Gewalt und Kriminalität - Wie Streetworker die Probleme im Görlitzer Park angehen

Do 07.09.23 | 08:00 Uhr | Von Helena Daehler & Wolf Siebert
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Der Eingang aus der Glogauer Strasse der Görlitzer Parks in Berlin am 8. August 2023. (Quelle: Imago Images/Emmanuele Contini)
Video: rbb|24 | 07.09.2023 | Material: Helena Daehler | Bild: Imago Images/Emmanuele Contini

Drogen, Gewalttaten, Razzien - der Berliner Görli ist der Park mit dem wohl miserabelsten Image Deutschlands. Ein Dealer, ein Sozialarbeiter und ein aus Gambia stammender Koch erzählen, wie sie den Park sehen und wie die Probleme gelöst werden könnten. Von H. Daehler und W. Siebert

Es ist Freitagabend, 20 Uhr. Im Görli herrscht Festivalstimmung. Jugendliche aus dem Kiez rappen auf der Rampe vor dem ehemaligen Edelweiß-Restaurant. Vor ihnen ein kleines Publikum, das im Beat nickt und Videos dreht. Hinter dem Eingang am Lausitzer Platz geht die Sonne unter. Dort stehen Männer, die offensichtlich Drogen verticken. Die Kundschaft kommt im Minutentakt.

Moro Yapha.(Quelle:rbb/W.Siebert)
Moro Yapha von Fixpunkt | Bild: rbb/W.Siebert

"Niemand will Drogen verkaufen"

"Es sind ungefähr 300 Männer aus Gambia, Guinea-Bissau, Senegal und anderen afrikanischen Ländern, die hier im Park Drogen verkaufen", sagt Moro Yapha. Er kam vor einigen Jahren selbst von Gambia nach Berlin und arbeitet heute als interkultureller Mediator bei Fixpunkt, einem sozialen Träger, der sich für Gesundheitsförderung und eine sozialere Drogenpolitik einsetzt. Er kennt die Menschen im Park, spricht in vielen Fällen ihre Sprache und berät sie unter anderem bei gesundheitlichen Problemen.

Moro Yapha betrachtet sich selbst als Aktivist und fordert Verständnis für die Männer, die hier im Park Drogen verkaufen: "Sie haben keine andere Wahl. Man muss ihnen eine Möglichkeit geben, zu arbeiten. Niemand will Drogen verkaufen, sich strafbar machen oder von der Polizei festgenommen werden." Die benannte Polizei ist derweil jeden Tag mit einer sogenannten Brennpunkt-Einheit im Park und dem angrenzenden Wrangelkiez auf Streife.

Mehr Kontrollen - mehr registrierte Delikte

1.567 Straftaten verzeichnete die Berliner Polizei dabei im vergangenen Jahr im Görlitzer Park. Das sind auf dem Papier erst mal mehr als in jedem anderen Park in Berlin. Dabei lohnt sich allerdings ein genauerer Blick auf die Art der Straftaten: 292 registrierte Delikte sind sogenannte "Aufenthaltsdelikte" und 719 sind Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz.

Laut Polizei Berlin sind das erfahrungsgemäß jene Vergehen, die umso häufiger registriert werden, je häufiger auch kontrolliert wird. Schaut man sich andere Delikte wie Sexualstrafdelikte an, zeigt sich: Im Mauerpark (10) oder im Volkspark Friedrichshain (9) gab es im Jahr 2022 sogar mehr als im Görlitzer Park (7).

Parkräte Christopher Wollin und Martin Storck.(Quelle:rbb/W.Siebert)Parkräte Christopher Wollin und Martin Storck.

Viele Probleme - viele Lösungsansätze

Neben den Beamt:innen der Berliner Polizei sind auch Sozialarbeiter:innen von Fixpunkt und weiteren sozialen Trägern im Görlitzer Park aktiv. Täglich sind zwei sogenannte "Parkläufer" bis spät abends im Görli und dem angrenzenden Wrangelkiez unterwegs, um Konflikte zu lösen, bevor die Polizei eingreifen muss. Daneben gibt es eine Vielzahl von Akteuren, die mit kleinen und großen Projekten versuchen, das Zusammenleben im Park aktiv zu verbessern. Alle zwei Monate tauschen sich laut Bezirk die Beteiligten bei einem runden Tisch über die aktuelle Situation aus. Mit dabei sind auch die Berliner Polizei und das Grünflächenamt.

Mit anderen Vorstellungen nach Deutschland gekommen

An diesem Freitagabend wird Yapha von einem Mann in schwarzer Lederjacke und Basecap angesprochen. Sie kennen sich. Der Mann nennt sich im Gespräch etwas scherzhaft "King". Schnell gibt er zu, dass er hier auch Drogen verkauft. "Ich verkaufe Drogen. Warum? Weil ich keine andere Wahl habe", sagt er und fügt an, dass er mit ganz anderen Vorstellungen nach Deutschland gekommen ist.

"Ich hatte die Erwartung, dass ich in hier auf jeden Fall einen Job finde. Ich würde jeden Job annehmen. Ich habe aber keine Arbeitserlaubnis." Eigentlich dürfte "King" nicht einmal in Berlin sein, denn sein zugewiesener Aufenthaltsort ist Sachsen-Anhalt. So macht er sich nicht nur strafbar mit dem Verkauf von Drogen, er verstößt auch gegen das Aufenthaltsrecht.  Würde er also kontrolliert, würde auch er in die Kriminalitätsstatistik des "Görli" eingehen, unter anderem als 293. Verstoß gegen das Aufenthaltsrecht.

Falsche Zahlen zur Kriminalität

Die Debatten um die Sicherheit rund um den Görlitzer Park keimten derweil im Juni erneut auf. Anlass war eine mutmaßliche Gruppenvergewaltigung im Görlitzer Park. Kurz darauf gab es Verwirrung um die Anzahl der erfassten Sexualdelikte. Nach einer parlamentarischen Anfrage kursierte in den Medien die Zahl von sechs Vergewaltigungen, die im ersten Halbjahr 2023 im Görlitzer Park stattgefunden haben sollen.

Diese Behauptung stimmte allerdings nicht, hatte die "Taz" im Nachhinein mit einer Anfrage bei der Berliner Polizei herausgefunden. Es war eine Vergewaltigung, die im Park stattfand. In den anderen fünf Fällen bezog sich die örtliche Zuschreibung "Görlitzer Park" auf den gesamten kriminalitätsbelasteten Ort, zu dem auch der gesamte Wrangelkiez gehört.

Es wäre so einfach für mich gewesen, in den Park zu gehen und dort Drogen zu verkaufen. Aber ich habe gesagt, ich will das nicht

Siyaka "Isak" Keita - Koch im Bantabaa
Siyaka Isak Keita vor dem Restaurant Banbataa.(Quelle:rbb/W.Siebertt)Siyaka "Isak" Keita vor dem Restaurant Bantabaa

Festanstellung statt Dealen

Dass Geflüchtete aus afrikanischen Ländern nicht zwangsläufig als Dealer im Park und somit im Umfeld von Straftaten landen müssen, zeigt die Arbeit des Vereins Bantabaa. Dieser hat sich in vielen Fällen für Geflüchtete eingesetzt. Im gleichnamigen Restaurant in der Wrangelstraße arbeitet Siyaka "Isak" Keita als festangestellter Koch. "Es wäre so einfach für mich gewesen, in den Park zu gehen und dort Drogen zu verkaufen. Aber ich habe gesagt, ich will das nicht."

Dank Bantabaa habe er sich weiterbilden können und sei nun in einer geregelten Beschäftigung. "Der Verein hat mein Leben verändert. Wo ich ohne die Hilfe von Bantabaa jetzt wäre, will ich mir gar nicht vorstellen." Er betont mehrfach, dass er viel Durchhaltevermögen und Geduld gebraucht hat, um nicht in die Illegalität abzurutschen.

Gegründet wurde der Verein Bantabaa (in der westafrikanischen Sprache Mandinka: Treffpunkt) von der Juristin Brigitta Varadinek. Sie wohnt im Wrangelkiez, kennt den Drogenhandel im Park und in den umliegenden Kiezen seit Jahren und sagt, dass Gewalt und Straftaten zugenommen hätten: "Es zeigt die gescheiterte Asylpolitik in Deutschland. Die Männer müssten einen legalen Status mit einer Arbeitsgenehmigung bekommen. Damit wäre das Problem weitgehend gelöst." Kombiniert mit Integrationsangeboten hätte man so die Mehrzahl der Dealer aus dem Park, ist Varadineks Einschätzung.

Konsument:innen bleiben - auch wenn Dealer weg sind

Seit gut sechs Jahren versucht auch der Parkrat, bestehend aus Anwohner:innen und Vertreter:innen von Initiativen, die Situation im Görli für alle zu verbessern. Die Parkräte Christopher Wollin und Martin Storck sind überzeugt, dass die Dealer alleine nicht das Problem sind: "Solange die Nachfrage nach Drogen besteht, organisiert sich auch der Handel. Menschen die drogenkrank sind, muss man gezielt betreuen und unterstützen. Dafür sind aber massive Investitionen erforderlich", sagt Wollin.

Für diese Investitionen fehlt aber offiziellen Angaben zufolge das Geld. Auf rbb-Anfrage teilte der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg mit, man habe schon mehrfach an den Senat appelliert und um Unterstützung bei den Themen "Sucht" und "Obdachlosigkeit" gebeten. Die Innenverwaltung hingegen betont auf Anfrage, man unterstütze das Anliegen des Bezirks und wolle sich im Rahmen des einberufenen Sicherheitsgipfels für einen Ausbau solcher sozialen Angebote aussprechen.

Umzäunung des Parks als Lösung?

Der Vorschlag, den Park stattdessen zu umzäunen und nachts zu schließen, stößt bei den Menschen, die den Park tagtäglich betreten und erleben, auf wenig Zustimmung. Für Parkrat Storck hieße das "erst recht No-Go-Areas zu schaffen. Der Park muss auf jeden Fall offen bleiben. Das sind alles keine Vorschläge, die von Leuten kommen, die wissen, wie man es machen sollte".

Moro Yapha, der gambische Kulturmittler von Fixpunkt pflichtet bei. Es brauche mehr Investitionen in mehr Sozialarbeiter. Wenn der Park abgeschlosen werde, würden die Menschen im Park genau dasselbe tun wie vorher. Aber dann in den Kiezen vor den Haustüren und in den Hauseingängen.

Sendung: rbb24 Abendschau, 07.09.2023, 19:30 Uhr

Beitrag von Helena Daehler & Wolf Siebert

63 Kommentare

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  1. 63.
    Antwort auf [Wolfram Schulz ] vom 08.09.2023 um 19:33

    Falsch, sie gründen eine... Brecht: Die Dreigroschenoper.

  2. 62.

    Und deswegen "behauptet" man auch sowas, in der Hoffnung irgendetwas von dem Blödsinn, sofern man ihn oft genug wiederholt, bliebe schon hängen. Ein bewährtes Muster. Kennt man von der rechtsextremen AfD.

  3. 61.

    Oder andersherum: Deutschland ist so toll, da wird jedem geholfen
    und dann kommt mitunter das "böse" Erwachen ... Bürokratie ect.

  4. 60.

    Dass Deutschland im Ausland oft als "straffreier Raum", Regeln nur schwerfällig durchgesetzt werden und es obendrauf noch "gutes" Geld gibt, würde ich auch behaupten - ohne Belege (konnte bisher keinen aktuellen Bericht finden)

  5. 59.

    "Viele kommen auch deswegen nach Deutschland, da sie wissen hier kann man dieser Tätigkeit ungestraft nachgehen. Das spricht sich rum in der Heimat." Können Sie diese Behauptung irgendwie belegen, vorallem das "viele"?

  6. 58.

    Was würde mit diesen Leuten eigentlich in den Heimatländern geschehen, bei Drogenhandel und Verkauf?
    Viele kommen auch deswegen nach Deutschland, da sie wissen hier kann man dieser Tätigkeit ungestraft nachgehen. Das spricht sich rum in der Heimat.

  7. 57.

    Sehr guter Vorschlag, wäre ich auch sehr dafür und würde viel mehr Übersicht reinbringen und viele unnötige und wiederholte Kommentare sparen.

  8. 56.

    Die Kommentare sind eindeutig, das geschilderte Auftreten und Verhalten wird von den Meisten abgelehnt. Was aber wird sich ändern???? Ich bin überzeugt, rein gar nichts. Die Typen machen weiter und der Staat schaut machtlos zu. Aber alle haben sich aufgeregt

  9. 55.

    Das Problem sind gar nicht die Flüchtlinge, sondern die Leute, die das auch noch akzeptieren. Wenn ich schon kriminell werde, warum arbeite ich nicht schwarz irgendwo? Zu wenig verdienst oder blöde Arbeitszeiten? Aber nein es muss der Verkauf von Drogen sein. Tut mir Leid aber dafür habe ich kein Verständnis und noch weniger für die Leute die das tolerieren. Denn damit untergrabt ihr die Gesellschaft und treibt die Spaltung voran. Es gibt Regeln und diese sind einzuhalten und entsprechend durchzusetzen. Stattdessen wird immer mehr weggeschaut oder legalisiert.
    Was soll sowas? Was soll man seinen Kindern denn heute auf den Weg geben? Mord ist blöd, weil gesellschaftlich noch nicht akzeptiert aber Dogen verkaufen geht schon klar und Steuerhinterziehung ist sogar der heiße Scheiß?
    Dann müssen wir uns nicht wundern, wenn keiner mehr Respekt vor dem Staat hat.

  10. 53.

    Man hat IMMER eine Wahl.

    Sich zum Beispiel integrieren WOLLEN, indem man die deutsche Sprache erlernt und sich eine Arbeit sucht.

    Aber es ist doch finanziell viel LOHNENDER für die Dealer, sich ein Leben durch den Verkauf von Drogen aufzubauen.

    Solange Menschen von Anderswo nach Deutschland kommen - die NUR WIRTSCHAFTSFLÜCHTLINGE sind - und leider auch nicht ausgewiesen werden, wird es speziell mit Berlin weiterhin bergab gehen.

  11. 52.

    Und immer wieder das absurde Gejammer von "keine Wahl..." - wer will der kann.
    Geht hier ja schließlich nicht um Krankheit oder Behinderung sondern fehlenden Willen.
    Und wenn die Konsumenten bleiben könne Sie ja auch endlich mal 'ne Kur machen! #kein_Recht_auf_Rausch

  12. 51.

    Im Land der Feststeller lässt man verkaufen... Heutzutage.

    Auch Clanmitglieder denken, dass sie keine Wahl hatten.

  13. 50.

    Hallo rbb24, seit wenigen Wochen kommentiere ich im Forum, dabei fällt mir auf warum Missverständnisse bei Antworten auftreten. Es werden Antworten gegeben für Kommentare zum Bsp. auf Nummer von/bis. Antworten stehen immer als Erstes ganz oben. Viel zu weit weg vom Original -Kommentar, da ergibt sich selten ein Zusammenhang. Andere User antworten wieder darauf und fertig ist der nicht gewollte Kommentarsalat.
    Warum ist es nicht möglich direkt bei Antworten das die Antwort steht, dann kann jeder Kontrolle lesen über die gegebene Meinung. Technisch ist das möglich, manche Regionzeitungen und Talk-Foren haben diese Möglichkeit. Es ist meinerseits nur ein gut gemeinter Hinweis zur besseren Verständigung für alle User. Gruß Brigitta S.

  14. 49.

    " Beides ist für den Rechtsstaat inakzeptabel."

    interssiert den Rechtsstaat aber nicht, wird geduldet

  15. 48.

    der Berliner Görli ist ein Dauerthema des Berliner Senats ohne Lösungswillen , eigentlich peinlich für eine Hauptstadt

  16. 47.

    " Viele bewegen und bemühen sich nicht mehr "
    warum auch ? hohe Steuern und Krankenvers , hohe Mieten und Energiekosten , also Bürgergeld und alles andere for free

  17. 46.

    Das sagen Sie mal manchen Deutschen die sich nicht an Regeln halten. Es werden immer mehr, bei der warmen Hand der Politik. Viele bewegen und bemühen sich nicht mehr!

  18. 45.

    " würden die Menschen im Park genau dasselbe tun wie vorher. "

    und das würde wieder als " alternativlos " hingenommen ?

    die Parkraumüberwachung funktioniert super, die Parküberwachung dagegen nicht

  19. 44.

    "diese Jobs müssten verpflichtend angenommen werden". Richtig verpflichtet zum Arbeiten wurde auch vor der Ampel kaum jemand. Es gab genug Ausweichvarianten. Aber die Ampel hat das Kunststück fertig gebracht, dass niemand mehr von den "Bürgergeld"-Empfängern arbeiten muss, er braucht nur keinen Bock auf Arbeit zu haben, das reicht rechtlich völlig aus.

  20. 43.

    Soweit die Theorie. Die Praxis lautet, auch wenn nicht asylberechtigt, bleibt er trotzdem. Das hat die Ampel so arrangiert, zurück muss fast keiner. Deswegen können sie sich auch die Frechheit erlauben "Ich habe keine andere Wahl" und spielen sich als Kriminelle noch als Notleidende auf.

  21. 42.

    Man muss ihnen eine Möglichkeit geben, zu arbeiten. Niemand will Drogen verkaufen, sich strafbar machen oder von der Polizei festgenommen werden."

    das lässt sich auch 1:1 auf deutsche Kriminelle übertragen

  22. 41.

    " deren Löhne kaum über der staatlichen Unterstützung liegen "

    na und ? diese Jobs müssten verpflichtend angenommen werden zur Entlastung der staatlichen Unterstützung

  23. 40.

    Leider ist es so, dass ein Großteil der Zugereisten eigene Gesetze mitbringt. Dagegenzuhalten ist seit Jahrzehnten nicht der Wille unserer Politik (siehe Clanbildung).
    M.E. sollten 2 Dinge für einen Aufenthalt bei uns Pflicht sein: das Erlernen der deutschen Sprache - und der Wille dazu - als Grundvoraussetzung (zum ersten Selbstlernen gibt es Apps). Und: der Wille sich an unsere Regeln zu halten - und dies auch zu tun. Dafür geben wir als Gesellschaft den Menschen die Grundversorgung. Die Duldungszeit ohne Arbeitserlaubnis muss nicht zwangsläufig für Straftaten genutzt werden. Auch wenn unsere Bürokratie viel zu aufgebauscht und unübersichtlich ist - wer es wirklich zu etwas bringen will, der bewegt sich und bemüht sich. Wo ein Wille ist - ist auch ein Weg. Und Dealen ist definitiv der Falsche. Und genauso falsch ist es, der Gesellschaft die Schuld an dem Desaster zu geben.

  24. 39.

    Angeblich Drogen verkaufen zu müssen, weil man keine andere Wahl habe, ist eine ziemlich dreiste Ausrede und eine Ohrfeige für unseren Sozialstaat. In diesem Land ist niemand zu kriminellen Aktivitäten gezwungen. Der Staat sichert jedem, auch Asylbewerbern, das Existenzminimum.
    Es dürfte viel eher so sein, dass Einigen dies zu gering erscheint und sie entweder die Schleuserkredite damit nicht zurückzahlen können oder einfach mehr Geld in die Heimat schicken wollen. Beides ist für den Rechtsstaat inakzeptabel.

  25. 38.

    Jeder anerkannte Asylbewerber und jeder Geduldete hat Anspruch auf eine Arbeitserlaubnis. Nur Personen in der aktuellen Asylprüfung sind davon explizit ausgenommen, da deren Aufenthaltsrecht ja erst noch geprüft wird. Die Prüfung könnte ja ergeben, dass sie unmittelbar wieder ausreisen müssen. Das ändert sich umgehend mit Abschluss der Prüfung, sobald entweder ein Bleiberecht wegen Vorliegen eines Asylgrundes oder aber eine Duldung wegen eines Rückführungshindernisses vorliegt. Es ist daher nur ein äußerst kleiner Personenkreis, dem die Aufnahme einer Arbeit verwehrt bleibt. Die Faktenlage ist allerdings, dass der Großteil der Asylbewerber aufgrund fehlender Bildung oder Ausbildung nur für sehr schlecht bezahlte Aushilfsjobs in Frage kommt, deren Löhne kaum über der staatlichen Unterstützung liegen.

  26. 37.

    "... Eine andere berichtet, sie sei an der Bürokratie des Jobcenters gescheitert - jetzt brauche sie dringend Geld. ..."
    https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/flucht-menschenhandel-bordell-ukraine-krieg-russland-100.html

    Soviel zu Integration und Hilfe für Schutzbedürftige ...
    Hat zwar einen ganz anderen Hintergrund, aber ist dies wirklich alles so menschlich, wie wir uns gerne darstellen?

    Aber zum Artikel: ja, es gibt Gesetze und Regeln, an die sich alle halten müssen ...
    Es reisen deutsche Rekrutierer von Arbeitskräften durch die Welt und hier scheitert es an der Bürokratie!
    Viele willige Arbeitskräfte "vergeuden" wir im eigenen Land?

  27. 36.

    Meinen Respekt an Sie und ich habe viele Bekannte und mittlerweile auch Freunde, die einfach den A...hochgekriegt haben und sich integrieren wollten, alle mit festen Arbeitsverhältnisses, habe am Wochenende viele Stunden mit Deutsch lehren verbracht, obwohl ich vollzeitig unter der Woche berufstätig bin, einfach weil so viel Willen und Interesse da war. Hab das sehr gerne gemacht und es hat viele Erfolge gebracht. Aber das war ein gänzlich anderes Klientel als die Dealer aus dem Görli. Kann man nicht vergleichen.

  28. 35.

    Er kann von dem Geld, das er vom Amt bekommt sein Leben bestreiten, so wie das jeder Bürgergeldempfänger auch macht. Und wenn ihm das zu popelig ist, kann er auch woanders hingehen, wo er arbeiten darf. Niemand zwingt ihn hier zu bleiben, wenn es ihm hier nicht gefällt. Er hat die Wahl, auch wenn er was anderes behauptet.

  29. 34.

    "Ich habe keine andere Wahl." ist doch eine Frechheit, und zeigt, wie weit der Rechtsstaat heruntergekommen ist.

  30. 33.

    Man hat immer eine andere Wahl. Lassen Sie sich das von einem Flüchtling sagen, der vor 42 Jahren nach Deutschland gekommen ist, kein Aufenthaltserlaubnis hatte, mit einem Arbeitsverbot und Zuzugverbot in Bezirke Wedding, Kreuzberg und Neukölln belegt wurde und lediglich geduldet wurde.
    Ein halbes Jahr hab ich gebraucht um Sprache zu lernen damit ich in das nächste Krankenhaus gehen und fragen konnte ob ich dort als Volontär (also ohne Vergütung) tätig sein dürfte. Ich dürfte, denn ehrenamtliche Tätigkeit ist erlaubt.
    Nun bin ich Arbeitgeber und bin gerne bereit einem lern- und arbeitswilligen Menschen menschenwürdige (und bezahlte) Arbeit zu geben. Ich bin auch bereit bei den zuständigen Behörden einen bedarfs- und personenorientierten Antrag zu stellen.
    Wollen wir gemeinsam in den Görlitzer Park gehen und die Betroffenen fragen ob sie von meinem Angebot begeistert sind?

  31. 32.

    "nur für die Dauer des Krieges"

    Der Krieg in Äthiopen bis zur Abspaltung Eritreas hat ungefähr 30 Jahre gedauert.

  32. 30.

    Fachliche Qualifikation kann man erwerben, aber zuerst braucht man das Recht einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsvertrag abschliessen zu können. Das größte Problem in Deutschland ist die ausufernde Regulierung aller einfachen Lebenszusammenhänge.

  33. 29.

    Das ist falsch. Verfolgen Sie bitte den Diskussionsverlauf. Stichwort: Duldungsstatus mit Arbeitserlaubnis.

  34. 27.

    Jemand hat ein ganz geringes Einkommen, 3 Kinder zu versorgen und manchmal reicht ed nicht einmal für Lebensmittel. Nach Ihrer sehr bedenklichen Logik ist es also vertretbar, dass derjenige sich dann die Lebensmittel stiehlt. Mit anderen Worten, wer kriminell wird, muss ja nicht unbedingt dafür verantwortlich sein.


  35. 26.

    So sieht „Integration“ in Deutschland aus: Obwohl viele Betriebe und die Wirtschaft händeringend Arbeitskräfte suchen, überlassen wir die Menschen, die hierher kommen sich selbst und durch unsere „kranke“ Bürokratie können die, die wir ja eigentlich brauchen , hier nicht arbeiten - zumindest nicht legal. Frau Faeser wie wäre es, wenn Sie dieses Problem endlich angehen würden?

  36. 25.

    Möchte dazu sagen, daß ich vor Jahren selbst mal meine Heimat verlassen habe. . Wurde nicht gezwungen dazu, aber musste meinen kompletten Lebensunterhalt selbst aufbringen. Natürlich hätte man auch Drogen verkaufen können, aber man kann mit vielleicht weniger Mitteln auch auskommen, wenn man es nur will. Und vor allem setzt man sich dan nicht der Gefahr aus, mit dem System aneinander zu geraten. Diese DEALER wissen genau was Sie da machen. Warum sollte eine Gesellschaft das unterstützen. Unfug

  37. 24.

    Jeder hat ein Wahl. Derjenige muss nur wollen, es ist leicht zu kapitulieren. Lebensplan.

  38. 23.

    Wie wäre es, zunächst den vom Aufnahmeland zugewiesenen Aufenthaltsort zu akzeptieren? Auch in Sachsen-Anhalt bieten sich Möglichkeiten.

  39. 21.

    Diese Aussage ist einfach dreist.
    Eine Wahl hat man schon.
    Es ist ja nicht so, dass der Mann dann verhungern müsste.

  40. 18.

    "Ironischerweise suchen wir so dringend Leute, ich würde die sofort einstellen können, wenn wir denn dürften." Es werden aber nicht einfach irgendwelche Leute gesucht, sondern oft bestimmte fachliche Qualifikationen. Ihre Annahme würde nur funktionieren, wenn die Menschen hier im Artikel eine gesuchte fachliche Qualifikation auch haben.

  41. 17.

    Klingt mir nach Wissen aus dem "Tatort". Der kleine Dealer verdient mit Sicherheit nicht "viel Geld in kurzer Zeit" und das das Problem die fehlende Arbeitserlaubnis und die Residenzpflicht sind, steht bereits im Text. Welche Wahl hat man also, in einer Massenunterkunft untergebracht, den ganzen Tag zur Untätigkeit verdammt?

  42. 16.

    Niemand muß kriminell werden. Man hat immer eine Wahl. Zunächst hat sich jeder an die Gesetze des von ihm erwählten Landes zu halten. Im Drogenhandel kann man aber sehr viel Geld in kurzer Zeit "verdienen". Das macht das Dealen so anziehend.

  43. 14.

    "Es zeigt die gescheiterte Asylpolitik in Deutschland. Die Männer müssten einen legalen Status mit einer Arbeitsgenehmigung bekommen. Damit wäre das Problem weitgehend gelöst."

    Das Problem habe ich bei meiner Ehrenamtlichen Tätigkeit auch mitbekommen. Die Leute wollen und müssen arbeiten, aber werden von Amtswegen auf irre Verwaltungsakte und massig Bürokratie verwiesen. Viele bekommen keine Arbeitserlaubnis und der Rest findet den Weg durch das System nicht. De Facto gibts dann keine Arbeitserlaubnis und die Leute werden hängen gelassen.

    Ironischerweise suchen wir so dringend Leute, ich würde die sofort einstellen können, wenn wir denn dürften.

    es ist zum Mäusemelken.

  44. 13.

    Ich! Aber ich habe mir auch die Mühe gemacht mir die Situation selbst einmal anzuschauen und habe auch mal mit den Leute geredet.

    Ich kann Ihnen ein Ehrenamt mit Geflüchteten wärmstens ans Herz legen. Sie werden Ihre Meinung sehr schnell ändern...

  45. 12.

    Naja,das Problem ist ja, dass es Leute gibt, die hier sein dürfen (Asyl erhalten) aber nicht Arbeiten dürfen (keine Arbeitserlaubnis). In dieser Situation, gepaart damit, dass die Leute nicht ausreichende Mittel für ein auskömmliches Leben erhalten, müssen die Menschen irgendwas machen. Die haben ja auch keinen Bock zu dealen. Aber wir treiben sie quasi in die Illegalität. Von daher finde ich es sehr schwierig ihrer Logik zu folgen.

  46. 11.

    Urban Legend: "Man verbietet Ihnen aber dort für dieses oder mehr Geld (und damit besseres Leben) legal zu arbeiten."
    Realität: "Wenn Sie im Besitz einer Duldung sind, können Sie das sogenannte „Chancen-Aufenthaltsrecht“ beantragen. Dann können sie innerhalb von 18 Monaten die Voraussetzungen für eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis erfüllen." Dazu gehört auch, dass eine Arbeitserlaubnis beantragt werden kann.

  47. 10.

    Urban Legend: "Man verbietet Ihnen aber dort für dieses oder mehr Geld (und damit besseres Leben) legal zu arbeiten."
    Realität: "Wenn Sie im Besitz einer Duldung sind, können Sie das sogenannte „Chancen-Aufenthaltsrecht“ beantragen. Dann können sie innerhalb von 18 Monaten die Voraussetzungen für eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis erfüllen." Dazu gehört auch, dass eine Arbeitserlaubnis beantragt werden kann.

  48. 9.

    Das Asylrecht ist gut und wichtig, aber wer als Gast in diesem Lande wiederholt, mittel- oder unmittelbar, Straftaten gegen die Gesundheit oder das Leben, nicht anderes ist diese Dealerei, verübt, hat in meinen Augen dieses Gastrecht verwirkt und sollte ohne Ansehen seiner Person oder Beachtung der möglichen persönlichen Folgen abgeschoben werden.

  49. 8.

    Keine andere Wahl? Wer soll das denn glauben? Man hat immer eine Wahl, man kann sich immer entscheiden. Niemand muss hier kriminell werden. Diese Straftäter handeln willentlich und wissentlich. Woran soll die Bevölkerung, die Gesellschaft denn noch alles Schuld sein? Der Artikel wird die Akeptanz der momentanen Situation sicherlich nicht erhöhen.

  50. 7.

    Sich an Recht und Gesetz halten und z. B. die Zeit nutzen um die Sprache zu lernen oder andere legal bereitgestellten Möglichkeiten zu nutzen.
    Ist halt auch alles eine Frage der Zeit, wie lange die Leute im Land bleiben sollen. Entweder gilt es nur für die Dauer des Krieges, dann braucht es keinen "Aufstieg", den der einzige Grund warum die Leute hier sind ist: Überleben, und dafür geben wir auch gerne das Geld. Oder es sind wirtschaftsflüchtlinge, die teilweise illegal einreisen und scheinbar dann mit der Illegalität weiter machen, dann müssen wir uns aber als Gesellschaft die Frage stellen: wollen wir das wirklich? Brauchen wir Leute die sich von Anfang an nicht an unser Recht halten?

  51. 5.

    Wir nehmen mal folgendes an: Sie sind wenig gebildet (will ich mal nicht unterstellen), da Sie in einer Gegend aufgewachsen sind, in der es fast keine Schulen gibt (will ich auch nicht unterstellen). Sie kommen in ein fremdes Land, in dem man Ihnen eine wenig Geld zum überleben gibt, ohne Gegenleistung. Man verbietet Ihnen aber dort für dieses oder mehr Geld (und damit besseres Leben) legal zu arbeiten. Sie müssen und möchten sich aber beschäftigen und "aufsteigen".

    Welche Wahl haben Sie nun?

  52. 4.

    Ich habe Nullverständnis für diesen Artikel und die DEALER.

  53. 3.

    Dass er in Sachsen - Anhalt nicht bleiben will, kann ich sogar noch verstehen.

    Leider wird immer am falschen Ende gespart. Es sollte ein Programm geben, Arbeit statt Knast z. B.
    Der Straftäter bekommt die Chance auf eine Arbeit oder Ausbildung. Einmal.
    Ist er motiviert, wird er es schaffen.
    Wenn nicht, hatte er seine Chance, dann Bestrafung oder Abschiebung.

    Jeder sollte bei uns eine Chance bekommen, aber wir können nicht noch diejenigen finanzieren, die ihre Chancen nicht nutzen.

  54. 2.

    Was für eine billige Ausrede. Man hat immer eine andere Wahl. Wer glaubt so eine Geschichte?

  55. 1.

    Selbstverständlich haben alle eine andere Wahl. Nur wenn man schnell viel Geld machen will mag
    das stimmen.

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