugendliche ohne Maske eingestiegen (in keiner Weise aggressiv, nur halt ohne Maske) und er hat nichts gesagt. "Funktionsträger" nutzen dieses Thema offenbar auch aus um Macht zu demonstrieren - aber nur wenn sie sich trauen.

  6. 35.

    Das Personal hat auch ein Privatleben und kann sich bei den eigenen Angehörigen anstecken. Auch hat das Personal eigene Kinder, die bei den massiv ausbreitenden Virusinfekten ebenfalls krank zu hause sein können.

  7. 34.

    "Diese ganzen querdenkenden Maskenverweigerer aber auch.... " Ich finde die asiatischen Sitten auch ganz gut, aber es muss halt freiwillig sein. Das Problem ist doch nicht dass Menschen Atemschutzmasken tragen, das ist jedermanns gutes Recht und wahrscheinlich wirkt es positiv. Blöd ist es wenn es zur Pflicht gemacht wird, Zugangsrechte davon abhängig gemacht werden, und Menschen angepöbelt oder bedroht werden wenn sie sich dem nicht unterwerfen. Man kann das eine tun ohne das andere zu lassen.

  8. 32.

    Dann sollte es aber nicht besonders viel Personal betreffen sondern "nur" im gleichen Rahmen wie bei anderen Arbeitsbereichen auch. Es würde nicht erklären, warum es beim Krankenhauspersonal so besonders viele sein sollen.

  9. 31.

    "Ganz verstehe ich aber nicht, warum so viel Krankenhauspersonal krank ist, die müssten doch schon von berufswegen verstärkt Maske tragen." Die Frage hatte ich in anderem Zusammenhang auch schon. Ich suchte nach einer Aufstellung, wieviele Coronainfektionen im Krankenhaus erworben wurden (getrennt nach Personal und Patienten) und wollte der Frage nachgehen, inwieweit das Coronavirus sich auch wie ein sog. "Krankenhauskeim" verhält.

  10. 30.

    Vorsicht und solidarisches Denken bringt uns alle viel weiter, denn wenn wir nicht mit allen anderen gut umgehen, bleiben wir irgendwann gemeinsam auf der Strecke. Lange wurde gewarnt vor zusammenbrechender Infrastruktur, wenn alle gleichzeitig erkranken. Und die Lautesten hatten wie immer Unrecht und sind nun Opfer ihres eigenen Freiheitsgedankens. Welche Freiheit meint ihr? Die Freiheit des Ego? Ich habe Recht und so muss es sein?
    Jeder Vernünftige schützt sich und andere, nicht, weil er Angst hätte, sondern weil er die Freiheit aller nicht gefährden will, weil er nicht will, dass die Infrastruktur zusammenbricht. Das nenne ich Freiheit, wenn alle mithelfen, dass das System nicht zusammenbricht und man versteht, dass das unser aller Mitverantwortung ist.

  11. 29.

    Ach ja, ich habe vergessen, dass es in Berlin keine Möglichkeit gibt, Lebensmittel online zu bestellen. Ich entschuldige mich.

  12. 28.

    Ja, unerhört nicht, bin infiziert und mit Maske drei Stationen mit der TRAM gefahren, die fast leer war, bis eine Paar Jünglinge einstiegen und mich anmachten, wahrscheinlich weil es so leer war, sonst hätten sie nicht den Arsch in der Hose gehabt …

  13. 27.

    Wir verstehen, dass dieses Thema polarisiert. Bitte bleiben Sie trotzdem freundlich und diskutieren auf der Sachebene.

  14. 25.

    Nein, das wollte sie Ihnen nicht sagen.
    Das hat sie diesen Maskenverweigerern als Reaktion auf die Anpöbelung mitgeteilt. Zum Wahrheitsgehalt der Antwort hat Köpenickerin keine Aussage getroffen.

  15. 24.

    Und nicht nur planbare Operationen werden verschoben. Ich denke, dass auch die Aufnahme von Notfällen bzw die Verlegung von Patienten kommen wird. Die Krankheitswelle rollt ja noch fleißig. Dazu kommt noch, dass viele Mitarbeiter Urlaub haben und die Ferien vor der Tür stehen

  16. 23.

    Die Maske....

    Wären die Deutschen doch bloß so wie die Asiaten in Sachen Maskentragen....Gegenseitige Rücksichtnahme usw...

    Corona-Zahlen 13.12.22 in Südkorea = 84.571 und Japan = 176.994 Fälle Hhmmm....Diese ganzen querdenkenden Maskenverweigerer aber auch....

    Planbare OP´S wurden auch schon vor Corona verschoben, hat bloß niemanden interessiert...
    2018 in der Schule meiner Frau waren in der Klasse im Febrauar 2018 noch 5 Schüler.....

  17. 22.

    Welch blödsinniger Kommentar!
    Die positiven Effekte des Joggens sind leider nicht so ansteckend, wie Ihre Corona-Viren.

  18. 21.

    Auch wenn Ihre Vorstellungskraft nicht weit reicht: es soll erkrankte Menschen geben, die Lebensmittel usw. brauchen. Nicht jeder hat die passenden Domestiken zur Hand.

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